Zielsetzung der Unterrichtsstunde: Die Schülerinnen und Schüler sollen in einem kooperativen, experimentellen Arbeitsprozess ein großes, standfähiges Papierobjekt konstruieren, indem sie Montage- und Verbindungsmöglichkeiten erproben und reflektieren.
Inhaltsverzeichnis
1 Stellung der Unterrichtsstunde innerhalb der Unterrichtseinheit
2 Einordnung der Unterrichtsstunde in das Kerncurriculum
3 Ziele der Unterrichtseinheit
3 Zielsetzung der Unterrichtsstunde
4 Aspekte zur Lerngruppe
5 Lernvoraussetzungen
6 Aspekte zur Sache
6.1 Der Werkstoff Papier
6.1.1 Beschaffenheit, Herkunft und Herstellung
6.1.2. Papier im Alltag
6.1.3. Papier in der Kunst
6.2 Objektkunst
7 Didaktische und methodische Aspekte
8 Verlaufsplanung
Zielsetzung & Themen
Ziel dieses Unterrichtsentwurfs ist es, Schülerinnen und Schülern durch die kooperative Konstruktion eines großformatigen Papierobjekts grundlegende Erfahrungen in der Objekt- und Materialkunst zu ermöglichen, wobei insbesondere die materialgerechte Verarbeitung sowie die Arbeitsteilung in Gruppen im Vordergrund stehen.
- Erprobung von Montage- und Verbindungstechniken mit dem Werkstoff Papier.
- Entwicklung kreativer und origineller plastischer Gestaltungsideen im Raum.
- Förderung der Sozialkompetenz und Kooperationsfähigkeit durch Gruppenarbeit.
- Reflexion über Materialeigenschaften und Konstruktionsprozesse.
- Abbau von Hemmungen vor der bildnerischen Produktion durch experimentelles Arbeiten.
Auszug aus dem Buch
6.1.3. Papier in der Kunst
„Papier ist ein Filz aus pflanzlichen (Cellulose-)Fasern. Der Zusammenhalt der Fasern beruht, abgesehen von der mechanischen Verfilzung (auf dem Schöpfsieb), auf chemischen Bindungen (Wasserstoffbrücken, die sich bei der Papierherstellung zwischen den Hydroxylgruppen der Cellulosemoleküle ausbilden). Die Bindung ist so stark, dass Papier in der Zugfestigkeit gewöhnlichen Baustahl übertreffen kann.“ 7
Papier ist ein Material von großer Wandlungsfähigkeit, Leichtigkeit und Formanpassung. Seine ihm ganz eigenen Reize gehen von Materialempfindungen wie Fragilität und Zartheit aus. Es ist in hohem Maße variabel und selbst mit der bloßen Hand in nahezu jede Form zu bringen. Es ist leicht an Gewicht, kann jedoch bei geschicktem Einsatz sehr stabil sein.8
Papier wurde bereits früh als Medium für künstlerische Produkte verwandt. Die Ägypter fertigten beispielsweise Gebrauchsgegenstände wie Lampions, Fächer und Spielzeug aus diesem Werkstoff. Erst mit der Einführung der Abstraktion in die Kunst zu Beginn des 20. Jahrhunderts rückten die Beschaffenheit und Wertigkeit des Materials Papier in den Blickpunkt künstlerischen Interesses. Im Jahre 1912 nutzte zuerst George Braques9 und danach auch Pablo Picasso10 Papiertapeten für seine Stillleben.11 Picasso konstruierte seine ersten Skulpturen aus gefaltetem Papier und Karton.12 In der Gegenwartskunst wird Papier geschnitten, gerissen, bemalt, bezeichnet, gefaltet, geknüllt und collagiert. Außerdem dient es konstruktiv-architektonisch zur Herstellung dreidimensionaler Objekte.13 „Arbeiten zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler zeigen vielfältige Gestaltungsformen- und möglichkeiten – vom Bild über das Relief zur Plastik. Stabilität, Spannung und Dichte können den Charakter eines Werkes ebenso bestimmen wie Fragilität, Flexibilität und Transparenz – die Manipulierbarkeit des Faserstoffes scheint unerschöpflich.“ 14
Zusammenfassung der Kapitel
1 Stellung der Unterrichtsstunde innerhalb der Unterrichtseinheit: Ein Überblick über die siebenstündige Sequenz, in der die vierte Stunde den zentralen Bauprozess darstellt.
2 Einordnung der Unterrichtsstunde in das Kerncurriculum: Darstellung der Lernziele gemäß der verbindlichen Vorgaben für das Fach Kunst im 2. Schuljahrgang.
3 Ziele der Unterrichtseinheit: Definition der fachlichen und sozialen Kompetenzen, die durch den Umgang mit Papier und Gruppenarbeit erworben werden sollen.
3 Zielsetzung der Unterrichtsstunde: Fokus auf den experimentellen Prozess und die Förderung der Konstruktionsfähigkeiten innerhalb der Gruppe.
4 Aspekte zur Lerngruppe: Hinweise auf den Entwicklungsstand der Klasse und die Bedeutung der Sozialform Gruppenarbeit.
5 Lernvoraussetzungen: Analyse des bereits vorhandenen Vorwissens der Schülerinnen und Schüler über den Werkstoff Papier und Gruppenprozesse.
6 Aspekte zur Sache: Theoretische Herleitung des Themas über die Geschichte des Papiers, seine Rolle im Alltag und in der zeitgenössischen Kunst.
7 Didaktische und methodische Aspekte: Erläuterung der pädagogischen Entscheidung, den Arbeitsprozess offen zu gestalten und den Schülerinnen und Schülern große kreative Freiräume zu lassen.
8 Verlaufsplanung: Detaillierte tabellarische Darstellung des zeitlichen Ablaufs der Unterrichtsstunde inklusive Sozialformen und Materialeinsatz.
Schlüsselwörter
Kunstunterricht, Papier, Objektkunst, Gruppenarbeit, Plastisches Gestalten, Grundschule, Konstruktion, Materialkunde, Kreativitätsförderung, Ästhetik, Experimentieren, Montage, Papierobjekt, Unterrichtsentwurf, Bildnerisches Verfahren
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt einen detaillierten Unterrichtsentwurf für eine Kunststunde in einer 2. Grundschulklasse dar, in der Schülerinnen und Schüler gemeinsam große Objekte aus Papier bauen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die Materialkunde (Papier), die künstlerische Praxis des plastischen Gestaltens, kooperative Arbeitsformen und die Theorie der Objektkunst.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsstunde?
Das Ziel ist, dass die Schülerinnen und Schüler in Gruppen ein standfähiges Papierobjekt konstruieren und dabei Montage- sowie Verbindungsmöglichkeiten eigenständig erproben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um einen kunstpädagogischen Unterrichtsentwurf, der auf den Vorgaben des Kerncurriculums basiert und prozessorientierte sowie experimentelle Arbeitsweisen in den Vordergrund stellt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der historischen Herkunft von Papier, dessen Eigenschaften, seiner Bedeutung in der modernen Kunst sowie der didaktischen Begründung des gewählten Lernarrangements.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Papier, Objektkunst, Gruppenarbeit, Konstruktion und plastisches Gestalten.
Warum wurde Papier als Material gewählt?
Papier ist ein vielseitiger, bekannter und kostengünstiger Werkstoff, der durch Rollen und Knicken Stabilität gewinnen kann, was Kindern erlaubt, ohne komplexe Werkzeuge große dreidimensionale Strukturen zu schaffen.
Welche Rolle spielt die Gruppenarbeit in diesem Entwurf?
Die Gruppenarbeit dient nicht nur der Bewältigung des großformatigen Bauvorhabens, sondern auch der sozialen Förderung, indem Absprachen getroffen, Konflikte gelöst und Ratschläge untereinander ausgetauscht werden müssen.
Wie gehen die Kinder mit Schwierigkeiten bei der Konstruktion um?
Durch die Reflexionsphasen im Plenum erhalten die Kinder die Möglichkeit, ihre Probleme bei der Stabilität oder Verbindung der Objekte anzusprechen und gemeinsam mit der Lehrkraft oder den Mitschülern Lösungen zu finden.
- Citation du texte
- Mirja Patschkowski (Auteur), 2009, Prüfungsentwurf für 2. Klasse. Wir bauen große Objekte aus Papier, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128519