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Die Knochenhaueraufstände im 14. Jahrhundert. Befreiungsversuche einer unterdrückten Zunft oder Profitgier einzelner Händler?

Título: Die Knochenhaueraufstände im 14. Jahrhundert. Befreiungsversuche einer unterdrückten Zunft oder Profitgier einzelner Händler?

Trabajo , 2011 , 62 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Alex Schumacher (Autor)

Historia - Otros
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Diese Arbeit setzt sich mit den beiden Aufständen von 1380 und 1384 im Kontext der sozialen Struktur und der Motivation der Handlungsteilnehmer auseinander. Es soll untersucht werden, aus welchen Gruppen sich die Aufständischen zusammensetzten und inwiefern diese sich von den an den Aufständen unbeteiligten Personen unterschieden haben mögen, sofern eine genaue Differenzierung überhaupt möglich ist. Des Weiteren wird thematisiert, woher ihre Motivation zu den Umsturzversuchen gestammt haben könnte.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Quellenlage / Forschungsstand

3 Rat der Stadt Lübeck

4 Die Entwicklung der Zünfte

4.1 Das Knochenhaueramt

4.1.1 Der Viehhandel

4.1.2 Der Fleischverkauf

4.1.3 Weitere gewerbliche Tätigkeiten

5 Die ,Vorboten’ der Knochenhaueraufstände

5.1 Konflikte in anderen Städten

5.2. Die Konflikte zwischen Rat und Ämtern

6 Die Knochenhaueraufstände 1380 /1384

6.1 Der Knochenhaueraufstand von 1380

6.2 Der Knochenhaueraufstand von 1384

6.2.1 Beteiligte Personen

6.2.2 Mögliche Motive

6.2.3 Der Verlauf des Aufstandes 1384

6.3 Die Auswirkungen der Aufstände

7. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Knochenhaueraufstände in der Hansestadt Lübeck in den Jahren 1380 und 1384, wobei der Fokus auf der sozialen Struktur der Aufständischen, deren Motivation sowie dem Kontext der innerstädtischen Machtverhältnisse und wirtschaftlichen Krisen liegt.

  • Soziologische Analyse der handelnden Akteure und deren ökonomischer Status.
  • Untersuchung des Konfliktpotenzials zwischen dem Lübecker Rat und den Zünften (Ämtern).
  • Darstellung der historischen Entwicklung des Knochenhaueramts und des Fleischhandels.
  • Analyse der Verbindungen zwischen überregionalen Aufständen und der Lübecker Situation.
  • Erforschung der Konsequenzen der Aufstände für die spätere städtische Verfassungsentwicklung.

Auszug aus dem Buch

6.2.1 Beteiligte Personen am Aufstand von 1384

Über die soziale Stellung und die berufliche Tätigkeit Johan Paternostermakers, dem Vater Hinrichs, herrschen in der frühen Forschung unterschiedliche Ansichten. Die Frage war, ob er selbst, wie es der Name schon sagt, als Paternostermaker (und damit als Handwerker) tätig war oder ob nur der Name den Anschein erweckt. Weder in der Detmar-Chronik noch in der Rufus-Chronik finden sich Hinweise zur beruflichen Tätigkeit Paternostermakers. Auch der Bericht über die Knochenhaueraufstände nennt keine Berufstätigkeit Paternostermakers. Bei Deecke wird Paternostermaker als Handwerker geführt. Korner bezeichnet ihn als einen Bernsteindreher und damit ebenfalls als Handwerker. Fritz Rörig beschreibt Johan Paternostermaker hingegen als „ungemein tätigen Großkaufmann.“ Nach Ahasver von Brandt gilt es als erwiesen, dass Johan Paternostermaker vom Ende der 40er bis zur Mitte der 60er Jahre des 14. Jahrhunderts der kaufmännischen Oberschicht Lübecks angehörte. Von Brandt begründet dies mit der Tatsache, dass Johan Paternostermaker unter dem Namen Johan van Coesfelde nach Lübeck kam und im Jahre 1341 als Johan Paternostermaker in Erscheinung tritt. Diesen allmählichen Namenswechsel begründet von Brandt damit, dass Coesfelde sich als Paternostermaker, also als Hersteller von Rosenkränzen aus Bernstein, in Lübeck niederließ und die ersten zehn bis zwölf Jahre diese Tätigkeit ausübte. Die Paternostermaker bezogen ihren Rohstoff überwiegend aus Preußen, wodurch sie eine enge Verbindung zum Fernhandel pflegten. Der Handel mit einem kostbaren Rohstoff wie Bernstein setzte zudem eine gewisse Kapitalkraft voraus. Damit waren die Bedingungen geschaffen, um in die Riege der Kaufmänner aufzusteigen, was in der wirtschaftlichen Aufstiegszeit des 13. und 14. Jahrhunderts keine Seltenheit gewesen sein mag.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der innerstädtischen Unruhen im norddeutschen Raum ein und erläutert die Forschungsfragen sowie die methodische Vorgehensweise hinsichtlich der Aufstände von 1380 und 1384.

2 Quellenlage / Forschungsstand: Das Kapitel identifiziert die zentralen historischen Primärquellen, wie die Detmar-Chronik, und bewertet deren Objektivität sowie die bisherige wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Lübecker Unruhen.

3 Rat der Stadt Lübeck: Hier wird die Entwicklung des Lübecker Rates zur städtischen Obrigkeit im 13. und 14. Jahrhundert untersucht, insbesondere im Hinblick auf seine Zusammensetzung und Machtbefugnisse.

4 Die Entwicklung der Zünfte: Dieses Kapitel erläutert die korporative Struktur der Zünfte als wirtschaftliche und soziale Interessenverbände innerhalb der städtischen Gesellschaft.

4.1 Das Knochenhaueramt: Es werden die spezifischen ökonomischen Rahmenbedingungen, die sozialen Hierarchien und die Rolle der Knochenhauer als bedeutender Wirtschaftsfaktor analysiert.

4.1.1 Der Viehhandel: Dieses Kapitel thematisiert die Beschaffung von Schlachtvieh und die wirtschaftliche Abhängigkeit der Knochenhauer vom Handel in der Region.

4.1.2 Der Fleischverkauf: Hier wird der Marktzwang als restriktives Instrument des Rates gegen die Knochenhauer und die Organisation des Fleischverkaufs in sogenannten Litten beschrieben.

4.1.3 Weitere gewerbliche Tätigkeiten: Eine Darstellung der Nebenverdienste der Knochenhauer durch Pökelfleischverkauf und die Proviantierung von Seeschiffen.

5 Die ,Vorboten’ der Knochenhaueraufstände: Dieses Kapitel setzt die Ereignisse in Lübeck in Relation zu zeitgleich stattfindenden Aufständen in anderen Städten wie Braunschweig und Hamburg.

5.1 Konflikte in anderen Städten: Eine historische Einordnung der Unruhewelle im norddeutschen Raum, verursacht durch finanzielle Ratsforderungen und die exklusive politische Machtstellung der Oberschicht.

5.2. Die Konflikte zwischen Rat und Ämtern: Beschreibt die ersten konkreten Auseinandersetzungen zwischen den Lübecker Ämtern und dem Rat infolge verschärfter Steuerpolitik in den Jahren ab 1374.

6 Die Knochenhaueraufstände 1380 /1384: Eine detaillierte Darstellung der beiden großen Aufstandswellen, ihrer Ziele und der Akteure hinter den Protesten.

6.1 Der Knochenhaueraufstand von 1380: Analyse des spontanen Aufstandes, der Forderungen nach gewerblichen Freiheiten und des anschließenden Kompromisses mit dem Rat.

6.2 Der Knochenhaueraufstand von 1384: Untersuchung des geplanten Umsturzversuches durch eine organisierte Gruppe unter Hinrich Paternostermaker als Reaktion auf das Scheitern des ersten Aufstandes.

6.2.1 Beteiligte Personen: Analyse der sozialen Herkunft und des persönlichen wirtschaftlichen Niedergangs der Verschwörer, insbesondere der Familie Paternostermaker.

6.2.2 Mögliche Motive: Diskurs über die Ursachen für die Verschwörung, wobei individueller wirtschaftlicher Abstieg als wichtigster Faktor identifiziert wird.

6.2.3 Der Verlauf des Aufstandes 1384: Beschreibung der Planung, des Verrats und der gewaltsamen Niederschlagung durch den Rat sowie der anschließenden Bestrafungen.

6.3 Die Auswirkungen der Aufstände: Bewertung der langfristigen Konsequenzen für das Knochenhaueramt und der fortbestehenden Spannungen zwischen sozialen Gruppen in Lübeck.

7. Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse über die Ursachen, den Ablauf und die Bedeutung der Aufstände für das kaufmännisch geprägte Machtgefüge der Hansestadt.

Schlüsselwörter

Lübeck, Knochenhaueraufstände, 1380, 1384, Rat der Stadt, Zünfte, Ämter, Hinrich Paternostermaker, Detmar-Chronik, städtische Unruhen, Wirtschaftsgeschichte, soziale Struktur, Mittelalter, Handelsgewerbe, Machtpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser historischen Arbeit im Wesentlichen?

Die Publikation analysiert die sozioökonomischen Hintergründe und den politischen Verlauf der Knochenhaueraufstände im mittelalterlichen Lübeck zwischen 1380 und 1384.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Neben den konkreten Aufständen stehen die Wirtschaftsstruktur der Zünfte, die Machtverhältnisse zwischen Rat und Handwerk sowie die persönlichen Motive der verschwörerischen Akteure im Mittelpunkt.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Ziel ist der Nachweis, dass die Aufstände weitgehend aus wirtschaftlichen Notlagen der Beteiligten resultierten und eine Reaktion auf die verkrusteten Machtstrukturen des städtischen Rats waren.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Der Autor stützt sich primär auf eine historiographische Analyse zeitgenössischer Chroniken sowie auf eine quantitative Auswertung städtischer Quellen, wie etwa Niederstadtbücher und Steuerlisten.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte bilden den Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung der Vorgeschichte (andere Städte), eine detaillierte Darstellung des Aufstands von 1380 und eine tiefgehende Analyse der Verschwörung von 1384 unter Hinrich Paternostermaker.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Hansestadt, Zunftordnung, Machtmonopol des Rates, wirtschaftliche Krise, sowie individuelle Verschwörermotive geprägt.

Warum wurde der Aufstand von 1384 als "Staatsstreich" bezeichnet?

Im Gegensatz zum ersten, eher spontanen Aufstand von 1380 handelte es sich 1384 um eine zielgerichtete, langfristig geplante Gewaltaktion gegen die Ratsmitglieder, die einen echten Regierungswechsel herbeiführen sollte.

Welche Rolle spielten die "Litten" für die Knochenhauer?

Die Litten waren die Verkaufsstände des Knochenhaueramtes auf dem Markt. Da sie im Eigentum der Stadt standen, konnte der Rat durch ihre Zuteilung massiven politischen Druck auf die Handwerker ausüben.

Final del extracto de 62 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Knochenhaueraufstände im 14. Jahrhundert. Befreiungsversuche einer unterdrückten Zunft oder Profitgier einzelner Händler?
Universidad
University of Hamburg  (Historisches Institut)
Curso
Hauptseminar: Vom Gipsbrot zum Gammelfleisch
Calificación
2,0
Autor
Alex Schumacher (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
62
No. de catálogo
V1302704
ISBN (PDF)
9783346767530
Idioma
Alemán
Etiqueta
Knochenhaueraufstände Lübeck 14. Jahrhundert Knochenhaueraufstand
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Alex Schumacher (Autor), 2011, Die Knochenhaueraufstände im 14. Jahrhundert. Befreiungsversuche einer unterdrückten Zunft oder Profitgier einzelner Händler?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1302704
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