Für uns westeuropäisch geprägte Menschen sind die Vollzüge und Handlungen der liturgischen Tradition des Ostens eher fremd. Diese Arbeit möchte einen kurzen Überblick über die Entstehung des byzantinischen Ritus und dessen Besonderheiten geben.
Inhaltsverzeichnis
0. EINLEITUNG
1. EIN MYSTERIUM – VIELE AUSDRUCKSFORMEN
1.1 Die Liturgiefamilien des Ostens
2. DER BYZANTINISCHE RITUS
2.1 Geschichtliche Eckdaten
2.2 Spezifische Eigenschaften
2.3 Liturgie als gefeiertes Dogma
3. ZUSAMMENFASSUNG UND WÜRDIGUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Wesen und die Bedeutung der byzantinischen Liturgie mit dem Ziel, ihr Verständnis als gefeiertes Dogma und als eine Form des Himmels auf Erden zu verdeutlichen, um so einen Dialog zwischen den östlichen und westlichen Traditionen zu fördern.
- Historische Entwicklung und Einordnung der Liturgiefamilien des Ostens
- Charakteristika des byzantinischen Ritus und dessen Einbettung in das gottesdienstliche Geschehen
- Die Funktion der Liturgie als Vergegenwärtigung dogmatischer Glaubensinhalte
- Die Bedeutung des Kirchenraums und der Ikonostase als Brücke zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem
Auszug aus dem Buch
2.2 Spezifische Eigenschaften
Als Menschen des 3. Jahrtausends können wir uns dieser „mystischen Feierlichkeit“ der östlichen Riten nicht entziehen. Die Feier der Liturgie der Ostkirchen, besonders die der byzantinischen Liturgiefamilie ist zu einem wahren „Mysterienspiel“ geworden, das sich in einer bestimmten Weise zu einem „Theatrum Sacrum“ entwickelt hat. Dennoch darf nicht einfach behauptet werden, dass die Gläubigen zu reinen Zuschauern degradiert werden; vielmehr sind sie aktiv in das gottesdienstliche Geschehen einbezogen. Da die Ostkirchen keine Orgel kennen und auch andere Instrumente zur musikalischen Gestaltung keine Verwendung finden, werden die Gläubigen aktiv in den Gesang mit einbezogen, was auch dadurch erleichtert wird, dass der Altarraum nur durch eine Stufe erhöht ist und somit zum gesamten Kirchenraum gezählt wird.
Die Gesangsart kann gerade wegen ihres einfachen Aufbaus durchaus als anspruchsvolle Kultmusik bezeichnet werden, die in besonderer Weise einen „Charakter des Überirdischen und Geheimnisvollen“ besitzt. Es gibt keine Unterscheidung der einzelnen Gesänge; an manchen Festtagen ist ihre melodische Ausgestaltung etwas reicher. Besonders eindrucksvoll erscheint hier das „Christ ist erstanden von den Toten, im Tode bezwang er den Tod und schenkte den Entschlafenen das Leben“, das während der Osternacht immerwährend von Priestern und Gemeindemitgliedern gesungen wird.
Die Zelebranten – Priester und Diakone – treten während der Liturgie mehrmals in den Gläubigenraum ein: „bei der Inzensation, dem kleinen und großen Einzug und der Diakon bei den Litaneien.“ Durch diese Prozessionen wird deutlich, dass alle zum Volk Gottes gehören und tätige Mitspieler am heiligen Geschehen sind.
Zusammenfassung der Kapitel
0. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Faszination der ostkirchlichen Liturgie und führt in die historische Entscheidung für den byzantinischen Ritus im slawischen Raum ein.
1. EIN MYSTERIUM – VIELE AUSDRUCKSFORMEN: Dieses Kapitel ordnet den byzantinischen Ritus in die vier großen Liturgiefamilien des Ostens ein und benennt deren gemeinsame Wurzeln.
2. DER BYZANTINISCHE RITUS: Hier werden die geschichtliche Entstehung, die theologischen Besonderheiten und die Rolle der Liturgie als Feier des Glaubens dogmatisch detailliert analysiert.
3. ZUSAMMENFASSUNG UND WÜRDIGUNG: Das Schlusskapitel plädiert für eine gegenseitige Bereicherung der Traditionen unter Wahrung der Identität und warnt vor einer unkritischen Vermischung der Riten.
Schlüsselwörter
Byzantinische Liturgie, Ostkirchen, Ritus, Mysterium, Theatrum Sacrum, Dogma, Anaphora, Ikonostase, Eucharistie, Glaubenserlebnis, Liturgiefamilien, Orthodoxie, Kirchengeschichte, Liturgiewissenschaft, Gottesdienst
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Feier der byzantinischen Liturgie, ihre historische Entstehung und ihre Bedeutung als Ausdruck des Glaubens und der mystischen Erfahrung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Liturgiefamilien des Ostens, die Spezifika des byzantinischen Ritus, die symbolische Gestaltung des Kirchenraums und das Verständnis der Liturgie als gefeiertes Dogma.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, das Verständnis für die byzantinische Liturgie zu vertiefen und aufzuzeigen, wie sie den Himmel auf Erden vergegenwärtigt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Analyse liturgiewissenschaftlicher Quellen und kirchengeschichtlicher Dokumente, um die Strukturen und theologischen Gehalte zu erarbeiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historischen Eckdaten des Ritus, die aktive Einbeziehung der Gläubigen, die Bedeutung der Ikonostase und die Struktur der Anaphoren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Byzantinische Liturgie, Mysterium, Anaphora, Ikonostase und Dogma.
Warum wird die Ikonostase in der Arbeit thematisiert?
Die Ikonostase wird als verbindendes Element zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem beschrieben, das nicht trennend, sondern einladend auf die Gläubigen wirkt.
Welche Bedeutung kommt der Sprache in der byzantinischen Liturgie zu?
Die Liturgie nutzt die Sprache der Bevölkerung, um den Glauben lebendig zu vermitteln, anstatt eine künstliche oder rein rechtliche Kultsprache zu etablieren.
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- Martin Baier (Author), 2009, Die Feier der byzantinischen Liturgie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128138