Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - Pedagogic Psychology

Der Einfluss des Referenzgruppeneffektes auf die Leistungsbeurteilung der Kompetenzen im Fach Chemie

Title: Der Einfluss des Referenzgruppeneffektes auf die Leistungsbeurteilung der Kompetenzen im Fach Chemie

Master's Thesis , 2021 , 86 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anonym (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

In Fächern wie Biologie, Chemie oder Physik werden neben den typischen Klassenarbeiten und der mündlichen Beteiligung vor allem auch naturwissenschaftliche Kompetenzen in die Beurteilung miteinbezogen. Die Genauigkeit dieser Kompetenzeinschätzungen und inwieweit sich typische Beurteilungsfehler wie der Referenzgruppeneffekt auf diese auswirken, wurde in der vorliegenden Studie untersucht. Hierfür wurden N = 53 Lehramtsstudierende gebeten, unterschiedlich starke Klassen mit Hilfe des simulierten Klassenraums in den Kompetenzen einzuschätzen. Untersucht wurden Referenzgruppeneffekte auf die getätigten Einschätzungen, sowie die allgemeine Genauigkeit von diesen. Erwartungsgemäß konnten Kontexteffekte auf die indirekte Einschätzung rezipiert werden. Referenzgruppeneffekte auf die Kompetenzeinschätzungen zeigten sich nicht. Zusätzlich konnten Unterschiede in der Genauigkeit der Leistungs- und Kompetenzeinschätzung gefunden werden. Die Kommunikations- und Bewertungskompetenz wurden schlechter eingeschätzt als andere Komponenten. Zudem konnte gezeigt werden, dass die Einschätzungen genauer werden, wenn Lehrkräfte sich ausreichend mit den erbrachten Leistungen beschäftigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretischer Hintergrund

2.1 Diagnostische Kompetenz

2.2 Der Referenzgruppeneffekt

2.3 Bewertete Kompetenz

2.4 Fachspezifische Kompetenzen der Chemie

2.4.1 Umgang mit Fachwissen

2.4.2 Erkenntnisgewinnung

2.4.3 Kommunikation

2.4.4 Bewertung

2.5 Kompetenzorientierte Aufgaben

2.6 Der simulierte Klassenraum

3 Ziel und Fragestellung

4 Methode

4.1 Stichprobe

4.2 Schülerantworten

4.3 Instrument

4.4 Unabhängige Variablen

4.4.1 Fähigkeit der simulierten Schüler*innen

4.4.2 Beteiligung der simulierten Schüler*innen

4.4.3 Leistungsniveau der Klasse

4.5 Abhängige Variablen

4.5.1 Direkte Einschätzungen

4.5.2 Indirekte Einschätzungen

4.5.3 Einschätzung der Kompetenzleistung

4.6 Auswertung

5 Ergebnisse

5.1 Genauigkeit der direkten und indirekten Einschätzungen

5.2 Genauigkeit der Kompetenzeinschätzungen

5.3 Referenzgruppeneffekte auf die Leistungs- und Kompetenzeinschätzungen

5.4 Einfluss der direkten Einschätzung der Antwortqualität

5.5 Auswertung ausgewählter freier Angaben

6 Diskussion

6.1 Zusammenfassung der Ergebnisse

6.2 Limitation der Studie

6.3 Implikationen für die Beurteilung von Leistungen in naturwissenschaftlichen Fächern und Forschung

6.4 Fazit

Zielsetzung & Forschungsthemen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des Referenzgruppeneffekts auf die Leistungsbeurteilung von Schüler*innen im Fach Chemie. Dabei wird analysiert, inwieweit unterschiedliche Leistungsniveaus einer Klasse die diagnostische Genauigkeit von angehenden Lehrkräften bei der Einschätzung fachspezifischer naturwissenschaftlicher Kompetenzen beeinflussen.

  • Messung des Referenzgruppeneffekts auf Leistungs- und Kompetenzeinschätzungen.
  • Untersuchung der diagnostischen Genauigkeit bei inhaltlichen vs. prozessbezogenen Kompetenzen.
  • Analyse der Auswirkung bewusster Antwortqualitätseinschätzung auf die Urteilsgenauigkeit.
  • Testung der Eignung einer computerbasierten Simulation (simulierter Klassenraum) für die diagnostische Forschung.

Auszug aus dem Buch

2.2 Der Referenzgruppeneffekt

Die im heuristischen Modell diskutierte Urteilsgenauigkeit von Lehrkräften wird häufig auch durch unterschiedliche Beurteilungsfehler beeinflusst. Einige Bekannte sind die Tendenz zur Mitte, Reihenfolgeneffekte oder der Halo-Effekt (Hesse, et al., 2017). Häufig wenden Lehrkräfte für die Benotung ihrer Schüler*innen ein klasseninternes Bezugssystem an. Dieses ist besonders anfällig für den sogenannten Referenzgruppeneffekt. Die „Referenzgruppe“ eines Lernenden kann hier einen Unterschied in der Leistungsbeurteilung machen.

In der pädagogisch-psychologischen Forschung stand lange Zeit der „Big-Fish-Little-Pond Effect“ (Marsh, 1987; Marsh, 2005) im Mittelpunkt der Untersuchungen. Dieser auf das Selbstkonzept fokussierte Blick beschreibt die negativen Auswirkungen, die eine leistungsstarke Klasse auf die individuelle Selbstwahrnehmung von Schüler*innen haben kann (Davis, 1966). In leistungsstarken Klassen erfolgt die Generierung des Selbstkonzeptes zwangsläufig häufiger durch Aufwärtsvergleiche mit Klassenkamerad*innen als in Klassen mit vermehrt leistungsschwachen Kindern. Folglich entwickeln Schüler*innen mit identischen Leistungen in Klassen mit unterschiedlichen mittleren Leitungsniveaus auch unterschiedliche Selbstkonzepte (Südkamp, et al., 2009).

Interessant für diese Arbeit sind die Auswirkungen des Effektes auf die Leistungsbeurteilung von Schüler*innen. Insbesondere für den Übergang von der Primar- in die Sekundarschule finden sich hier viele Studien. In einer Untersuchung des Max-Planck-Instituts Berlin konnte eine Effektstärker des mittleren Leistungsniveaus einer Klasse von Δ = -1.10 und Δ = -.63 für die Lernstandsbeurteilung und die Beurteilung der kognitiven Fähigkeiten durch die Lehrkraft nachgewiesen werden (Trautwein, et al., 2007). Schüler*innen mit identischen Leistungen wurden von Lehrkräften hinsichtlich der Übertrittsempfehlung als weniger leistungsfähig eingeschätzt, wenn ihre Klassenkamerad*innen besonders gute Leistungen erbringen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Beschreibt die Rolle von Lehrkräften, die Bedeutung diagnostischer Kompetenz nach PISA und die Relevanz des Referenzgruppeneffekts für die Leistungsbewertung im Fach Chemie.

2 Theoretischer Hintergrund: Erläutert die Grundlagen der pädagogischen Diagnostik, den Referenzgruppeneffekt sowie spezifische Kompetenzanforderungen und Aufgabenkulturen in der Chemie.

3 Ziel und Fragestellung: Formuliert die Forschungsziele zur Untersuchung der Urteilsgenauigkeit unter variierendem Leistungsniveau und bei verschiedenen fachspezifischen Kompetenzen.

4 Methode: Dokumentiert das Studiendesign mittels des simulierten Klassenraums, die Stichprobe von 53 Lehramtsstudierenden sowie die Operationalisierung der unabhängigen und abhängigen Variablen.

5 Ergebnisse: Präsentiert die statistischen Analysen zur diagnostischen Genauigkeit, den Referenzgruppeneffekten und den Auswirkungen einer direkten Antwortqualitätseinschätzung auf die Gedächtnisleistung.

6 Diskussion: Interpretiert die Ergebnisse hinsichtlich der diagnostischen Genauigkeit und limitationen der Studie und leitet Implikationen für die Lehrerausbildung ab.

Schlüsselwörter

Referenzgruppeneffekt, diagnostische Kompetenz, Leistungsbeurteilung, Chemieunterricht, simulierte Klassensituation, naturwissenschaftliche Kompetenzen, Urteilsgenauigkeit, Big-Fish-Little-Pond Effect, pädagogische Diagnostik, Kompetenzorientierung, Lehrerurteil, Gedächtnisleistung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie genau angehende Lehrkräfte die Leistungen von Schüler*innen im Fach Chemie einschätzen können und welche Rolle dabei der sogenannte Referenzgruppeneffekt spielt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentrale Themen sind diagnostische Kompetenz, der Referenzgruppeneffekt bei der Notengebung, die Einschätzung naturwissenschaftlicher Kompetenzen (Umgang mit Fachwissen, Erkenntnisgewinnung, Kommunikation, Bewertung) sowie die Qualität der Aufgabenkultur.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, den Einfluss variierender durchschnittlicher Leistungsniveaus einer Klasse auf die Genauigkeit der Leistungsbeurteilung in verschiedenen chemiespezifischen Kompetenzbereichen zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Studie nutzt ein experimentelles Design, bei dem Lehramtsstudierende über einen "simulierten Klassenraum" Unterrichtsszenarien durchlaufen und anschließend Schülerleistungen sowie Kompetenzstände mittels Ratingskalen bewerten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der diagnostischen Standards, die methodische Beschreibung des Studiendesigns, die statistische Ergebnisauswertung (u.a. durch Mehrebenenanalysen) sowie eine kritische Diskussion der Befunde.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Referenzgruppeneffekt, Leistungsbeurteilung, diagnostische Genauigkeit, Chemieunterricht und simulierte Klassensituation definiert.

Wurde ein Referenzgruppeneffekt bei der Notengebung festgestellt?

Ja, die Arbeit bestätigt einen signifikanten Referenzgruppeneffekt bei der Notenvergabe: Schüler*innen mit vergleichbaren Leistungen erhielten in leistungsstarken Klassen tendenziell schlechtere Noten als in Klassen mit niedrigerem Leistungsniveau.

Wirkt sich ein bewusster Fokus auf die Antwortqualität auf das Ergebnis aus?

Ja, Teilnehmer*innen, die dazu angehalten wurden, die Qualität jeder Schülerantwort aktiv einzuschätzen, zeigten eine signifikant höhere Genauigkeit bei der allgemeinen Leistungseinschätzung, was auf eine besser genutzte Gedächtnisleistung zurückzuführen ist.

Excerpt out of 86 pages  - scroll top

Details

Title
Der Einfluss des Referenzgruppeneffektes auf die Leistungsbeurteilung der Kompetenzen im Fach Chemie
College
Christian-Albrechts-University of Kiel
Grade
1,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2021
Pages
86
Catalog Number
V1298528
ISBN (PDF)
9783346763198
Language
German
Tags
einfluss referenzgruppeneffektes leistungsbeurteilung kompetenzen fach chemie Beurteilungsfehler
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2021, Der Einfluss des Referenzgruppeneffektes auf die Leistungsbeurteilung der Kompetenzen im Fach Chemie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1298528
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  86  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint