In Zeiten der Globalisierung und dem damit verbundenen Kosten- und Wettbewerbsdruck hat sich die Notwendigkeit für Unternehmen, Profite zu erwirtschaften, deutlich verschärft. Durch die weltweite Verflechtung, welche die Produktion in den Billiglohnländern ermöglicht, sind Unternehmen einerseits zwar in der Lage, immer günstiger zu produzieren, andererseits verlangen Kunden nach immer anspruchsvollerer Qualität, Produkte müssen zunehmend schneller geliefert werden. Steigender Termindruck bei den Unternehmen ist nur eine Folge. Auch was Komplexität und Anspruch an die betriebliche Umwelt anbelangt, ist in den letzten Jahren eine massive Zunahme zu verzeichnen.
Um diesen neuen An- bzw. Herausforderungen weiterhin gerecht werden zu können, verlangt es nach neuen Strukturen und Organisationen in den Unternehmen, die in der Lage sind, schnell und flexibel Entscheidungen treffen zu können. Die Interaktion und Kommunikation innerhalb eines Unternehmens muss effizienter gestaltet werden, will man die Veränderungen im Unternehmen auch in Zukunft erfolgreich meistern.
So haben sich im Laufe der Zeit in den Unternehmen verstärkt Arbeitsgruppen gebildet, die losgelöst von den Routine-Aufgaben spezielle Aufträge bearbeiten. Heutzutage findet sich wohl kaum mehr ein Unternehmen, dass nicht in irgendeiner Form in Projektarbeit verwickelt ist. Damit steigt auch der Anspruch an das Management, Projekte effizient und erfolgreich zu steuern.
Für die ordnungsgemäße Abwicklung solcher Projekte ist das Projektcontrolling zusammen mit dem Projektmanagement zuständig.
Die folgende Arbeit gewährt einen Einblick in die Grundlagen des Projektcontrolling, dessen Aufgaben, die zur Verfügung stehenden Instrumente und deren praktische Anwendung.
Inhaltsverzeichnis
1. Zunehmende Bedeutung von Projekten
2. Grundlagen
2.1 Begriffsklärungen
2.2 Stellung des Projektcontrolling
2.3 Aufgaben des Projektcontrolling
3. Auswahl und Bewertung von Projekten
3.1 Projektportfolio
3.2 Nutzwertanalyse
3.3 Wirtschaftlichkeitsrechnungen
3.3.1 Statische Verfahren
3.3.2 Dynamische Wirtschaftlichkeitsverfahren
4. Lebensphasen eines Projektes
4.1 Projektplanung
4.1.1 Strukturplanung
4.1.1.1 Objektorientierter Strukturplan
4.1.1.2 Funktionsorientierter Strukturplan
4.1.1.3 Gemischt-orientierter Strukturplan
4.1.2 Ablauf- und Terminplanung
4.1.3 Kapazitätsplanung
4.1.4 Kosten- und Liquiditätsplanung
4.2. Projektsteuerung und Projektüberwachung
4.2.1 Der Controlling-Regelkreis
4.2.2 Kostenkontrolle
4.2.3 Terminkontrolle
4.2.4 Leistungskontrolle
4.2.5 Das „Magische Dreieck“
4.3 Projektabschluss
5. Information und Kommunikation – entscheidende Faktoren für den Projekterfolg
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die grundlegende Bedeutung des Projektcontrollings als Instrument zur effizienten Steuerung und Überwachung von Projekten. Ziel ist es, dem Leser einen fundierten Einblick in die theoretischen Grundlagen, die Methoden der Projektbewertung sowie die praktischen Instrumente zur Steuerung über den gesamten Lebenszyklus eines Projektes zu vermitteln.
- Grundlagen und Begriffsdefinitionen des Projektcontrollings
- Methoden der Projektbewertung und -auswahl (Portfolio, Nutzwertanalyse, Wirtschaftlichkeitsrechnung)
- Phasen der Projektplanung (Struktur-, Ablauf-, Kapazitäts- und Kostenplanung)
- Mechanismen der Projektüberwachung und Steuerung
- Bedeutung der Information und Kommunikation für den Projekterfolg
Auszug aus dem Buch
4.2.5 Das „Magische Dreieck“
Das „Magische Dreieck“, bestehend aus Leistung/Qualität, Terminen und Kosten des Projekts, wird im Projektmanagement dafür verwendet, die Beziehung und gegenseitige Abhängigkeit dieser drei Zielgrößen darzustellen.
„Erst eine integrierte Betrachtung – die Erfassung von Leistung in der Zeit zu angefallenen Kosten – liefert die Basis für ganzheitliche Entscheidungen im Projektmanagement“. Die Änderung bei einem dieser Faktoren hat direkten Einfluss auf die anderen zwei Faktoren. Um beispielsweise einen Fertigstellungstermin zu verkürzen, ist es oft notwendig, mehr Personal einzusetzen oder Überstunden zu veranschlagen. In beiden Fällen steigen die Projektkosten. Alternativ kann man aber auch die Leistung bzw. die Qualität mindern.
Das Problem bei einem Projektvorhaben besteht darin, dass man kaum alle Teilziele im selben Maße erreichen kann. Deshalb ist es wichtig und notwendig, vom Auftraggeber oder Kunden eine Gewichtung dieser drei Faktoren vornehmen zu lassen. Hierbei existieren verschiedene Strategien, die zu unterschiedlicher Gewichtung der Faktoren führen. Drei Varianten sollen kurz beispielhaft genannt werden:
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zunehmende Bedeutung von Projekten: Erläutert den steigenden Wettbewerbsdruck und die Notwendigkeit flexiblerer Unternehmensstrukturen, die zur verstärkten Nutzung von Projektarbeit führen.
2. Grundlagen: Definiert die Kernbegriffe Projekt und Controlling und stellt die Einordnung des Projektcontrollings als Steuerungseinheit zwischen Management und Unternehmenscontrolling dar.
3. Auswahl und Bewertung von Projekten: Stellt Instrumente wie Portfolio-Analyse, Nutzwertanalyse und Wirtschaftlichkeitsrechnungen vor, um eine strategische Vorauswahl von Projekten zu ermöglichen.
4. Lebensphasen eines Projektes: Detaillierte Darstellung der Phasen von der initialen Projektplanung über die steuernde Überwachung bis hin zum formalen Projektabschluss.
5. Information und Kommunikation – entscheidende Faktoren für den Projekterfolg: Analysiert den Stellenwert eines funktionierenden Informationssystems und kritisiert die oft unterschätzte Rolle der Kommunikation im Projektalltag.
Schlüsselwörter
Projektcontrolling, Projektmanagement, Projektplanung, Projektsteuerung, Nutzwertanalyse, Wirtschaftlichkeitsrechnung, Projektportfolio, Controlling-Regelkreis, Projektlebenszyklus, Kostenkontrolle, Terminkontrolle, Leistungskontrolle, Magisches Dreieck, Projektfortschritt, Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Anliegen dieser Arbeit?
Die Arbeit beleuchtet die Rolle und Aufgaben des Projektcontrollings als notwendige Unterstützung für ein effektives Projektmanagement in modernen Unternehmen.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Die Arbeit behandelt die Projektbewertung bei der Auswahl, die detaillierte Planung, das operative Controlling während der Projektdurchführung sowie die Bedeutung der internen Kommunikation.
Welches ist das primäre Ziel des Projektcontrollings?
Das primäre Ziel ist die Sicherstellung der Projektziele durch Transparenz, rechtzeitige Identifikation von Abweichungen und die Einleitung von Korrekturmaßnahmen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden zur Bewertung herangezogen?
Es werden qualitative Methoden wie die Nutzwertanalyse und Portfolio-Analyse sowie quantitative Verfahren wie die statische und dynamische Wirtschaftlichkeitsrechnung (Kapitalwert/interner Zinsfuß) analysiert.
Wie gliedert sich der Hauptteil inhaltlich?
Der Hauptteil gliedert sich in die drei klassischen Lebensphasen eines Projektes: Konzeption/Planung, Steuerung/Überwachung und Projektabschluss.
Welche Begriffe charakterisieren den Inhalt am besten?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Projektcontrolling, Magisches Dreieck, Soll-Ist-Vergleich und Projektfortschrittskontrolle geprägt.
Was besagt das "90%-Syndrom" in der Leistungskontrolle?
Das 90%-Syndrom beschreibt die Tendenz von Mitarbeitern, den Fertigstellungsgrad eines Arbeitspaketes zu hoch einzuschätzen, indem sie den letzten Schritt als vermeintlich fast abgeschlossen betrachten.
Warum ist das "Magische Dreieck" für Projektleiter so wichtig?
Es verdeutlicht die Zielkonflikte zwischen Kosten, Zeit und Leistung/Qualität und zeigt auf, dass Änderungen an einem Faktor zwangsläufig Auswirkungen auf die anderen beiden Parameter haben.
Welche Bedeutung hat das Berichtswesen für die Überwachung?
Das Berichtswesen dient als schriftliche Dokumentationsgrundlage, um aktuelle Informationen für Steuerungsentscheidungen bereitzustellen und den Projektverlauf transparent zu machen.
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- Andreas Wagner (Author), 2008, Projektcontrolling, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130255