„Deutschland braucht mehr Kinder!“ Zu diesem Schluss kommt man, wenn man die
demografische Entwicklung in Deutschland genauer betrachtet. Die Geburtenraten
sind seit mehreren Jahrzehnten rückläufig und reichen seit Langem nicht mehr aus,
um den Bevölkerungsstand zu sichern. Parallel dazu nimmt das Durchschnittsalter
zu, d.h. die deutsche Bevölkerung wird immer älter. Das ist ein ernst zunehmender
Prozess, dessen Folgen sowohl ökonomischer wie auch soziologischer Natur sind.
Jedoch handelt es sich dabei keineswegs um einen Entwicklungsprozess, der nur in
Deutschland stattfindet. Viele andere, nicht nur europäische, Industrienationen
verzeichnen eine ähnliche Entwicklung.
Besonders stark ausgeprägt ist der Rückgang der Geburtenrate seit den 70er Jahren
des letzten Jahrhunderts. Während dieser Zeit hat in nahezu allen europäischen
Ländern eine Individualisierungswelle verbunden mit einer Pluralisierung der
Lebensformen eingesetzt. Mit fortschreitendem Bildungsniveau und zunehmender
sozialer Absicherung haben sich die Ansprüche junger Menschen an ein Leben mit
simultaner Kombination von Familie und Beruf grundlegend verändert. Das hat auch
die Regierungen dieser Länder dazu veranlasst, familienpolitische Reformen
einzuleiten. Obwohl diese Maßnahmen grundsätzlich das gleiche Ziel verfolgen,
nämlich eine Erhöhung der Geburtenrate, sind sie in der Ausgestaltung zum Teil
recht unterschiedlich und reichen von Steuervergünstigungen für junge Eltern über
Kindergelderhöhung bis hin zu einer Verbesserung der öffentlichen
Betreuungsmöglichkeiten.
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Entwicklung der deutschen Familienpolitik
im internationalen Vergleich. Einleitend werden Begrifflichkeiten und Grundsätzliches
zur Theorie der Familienpolitik zum demografischen Wandel in Deutschland
dargestellt. Anschließend erfolgt die Darstellung der Familienpolitik anhand
ausgewählter familienpolitischer Instrumente in Deutschland und im internationalen
Vergleich zu den Ländern USA, Japan und Schweden. Abschließend werden
Stärken und Schwächen in der Familienpolitik dieser Länder verglichen, um ein
finales Fazit über den zu erwartenden Erfolg der einzelnen Maßnahmen ziehen zu
können.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Familienpolitik in Deutschland
2.1. Begriffsbestimmung
2.2. Theorie der Familienpolitik
2.3. Wandel der Familie im Industriezeitalter
2.4. Demografische Entwicklung und Familienpolitik in Deutschland
2.4.1. Kindergeld
2.4.2. Steuerfreibeträge
2.4.3. Elterngeld / Elternzeit
3. Entwicklung der Familienpolitik in anderen Industrienationen im Vergleich zu Deutschland
3.1. USA
3.2. Japan
3.3. Schweden
3.4. Stärken und Schwächen in der Familienpolitik in den einzelnen Ländern
4. Abschlussbetrachtungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung der deutschen Familienpolitik in einem internationalen Vergleich, um die Wirksamkeit familienpolitischer Instrumente im Kontext des demografischen Wandels zu bewerten.
- Analyse der theoretischen Grundlagen und der Begrifflichkeiten von Familienpolitik.
- Untersuchung der demografischen Entwicklung in Deutschland im historischen Wandel.
- Vergleich familienpolitischer Strategien in Deutschland, den USA, Japan und Schweden.
- Bewertung von Stärken und Schwächen der jeweiligen nationalen Ansätze hinsichtlich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
„Deutschland braucht mehr Kinder!“ Zu diesem Schluss kommt man, wenn man die demografische Entwicklung in Deutschland genauer betrachtet. Die Geburtenraten sind seit mehreren Jahrzehnten rückläufig und reichen seit Langem nicht mehr aus, um den Bevölkerungsstand zu sichern. Parallel dazu nimmt das Durchschnittsalter zu, d.h. die deutsche Bevölkerung wird immer älter. Das ist ein ernst zunehmender Prozess, dessen Folgen sowohl ökonomischer wie auch soziologischer Natur sind. Jedoch handelt es sich dabei keineswegs um einen Entwicklungsprozess, der nur in Deutschland stattfindet. Viele andere, nicht nur europäische, Industrienationen verzeichnen eine ähnliche Entwicklung.
Besonders stark ausgeprägt ist der Rückgang der Geburtenrate seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Während dieser Zeit hat in nahezu allen europäischen Ländern eine Individualisierungswelle verbunden mit einer Pluralisierung der Lebensformen eingesetzt. Mit fortschreitendem Bildungsniveau und zunehmender sozialer Absicherung haben sich die Ansprüche junger Menschen an ein Leben mit simultaner Kombination von Familie und Beruf grundlegend verändert. Das hat auch die Regierungen dieser Länder dazu veranlasst, familienpolitische Reformen einzuleiten. Obwohl diese Maßnahmen grundsätzlich das gleiche Ziel verfolgen, nämlich eine Erhöhung der Geburtenrate, sind sie in der Ausgestaltung zum Teil recht unterschiedlich und reichen von Steuervergünstigungen für junge Eltern über Kindergelderhöhung bis hin zu einer Verbesserung der öffentlichen Betreuungsmöglichkeiten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der rückläufigen Geburtenraten und der demografischen Alterung ein und beschreibt das methodische Vorgehen des internationalen Vergleichs.
2. Familienpolitik in Deutschland: Hier werden die theoretischen Grundlagen, die Begriffsdefinitionen der Familie sowie die historischen und aktuellen familienpolitischen Instrumente in Deutschland analysiert.
3. Entwicklung der Familienpolitik in anderen Industrienationen im Vergleich zu Deutschland: Dieses Kapitel stellt die Familienmodelle und politischen Maßnahmen der USA, Japans und Schwedens vor und kontrastiert diese mit den deutschen Gegebenheiten.
4. Abschlussbetrachtungen: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer nachhaltigen, ganzheitlichen Familienpolitik zur Sicherung des Wohlfahrtsniveaus.
Schlüsselwörter
Familienpolitik, Demografischer Wandel, Geburtenrate, Deutschland, USA, Japan, Schweden, Kindergeld, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Elterngeld, Erwerbstätigkeit, Familienlastenausgleich, Sozialpolitik, Geschlechterrolle, Alterspyramide.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Herausforderungen des demografischen Wandels und wie staatliche Familienpolitik in verschiedenen Industrienationen auf den Geburtenrückgang reagiert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Wandel der Familienstrukturen, der Einfluss der Erwerbsbiografien auf die Familiengründung und der Vergleich staatlicher Förderinstrumente wie Kindergeld und Betreuungsinfrastruktur.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, durch einen internationalen Vergleich zu ermitteln, welche familienpolitischen Instrumente in Deutschland und den betrachteten Vergleichsländern wirksam sind, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein systematischer Vergleich (komparative Analyse) von Familienpolitikstrategien in vier ausgewählten Industrienationen (Deutschland, USA, Japan, Schweden) durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen in Deutschland erörtert, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Familienmodelle in den USA, Japan und Schweden sowie einer Stärken-Schwächen-Analyse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Familienpolitik, Geburtenrate, demografischer Wandel, internationale Vergleichsanalyse und Vereinbarkeit von Familie und Beruf definiert.
Warum schneidet Schweden im Vergleich als „Erfolgsmodell“ ab?
Schweden gilt als Vorbild, da es durch ein dichtes Netz an Kinderbetreuungsstätten, Individualbesteuerung und großzügige Elternurlaubsversicherungen die Gleichstellung von Mann und Frau sowie die Erwerbsbeteiligung beider Elternteile effektiv stützt.
Wie unterscheidet sich die japanische Familienpolitik von der deutschen?
Obwohl die japanische Regierung stark in Betreuungsplätze investiert, verhindern dort fest verankerte, traditionelle Geschlechterrollen und eine extreme Arbeitsbelastung eine Steigerung der Geburtenrate, während in Deutschland die monetären Transferleistungen im Fokus stehen.
- Quote paper
- Kian Kamalian (Author), 2007, Deutsche Familienpolitik im internationalen Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128368