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Wird es einen baldigen Rückzug aus dem Irak geben? Der Versuch einer Prognose mithilfe der Vetospielertheorie

Title: Wird es einen baldigen Rückzug aus dem Irak geben? Der Versuch einer Prognose mithilfe der Vetospielertheorie

Term Paper , 2006 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Manuel Andersch (Author)

Politics - Region: USA
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Kurze Darstellung des politischen Systems der USA in Verbindung mit der Darstellung der Vetospielertheorie nach Tsebelis. Anwendung der Vetospielertheorie auf die Rückzugs-Entscheidung der politischen Organe aus dem Irak.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen

2.1. Grundannahmen und Konzepte

2.2. Definition und Arten von Vetospielern

2.3. Beziehung zwischen Vetospielern und Staatstätigkeit

2.4. Zusammenfassung der Theorie

2.5. Konstruktive Kritik

3. Fallanalyse

3.1. Verfassungsrechtlicher Rahmen

3.2. Erfassen der Vetospieler

3.3. Distanz der Vetospieler

3.4. Kohäsion

3.5. Zusammenfassung der Fallanalyse

4. Schlussbemerkung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht mittels der Vetospielertheorie von George Tsebelis die politische Möglichkeit eines Truppenabzugs der USA aus dem Irak unter der Regierung von George W. Bush, um zu prognostizieren, ob ein solcher Politikwechsel im gegebenen institutionellen Rahmen realisierbar ist.

  • Anwendung der Vetospielertheorie auf das politische System der USA
  • Analyse der Interaktion zwischen dem Präsidenten und dem Kongress bei der Haushaltsbewilligung
  • Untersuchung der Einflussfaktoren Vetospielerkonstellation, Kongruenz und Kohäsion
  • Diskussion der vote-seeking-Logik und deren Relevanz für policy-Positionen
  • Demokratietheoretische Reflexion zur Rolle von Vetospielern

Auszug aus dem Buch

3.1. Verfassungsrechtlicher Rahmen

Bei der Analyse eines möglichen Abzugs amerikanischer Truppen aus dem Irak bewegt man sich auf dem institutionellen Boden des US-amerikanischen Kriegsrechtes, also einem Teil des außenpolitischen Entscheidungsprozesses. Im Vordergrund soll hier die Darstellung der nachträglichen Vetomöglichkeit des Kongresses bei einem laufenden Militäreinsatz stehen. Das häufig diskutierte Spannungsfeld zwischen Präsident und Kongress hinsichtlich des Entscheidungsprozess zu einem Krieg soll hier nur kurz skizziert werden, da dies im Falle des zweiten Irakkrieges unproblematisch war. Dabei geht es zentral darum, inwiefern der Präsident als Oberbefehlshaber der Streitkräfte auf eine Bewilligung eines Militärvorhabens von Seiten des Kongress angewiesen ist.

Es handelt sich dabei um einen Konflikt zwischen verfassungsrechtlicher Theorie und verfassungspolitischer Realität, da in der Verfassung von 1787 eindeutig normiert wird, dass allein der Kongress das Recht zur Kriegserklärung besitzt. Diese Problematik ist, wie bereits angesprochen, im Falle des zweiten Irakkrieges nicht gegeben, da es eine Ermächtigungsresolution des Kongresses zum Einsatz militärischer Gewalt gegen den Irak gab. Fraglich ist vielmehr, ob, in Anlehnung an die tagespolitischen Meldungen, dem Kongress überhaupt ein Vetorecht im Bereich der laufenden Kriegsführung zusteht.

Dies ist entscheidend für die Anwendung der Vetospielertheorie, da sonst nur der Präsident als Vetospieler in dem konkreten policy-Feld gelten würde. Der Schlüssel zu einem Vetorecht des Kongresses liegt in der Haushaltshoheit des Kongresses. Dieses Recht hat nach Art. I § 9 Abs. 7 Verfassungsrang. Justice Jackson hat das Verhältnis zwischen der präsidentiellen Kriegsführungskompetenz und der Haushaltshoheit des Kongresses in die Formel gefasst, dass „while Congress cannot deprive the President of the command of the army and navy only Congress can provide him an army or navy to command“. Die materielle Abhängigkeit militärischer Aktivitäten bringt es also mit sich, dass der Kongress über ein Vetorecht gegenüber dem „commander in chief“ besitzt. Das Haushaltsbewilligungsrecht ist somit auch ein Element der außenpolitischen Gegenwirkungsmöglichkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Fragestellung nach einem Truppenabzug aus dem Irak unter Anwendung der Vetospielertheorie von George Tsebelis vor und erläutert die methodische Vorgehensweise.

2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel führt in die Konzepte der Vetospielertheorie ein, insbesondere in die Mechanismen von Winset, Core, ideologischer Distanz und interner Kohäsion.

3. Fallanalyse: Dieser Hauptteil wendet die theoretischen Parameter auf das US-amerikanische politische System an, um die Handlungsspielräume von Präsident und Kongress bezüglich der Irak-Politik zu bewerten.

4. Schlussbemerkung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und beleuchtet die Ambivalenz von Vetospielern im Hinblick auf Reformfähigkeit und demokratische Repräsentation.

Schlüsselwörter

Vetospielertheorie, Irakkrieg, USA, Präsident, Kongress, Politikwandel, Winset, Vetospieler, Haushaltshoheit, Policy-Stabilität, George T. Tsebelis, Fallanalyse, Gewaltenteilung, Reformunfähigkeit, Vote-seeking.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Erfolgsaussichten eines durch den US-Kongress geforderten Truppenabzugs aus dem Irak unter Verwendung der politikwissenschaftlichen Vetospielertheorie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die institutionellen Blockademöglichkeiten im US-Regierungssystem, das Verhältnis von Legislative und Exekutive in Kriegszeiten sowie die theoretische Modellierung politischer Entscheidungsfähigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu prognostizieren, ob aufgrund der spezifischen Vetospielerkonstellation zwischen Präsident Bush und dem Kongress eine Abkehr von der bisherigen Irak-Politik möglich ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine Fallanalyse auf Basis der formalisierten Vetospielertheorie von George Tsebelis durchgeführt, ergänzt um Aspekte der vote-seeking-Logik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der verfassungsrechtlichen Einordnung der Kompetenzen, der Identifikation und Modellierung der Vetospieler sowie der Ermittlung ihrer policy-Distanz und internen Kohäsion.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Vetospieler, Winset, politische Stabilität, Haushaltshoheit des Kongresses und der präsidentielle Entscheidungsprozess.

Warum wird Tsebelis' Theorie für den US-Kontext als geeignet angesehen?

Die Theorie bietet einen analytischen Werkzeugkasten, der auch komplexe, hybride oder präsidentielle Systeme vergleichen kann, indem er das Augenmerk auf Vetokapazitäten legt.

Welches Fazit zieht der Autor bezüglich des Irak-Abzugs?

Aufgrund der geringen Distanz des Präsidenten zum Status quo und der fehlenden Schnittmenge mit den Forderungen des Kongresses kommt der Autor zu dem Ergebnis, dass ein baldiger Abzug unter diesen Bedingungen unwahrscheinlich ist.

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Details

Title
Wird es einen baldigen Rückzug aus dem Irak geben? Der Versuch einer Prognose mithilfe der Vetospielertheorie
College
LMU Munich
Grade
1,0
Author
Manuel Andersch (Author)
Publication Year
2006
Pages
19
Catalog Number
V130094
ISBN (eBook)
9783640406555
ISBN (Book)
9783640406876
Language
German
Tags
Wird Rückzug Irak Versuch Prognose Vetospielertheorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manuel Andersch (Author), 2006, Wird es einen baldigen Rückzug aus dem Irak geben? Der Versuch einer Prognose mithilfe der Vetospielertheorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130094
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