Das 2. Kapitel dieser Arbeit befasst sich mit dem Aufsichtsrat einer deutschen Gesellschaft. Die Darstellung dieses Organs soll zum besseren Verständnis dienen, um die wesentlichen Grundlagen, wie die Zusammensetzung des Aufsichtsrats sowie seine Rechte, Pflichten und Aufgaben verstehen zu können.
Die historische Entwicklung des Audit Committee in den monistischen und dualistischen Gesellschaften wird im 3. Kapitel dargestellt.
Das folgende vierte Kapitel beschreibt die wichtigsten Grundlagen des Prüfungsausschusses. Hier werden die Anforderungen, die an die Ausschussmitglieder gestellt werden, die Einrichtung und Zusammensetzung des Prüfungsausschusses sowie die Ausschussordnung beschrieben.
Darauf aufbauend folgt das 5. Kapitel, das sich mit dem Prüfungsausschuss als dem sogenannten Überwachungsinstrument des Aufsichtsrats auseinandersetzt. Es soll gezeigt werden, welche Vorteile sich aus der Einrichtung des Ausschusses ergeben und vor allem in welchen Aufgabengebieten der Prüfungsausschuss tätig werden kann und darf.
Das 6. Kapitel widmet seine Aufmerksamkeit dem BilMoG und den dadurch sich ergebenden neuen gesetzlichen Vorschriften.
Die Arbeit wird mit dem letzten Kapitel, dem Fazit, abgeschlossen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.2. Aufbau der Arbeit
2. Der Aufsichtsrat einer Aktiengesellschaft
2.1. Zusammensetzung des Aufsichtsrats
2.2. Pflichten, Rechte, Aufgaben der Aufsichtsratmitglieder
2.2.1. Pflichten von Aufsichtsratsmitgliedern
2.2.2. Rechte von Aufsichtsratsmitgliedern
2.2.3. Pflichten, Rechte und Aufgaben der Vorsitzenden des Aufsichtsrats
2.2.4. Aufgaben von Aufsichtsratsmitgliedern
3. Historische Entwicklung des Audit Committee
3.1. Entstehung des angloamerikanischen Audit Committee im Überblick
3.2. Entstehungsgründe des deutschen Audit Committee
4. Ausschussbildung. Grundlagen
4.1. Anforderungen an die Prüfungsausschussmitglieder
4.1.1. Persönliche Vorraussetzungen
4.1.2. Qualifikationen
4.1.3. Unabhängigkeit
4.2. Einrichtung des Prüfungsausschusses
4.2.1. Einrichtung, Größe und Zusammensetzung des Prüfungsausschusses
4.2.2. Auswahl und Bestellung der Prüfungsausschussmitglieder
4.2.3. Amtszeit der Prüfungsausschussmitglieder
4.2.4. Vergütung der Prüfungsausschussmitglieder
4.3. Ausschussordnung
4.3.1. Regelungen des Prüfungsausschusses
4.3.2. Sitzungen
4.3.3. Beschlussfassung
4.3.4. Berichterstattung
4.3.5. Haftung
5. Prüfungsausschuss als Überwachungsinstrument des Aufsichtsrats
5.1. Aufgaben des Prüfungsausschusses
5.2. Begleitende Überwachung
5.2.1. Informationsordnung und Vorstandsberichte
5.2.2. Laufende Prüfung der Rechnungslegung
5.3. Gestaltende Überwachung
5.3.1. Prüfung von Jahresabschluss, Lagebericht und Gewinnverwendungsvorschlag
5.3.2. Unterstützung des Aufsichtsrates bei Berichterstattung
5.3.3. Risikoüberwachungssystem
5.3.4. Interne Revision
5.4. Internes Kontrollsystem
5.5. Compliance
5.6. Zusammenarbeit mit dem Abschlussprüfer
5.6.1. Unabhängigkeit des Abschlussprüfers
5.6.2. Prüfauftrag und Prüfungsschwerpunkte
5.7. Zusätzliche Aufgaben und Rechte des Prüfungsausschusses
6. Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz – BilMoG
6.1. Aufgaben und Zusammensetzung des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses nach BilMoG
6.1.1. Aufsichtsrat und seine Zusammensetzung
6.1.2. Einrichtung des Prüfungsausschusses
6.1.3. Zusammensetzung des Prüfungsausschusses
6.2. Aufgaben des Aufsichtsrats und Prüfungsausschusses
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das deutsche Audit Committee (Prüfungsausschuss) als zentrales Überwachungsinstrument im Kontext der Aufsichtsratstätigkeit. Ziel der Arbeit ist es, die Aufgaben, Rechte, Pflichten und Kompetenzen dieses Organs detailliert darzustellen sowie die Bedeutung seiner Institutionalisierung insbesondere durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) zu beleuchten.
- Struktur und Zusammensetzung des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses
- Historische Herleitung des Audit Committee von angloamerikanischen Modellen
- Rechtliche Grundlagen und Anforderungen an Prüfungsausschussmitglieder
- Funktionen des Prüfungsausschusses als Überwachungsinstanz (Rechnungslegung, Compliance, Risikomanagement)
- Auswirkungen der BilMoG-Reform auf die Aufgaben des Aufsichtsrats
Auszug aus dem Buch
3.1. Entstehung des angloamerikanischen Audit Committee im Überblick
Heutzutage gelten die Audit Committees (Bilanz-/Prüfungsausschüsse) als eine der bedeutsamsten Überwachungsinstanzen im Board of Directors. Die Institutionalisierung dieses Prüfungsausschusses wurde vor ca. 70 Jahren, also in den Jahren 1939/1940, zum ersten Mal in den USA von der Securities and Exchange Commission (SEC) und von der New York Stock Exchange (NYSE) empfohlen, „um den Abschlussprüfer der Gesellschaft zu wählen“. Zur Einrichtung der Audit Committees trug auch ein Betrugsfall bei „McKesson & Robbins“ bei. Im Laufe der Jahre wurden weitere Verstöße in den Unternehmen aufgedeckt.
Dies führte dazu, dass die Haftung der Board-Mitglieder deutlich verschärft wurde, gesetzliche Regelungen für die mangelhafte wirkungsvolle Selbstkontrolle drohten, das Vertrauen bei den Stakeholdern sank. Es schien so, dass das Board neue Maßnahmen brauchte, um dem entgegenzuwirken. Anfang der 70er Jahre beschloss das Board noch intensivere strukturelle Veränderungen vorzunehmen. Als Resultat der Zusammenarbeit mir dem American Institute of Certified Public Accountants (AICPA) entstand im Jahr 1967 ein erweiterter Aufgabenkatalog. „Zudem ist seit dem 01.07.1978 für alle US-amerikanischen Unternehmen die Einrichtung und Aufrechterhaltung eines unabhängigen Audit Committee als Voraussetzung für eine Börsennotierung an der NYSE zwingend vorgeschrieben, was mithin als der entscheidende Schritt zur weiten Verbreitung von Audit Committees bei großen Gesellschaften in den USA angesehen wird“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Umbruchsphase der deutschen Rechnungslegung durch das BilMoG ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die Rolle des Audit Committee zu untersuchen.
2. Der Aufsichtsrat einer Aktiengesellschaft: Das Kapitel bietet einen Überblick über das Organ des Aufsichtsrats, seine Zusammensetzung sowie die gesetzlich verankerten Rechte und Pflichten seiner Mitglieder.
3. Historische Entwicklung des Audit Committee: Es wird der Ursprung der Audit Committees im angloamerikanischen Raum sowie die Gründe für die Entstehung entsprechender Ausschüsse in deutschen Unternehmen dargelegt.
4. Ausschussbildung. Grundlagen: Dieses Kapitel beschreibt die Anforderungen an die Mitglieder, die Einrichtung des Prüfungsausschusses sowie die Regelungen zur Ausschussordnung, Vergütung und Haftung.
5. Prüfungsausschuss als Überwachungsinstrument des Aufsichtsrats: Das Kernkapitel analysiert die vielfältigen Aufgaben des Prüfungsausschusses, von der laufenden Überwachung der Rechnungslegung über das Risikomanagement bis zur Zusammenarbeit mit dem Abschlussprüfer.
6. Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz – BilMoG: Hier werden die neuen gesetzlichen Anforderungen an die Zusammensetzung und Einrichtung des Prüfungsausschusses erläutert, die durch das BilMoG eingeführt wurden.
Schlüsselwörter
Aufsichtsrat, Prüfungsausschuss, Audit Committee, BilMoG, Rechnungslegung, Unternehmensüberwachung, Abschlussprüfer, Corporate Governance, Risikomanagement, Interne Revision, Compliance, Unabhängigkeit, Aktiengesetz, Aufsichtsratstätigkeit, Bilanzkontrolle
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Rolle, Aufgaben und rechtlichen Rahmenbedingungen des deutschen Prüfungsausschusses (Audit Committee) im Rahmen der Aufsichtsratstätigkeit unter Berücksichtigung aktueller gesetzlicher Änderungen.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?
Zu den Schwerpunkten zählen die historische Herleitung des Ausschusskonzepts, die Anforderungen an die Mitglieder hinsichtlich Qualifikation und Unabhängigkeit sowie die spezifischen Kontroll- und Überwachungsaufgaben des Gremiums.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Bedeutung des Prüfungsausschusses als essenzielles Überwachungsinstrument für börsennotierte deutsche Aktiengesellschaften aufzuzeigen und seine Arbeitsweise detailliert darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Gesetze (wie AktG, HGB, BilMoG), Empfehlungen des Corporate Governance Kodex sowie wissenschaftlicher Fachliteratur.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundlagen der Ausschussbildung, die operative Überwachungstätigkeit (z.B. Rechnungslegung, Risikomanagement) und die spezifischen Anforderungen durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Prüfungsausschuss, Aufsichtsrat, BilMoG, Rechnungslegung und Unternehmensüberwachung geprägt.
Wie unterscheidet sich das deutsche Audit Committee vom angloamerikanischen Modell?
Während das US-amerikanische Audit Committee weitreichende Befugnisse in der Geschäftsführung hat, fungiert das deutsche Modell primär als unterstützendes und vorbereitendes Überwachungsorgan ohne direktes Eingriffsrecht in die operative Unternehmensleitung.
Welche Bedeutung hat das BilMoG für die Arbeit?
Das BilMoG ist von zentraler Bedeutung, da es durch neue gesetzliche Vorschriften eine stärkere Institutionalisierung des Prüfungsausschusses sowie klarere Anforderungen an die fachliche Qualifikation (insbesondere in Richtung eines "Financial Expert") fordert.
Warum ist die Haftung der Ausschussmitglieder so relevant?
Aufgrund der spezifischen Kontrollverantwortung und der komplexen Aufgaben im Rechnungslegungsprozess können Pflichtverletzungen der Mitglieder zu persönlicher Haftung führen, weshalb das Verständnis der eigenen Rolle und Grenzen essenziell ist.
- Quote paper
- Viktoria Müller (Author), 2008, Aufgaben und Kompetenzen des Audit Committee im Rahmen der Aufsichtsratstätigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127765