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Philosophische Aspekte und der Stellenwert der Kognition in Kohlbergs Theorie der moralischen Entwicklung

Titre: Philosophische Aspekte und der Stellenwert der Kognition in Kohlbergs Theorie der moralischen Entwicklung

Mémoire de Maîtrise , 2007 , 125 Pages , Note: 1

Autor:in: Oliver Link (Auteur)

Pédagogie - Théorie de la science, Anthropologie
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Kohlbergs Theorie der moralischen Entwicklung erfordert philosophische Grundannahmen. Besonders kritisch diskutiert werden in der vorliegenden Arbeit das Universalismus-Postulat, die Prinzipienorientiertheit und der Gerechtigkeitsbegriff von Kohlberg.
Aber auch der zentrale Stellenwert der Kognition in Kohlbergs Theorie wird durch neuere (psychologische) Forschungen in Frage gestellt. Ob und inwieweit dagegen Emotionen und Intuitionen in Kohlbergs Ansatz stärker berücksichtigt werden müssen, soll in dieser Arbeit untersucht werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 KOHLBERGS STUFENMODELL MORALISCHER ENTWICKLUNG

3 MORAL, MORALISCHE URTEILE UND EINE ERSTE ANNÄHERUNG AN DEN GERECHTIGKEITSBEGRIFF IN KOHLBERGS THEORIE

3.1 Moral und moralische Urteile

3.2 Eine Annäherung an Kohlbergs Gerechtigkeitsbegriff

3.3 Das Verhältnis von Moralphilosophie und Psychologie in Kohlbergs Theorie

4 PÄDAGOGISCHE ANSÄTZE DER MORALERZIEHUNG

4.1 Der romantische Ansatz

4.2 Der technologische Ansatz

4.3 Der progressive Ansatz

4.4 Der diskurspädagogische Ansatz

5 DER WILLE UND DIE FREIHEIT

5.1 Kant, Freiheit und Determinismus

5.2 Der Kategorische Imperativ

6 KOHLBERGS PHILOSOPHISCHE EINFLÜSSE

6.1 John Rawls und der Stellenwert der Gerechtigkeit

6.2 George Herbert Mead – Die Rollenübernahme

6.3 Jürgen Habermas – Diskursethik und Hermeneutik

7 KOHLBERGS TYPISIERUNG VERSCHIEDENER ANSÄTZE DER MORALPHILOSOPHIE

8 PRINZIPIENORIENTIERTHEIT

9 UNIVERSALISMUS IN KOHLBERGS THEORIE

9.1 Relativismus

9.2 Ein eingeschränkter Universalismus (Nunner-Winkler)

9.3 Eine Verbindung von induktiven und deduktiven Ansätzen

9.3.1 Prinzipien mittlerer Reichweite

9.3.2 Bottom-Up und Top-Down im reflexiven Äquilibrium

9.3.3 Kritik

10 KOORDINIERUNG VON GERECHTIGKEIT UND WOHLWOLLEN

10.1 Fürsorge als Prinzip – Carol Gilligan

10.2 Kritik an Gilligan

11 DIE BEDEUTUNG DER KOGNITION IN KOHLBERGS THEORIE

11.1 Der Kognitionsbegriff in Kohlbergs Theorie

11.2 Nicht-sprachliche Aspekte der moralischen Urteilsbildung

11.2.1 Eine psychologische Bestimmung von Kognition

11.2.2 Die Bedeutung von Emotionen bei der Urteilsbildung

11.3 Affektiv-kognitiver Parallelismus in Kohlbergs Ansatz (Georg Lind)

12 MORALISCHE SOZIALISATION – KOGNITIV ODER AFFEKTIV?

12.1 Vier Modelle moralischer Motivation (Nunner-Winkler)

12.2 Empirische Untersuchung moralischer Motivation

12.3 Philosophische Unterteilung moralischer Motive als intern beziehungsweise extern

13 INTUITION UND MORALISCHES URTEILEN

13.1 Moralphysiologie – neurowissenschaftliche Untersuchungen moralischer Urteile

13.2 Zwei-Prozess-Modelle der Informationsverarbeitung

13.3 Das Modell des Sozialen Intuitionismus (Jonathan Haidt)

13.3.1 Vier Gründe zum Bezweifeln der Kausalität zwischen moralischem Nachdenken und moralischem Urteil

13.3.2 Die sechs „Links“ zum moralischen Urteil

13.3.3 Kritik am Sozialen Intuitionismus

14 SCHLUSSBETRACHTUNGEN

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel der Arbeit besteht darin, die philosophischen Grundlagen von Lawrence Kohlbergs Theorie der moralischen Entwicklung kritisch zu hinterfragen, insbesondere im Hinblick auf den Stellenwert der Kognition und die aktuelle psychologische und philosophische Kritik an seinem Modell.

  • Die kritische Auseinandersetzung mit Kohlbergs kognitivistischem Verständnis moralischer Entwicklung.
  • Die Untersuchung der Rolle von Emotionen, Intuition und moralischer Motivation in modernen Erklärungsmodellen.
  • Die Diskussion des Verhältnisses von Philosophie und empirischer Psychologie in der Moralforschung.
  • Die Gegenüberstellung von striktem Universalismus und alternativen Ansätzen wie dem "eingeschränkten Universalismus" oder dem "Sozialen Intuitionismus".

Auszug aus dem Buch

3.1 Moral und moralische Urteile

Das deutsche Wort Moral steht synonym für das Wort Sitte und leitet sich vom lateinischen mōs (Plural: morēs) ab, welches seinerseits eine Übersetzung der beiden griechischen ethos-Bedeutungen (Charakter, Sitte) ist.

In der Antike waren Moral und Ethik keine getrennten Begriffe. Der griechische Philosoph Aristoteles war der erste, der die Ethik als eigenständige philosophische Disziplin behandelt hat und in den platonischen Dialogen setzte Sokrates sich mit den Sophisten über das Ziel von Erziehung als ethisch begründeten Lernprozess auseinander (vgl. Platons Dialog Protagoras).

Der Begriff Moral ist ein Ordnungsbegriff, weil er verschiedene Aspekte zu einem Sinnganzen zusammenfasst. Mit einem solchen Ordnungsbegriff korrespondieren Prinzipienbegriffe, wie z.B. der Begriff Gerechtigkeit, welche die Bedingungen nennen und den Sinnanspruch des jeweiligen Ordnungsbegriffs einlösen sollen.

Allgemein lässt sich sagen, dass Moral heutzutage das meint, was in einer Gesellschaft (sittlich) gelebt wird, während wir von Ethik zumeist dann sprechen, wenn darüber – in der Regel wissenschaftlich – reflektiert wird. Die Ethik hat also Moral (Sitte) und Moralität (Sittlichkeit) zu ihrem Gegenstand; man kann vereinfacht sagen: Ethik betreibt nicht selber Moral, sondern redet über Moral.

Nach dieser groben Einordnung unterscheidet Frankena (1981, 20f.) drei Arten ethischer Reflexion: Erstens eine deskriptiv-empirische Ethik, mit der beispielsweise Psychologen moralische Phänomene beschreiben und/oder erklären. Psychologie hat aber nicht den Anspruch eine Ethik zu begründen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Einführung in Kohlbergs meta-ethische Annahmen und Definition der zentralen Problemstellungen der Arbeit, insbesondere hinsichtlich der Kognition und der Abgrenzung moralischer Fragen.

2 KOHLBERGS STUFENMODELL MORALISCHER ENTWICKLUNG: Erläuterung der strukturgenetischen Stufentheorie, die auf Piaget aufbaut und die Entwicklung moralischer Urteilsfähigkeit durch kognitive Strukturen und Interaktion mit der Umwelt beschreibt.

3 MORAL, MORALISCHE URTEILE UND EINE ERSTE ANNÄHERUNG AN DEN GERECHTIGKEITSBEGRIFF IN KOHLBERGS THEORIE: Philosophische Fundierung der Begriffe Moral und Ethik sowie Darlegung von Kohlbergs Gerechtigkeitsverständnis im Kontext seiner Theorie.

4 PÄDAGOGISCHE ANSÄTZE DER MORALERZIEHUNG: Vergleich verschiedener pädagogischer Grundmodelle (romantisch, technologisch, progressiv, diskurspädagogisch) und deren Bedeutung für Kohlbergs Theorie.

5 DER WILLE UND DIE FREIHEIT: Analyse des Freiheitsbegriffs bei Kant und dessen zentrale Rolle für die Annahme einer moralischen Verantwortung in Kohlbergs Modell.

6 KOHLBERGS PHILOSOPHISCHE EINFLÜSSE: Untersuchung der philosophischen Bezugspunkte Kohlbergs, insbesondere Rawls, Mead und Habermas, und deren Bedeutung für die moralische Urteilsbildung.

7 KOHLBERGS TYPISIERUNG VERSCHIEDENER ANSÄTZE DER MORALPHILOSOPHIE: Klassifizierung moralischer Orientierungen und Entscheidungsstrategien in Kohlbergs Theorie.

8 PRINZIPIENORIENTIERTHEIT: Diskussion der Begründungsbedürftigkeit moralischer Prinzipien und der Herausforderungen bei der Definition oberster ethischer Grundsätze.

9 UNIVERSALISMUS IN KOHLBERGS THEORIE: Kritische Untersuchung des Universalismusanspruchs von Kohlberg im Vergleich zu relativistischen Einwänden und dem Modell des "eingeschränkten Universalismus" nach Nunner-Winkler.

10 KOORDINIERUNG VON GERECHTIGKEIT UND WOHLWOLLEN: Diskussion über die Einbeziehung des Prinzips Wohlwollen/Fürsorge in Kohlbergs gerechtigkeitszentriertes Modell als Reaktion auf die Kritik von Carol Gilligan.

11 DIE BEDEUTUNG DER KOGNITION IN KOHLBERGS THEORIE: Analyse des Kognitionsbegriffs bei Kohlberg und Kritik an der Vernachlässigung von Affekten und Emotionen in der moralischen Urteilsbildung.

12 MORALISCHE SOZIALISATION – KOGNITIV ODER AFFEKTIV?: Debatte über die Internalisierung moralischer Normen und der Frage, ob moralische Motivation rein kognitiv oder auch affektiv gesteuert ist.

13 INTUITION UND MORALISCHES URTEILEN: Darstellung des Sozialen Intuitionismus nach Jonathan Haidt als alternatives Erklärungsmodell zur kognitivistischen Perspektive Kohlbergs.

14 SCHLUSSBETRACHTUNGEN: Zusammenfassende Reflexion über die Tragfähigkeit von Kohlbergs Theorie vor dem Hintergrund neuerer psychologischer und philosophischer Forschungsergebnisse.

Schlüsselwörter

Moralische Entwicklung, Kohlberg, Gerechtigkeit, Kognition, Willensfreiheit, Kant, Universalismus, Moralpsychologie, Sozialisation, Carol Gilligan, Fürsorgeethik, Intuitionismus, Jonathan Haidt, Metaethik, Normen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die philosophischen Grundannahmen Lawrence Kohlbergs zu seiner Theorie der moralischen Entwicklung und untersucht, inwieweit sein kognitivistischer Ansatz heute noch Bestand hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Rolle der Kognition gegenüber Emotionen und Intuition, das Verhältnis von Gerechtigkeit und Fürsorge sowie die Universalität moralischer Prinzipien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, die philosophische Basis von Kohlbergs Theorie kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, ob die (Über-)Betonung der Kognition mit aktuellen Forschungsergebnissen vereinbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor führt eine philosophische und theoriegeleitete Auseinandersetzung, die den aktuellen Forschungsstand der Moralphilosophie und Moralpsychologie integriert und auf eine rationale Rekonstruktion zielt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zentrale Aspekte wie Willensfreiheit, philosophische Einflüsse (Rawls, Mead, Habermas), die Kritik am Universalismus sowie die Rolle von Intuition und Emotion bei Haidt und anderen diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Kohlberg, Moralische Entwicklung, Gerechtigkeit, Kognition, Willensfreiheit, Universalismus, Fürsorgeethik, Intuitionismus, Moralische Motivation.

Inwiefern beeinflusst der "Soziale Intuitionismus" Kohlbergs Theorie?

Haidts Theorie stellt Kohlbergs rationalistisches Paradigma infrage, indem sie Intuitionen und automatische Prozesse als oft ursächlich für moralische Urteile identifiziert, statt diese nur als Folge bewussten Nachdenkens zu betrachten.

Wie positioniert sich der Autor gegenüber der Kritik von Carol Gilligan?

Der Autor greift Gilligans Kritik auf, ordnet sie jedoch ein und zeigt, dass Kohlberg später versucht hat, durch die Integration von Wohlwollen/Fürsorge in seine Theorie darauf zu reagieren.

Welche Rolle spielt der kategorische Imperativ bei Kohlberg?

Der kategorische Imperativ fungiert in Kohlbergs Theorie primär als formale Maxime der sechsten Stufe, die Gerechtigkeit als Kernbereich der Moral fundieren soll.

Fin de l'extrait de 125 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Philosophische Aspekte und der Stellenwert der Kognition in Kohlbergs Theorie der moralischen Entwicklung
Université
University of Hamburg
Note
1
Auteur
Oliver Link (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
125
N° de catalogue
V130424
ISBN (ebook)
9783640357307
ISBN (Livre)
9783640357505
Langue
allemand
mots-clé
Philosophische Aspekte Stellenwert Kognition Kohlbergs Theorie Entwicklung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Oliver Link (Auteur), 2007, Philosophische Aspekte und der Stellenwert der Kognition in Kohlbergs Theorie der moralischen Entwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130424
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Extrait de  125  pages
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