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Schließt sich die Geschlechterlücke im Sport? Die soziale Konstruktion der Geschlechter und der Einfluss der Medien

Title: Schließt sich die Geschlechterlücke im Sport? Die soziale Konstruktion der Geschlechter und der Einfluss der Medien

Examination Thesis , 2008 , 63 Pages

Autor:in: Lutz Bussmann (Author)

Sport - Media and Communication
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In dieser Arbeit möchte ich die Frage beantworten, ob sich das Gender Gap im Sport schließt oder nicht. Ich gehe davon aus, dass Männer den Kampf um das sportliche Terrain, um ihr Terrain, nie aufgeben und immer versuchen werden, das starke, mächtige, aggressive Geschlecht darzustellen und ihre Rolle als Vorreiter beizubehalten.

Unsere Gesellschaft befindet sich in einem stetigen Wandel, der alle Lebensbereiche des Menschen umfasst. Veränderungen in Wirtschaft, Politik, Arbeit, Freizeit und im sozialen Bereich beeinflussen auf direktem und indirektem Weg das gesellschaftliche Wertesystem. Gleichzeitig lässt der gesellschaftliche Wandel den Sport, als Subsystem dessen, nicht unberührt. Es sind Entwicklungen zu beobachten, die die alten Muster von „typisch weiblich“ und „typisch männlich“ in Frage stellen und mit denen Frauen sich neue sportliche Terrains erobern.

Diese Beobachtung des Wandels der traditionellen hegemonialen Geschlechterordnung im Sport ist Thema der vorliegenden Arbeit. Im Folgenden möchte ich die Geschlechterordnung im Sport untersuchen, welche Variablen auf diese Einfluss haben und welche Tendenz sich daraus für das Gender Gap im Sport abzeichnet. Nachdem ich die rein biologischen leistungsrelevanten Unterschiede zwischen Mann und Frau dargestellt habe, werde ich auf gesellschaftlich begründete, veränderbare Variablen eingehen, welche einen Einfluss auf das sportliche Handeln von Frauen haben. Soziale Konstruktionen und Vorstellungen unserer Gesellschaft, die Medien als dessen Abbild und Verstärker zeigen uns, genau wie es die rein biologischen Merkmale tun, dass kraftvoller, aggressiver Sport noch immer Männersache und somit männliches Terrain ist. Frauen werden im Sport akzeptiert, so lange sie bestimmte Regeln und Kriterien einhalten und erfüllen. Tun sie dies jedoch nicht und werden zu stark, zu unweiblich, so stellen sich folgende Fragen:

Mit welchen Abwehrreaktionen müssen Frauen rechnen, wenn sie männliches Terrain für sich beanspruchen und wie gehen sie damit um? Wie verhalten sich Männer, wenn sie Terrain verloren haben?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die sportliche Leistungsfähigkeit von Mann und Frau

2.1 Körperbau

2.2 Muskulatur

2.3 Herz-Kreislaufsystem und Atmung

2.4 Wärmeregulation

2.5 Kraft

2.6 Ausdauer

2.7 Schnelligkeit

2.8 Koordinative Fähigkeiten

2.9 Beweglichkeit

2.10 Resümee

3. Soziale Konstruktion der Geschlechter im Sport

3.1 Sport als körperzentriertes Teilsystem

3.2 Geschlechtsspezifische Identifikationszwänge

3.3 Sozialisation und Identität

3.4 Konfliktpotential für die weibliche Identität

3.5 Identität und Körper

3.6 Körperästhetik und Weiblichkeitszwang

4. Einfluss der Medien auf den Sport

4.1 Überblick über die Geschichte des Mediensports

4.2 Doing Sport – Doing Gender

4.3 Repräsentanz von Sportlerinnen und Sportlern in den Medien

4.4 Einfluss der Medien auf das Sport-Sponsoring

4.5 Darstellung von Sportlerinnen und Sportlern in den Medien

4.6 Visuelle Inszenierung weiblicher Attraktivität

4.7 Die Beschreibung des Aussehens von Sportlerinnen und Sportlern

4.8 Die Optik – Selektionskriterium für die Berichterstattung

4.9 Zusammenfassung

5. Hochleistungssportlerinnen in männlich dominierten Sportarten

5.1 Frauen erobern den Männersport

5.2 Soziale Konstruktion von Geschlecht in Männerdomänen

5.3 Strukturmerkmale des Hochleistungssports

6. Auszüge aus der Untersuchung zur sozialen Konstruktion von Geschlecht von Kleindienst-Cachay & Kunzendorf (2003)

6.1 Die Kandidatinnen

6.2 Konflikthafte Geschlechterkonstruktionen

6.2.1 Das ist doch kein Sport für Frauen!

6.2.2 Die Partnersuche für Sportlerinnen

6.2.3 Die Abwertung des weiblichen Körperbildes

6.2.4 Die Abwertung der sportlichen Leistung

6.2.5 Mechanismen der Aufrechterhaltung des Sportengagements und Identitätsmanagements

6.2.6 Resümee

7. Untersuchung verschiedener Sportarten und Fazit

7.1 Die Auswahl der Sportarten

7.2 Auswertung

7.3 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Geschlechterordnung im Sport, analysiert die Einflussfaktoren auf das sportliche Handeln von Frauen und bewertet die Tendenz hinsichtlich der Geschlechterlücke (Gender Gap) im Sport. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu klären, ob sich dieses Gap schließt oder ob Männer ihre Vorreiterrolle im Sport dauerhaft behaupten.

  • Analyse der geschlechtsspezifischen physischen Leistungsunterschiede
  • Untersuchung der sozialen Konstruktion von Geschlecht im Sport
  • Einfluss der Medien auf die Wahrnehmung und Darstellung von Athletinnen
  • Herausforderungen für Frauen in männlich dominierten Hochleistungssportarten
  • Empirische Untersuchung von Sportarten hinsichtlich Erfindern und Weltmeisterschaften

Auszug aus dem Buch

3.1 Sport als körperzentriertes Teilsystem

Im 18. Und 19. Jahrhundert fand europaweit die Ausdifferenzierung von Turnen, Sport und Spiel als ein Sinngefüge mit spezifischen Rollen statt. Ende des 19. Jahrhunderts etablierten sich mit dem Leistungs-, und Wettkampfsport eigenständige gesellschaftliche Teilsysteme, deren Handlungsorientierungen sich als körperbezogene Leistung und Leistungssteigerung beschreiben lassen. Mittelpunkt des sportlichen Handelns war die körperliche Leistungsfähigkeit, diese zu halten, zu steigern und zu demonstrieren. Vor dem Hintergrund der Erkenntnisse der Geschlechteranthropologie des 18. Und 19. Jahrhunderts und der sich daraus bildenden Geschlechterordnung war es selbstverständlich, dass Mädchen und Frauen lange Zeit aus diesem Inklusionsprozess systematisch ausgeschlossen waren.

Die Geschlechteranthropologie schuf mit anatomischen Vergleichen und den daraus resultierenden unterschiedlichen psychischen Eigenschaften der Geschlechter eine klare Differenz zwischen Mann und Frau. Männern wurde Kraft, Stärke und Aktivität zugeschrieben, Frauen hingegen Schwäche, Passivität und Emotionalität. Geschlecht hat sich bis heute als ein soziales Ordnungsmuster halten können, weil Geschlechtsmerkmale vorrangig auf biologische Voraussetzungen zurückgeführt werden können. Die Tatsache, dass es zwei Geschlechter gibt, die sich nach Anatomie, Physiologie und Leistungsfähigkeit unterscheiden, wird beim Sport sehr deutlich. Körperzentriertheit und Handlungsorientierungen im Sport prädisponieren somit die Aktualisierung von Geschlechterdifferenzen (vgl. Hartmann-Tews, 2006, S. 41-42).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den gesellschaftlichen Wandel und dessen Einfluss auf die hegemoniale Geschlechterordnung im Sport, wobei die Forschungsfrage nach der Entwicklung des Gender Gaps im Vordergrund steht.

2. Die sportliche Leistungsfähigkeit von Mann und Frau: Dieses Kapitel stellt die biologisch bedingten Unterschiede zwischen den Geschlechtern dar, die als Grundlage für die evolutionär gewachsene sportliche Spezialisierung dienen.

3. Soziale Konstruktion der Geschlechter im Sport: Hier wird analysiert, wie Geschlecht als soziales Ordnungsmuster im Sport etabliert wurde und welche Identitätszwänge aus der binären Struktur resultieren.

4. Einfluss der Medien auf den Sport: Es wird untersucht, wie Medien durch selektive Berichterstattung und Darstellung von Athletinnen und Athleten Geschlechterrollen reproduzieren und festigen.

5. Hochleistungssportlerinnen in männlich dominierten Sportarten: Das Kapitel befasst sich mit den Ambivalenzen und Herausforderungen, denen sich Frauen ausgesetzt sehen, wenn sie in traditionelle Männersportarten eindringen.

6. Auszüge aus der Untersuchung zur sozialen Konstruktion von Geschlecht von Kleindienst-Cachay & Kunzendorf (2003): Basierend auf einer Untersuchung von 24 Leistungssportlerinnen werden praktische Erfahrungen mit Abwertung, Identitätskonflikten und Bewältigungsstrategien aufgezeigt.

7. Untersuchung verschiedener Sportarten und Fazit: Auf Basis der Analyse von 209 Sportarten und der Entwicklung von Weltmeisterschaften wird die These untermauert, dass sich die Geschlechterlücke im Sport nicht schließt, sondern eher vergrößert.

Schlüsselwörter

Gender Gap, Geschlechterordnung, Sportsoziologie, Doing Gender, Hochleistungssport, Identitätsentwicklung, Mediensport, Maskulinität, Femininität, Körperästhetik, Geschlechterstereotypen, Sportberichterstattung, soziale Konstruktion, Emanzipation, hegemoniale Männlichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Geschlechterverhältnisse im Sport und analysiert, warum trotz zunehmender gesellschaftlicher Öffnung Männer weiterhin eine dominierende Vorreiterrolle einnehmen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit behandelt die biologischen Leistungsvoraussetzungen, die soziale Konstruktion von Geschlecht, die Rolle der Medien bei der Darstellung von Athletinnen sowie die spezifischen Konflikte von Frauen in männlich dominierten Sportarten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Geschlechterordnung im Sport zu hinterfragen und zu belegen, ob sich die Geschlechterlücke (Gender Gap) tatsächlich schließt oder ob Männer weiterhin als mächtiges Geschlecht im Sport dominieren.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie eine eigene empirische Untersuchung von 209 Sportarten (hinsichtlich Gründer und Weltmeisterschaften) und bezieht sich ergänzend auf die Studie von Kleindienst-Cachay & Kunzendorf.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil der Untersuchung?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der körperlichen und sozialen Voraussetzungen sowie eine detaillierte Analyse der Medienrezeption und der realen Bedingungen für Hochleistungssportlerinnen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind das Gender Gap, die soziale Konstruktion von Geschlecht, hegemoniale Männlichkeit und das Prinzip des "Doing Gender".

Wie reagiert das soziale Umfeld auf Hochleistungssportlerinnen in Männersportarten?

Die Untersuchung zeigt, dass Athletinnen häufig mit Abwehrreaktionen, Diskriminierung und einer Infragestellung ihrer Weiblichkeit konfrontiert werden, was oft als Strategie zur Aufrechterhaltung männlicher Privilegien fungiert.

Welchen Einfluss haben die Medien auf das Gender Gap im Sport?

Medien fungieren als Verstärker traditioneller Rollenbilder, indem sie Frauen oft auf ihr Aussehen reduzieren, während Männer als aggressive, leistungsstarke "Helden" inszeniert werden, was den Frauensport in der öffentlichen Wahrnehmung marginalisiert.

Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf die Zukunft der Geschlechtergleichstellung im Sport?

Der Autor kommt zu einem pessimistischen Schluss: Solange die gesellschaftlichen Vorstellungen von Geschlechterstereotypen bestehen bleiben und Männer die Entwicklung neuer Sportarten dominieren, wird sich die Geschlechterlücke nicht schließen, sondern eher vergrößern.

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Details

Title
Schließt sich die Geschlechterlücke im Sport? Die soziale Konstruktion der Geschlechter und der Einfluss der Medien
Author
Lutz Bussmann (Author)
Publication Year
2008
Pages
63
Catalog Number
V130498
ISBN (eBook)
9783668291171
Language
German
Tags
schließt geschlechterlücke sport konstruktion geschlechter einfluss medien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lutz Bussmann (Author), 2008, Schließt sich die Geschlechterlücke im Sport? Die soziale Konstruktion der Geschlechter und der Einfluss der Medien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130498
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