Mobile learning hat noch nicht alle daran geknüpften Erwartungen erfüllt. Ein möglicherweise erfolgversprechendes Einsatzgebiet wird in dieser Arbeit in der Lernortkooperation mit mobile learning gesehen. Gleichzeitig wird die These vertreten, dass der erfolgreiche Einsatz davon abhängt, wie sehr das mobile learning Angebot an das Lernszenario angepasst ist. Zur Überprüfung dieser Annahmen wurden zwei mobile-seamless-learning Angebote entwickelt, die in einem Lernszenario für auszubildende Hotel- und Restaurantfachleute eingesetzt werden sollen. Erwartet wurde, dass für die besser an das Lernszenario angepasste Lösung ein größeres Nutzungspotential bestehe. Für die Ermittlung dieses Potentials wurde das Technologieakzeptanzmodell von Davis verwendet.
Inhalt
1. Einleitung
2. Theoretischer Teil
2.1 Grundbegriffe
2.1.1 Fachdidaktische Konzeption für den Bildungsgang Hotel- und Restaurantfachleute
2.1.2 Relevante Lerntheorien
2.1.3 Lernortkooperation
2.1.4 Mobile learning
2.1.5 Erste Konsequenzen für die Gestaltung des mobile-seamless-learning-Angebotes
2.2 Strukturierte Literaturrecherche: Lernortkooperation und Digitalisierung
2.2.1 Schlagwörter, Vorgehen
2.2.2 Ergebnisse der Recherche
2.2.3 Weitere Ergebnisse und Folgerungen für die Entwicklung des mobile seamless-learning-Angebotes
3. Gestaltungsorientierte Entwicklung der App und der Moodle-Datenbank
3.1 Entwicklung der App
3.2 Gestaltung der Moodle-Datenbank
4. Evaluation
4.1 Vorstellung und Begründung der Erhebungsmethode.
4.2 Operationalisierung und Hypothesenbildung
4.3 Vorbereitung und Durchführung der Datenerhebung
4.4 Auswertung der erhobenen Daten
4.5 Interpretation der Ergebnisse
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Potenzial von Mobile Seamless Learning zur Verbesserung der Lernortkooperation zwischen Betrieb und Berufsschule in der gastronomischen Ausbildung. Ziel ist es, gestützt auf ein handlungsorientiertes didaktisches Konzept und eine strukturierte Literaturanalyse, eine App für den Praxiseinsatz zu entwickeln und deren Nutzungspotenzial anhand des Technologieakzeptanzmodells (TAM) mit Auszubildenden zu evaluieren.
- Potenziale des Mobile Learnings in der dualen Berufsausbildung.
- Integration von Mobile Seamless Learning in betriebliche Handlungssituationen.
- Herausforderungen der Lernortkooperation in der Gastronomie.
- Vergleichende Evaluierung technischer Lösungen (Smartphone-App vs. Moodle-Browser-Anwendung).
- Anwendung von Technologieakzeptanzmodellen im bildungswissenschaftlichen Kontext.
Auszug aus dem Buch
3.1 Entwicklung der App
Die theoretischen Ergebnisse bestätigen zunächst die eingangs festgelegten Rahmenbedingungen: Zeit- und Ortsunabhängigkeit sprechen für eine mobile seamless-learning Lösung, die Vorerfahrungen der Nutzer für eine Smartphone Lösung. Für die technische Umsetzung ist eine (relationale) Datenbank sinnvoll, um die schnelle und komfortable Bereitstellung von Informationen in der Handlungssituation zu gewährleisten.
Für die Entwicklung der Getränke-Datenbank wurden anschließend wesentliche fachliche Inhalte für eine komprimierte Darstellung ausgewählt, um diese an das betriebliche Lernszenario anzupassen. Daraus wurde das in Abbildung 5 dargestellte Entity-Relationsship-Diagramm entwickelt, dass die Basis der Datenbank bildet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung diskutiert das Potenzial und die Grenzen des mobilen Lernens in der beruflichen Bildung sowie die spezifischen Herausforderungen der Lernortkooperation in der Gastronomie.
2. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel verortet das Vorhaben in handlungsorientierten und pragmatistischen Lerntheorien, definiert den Begriff des Mobile Seamless Learning und analysiert den Forschungsstand zur Lernortkooperation mittels einer strukturierten Literaturrecherche.
3. Gestaltungsorientierte Entwicklung der App und der Moodle-Datenbank: Hier werden die methodischen Anforderungen für die Umsetzung einer App sowie einer alternativen Moodle-Datenbank für das betriebliche Umfeld abgeleitet und spezifiziert.
4. Evaluation: Dieses Kapitel erläutert die methodische Durchführung der Befragung zur Technologieakzeptanz sowie die anschließende statistische Auswertung und Interpretation der Ergebnisse unter Nutzung des Technologieakzeptanzmodells.
5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung führt die zentralen Erkenntnisse über das Nutzungspotenzial und die didaktische Einbettung mobiler Applikationen für die Lernortkooperation abschließend zusammen.
Schlüsselwörter
Mobile learning, Lernortkooperation, Fachdidaktik Ernährung und Hauswirtschaft, Gastronomieausbildung, Mobile seamless learning, Technologieakzeptanzmodell, Handlungsorientierte Didaktik, Duale Berufsausbildung, Digitalisierung, App-Entwicklung, Nutzerakzeptanz, Berufsschule.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Mobile Learning gezielt gestaltet werden muss, um die Kooperation zwischen den Lernorten Betrieb und Berufsschule in gastronomischen Ausbildungsberufen zu verbessern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit verknüpft fachdidaktische Konzepte der Ernährungslehre mit Ansätzen des Mobile Seamless Learnings und Evaluationen zur Technologieakzeptanz im dualen System.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das Ziel ist die Entwicklung und Evaluation einer Smartphone-App als Unterstützungsinstrument für Auszubildende in betrieblichen Handlungssituationen, um so eine "Lernortkooperation im Kopf" zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer gestaltungsorientierten Mediendidaktik sowie einer strukturierten Literaturanalyse. Die Evaluation des Nutzungspotenzials erfolgte quantitativ mittels des Technologieakzeptanzmodells (TAM) nach Davis.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Ableitung von Gestaltungsanforderungen, die praktische Entwicklung einer Datenbank-App und einer Moodle-Lösung sowie deren anschließende vergleichende Evaluation.
Was zeichnet die entwickelte mobile Lösung aus?
Sie zeichnet sich im Gegensatz zu reinen "Drill-and-Practice"-Prüfungstrainern durch ihre Ausrichtung auf die Unterstützung komplexer betrieblicher Handlungssituationen (situiertes Informieren) aus.
Warum wird das Technologieakzeptanzmodell (TAM) zur Evaluation herangezogen?
Da der tatsächliche Lernerfolg im informellen betrieblichen Kontext schwer messbar ist, bietet das TAM die Möglichkeit, die Bereitschaft zur Nutzung (Akzeptanz) als valide Vorbedingung für den Einsatzerfolg zu quantifizieren.
Wie unterscheidet sich die entwickelte App von der Moodle-Vergleichslösung?
Die Memento-App wurde speziell für die Schnelligkeit und Übersichtlichkeit im mobilen betrieblichen Einsatz konzipiert, während die Moodle-Lösung als browserbasiertes System eine weniger unmittelbare Nutzbarkeit aufweist.
Welches Ergebnis zeigte die Evaluation der Akzeptanz?
Beide Lösungen wiesen ein hohes, vergleichbares Nutzungspotenzial von etwa 60 % bei den befragten Auszubildenden auf.
Welche Rolle spielt das "Erfahrraummodell"?
Es dient der theoretischen Einordnung der Lernaktivitäten und wurde in der Arbeit um die Kategorie "situiertes Informieren" erweitert, um den Einsatz von Datenbanken am Arbeitsplatz präziser abzubilden.
- Quote paper
- Heiko Hemjeoltmanns (Author), 2021, Lernortkooperation mit mobile seamless learning. Entwicklung einer App für den Einsatz in gastgewerblichen Berufsschulklassen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1276991