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Zu den Ursprüngen der Demographie

Wann und wo liegen die Ursprünge der Demographie, welches waren ihre Begründer und welche Paradigmen herrschten zu jener Zeit vor?

Título: Zu den Ursprüngen der Demographie

Trabajo Escrito , 2009 , 16 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Ivonne Luenstroth (Autor)

Sociología - Otros
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Lange bevor die Demographie als wissenschaftliche Disziplin existierte, wurden bereits Bevölkerungsschätzungen wie zum Beispiel im römischen Reich von Kaiser Augustus durchgeführt. Doch wann und wo liegen die Ursprünge der Demographie, welches waren ihre Begründer und welche Paradigmen herrschten zu jener Zeit vor? Mit diesen Fragen möchte ich mich in meiner Hausarbeit beschäftigen.
Die Entwicklung von Verfahren zur statistischen Aufbereitung von Bevölkerungsdaten begann im 17. Jahrhundert durch die so genannten politischen Arithmetiker in England und Deutschland. Diese Verfahren stellen die Basis für demographische Analysen dar, somit kann man die politischen Arithmetiker als Wegbereiter der Demographie bezeichnen.
Die Geschichte der Bevölkerungstheorie ist auch eine Dogmengeschichte, da die Anschauungen und Theorien der Gründerväter der Demographie unter Berufung auf eine göttliche Ordnung formuliert wurden. Religiöse Ansichten flossen demnach auch in die Wissenschaft mit ein und bedingten ihre Ausrichtung, was besonders in den Arbeiten von Johann Peter Süßmilch zum Ausdruck kommt, die er zum Beispiel mit „Die göttliche Ordnung“ betitelte.
Die Geschichte der Demographie ist nicht nur eine Dogmengeschichte, sondern wurde auch geprägt durch verschiedene zeitgeschichtliche oder politische Umstände. Dieses werde ich kurz am Beispiel des Merkantilismus darlegen, welcher einen Einfluss auf die Bevölkerungspolitik ausübte, und somit auch eine Rolle in der Geschichte der Bevölkerungswissenschaft spielt.
Besonders oft wird im Zusammenhang mit Demographie der Name Thomas Malthus genannt. Malthus beherrschte mit seinen Theorien das Denken über Bevölkerung für fast ein ganzes Jahrhundert, und nimmt daher in der Geschichte der Demographie einen hohen Stellenwert ein. Seine “Bevölkerungsgesetze“ waren die Grundlage und der Auslöser für viele Diskussionen, da sie die Bevölkerungsentwicklung sehr pessimistisch darstellten.
Des Weiteren kann man die Entwicklung der Demographie im Zusammenhang mit verschiedenen Denkweisen bzw. Paradigmen betrachten. Es entwickelten sich z.B. Theorien auf Basis des Naturalismus oder des Sozialismus, auf die ich auch im Einzelnen eingehen werde.
Bevor ich nun genauer auf die Begründer der Demographie eingehe, möchte ich kurz den Begriff Demographie definieren.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition „Demographie“ bzw. Bevölkerungslehre

3. Die politischen Arithmetiker

3.1 John Graunt

3.2 William Petty

3.3 Kaspar Neumann

3.4 Johann Peter Süßmilch

4. Entwicklung des merkantilistischen Staates

5. Thomas Malthus

5.1 Naturalismus

6. Die Biologisten

7. Die Sozialisten

8. Die Wohlstandstheorie

9. Ende

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Ursprünge der Demographie als wissenschaftliche Disziplin, identifiziert ihre zentralen Begründer und analysiert die vorherrschenden Paradigmen, die den Diskurs über Bevölkerungsentwicklung im Laufe der Jahrhunderte maßgeblich geprägt haben.

  • Identifikation der „politischen Arithmetiker“ als Wegbereiter der Bevölkerungsstatistik.
  • Analyse des Einflusses politischer Strömungen wie des Merkantilismus auf die Bevölkerungspolitik.
  • Kritische Auseinandersetzung mit Thomas Malthus und seiner Bevölkerungstheorie.
  • Gegenüberstellung des naturalistischen und sozialistischen Ansatzes in der Demographie.
  • Erklärung des Paradigmenwechsels von der „Armutstheorie“ hin zur „Wohlstandstheorie“.

Auszug aus dem Buch

3.1 John Graunt

John Graunt kann als der Gründervater der Bevölkerungswissenschaft in England bezeichnet werden. Er legte den Grundstein für die systematische Sammlung und Auswertung statistischer Daten im 17. Jahrhundert.

Graunt wurde 1620 als Sohn eines Londoner Stoffhändlers geboren und arbeitete nach seiner Schulausbildung in dem Geschäft seines Vaters (vgl. Hald 1990). Während seiner Tätigkeit im dem Geschäft begann er mit der Sammlung und Sortierung der wöchentlich aufgezeichneten Anzahl von Taufen, Beerdigungen und Eheschließungen innerhalb der Anglistischen Kirche in London. Aus den Registern der Toten und den Krankheiten Londons arbeitete er Daten heraus und bearbeitete mit ihnen Fragen nach Todesursachen sowie sozialen Problemen von Großstädten. Zudem stellte er erste Berechnungen zur menschlichen Lebenserwartung auf, die zu jener Zeit aufgrund von Seuchen wie der Pest bei 30 bis 35 Jahren lag (vgl. Birg 2003).

Sein Hauptwerk war „Natural and Political Observations upon the Bills of Mortality“, welches im Jahre 1662 erschien. In diesem Werk präsentierte er die Ergebnisse, welche er durch Berechnungen und Analysen der „Bills of Mortality“, also der “Totenlisten“ der Anglistischen Kirche Londons erlangt hatte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die historische Entwicklung der Demographie ein und stellt die Kernfragen nach den Begründern und den zugrunde liegenden wissenschaftlichen Paradigmen.

2. Definition „Demographie“ bzw. Bevölkerungslehre: Hier werden die wissenschaftlichen Grundlagen und das Verständnis der Demographie als statistische Disziplin zur Erforschung des Bevölkerungszustands definiert.

3. Die politischen Arithmetiker: Dieses Kapitel erläutert die Arbeit der Pioniere im 17. Jahrhundert, die durch die systematische Datenerfassung in England und Preußen die Basis für demographische Analysen schufen.

4. Entwicklung des merkantilistischen Staates: Der Text beschreibt, wie die merkantilistische Bevölkerungspolitik als Instrument zur staatlichen Stärkung und Wirtschaftsoptimierung fungierte.

5. Thomas Malthus: Das Kapitel befasst sich mit der einflussreichen und pessimistischen Bevölkerungstheorie von Malthus, die über ein Jahrhundert lang das demographische Denken dominierte.

6. Die Biologisten: Die Arbeit diskutiert biologistische Erklärungsansätze, die menschliches Handeln durch Naturgesetze und Analogien aus der Tierwelt begründen wollten.

7. Die Sozialisten: Hier wird die sozialistische Gegenposition beleuchtet, die soziale Institutionen und das Eigentum für Bevölkerungsentwicklungen verantwortlich macht.

8. Die Wohlstandstheorie: Die Zusammenfassung der Theorie erklärt den Paradigmenwechsel vom Malthusianismus hin zur Erkenntnis, dass Wohlstandsentwicklung einen Rückgang der Geburtenrate bewirken kann.

9. Ende: Das Schlusswort resümiert die Bedeutung der historischen Denkmuster und betont, dass die Demographie stets im engen Kontext ihrer zeitgeschichtlichen Einflüsse betrachtet werden muss.

Schlüsselwörter

Demographie, Bevölkerungswissenschaft, Bevölkerungsstatistik, politische Arithmetiker, John Graunt, Thomas Malthus, Bevölkerungsgesetz, Merkantilismus, Naturalismus, Biologismus, Sozialismus, Wohlstandstheorie, Bevölkerungsentwicklung, Bevölkerungsfalle, Dogmengeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehungsgeschichte der Demographie als wissenschaftliche Disziplin von ihren Anfängen im 17. Jahrhundert bis zur Entwicklung moderner Wohlstandstheorien.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung statistischer Verfahren, der Rolle politischer Strömungen wie des Merkantilismus und dem Wandel demographischer Paradigmen im Kontext gesellschaftlicher Umbrüche.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Wurzeln der Demographie aufzuzeigen, ihre wichtigsten Gründerväter zu benennen und die Denkweisen zu analysieren, die das Verständnis von Bevölkerung im Zeitverlauf geprägt haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine wissenschaftshistorische Arbeit, die primär auf einer Literaturanalyse der klassischen Bevölkerungstheorien und deren Kontextualisierung in der Dogmengeschichte basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der „politischen Arithmetiker“, die Analyse von Thomas Malthus' Theorien, die Betrachtung biologistischer und sozialistischer Denkschulen sowie die Erläuterung der späteren Wohlstandstheorie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Demographie, Bevölkerungsstatistik, Malthusianismus, Merkantilismus, Biologismus und Wohlstandstheorie definieren.

Was unterscheidet die „politischen Arithmetiker“ von der modernen Demographie?

Während die politischen Arithmetiker des 17. Jahrhunderts ihre Daten oft zur Bestätigung einer „göttlichen Ordnung“ nutzten, stützt sich die moderne Demographie auf säkulare, empirische wissenschaftliche Methoden.

Warum wird Thomas Malthus als so prägend in der Demographiegeschichte dargestellt?

Malthus beherrschte mit seiner These, dass das Bevölkerungswachstum die Nahrungsmittelproduktion übersteigt, das demographische Denken über fast ein ganzes Jahrhundert und löste grundlegende gesellschaftliche Debatten aus.

Wie erklärt die „Wohlstandstheorie“ das Phänomen sinkender Geburtenraten?

Die Wohlstandstheorie, unter anderem gestützt auf das Gossensche Gesetz, postuliert, dass mit steigendem Wohlstand und Kultur die Menschen ihre Prioritäten verlagern und sich eher gegen Kinder entscheiden als unter Bedingungen von Armut.

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Detalles

Título
Zu den Ursprüngen der Demographie
Subtítulo
Wann und wo liegen die Ursprünge der Demographie, welches waren ihre Begründer und welche Paradigmen herrschten zu jener Zeit vor?
Universidad
Bielefeld University
Curso
Grundlagen der Demographie
Calificación
1,3
Autor
Ivonne Luenstroth (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
16
No. de catálogo
V130521
ISBN (Ebook)
9783640363827
ISBN (Libro)
9783640364220
Idioma
Alemán
Etiqueta
Ursprüngen Demographie Wann Ursprünge Demographie Begründer Paradigmen Zeit Thema Demographischer Wandel
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Ivonne Luenstroth (Autor), 2009, Zu den Ursprüngen der Demographie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130521
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