Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Lernen am Modell- Die sozial- kognitive Lerntheorie nach Bandura und ihre sozialpsychologische Bedeutung für Schule und Unterricht“. Das Thema eröffnet mehrere komplexe Forschungsgebiete, die in dieser Hausarbeit nicht vollständig erfasst werden können und zum Teil auch nur allgemein formuliert werden können. Das Thema muss somit zunächst eingeschränkt werden.
Im Vordergrund dieser Arbeit steht die sozial-kognitive Lerntheorie nach Albert Bandura, deren zentrale Aussagen als theoretische Grundlagen der gesamten Arbeit dienen. Es soll untersucht werden, welche Grundprinzipien Bandura vom menschlichen Verhalten annimmt, wie er diese begründet und analysiert. Diese theoretischen Überlegungen sollen in einen sozialpsychologischen Zusammenhang mit Schule und Unterricht gebracht werden. Somit besteht ein wesentliches Ziel dieser Arbeit darin, einen Theorie- Praxis-Bezug herzustellen. Das heißt mit anderen Worten, es soll untersucht werden, welche Konsequenzen aus der sozial-kognitiven Lerntheorie für Schule, Unterricht, Lehren und Lernen erfolgen.
Ein wesentlicher Gedanke der sozial-kognitiven Lerntheorie ist das Lernen am Modell, also der Annahme, dass menschliches Lernen durch Beobachtung und Imitation anderer geschehen kann. In einer Gesellschaft, in der Menschen nach Individualität und Originalität streben, sind Imitation oder Nachahmung mit negativen Eigenschaften verbunden. Trotzdem besitzt Nachahmungsverhalten auch in alltäglichen Situationen eine wichtige Bedeutung. Aggressives Verhalten oder Drogenkonsum einer Person werden häufig darauf zurückgeführt, dass eine Person sich dieses Verhalten bei ihren Freunden abgeschaut hat oder, dass das der Einfluss von anderen sei, oder dass sie sich mit falschen Leuten abgibt. Diese Hausarbeit versucht, diese „Alltagsweisheiten“ wissenschaftlich zu begründen, teilweise zu widerlegen und zu analysieren. Es sollen sozialpsychologische Aspekte der Schule und des Unterrichts herangezogen werden, um herauszufinden, welcher Zusammenhang zwischen sozialen Interaktionen in der Schule, dem sozialen Lernen in der Schule und dem Imitationslernen besteht und welche Rolle dabei das Lehrerverhalten spielt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sozial-kognitive Lerntheorie
2.1. Theoretischer Rahmen
2.2. Lernen am Modell
2.3. Theorie der Verhaltensmodifikation
3. Sozialpsychologische Aspekte in Schule und Unterricht
3.1. Soziale Beziehungen in der Schulklasse
3.2. Lehrer- Schüler- Interaktion
3.3. Soziales Lernen in Schule und Unterricht
3.4. Lehrer als Modell
4. Zusammenfassung: Pädagogische Implikationen der sozial- kognitiven Lerntheorie für
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendung der sozial-kognitiven Lerntheorie nach Albert Bandura auf den schulischen Kontext, um einen Theorie-Praxis-Bezug herzustellen und die Rolle des Lehrerverhaltens zu beleuchten.
- Grundlagen der sozial-kognitiven Lerntheorie nach Bandura
- Mechanismen des Lernens am Modell und der Verhaltensmodifikation
- Sozialpsychologische Dynamiken innerhalb von Schulklassen
- Lehrer-Schüler-Interaktionen und deren Einfluss auf den Lernprozess
- Die Vorbildfunktion von Lehrkräften und deren pädagogische Bedeutung
Auszug aus dem Buch
2.2. Lernen am Modell
Der Kerngedanke der sozial- kognitiven Lerntheorie, ist die Theorie des Lernens am Modell (modeling), d.h. die Annahme, dass soziales Lernen überwiegend durch die Imitation anderer geschieht. Für diese Lerntheorie werden Formulierungen, wie Modelllernen, Beobachtungs- lernen, Imitationslernen, Nachahmungslernen, Vorbildlernen oder stellvertretendes Lernen synonym verwendet. Was unter einem Modell verstanden werden kann, ist sehr weit definiert. Bezüglich der sozial- kognitiven Lerntheorie ist ein Modell eine „jegliche Repräsentation eines Verhaltensmusters“ (Lefrancois, G.: Psychologie des Lernens. Berlin, u.a.: Springer. 1994, S. 200). Das heißt, ein Modell kann jede Vorgabe sein, die Verhaltensweisen vorstellt und die vom Beobachter imitiert und selbstständig ausgeführt werden können. Menschen können untereinander Modelle sein, wobei es hier unterschiedliche Kombinations- möglichkeiten (auch bezüglich der Rollenverhältnisse) geben kann: „Menschen dienen als Modelle für andere Menschen, Eltern dienen als Modelle für ihre Kinder, Kinder dienen als Modelle für andere Kinder und manchmal für Erwachsene, und Erwachsene imitieren einander fortwährend.“ (Lefrancois, G.: Psychologie des Lernens. Berlin, u.a.: Springer. 1994, S. 200). Solche Modelle werden in der Regel als reale Modelle bezeichnet, während symbolische Modelle z.B. Medien, wie Fernsehen, Filme, Bücher u.v.m. sein können. Zudem bedeutet modeling zum einen, die Darstellung des Modellverhaltens durch das Modell und zum anderen, das Lernen am Modell durch den Beobachter. Zwischen dem Modell und dem Beobachter liegt ein komplexer Prozess der Imitation, bei welchem drei unterschiedliche Effekte aufkommen können: Modelllernen (modeling effect), hemmende und enthemmende Effekte, sowie auslösende Effekte (nach Lefrancois, G.: Psychologie des Lernens. Berlin, u.a.: Springer. 1994, S. 200- 202).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der sozial-kognitiven Lerntheorie ein und definiert das Ziel der Arbeit, einen Theorie-Praxis-Bezug für den schulischen Alltag herzustellen.
2. Sozial-kognitive Lerntheorie: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Lerntheorie nach Bandura, inklusive Modelllernen und Methoden der Verhaltensmodifikation.
3. Sozialpsychologische Aspekte in Schule und Unterricht: Hier werden soziale Prozesse in der Schule analysiert, insbesondere Schülerbeziehungen, Lehrer-Schüler-Interaktionen und soziales Lernen.
4. Zusammenfassung: Pädagogische Implikationen der sozial- kognitiven Lerntheorie für: Dieses abschließende Kapitel reflektiert die Bedeutung der Vorbildfunktion von Lehrkräften und leitet daraus Konsequenzen für die pädagogische Praxis ab.
Schlüsselwörter
Lernen am Modell, Sozial-kognitive Lerntheorie, Albert Bandura, Modelllernen, Beobachtungslernen, Imitation, Lehrer-Schüler-Interaktion, Verhaltensmodifikation, Sozialpsychologie, Selbststeuerung, Pädagogische Psychologie, Vorbildfunktion, Verstärkung, Schulerziehung, Soziales Lernen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die sozial-kognitive Lerntheorie nach Albert Bandura und deren Relevanz für sozialpsychologische Prozesse in Schule und Unterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Im Zentrum stehen das Lernen am Modell, die Interaktion zwischen Lehrern und Schülern sowie die Anwendung von Theorien zur Verhaltensmodifikation im Klassenzimmer.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen Theorie-Praxis-Bezug herzustellen und zu analysieren, welche Konsequenzen die Erkenntnisse über Modelllernen für das Verhalten und Handeln von Lehrkräften haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit Fachliteratur zur pädagogischen und sozialpsychologischen Lerntheorie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Einordnung von Banduras Ansatz, die Untersuchung sozialer Beziehungen innerhalb der Schulklasse und eine Analyse der Vorbildrolle des Lehrers.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlagworte sind Lernen am Modell, soziale Kognition, Lehrer-Schüler-Interaktion, Verhaltensmodifikation und pädagogische Vorbildfunktion.
Wie definiert die Arbeit die Rolle des Lehrers als Modell?
Der Lehrer fungiert als Modell, da er ein Expertenwissen besitzt, eine Sanktionsmacht ausübt und durch sein tägliches Verhalten im Unterricht ständig von Schülern beobachtet und imitiert wird.
Welche Rolle spielt die Selbststeuerung bei Bandura?
Die Selbststeuerung ist entscheidend, da sie davon ausgeht, dass Menschen ihr Verhalten durch eigene Ziele, Selbstbeobachtung und Selbstbewertung aktiv regulieren, statt nur passiv auf die Umwelt zu reagieren.
- Citation du texte
- Liwia Kolodziej (Auteur), 2006, Lernen am Modell. Die sozial-kognitive Lerntheorie nach Albert Bandura und ihre sozialpsychologische Bedeutung für Schule und Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129814