In der vorliegenden Seminararbeit soll es darum gehen das Gestaltungshandeln betrieblicher Akteure als Arbeitsprozess und als Problem sozialer Steuerung zu analysieren. Die systemische Rationalisie-rung mit ihren umfassenden Gestaltungskonzepten wird dabei den Bezugsrahmen der Betrachtung darstellen. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht der soziale Prozess der Gestaltung mit den Besonder-heiten der Gestaltungsaufgaben und den einzelnen Prozessphasen, und darauf aufbauend werden die Funktionen und Mechanismen der sozialen Steuerung von Gestaltungsprozessen näher erläutert.
Als Basis dieser Arbeit dient eine Studie (1993) von Dieter Seitz zur Problematik der sozialen Steue-rung von betrieblichen Gestaltungsprozessen: „Per Order de Mufti läuft nichts“.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Systemische Rationalisierung
2.1 Charakteristik
2.2. Konsequenzen
2.3 Integrationsleistungen
2.4 Strukturkonservative Mechanismen
3. Zum sozialen Prozess der Gestaltung
3.1 Gestaltung als Arbeitsprozess
3.2 Phasen der Gestaltungsarbeit
4. Soziale Steuerung von Gestaltungsprozessen
4.1 Funktionen und Mechanismen sozialer Steuerung
4.1.1 Hierarchie
4.1.2 Markt
4.1.3 Professionalität
4.1.4 Verhandlung
4.1.5 Verständigung
4.1.6 Vertrauen
5. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert das Gestaltungshandeln betrieblicher Akteure als Arbeitsprozess sowie als Herausforderung der sozialen Steuerung innerhalb systemischer Rationalisierungskonzepte. Ziel ist es, die Funktionen und Mechanismen sozialer Steuerung unter Einbeziehung eines theoretischen Prozessmodells kritisch zu beleuchten.
- Systemische Rationalisierung und deren Auswirkungen auf Betriebsabläufe
- Gestaltung als sozialer Arbeitsprozess und dessen Phasen
- Typologie der Steuerungsmechanismen in Produktionssystemen
- Die Rolle des Strukturkonservatismus bei Innovationsprozessen
- Spannungsfelder zwischen Macht, Vertrauen und Verständigung in Organisationen
Auszug aus dem Buch
4.1.2 Markt
Hier besteht die typische Handlungssituation in der „durch das Medium Geld vermittelte[n] komplementäre[n] Abstimmung“ (Seitz 1993: 89). Auf dem Markt differenzieren sich die Akteure in Anbieter und Nachfrager und auf ihm müssen eindeutige Tauschregeln institutionalisiert sein. Das diesen Steuerungsmechanismus betreffende funktionale Problem besteht in der „Gewährleistung der Distribution und Allokation knapper Ressourcen“ (ebd.).
Dem Medium Geld wird eine weitere, komplexitätsreduzierende Funktion zugesprochen, indem die „Handlungskoordination von sprachlicher Konsensbildung [entkoppelt] wird“ und somit Entscheidungsprozesse simplifiziert werden können (ebd.: 90).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darstellung des Strukturwandels betrieblicher Rationalisierung und der Notwendigkeit, Arbeit und Technik integrativ zu betrachten.
2. Systemische Rationalisierung: Charakterisierung des modernen Rationalisierungstyps, seiner Konsequenzen, Integrationsleistungen und strukturkonservativer Gegenmechanismen.
3. Zum sozialen Prozess der Gestaltung: Analyse von Gestaltung als zielgerichtetes Handeln, unterteilt in Grundkategorien und spezifische Prozessphasen.
4. Soziale Steuerung von Gestaltungsprozessen: Theoretische Herleitung von Steuerungsmechanismen, die das Handeln von Akteuren in komplexen sozialen Systemen ordnen.
5. Resümee: Kritische Zusammenfassung der theoretischen Erkenntnisse im Abgleich mit der betrieblichen Praxis und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
Schlüsselwörter
Systemische Rationalisierung, soziale Steuerung, Gestaltungsprozesse, Arbeitsprozess, Strukturkonservatismus, Hierarchie, Markt, Professionalität, Verhandlung, Verständigung, Vertrauen, Innovationsprozesse, betriebliche Organisation, Machtverhältnisse, Interaktionsmedien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das Gestaltungshandeln betrieblicher Akteure vor dem Hintergrund der systemischen Rationalisierung und analysiert, wie soziale Steuerung in diesem Kontext funktioniert.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind der Übergang zur systemischen Rationalisierung, die Analyse von Gestaltungsprozessen als soziale Arbeitsprozesse sowie eine Typologie verschiedener Steuerungsmechanismen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel ist die Analyse des Gestaltungshandelns als Problem sozialer Steuerung unter Bezugnahme auf ein prozessorientiertes Modell von Dieter Seitz.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse, basierend auf industriesoziologischer Literatur und der Studie von Dieter Seitz, um soziale Steuerungsmechanismen in Gestaltungsprozessen zu systematisieren.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Merkmale systemischer Rationalisierung, die Phasen des Gestaltungsprozesses und detailliert sechs spezifische Steuerungsmechanismen (Hierarchie, Markt, Professionalität, Verhandlung, Verständigung, Vertrauen).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?
Systemische Rationalisierung, soziale Steuerung, Gestaltungsprozess, Organisationswandel und Macht sind die zentralen Begriffe.
Was versteht die Autorin unter "Strukturkonservatismus"?
Es beschreibt die Veränderungsträgheit von Organisationen gegenüber dynamischen technisch-ökonomischen Anforderungen, wobei alte Machtstrukturen und Handlungsweisen in Innovationsprozessen bewahrt werden.
Warum ist das Vertrauen für die Steuerung komplexer Organisationen so essenziell?
Ohne ein Minimum an Vertrauensbeziehungen können bürokratisch strukturierte Organisationen auf Dauer nicht handlungsfähig agieren, da Vertrauen als "antizipierter sozialer Tausch" Stabilität in unsicheren Prozessen bietet.
Wie unterscheidet sich die "Verständigung" von der "Verhandlung" als Steuerungsmodus?
Während bei der Verhandlung Kompromisse zwischen Interessengegensätzen (oft machtbasiert) gesucht werden, basiert Verständigung auf einem sprachlich-kommunikativen Prozess, der gemeinsame kulturelle Werte und Interpretationen voraussetzt.
- Citation du texte
- Katja Nixdorf (Auteur), 2008, Die besondere Bedeutung der sozialen Steuerung innerhalb betrieblicher Gestaltungsprozesse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128214