„Die richtige und zweckmäßige Verwendung der geschriebenen Sprache ist eine wichtige Voraussetzung für eine bewusste, verantwortungsvolle und erfolgreiche Teilnahme am gesellschaftlichen Leben“, so beginnt Renate Baudusch ihr Werk „Punkt, Punkt, Komma, Strich. Regeln und Zweifelsfälle der deutschen Zeichensetzung. Funktion und Gebrauch der Satzzeichen mit Beispielen und Übersichten.“ Dieses Buch wird einer der Hauptgrundlagen für diese Arbeit darstellen, da es sich um eine Ausarbeitung der Veränderungen der Interpunktion im Verlauf der deutschen Schriftsprache handeln soll. Außerdem wird darin ein kurzer historischer Abriss der Entstehung der einzelnen Satzzeichen gegeben, was für diese Arbeit als wichtig erscheint. Natürlich sollen auch die Rechtschreibreform 1996/2004 und die Überarbeitung dieser aus dem Jahre 2006 ein Schwerpunkt dieser Arbeit sein, da gerade in den letzten zwanzig Jahren ein stetiger Wandel in der deutschen Rechtschreibung stattfand. Es wurden Regeln bestimmt, diese wiederum aufgelockert, teilweise revidiert oder aber auch erneut als verbindlich festgesetzt. In bestimmten Bereichen, wie beispielsweise der Getrennt- und Zusammenschreibung oder aber auch bei der Interpunktion sind viele Verwirrungen für den Schreiber aufgetreten und es scheint niemand in der Lage zu sein, Licht ins Dunkel zu bringen.
Diese Hausarbeit beschäftigt sich also mit der Zeichensetzung. Sie ist – die Einleitung und Auswertung rausgenommen – gegliedert in drei große Kapitel: Das erste soll einen kurzen Einblick in die Geschichte der orthographischen Veränderung geben. Dabei wird verständlich gemacht werden, warum die deutsche Rechtschreibung immer wieder Regelveränderungen durchlebt hat und inwieweit diese erfolgt sind.
Das zweite Kapitel wird sich speziell mit der Geschichte der Interpunktion beschäftigen. Es wird aufgezeigt, wann die ersten Interpunktionszeichen entstanden und welchen Sinn man darin sah, sie zu entwickeln und auszubauen.
Das letzte Kapitel geht auf jedes Satzzeichen einzeln ein. Eingeteilt in Satzschlusszeichen, Satzmittezeichen und paarige Satzzeichen, werden dabei die Geschichte und vor allem die Funktion – mit entsprechendem Beispiel – des jeweiligen Interpunktionszeichens näher erläutert. Vor allem das Komma wird ausführlich behandelt, da es eine große Anzahl von verschiedenen Funktionen aufweist, die im Laufe der Zeit immer wieder verändert wurden und somit eine besondere Aufmerksamkeit verlangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kleiner Exkurs in die Geschichte der orthographische Veränderung
3. Die Geschichte der Interpunktion
4. Die Funktion der einzelnen Satzzeichen mit historischem Hintergrund
4.1. Die Satzschlusszeichen
4.1.1. Der Punkt
4.1.2. Das Fragezeichen
4.1.3. Das Ausrufezeichen
4.1.4. Die Auslassungspunkte
4.2. Die Satzmittezeichen
4.2.1. Das Semikolon
4.2.2. Der Doppelpunkt
4.2.3. Der Gedankenstrich
4.2.4. Das Komma
4.3. Die paarigen Satzzeichen
4.3.1. Die Klammern
4.3.2. Die Anführungszeichen
5. Resümee und Ausblick
6. Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Entwicklungen und funktionalen Veränderungen der deutschen Zeichensetzung, mit einem besonderen Fokus auf die Kommasetzung und deren Wandel durch verschiedene Rechtschreibreformen.
- Historische Entwicklung der orthographischen Veränderung in der deutschen Sprache.
- Die Entwicklung und Funktion der Interpunktion im Verlauf der Schriftsprache.
- Detaillierte Analyse der einzelnen Satzzeichen (Satzschluss-, Satzmitte- und paarige Satzzeichen).
- Einordnung der Kommasetzung im Kontext der Rechtschreibreformen 1996/2004 und 2006.
- Stilistische und grammatische Bedeutung der Interpunktion für das Textverständnis.
Auszug aus dem Buch
4.2.4. Das Komma
Kommen wir nun also zu dem Satzzeichen, dass in unserer gegenwärtigen deutschen Schriftsprache mit den meisten syntaktischen Funktionen behaftet ist. Daher ist eine gründliche Darstellung über den Gebrauch dieses „Beystrichleins“, wie es 1663 von J. G. Schottel in seiner „Ausführlichen Arbeit von der teutschen Haupt-Sprache“ genannt wurde, unerlässlich, denn besonders die Regeln, die die Funktionen des Kommas beschreiben, sind „vielgestaltig und schwer überschaubar“. (Bredel 177)
Es ist bis heute nicht ganz eindeutig, wann das Komma das erste Mal in unserer deutschen Schriftsprache auftauchte. Der Grund dafür liegt an dem ständigen Wechsel der äußeren Form dieses Satzzeichens, aber auch an der immer wieder veränderten Bezeichnung und den Funktionen, die nie gleich blieben. Mitte des 15. Jahrhunderts erscheint zum ersten Mal ein Schrägstrich (/) mit Namen strichlin in unserer Schriftsprache, das Wörter oder Teile von Sätzen ohne vollkommenen Sinn abgrenzen soll. Zwei Jahrhunderte später, nach mehreren Funktionsüberschneidungen mit der virgel (!) – das mit der heutigen Funktion des Semikolons vergleichbar ist – oder dem colon (:) erhielt das Komma seine gegenwärtige äußere Form; der Schrägstrich wurde endgültig mit einer eigenen Funktion behaftet. (Baudusch 63) 1656 erhält das Zwergstrichlein seine ersten formulierten Gebrauchshinweise: Es soll zwischen Aufzählungen, nach herausgehobenen Satzteilen, vor nachgestellten Nebensätzen und bei nachgestellten genaueren Bezeichnungen stehen. Wenige Jahre später wurde sowohl die Regel ergänzt, dass das Komma vor dem Wort „und“ steht, wenn es einen neuen, vollständigen Satz einleitet, als auch die Empfehlung gegeben, ein Komma vor den Konjunktionen „dass“, „weil“, „damit“ und vor Relativpronomen zu setzen. Innerhalb weniger Jahre wurden immer mehr Regeln aufgestellt, die entweder auf grammatischer, aber auch semantischer oder rhythmisch-intonatorischer Grundlage basierten. 1782 wurde das Komma zum ersten Mal als doppeltes Satzzeichen mit einer Funktion belegt: Es sollte genutzt werden, um Wörter oder Satzteile einzuschließen oder zu unterscheiden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung einer korrekten Zeichensetzung dar und erläutert die methodische Herangehensweise sowie den Aufbau der Hausarbeit im Kontext der Rechtschreibreformen.
2. Kleiner Exkurs in die Geschichte der orthographische Veränderung: Das Kapitel bietet einen historischen Abriss über die Bemühungen zur Vereinheitlichung und Normierung der deutschen Rechtschreibung seit dem Mittelalter.
3. Die Geschichte der Interpunktion: Hier wird der Wandel der Interpunktion von einem Mittel zur Steuerung der gesprochenen Sprache hin zu einer rein grammatisch-syntaktischen Gliederungshilfe beschrieben.
4. Die Funktion der einzelnen Satzzeichen mit historischem Hintergrund: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil und analysiert detailliert die verschiedenen Gruppen von Satzzeichen sowie deren spezifische Regeln und historische Einbettung.
5. Resümee und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont die notwendige Regelsicherheit trotz bestehender Unsicherheiten und bewertet den Erfolg der Reformen zur Vereinfachung.
6. Bibliographie: Dieses Verzeichnis listet sämtliche verwendeten Primär- und Sekundärquellen auf, die der wissenschaftlichen Fundierung der Arbeit dienen.
Schlüsselwörter
Interpunktion, Rechtschreibreform, Kommasetzung, Orthographie, Satzzeichen, Syntax, deutsche Schriftsprache, Satzschlusszeichen, Satzmittezeichen, paarige Satzzeichen, Grammatik, Sprachnormierung, Duden, Textverständnis, Zeichensetzung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Veränderung und Entwicklung der deutschen Zeichensetzung im Laufe der Zeit, wobei ein besonderer Fokus auf die Regeln und Funktionen der Kommasetzung gelegt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung der Orthographie, die Geschichte der Interpunktion sowie die spezifischen Funktionen der verschiedenen Satzzeichen im deutschen Schriftsystem.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, den stetigen Wandel der Rechtschreibregeln und deren Auswirkungen auf die Interpunktion – insbesondere unter Berücksichtigung der Reformen ab 1996 – kritisch zu beleuchten und deren Anwendung in der Praxis zu erläutern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse, indem sie maßgebliche Werke und Regelwerke zur deutschen Rechtschreibung und Interpunktion vergleicht und historisch einordnet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert die Satzzeichen in Kategorien (Satzschlusszeichen, Satzmittezeichen, paarige Satzzeichen) und analysiert deren jeweilige Geschichte, Funktion und aktuelle Anwendungsregeln anhand von Beispielen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Interpunktion, Kommasetzung, Rechtschreibreform, Orthographie, Syntax und Schriftsprache.
Warum wird die Kommasetzung besonders ausführlich behandelt?
Da das Komma innerhalb der deutschen Sprache die komplexesten und am stärksten vom Wandel betroffenen syntaktischen Funktionen innehat, ist eine detaillierte Auseinandersetzung für das Verständnis essenziell.
Welchen Einfluss hatte die Rechtschreibreform auf die Kommasetzung?
Die Reformen zielten auf eine Vereinfachung ab, führten jedoch auch dazu, dass die Verbindlichkeit mancher Kommaregeln gelockert wurde, was teilweise später wieder revidiert wurde, um für mehr Sicherheit zu sorgen.
- Citation du texte
- Anita Schwarzschulz (Auteur), 2009, Die Veränderung der Zeichensetzung im Verlauf der deutschen Schriftsprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128826