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Martin Luthers Aberglaube

mit besonderer Berücksichtigung der Tischreden

Titre: Martin Luthers Aberglaube

Dossier / Travail , 2007 , 25 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Sonja Kaupp (Auteur)

Histoire de l'Europe - Moyen Âge, Temps modernes
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die Persönlichkeit Martin Luthers übt seit jeher eine große Faszination aus, nicht nur auf seine Anhänger. Wer war dieser Mann, der es vom einfachen Mönch zu einer der entscheidenden Persönlichkeiten brachte, die die Frühe Neuzeit einläuteten? Bei der Beschäftigung mit seiner Person stößt man jedoch nicht nur auf reformatorisches Gedankengut, das heute noch die Grundlage einer Konfession bildet, sondern auch auf Aufforderungen, unschuldige Frauen zu verbrennen. Inwiefern war Luther ein Kind des Mittelalters, das den Volksaberglauben teilte?
Diese Untersuchung der Tischreden Luthers im Vergleich mit der entsprechenden Sekundärliteratur versucht, die Grenzen von Luthers Glauben an Hexen (hier liegt der Schwerpunkt dieser Arbeit), den Teufel, Sterndeuter und Poltergeister aufzuzeigen und an Luthers Verständnis von dem einzig wahren Glauben festzumachen.
Zur Quelle:
Luther war ein geselliger Mensch, der gerne redete und durchaus auch als sprachbegabt gezeichnet werden kann (man denke nur an seine Bibelübersetzung). Es machte ihm Freude, sich mitzuteilen – angeblich wurde sogar das eine oder andere Mal das Essen kalt, bevor er geendet hatte. Luthers Tischreden sind vielmehr Monologe als Gespräche, bei denen es sich um zufällig aufkommende Themen drehte. Sie zeichnen besonders durch ihre Lebendigkeit und Spontaneität aus. Seine Zuhörer waren stets fasziniert und schrieben auch die kleinsten Bemerkungen eifrig mit.
Bei den vorliegenden Quellen handelt es sich um die elektronische Datenbank von Luthers Gesammelten Werken, in der sich sechs Bände den Tischreden widmen, sowie einer schriftlichen Ausgabe von Luthers Tischreden in sechs Bänden (siehe Bibliographie).

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Hinführung zur Thematik

1.2 Zur Quelle

2. Der Teufel

2.1 Erklärungsansätze für Luthers Teufelsglauben

2.2 Begegnungen mit dem Teufel

2.3 Rolle des Teufels

2.4 Teufelsbesessenheit und Vertreiben des Teufels

3. Hexen

3.1 Luthers theologische Grundgedanken zum Thema Zauberei

3.2 Einfluss des Teufels auf die Hexen/ Schuldfrage

3.3 Begrifflichkeiten in Luthers Werk

3.4 Luthers Frauenbild

3.4.1 Luthers Frauenbild im Allgemeinen

3.4.2 Die Rolle der alten Frauen im Speziellen in Luthers Dekalogpredigten

3.5 Luthers Hexenbild basierend auf seinen Dekalogpredigten

3.5.1 Hauptmerkmale von Hexen

3.5.2 Hexenflug

3.5.3 Teufelspakt und Buhlschaft

3.5.4 Wahrsagen

3.6 Hexenprozesse

3.6.1 Luther als Unterstützer der Hexenverbrennung

3.6.2 Luther als Gegner des Hexenwahns

4. Astrologie

4.1 Berührungspunkte mit und Meinung über Astrologie

4.2 Gründe für seine Haltung

4.3 Der Widerspruch: Die Diskussionen um Luthers Geburtsjahr

5. Nächtliche Erscheinungen: Poltergeister und Schlafwandeln

5.1. Poltergeisterscheinung auf der Wartburg

5.2 Erklärungsversuch

5.3 Schlafwandeln

6. Zusammenfassung / Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das ambivalente Verhältnis Martin Luthers zu Phänomenen wie Aberglaube, Hexenwesen und Astrologie, primär basierend auf der Analyse seiner Tischreden. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, inwiefern Luther als „Kind seiner Zeit“ diese verbreiteten Überzeugungen teilte, wo er sie theologisch begründete und an welchen Stellen er sich trotz seines Glaubens an eine reale dämonische Bedrohung von populären Vorstellungen oder Praktiken abgrenzte.

  • Psychologische und theologische Einordnung von Luthers Teufelsglauben.
  • Die Rolle von Hexen, Schadenszauber und das Frauenbild in Luthers Dekalogpredigten.
  • Luthers Einstellung zur Astrologie und der Widerspruch in seiner Person.
  • Phänomene wie Poltergeister, Schlafwandeln und die dämonologische Deutung von Krankheiten.
  • Diskussion über Luthers Haltung zu Hexenprozessen und Hexenverbrennungen.

Auszug aus dem Buch

3.5.1 Hauptmerkmale von Hexen

Das dritte Kapitel, „Vetulae“ in Luthers Dekalog befasst sich mit „alten Weibern“, will heißen mit dem damaligen Hexenbild. Luther fasst die Malefizien (Schadenszauber) an dieser Stelle zusammen:

„Zum ersten können sy [1] verzaubern vnn verblenden das gesicht/ [2] schwechen den lyb/ [3] schiessen die schenckel/ (…) [4] ja auch tödten schnelligliche/ oder mit langwiriger kranckheit/ wie ich viel gesehen hab mit solchen schäden beladen. Zu dem andern mögen sy [5] donner vnn andre ungestümikeit verschaffen, [6] die frücht verderben/ vnd das fich tödten.“

Hier werden sechs wichtige Bestandteile des Hexenbildes aufgeführt: Blendung[1], Schwächen des Körpers (z.B. durch Krankheiten)[2], den Hexenschuss[3], das Töten[4], das Wettermachen[5], das Verderben von Ernte und Töten des Viehs [6].

Zu [1]: Mit „verblenden“ sind nicht nur Augenkrankheiten oder Erblindungen gemeint, sondern auch Blendung im übertragenen Sinne, etwa das Vorgaukeln von Tatsachen.

Zu [5] und [6]: Ein Grund, warum Hexenprozesse so weit verbreitet waren, sind diese Schadenszauber, die den Hexen unterstellt wurden, nämlich das Wettermachen und das Verderben der Ernte oder das Töten der Tiere - denn hier wurde die Existenz und das Überleben der Bevölkerung angegriffen. Interessant ist, dass die Annahme, dass Hexen zum Wettermachen fähig sind, bis ins 16. Jahrhundert hinein keine Selbstverständlichkeit gewesen. Luther jedoch glaubt daran, da er davon ausgeht, dass Gott dies erlaubt. Er bezieht sich auf das Beispiel Hiobs, der von Gott auf die Probe gestellt wurde. Dabei betont Luther im Gegensatz zu seinen Kollegen, dass Satan von Gott abhängig ist und dass der aktive Part bei Gott liegt – er lässt nicht nur einfach zu, er ordnet an, „denn schließlich sprach Job nit/ der herr hat es geben vnd der tüfel hat es genummen/ sonder Der herr der es hat geben der hat es genummen“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik von Luthers Aberglauben und Vorstellung der verwendeten Quellen.

2. Der Teufel: Analyse von Luthers Teufelsglauben, psychologische Deutungsansätze und die Rolle des Teufels als Versucher und Verursacher von Krankheit.

3. Hexen: Untersuchung von Luthers Bild von Hexen, seinem Frauenbild und seiner Haltung zu Hexenprozessen anhand seiner Dekalogpredigten.

4. Astrologie: Darstellung von Luthers Ablehnung der Astrologie bei gleichzeitiger Faszination für die Thematik, verdeutlicht am Beispiel seines Geburtsjahres.

5. Nächtliche Erscheinungen: Poltergeister und Schlafwandeln: Beschreibung von Luthers Erfahrungen und Erklärungsversuchen zu unerklärlichen Phänomenen wie Poltergeistern und Schlafwandeln.

6. Zusammenfassung / Schlussfolgerung: Synthese der Ergebnisse: Luther als Kind seiner Zeit, das trotz theologischer Abgrenzung tief im abergläubischen Denken verwurzelt blieb.

Schlüsselwörter

Martin Luther, Aberglaube, Teufelsglauben, Hexen, Hexenprozesse, Schadenszauber, Astrologie, Tischreden, Reformation, Dämonologie, Teufelsbuhlschaft, Poltergeister, Schlafwandeln, christliche Ethik, Gotteserkenntnis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis Martin Luthers zum Aberglauben seiner Zeit, insbesondere im Hinblick auf Hexen, den Teufel und die Astrologie, wobei Luthers eigene Aussagen, vor allem aus seinen Tischreden, im Mittelpunkt stehen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf Luthers Teufelsglauben, seinem Hexenbild (inklusive der Rolle von Frauen), der Ablehnung von Astrologie sowie seiner Interpretation nächtlicher Erscheinungen wie Poltergeistern.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist aufzuzeigen, inwieweit Luther einerseits traditionelle abergläubische Vorstellungen seiner Epoche teilte und andererseits versuchte, diese in sein theologisches System zu integrieren oder abzugrenzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Untersuchung stützt sich auf eine vergleichende Analyse von Primärquellen – primär Luthers Tischreden und Schriften – im Kontext der einschlägigen Sekundärliteratur zur Reformationsgeschichte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Teufelsglaubens, des Hexenbildes (inklusiv Teufelspakt und Hexenprozessen), der Astrologie und der nächtlichen Phänomene wie Poltergeistern auf der Wartburg.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Martin Luther, Aberglaube, Teufelsglauben, Hexen, Astrologie, Tischreden und Reformation charakterisieren.

Warum unterscheidet Luther zwischen verschiedenen Arten von Zauberern oder Hexen?

Obwohl er keine klare Trennung zwischen weißer und schwarzer Magie vornahm, unterschied er in der Bewertung von Handlungen durch die Linse des ersten Gebots und dem Grad der Abkehr von Gott.

Welche Bedeutung misst Luther dem "Teufelspakt" bei?

Luther sah im Teufelspakt eine reale Gefahr, glaubte jedoch, dass dieser, anders als bei Hexen, durch aufrichtige Reue und Hinwendung zu Gott auch wieder gelöst werden könne.

Wie erklärt sich der Widerspruch, dass Luther einerseits an Teufelserscheinungen glaubt, aber Astrologie ablehnt?

Luther lehnte Astrologie primär wissenschaftlich ab, da sie keine Beweise lieferte, während sein Teufelsglaube fest in seinem theologischen Verständnis verankert war, in dem Gott den Teufel als Instrument zur Prüfung zulässt.

Wie steht Luther konkret zur Hexenverbrennung?

Trotz der historisch unterschiedlichen Ansichten in der Forschung zeigen die untersuchten Quellen eindeutig, dass Luther zum Hexenmord aufgerufen hat, da er Zauberei als direkten Abfall von Gott wertete.

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Résumé des informations

Titre
Martin Luthers Aberglaube
Sous-titre
mit besonderer Berücksichtigung der Tischreden
Université
University of Freiburg
Cours
Hexen, Dämonen, Sternendeuter - Magievorstellungen in der Frühen Neuzeit
Note
1,0
Auteur
Sonja Kaupp (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
25
N° de catalogue
V127738
ISBN (ebook)
9783640340743
ISBN (Livre)
9783640337675
Langue
allemand
mots-clé
Frühe Neuzeit Martin Luther Magie Tischreden Weimarer Ausgabe
Sécurité des produits
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Citation du texte
Sonja Kaupp (Auteur), 2007, Martin Luthers Aberglaube, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127738
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Extrait de  25  pages
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