Die vorliegende Arbeit thematisiert, inwieweit und warum Konfliktmanagement in Betrieben notwendig ist. Konkret befasst sich die Arbeit im Kern damit, wie ein Konflikt entsteht, welche Phasen er durchläuft und wie schließlich einem Konflikt methodisch erfolgreich entgegengetreten werden kann. Wie kann ein Konflikt zwischen einem Mitarbeiter und dem Vorgesetzten in der Entstehung abgemildert und deeskaliert werden? Mit welcher Methode lässt sich eine Win-Win-Lösung für die Beteiligten finden?
Überall, wo Menschen zusammenkommen, herrscht zugleich ein Potential für die Entstehung von Konflikten. Konflikte sind nicht grundsätzlich mit etwas Negativem in Verbindung zu bringen. Sie bieten oft Möglichkeiten zur Veränderung, zum Wachstum und zur Erhaltung eines Gleichgewichts. Konflikte sind vielfältig und ein fester Bestandteil des privaten und beruflichen Lebens. Sie lassen sich schlichtweg nicht vermeiden. Genauso sollte auch das Konfliktmanagement einen festen Bestandteil in der Arbeitswelt bekommen.
Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen, Ansichten und Einstellungen treffen aufeinander, dies schafft Raum für Unstimmigkeiten. 37,4% der Deutschen kündigen ihr Arbeitsverhältnis aufgrund eines schlechten Betriebsklimas. Hierunter fallen schlechte Stimmungen im Büro, Ärger mit den Vorgesetzten oder Kollegen etc. Diese Tatsache ist nicht gänzlich zu vermeiden, allerdings kann dieser mit professionellem Konfliktmanagement entgegengewirkt werden. Den adäquaten Umgang mit Konflikten und deren Ursachen erfordert theoretisches Wissen um die Funktion und Folgen von Konflikten und ist Voraussetzung für ein angenehmes Betriebsklima.
Der Blick auf die Konfliktentstehung mit dem Neun-Stufen-Modell des österreichischen Konfliktforschers Friedrich Glasl und die Auseinandersetzung mit Verhandlungsmethoden, wie der erfolgreichen "Harvard-Methode" sind wichtige Ansätze für Arbeitnehmer und Arbeitgeber, sich mit der Thematik "Konflikt" intensiv und professionell zu befassen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Begründung des Themas – Problemstellung
1.2. Fragestellung und Ziel der Arbeit
1.3. Aufbau der Arbeit
2. Theoretische Fundierung
2.1. Der Begriff Konflikt
2.2. Arten eines Konflikts
Der Sachverhaltskonflikt
Der Interessenskonflikt
Der Beziehungskonflikt
Der Wertekonflikt
Der Strukturkonflikt
Der innere Konflikt
2.3. Konfliktentstehung
3. Folgen der Konflikte
4. Eskalationsstufen eines Konflikts nach Friedrich Glasl
5. Deeskalation und Lösen von Konflikten
5.1. Konfliktlösung mit der Harvard Methode
6. Konfliktprophylaxe
7. Zusammenfassung / Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit von professionellem Konfliktmanagement in Betrieben, analysiert die Entstehung und Phasen von Konflikten und erörtert, wie diese durch Anwendung der Harvard-Methode methodisch zur Deeskalation und für Win-Win-Lösungen bearbeitet werden können.
- Grundlagen und Definition des Begriffs Konflikt
- Differenzierung verschiedener Konfliktarten
- Analyse der Eskalationsstufen nach Friedrich Glasl
- Einsatz und Grundprinzipien der Harvard-Methode
- Präventionsmaßnahmen zur Konfliktprophylaxe im Arbeitsumfeld
Auszug aus dem Buch
5.1. Konfliktlösung mit der Harvard Methode
Um einen Konflikt sich nicht in diese Extreme Eskalation entwickeln zu lassen, gilt es Maßnahmen zu ergreifen, die eine solche Eskalation, bzw. gar den Konflikt an sich vermeiden. Konfliktlösung bedeutet Verhandlung. Ein Mediator, Supervisor oder Coach ist hierbei der Moderator und sorgt u.a. dafür, den Verhandlungsverlauf zu strukturieren.
Die Harvard-Methode wurde an der Harvard Universität von dem Völkerrechtsprofessor Roger Fisher und dem Anthropologen William Ury in den 1970er Jahren entwickelt. Die Harvard-Methode oder auch Harvard-Konzept ist ein sehr detailliertes und ausführlich geschriebenes Werk, welches unmöglich in vollem Umfang hier wiedergegeben werden kann. Im Rahmen dieser Arbeit wird diese Methode und deren Grundprinzipien daher in einem für die Arbeit notwendigen und sinnvollen Maß beschrieben. Die Harvard Methode hat folgende Grundprinzipien:
- Grundprinzip 1: Menschen und Probleme getrennt voneinander behandeln
- Grundprinzip 2: Interessen in den Mittelpunkt stellen, nicht die Positionen
- Grundprinzip 3: verschiedene Wahlmöglichkeiten vor der Entscheidung entwickeln
- Grundprinzip 4: Objektive Entscheidungsprinzipien als Grundlage für das Ergebnis
- Grundprinzip 5: Zur Verhandlungsübereinkunft die „Beste Alternative“ entwickeln (BATNA)
(Marx, 2016, S. 83) zitiert nach Fisher/Ury/Patton 2014, 39, 149)
Grundprinzip 1: Menschen und Probleme getrennt voneinander behandeln, bedeutet die Personen, welche an der Verhandlung teilnehmen, getrennt von dem Problem, welches sie zu lösen versuchen zu betrachten. Durch die Emotionen welche häufig in Verbindung mit dem Problem stehen, werden Dinge, welche über das Problem gesagt werden, häufig missverstanden, das heißt, persönlich genommen und gewertet. Eine strikte Trennung zwischen der Beziehungs-/Emotionalen Ebene und der Sachebene ist daher von großer Bedeutung. Der Fokus auf die Problemlösung kann nur gewahrt werden, wenn die Abneigung gegen die Gegenseite ausgeblendet wird und sich alle Beteiligten auf die Sachebene begeben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Relevanz von Konfliktmanagement im betrieblichen Kontext und definiert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Theoretische Fundierung: Setzt sich mit der Begriffsdefinition von Konflikten auseinander, klassifiziert verschiedene Konfliktarten und erörtert deren Entstehungsursachen.
3. Folgen der Konflikte: Analysiert die negativen Auswirkungen von Konflikten auf das Betriebsklima und die Mitarbeitergesundheit, beleuchtet aber auch deren potenzielle positive Funktionen.
4. Eskalationsstufen eines Konflikts nach Friedrich Glasl: Erläutert das theoretische Modell der neun Eskalationsstufen und die Dynamik von heißen versus kalten Konflikten.
5. Deeskalation und Lösen von Konflikten: Stellt die Harvard-Methode als Verhandlungsstrategie vor und verdeutlicht ihre fünf Grundprinzipien anhand eines Praxisbeispiels.
6. Konfliktprophylaxe: Diskutiert präventive Strategien wie das Qualitätsmanagement und die gewaltfreie Kommunikation, um destruktive Konflikte zu minimieren.
7. Zusammenfassung / Fazit: Führt die wesentlichen Theorien und Ergebnisse zusammen und betont die Bedeutung eines konstruktiven Umgangs mit Konflikten als Chance.
Schlüsselwörter
Konfliktmanagement, Harvard-Methode, Deeskalation, Konfliktarten, Eskalationsstufen, Friedrich Glasl, Arbeitsplatzklima, Win-Win-Lösung, Konfliktprophylaxe, Kommunikation, Teamarbeit, Interessen, Bedürfnis, Verhandlungsführung, Mediation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von Konfliktmanagement in der Arbeitswelt und untersucht, wie Konflikte entstehen, eskalieren und durch geeignete Methoden konstruktiv gelöst werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung des Konfliktbegriffs, die Analyse von Konfliktdynamiken nach Friedrich Glasl, die Vorstellung der Harvard-Methode sowie Ansätze zur Konfliktprävention.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Konflikte im beruflichen Alltag nicht nur vermieden, sondern durch professionelle, sachorientierte Verhandlungstechniken wie das Harvard-Konzept in Win-Win-Ergebnisse verwandelt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, bei der aktuelle Fachliteratur zum Konfliktmanagement und zu Verhandlungstechniken ausgewertet und in einen praxisorientierten Kontext gestellt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Darstellung der phasenweisen Konflikteskalation nach Glasl, eine detaillierte Erläuterung der Harvard-Methode inklusive Praxisbeispiel sowie Maßnahmen zur Konfliktprophylaxe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Konfliktmanagement, Harvard-Methode, Eskalationsstufen, Deeskalation, Win-Win-Lösung und Konfliktprophylaxe.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen „heißen“ und „kalten“ Konflikten?
Heiße Konflikte sind durch aktive Angriffe und erkennbare Handlungen geprägt, während bei kalten Konflikten eine Lähmung der Aktivitäten, Frustration und moralische Resignation dominieren.
Welche Rolle spielt das BATNA-Prinzip innerhalb der Harvard-Methode?
BATNA steht für die „beste Alternative zur Verhandlungsübereinkunft“ und dient als Absicherungsstrategie („Plan B“), falls eine Verhandlung scheitert oder in eine Sackgasse gerät.
- Citation du texte
- Monika Fischer (Auteur), 2022, Kommunikations- und Konfliktmanagement in der Arbeitswelt. Die Harvard-Methode als Möglichkeit zur erfolgreichen Konfliktmilderung und Deeskalation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1290216