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Islam und Menschenrechte

interkulturelle und intrakulturelle Sichtweise zu Menschenrechten

Titre: Islam und  Menschenrechte

Exposé (Elaboration) , 2006 , 15 Pages , Note: 2,15

Autor:in: Martin Schultze (Auteur)

Sociologie - Religion
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Wenn von Menschenrechten und dem Islam die Rede ist, so wirkt dieses Begriffspaar aus westlicher Sicht widersprüchlich bzw. gilt als nicht vereinbar miteinander. Ausgehend von diesem stereotypischen Vorurteil soll aufgezeigt werden, welchen Begründungsursprung die Menschenrechte haben bzw. wo ihre Wurzeln liegen und welches Verständnis von Menschenrechte heute in der Moderne existiert.

Nach der Wesenserklärung der Menschenrechte wird untersucht, in wie weit die islamisch geprägte Welt zu diesen Ideen Zugang findet und sie rezipiert. Hierfür ist es notwendig zunächst das Bild des Westens aus islamischer Perspektive zu schildern, welches auf einschneidenden historischen Prozessen für die Muslime beruht. Dabei kann natürlich nicht von „dem Islam“ die Rede sein, sondern diese Religion muss verstanden werden als eine weltweite Glaubensgemeinschaft mit regional und kulturell sehr unterschiedlichen Interpretationen und Auslegungen. Die Heterogenität des Islam macht es schwierig, allgemeingültige Aussagen über strittige Punkte wie das Verhältnis zur Moderne bzw. den Menschenrechten zu finden. Daher ist es erforderlich eine interkulturelle Sichtweise zunächst einzunehmen, wie der Westen (der ebenfalls kein homogener Akteur ist) zum Islam im Punkt der Menschenrechte steht bzw. was der islamischen Welt vorgeworfen und was eingefordert wird, exemplarisch am Beispiel der Religionsfreiheit. Im zweiten Schritt werden innerislamische Bewegungen beschrieben und ihr Verhältnis zu Menschenrechten charakterisiert. Dabei ist die Glaubwürdigkeit des Universalitätsanspruches der Menschenrechte durchaus zweifelhaft, nicht zu letzt auf Grund der Aktionen der USA im Kampf gegen den Terror und die damit ergriffenen Maßnahmen, haben Muslime oft den Eindruck Menschenrechte haben die Funktion Druck auf wirtschaftlich und sozial schwache Staaten auszuüben, wo andere politische und wirtschaftliche Motive eine Rolle spielen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Menschenrechte

2.1 Begründung der Menschenrechte

2.2 Menschenrechte als ein Element der Moderne

2.3 Die allgemeine Erklärung der Menschenrechte der UN von 1948

3 Interkulturelle und intrakulturelle Sichtweise zu Menschenrechten

3.1 Ausgangssituation in islamisch geprägten Ländern

3.2 Religionsfreiheit oder das Problem der Apostasie

3.3 Menschenrechte – Ein Zivilisationskonflikt?

3.4 innerislamische Strömungen zu Menschenrechten

3.5 Universalität der Menschenrechte und Doppelmoral des Westens

4 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert das komplexe Verhältnis zwischen dem Islam und den universellen Menschenrechten. Ziel ist es, die westliche Sichtweise den innerislamischen Debatten gegenüberzustellen, um die Schwierigkeiten eines interkulturellen Dialogs zu identifizieren und die Rolle des Westens kritisch zu hinterfragen.

  • Historische Begründung der Menschenrechte
  • Säkularisierung und Demokratie als moderne Elemente
  • Die Problematik der Apostasie und Religionsfreiheit
  • Konfliktlinien zwischen Individuum und Kollektiv (Umma)
  • Die kritische Rolle des Westens und des Universalitätsanspruchs

Auszug aus dem Buch

3.2 Religionsfreiheit oder das Problem der Apostasie

Artikel 18 der Menschenrechtserklärung von 1948 hat folgenden Wortlaut: „Jeder hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht schließt die Freiheit ein, seine Religion oder seine Weltanschauung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Weltanschauung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, öffentlich oder privat durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Kulthandlungen zu bekennen.“

Dabei ist wichtig, dass Weltanschauungen und Religionen hier weit gefasst werden müssen. „Artikel 18 beschränkt sich in seiner Anwendung nicht auf die traditionellen Religionen“ (Deutsches Institut für Menschenrechte 2005: S. 92). Das ist insofern relevant, da sich der Spruch „Kein Zwang in der Religion“ (Sure 2:256) im Koran nicht als umfassendes Gebot religiöser Toleranz verstehen lässt.

Aus dem historischen Kontext richtet sich dieser Spruch vielmehr an die monotheistischen Nicht-Muslime, also Buchreligionen, die ihren Glauben unter islamischer Herrschaft ausüben durften. Andere Weltanschauungen sind von dieser Regel ausgenommen. Hier sind also zwei wesentliche Kritikpunkte zu formulieren, die mit den Menschenrechten in einem Spannungsverhältnis stehen:

1) Andere Buchreligionen gelten als minderwertig, ihr Glaube darf, wenn überhaupt, nur unter islamischer Herrschaft ausgeübt werden und befindet sich in einem Stadium ständiger Duldung.

2) Für andere Nicht-Buchreligionen gilt keinerlei religiöse Toleranz, dies betrifft vor allem den atheistischen Standpunkt.

Die größte Einschränkung der Religionsfreiheit gilt aber für Muslime selbst. Durch die Überzeugung eine Bekehrung zum Islam sei ein Aufstieg und eine Abkehr zu einer anderen Religion oder atheistischen Standpunkt ein Abstieg, besteht ein Apostasieverbot für Muslime. „Nach vorherrschender Auffassung haben sie nicht das Recht, sich aus freiem Einfluß vom Islam abzuwenden und entweder Atheist zu werden oder aber einer anderen Religionsgemeinschaft beizutreten.“ (Krämer 1999: S. 153)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in die scheinbare Unvereinbarkeit von Islam und Menschenrechten ein und erläutert die geplante interkulturelle sowie intrakulturelle Analyse.

2 Menschenrechte: Dieses Kapitel behandelt die naturrechtlichen Grundlagen der Menschenrechte und ihre Verankerung als Element der Moderne sowie die Bedeutung der UN-Erklärung von 1948.

3 Interkulturelle und intrakulturelle Sichtweise zu Menschenrechten: Hier wird der Konflikt zwischen der islamischen Welt und westlichen Werten, insbesondere am Beispiel der Religionsfreiheit und des Zivilisationskonflikts, detailliert untersucht.

4 Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert die Herausforderungen des interkulturellen Dialogs und betont die Notwendigkeit, sowohl liberale islamische Kreise zu stärken als auch die eigene Doppelmoral des Westens zu reflektieren.

Schlüsselwörter

Menschenrechte, Islam, Interkulturalität, Apostasie, Religionsfreiheit, Umma, Universalität, Säkularisierung, Demokratie, westliche Moderne, Kulturrelativismus, Menschenrechtsdialog, politische Philosophie, westliche Doppelmoral, Gewaltenteilung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das angespannte Verhältnis zwischen der islamisch geprägten Welt und dem westlichen Verständnis von Menschenrechten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten gehören der philosophische Begründungsursprung der Menschenrechte, die Rolle der Säkularisierung und Demokratie sowie die innerislamischen Debatten über Apostasie und individuelle Freiheit.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die interkulturelle Analyse, um zu verstehen, warum ein Dialog über Menschenrechte zwischen dem Islam und dem Westen so schwierig ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine politikwissenschaftliche und philosophische Analyse, indem er historische Konzepte wie das Naturrecht mit zeitgenössischen politischen Debatten verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Ausgangssituation in islamischen Ländern, die Problematik der Religionsfreiheit, den so genannten Zivilisationskonflikt und die kritische Hinterfragung des westlichen Universalitätsanspruchs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Menschenrechte, Islam, Universalität, Apostasie und Interkulturalität beschreiben.

Welche Rolle spielt die Apostasie in der Debatte?

Das Apostasieverbot stellt aus westlicher Sicht eine der größten Hürden für die Anerkennung der allgemeinen Religionsfreiheit im islamischen Kontext dar, da es das Recht auf einen Religionswechsel einschränkt.

Wie bewertet der Autor die Rolle der USA?

Der Autor kritisiert die USA, da deren Vorgehen im Kampf gegen den Terror (z.B. Guantánamo) die Glaubwürdigkeit des westlichen Einsatzes für Menschenrechte massiv untergräbt.

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Résumé des informations

Titre
Islam und Menschenrechte
Sous-titre
interkulturelle und intrakulturelle Sichtweise zu Menschenrechten
Université
University of Erfurt  (übergreifend)
Cours
Der Islam und der Westen - politische Kulturen und internationale Beziehungen
Note
2,15
Auteur
Martin Schultze (Auteur)
Année de publication
2006
Pages
15
N° de catalogue
V128839
ISBN (ebook)
9783640414147
Langue
allemand
mots-clé
Islam Menschenrechte Sichtweise Menschenrechten
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Martin Schultze (Auteur), 2006, Islam und Menschenrechte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128839
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Extrait de  15  pages
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