Menschen streben stets nach Gerechtigkeit. Die Vorstellung, dass die Welt gerecht ist und jeder das bekommt, was er verdient beschäftigte bereits 428 v. Chr. den griechischen Philosophen Platon. „Dieser Glaube erlaubt es den Menschen, ihre soziale und physikalische Umwelt so zu behandeln, als sei sie geordnet und gerecht. Der Glaube an Gerechtigkeit erfüllt somit wichtige adaptive Funktionen“. Was Menschen konkret als gerecht oder ungerecht empfinden, ist von persönlichen Bedürfnissen und dem sozialen Umfeld abhängig. Menschen aus dem gleichen sozialen Umfeld oder aus Gruppen haben oft ähnelnde Vorstellungen, was sie als gerecht oder ungerecht empfinden. Gerechtigkeit entsteht somit im sozialen Miteinander, ist ein Ergebnis von zwischenmenschlicher Interaktion und ein Persönlichkeitskonstrukt. Das Erleben von Gerechtigkeit wird bereits in der Kindheit geprägt. Hier spielen auch Autoritäten eine Rolle. Insbesondere die Gerechtigkeitserfahrung in der Schule, bzw. gegenüber Lehrkräften im Sinne eines subjektiven Erlebens von Gerechtigkeit oder Ungerechtigkeit prägt die positive oder negative Einstellung gegenüber Autoritäten. Karl Marx beschrieb bereits im Jahr 1932, dass aus der Verfügungsgewalt über die Produktionsmittel schließlich auch die Verfügung über die Gedanken, Orientierung und Einstellung der Menschen, die ökonomische Struktur der Gesellschaft ein spezifisches Autoritätsverhältnis hervorbringt. Somit entsteht Autoritarismus zwangsläufig mehr oder weniger stark ausgeprägt in jedem Angestelltenverhältnis. Während der Corona-Pandemie konnte man die Konstrukte Glaube an eine gerechte Welt und Autoritarismus, hinsichtlich der Restriktionen, der Impfstoffverteilung und der Diskussion um Rechte für geimpfte und ungeimpfte Personen in den Medien verfolgen und innerhalb seiner sozialen Umwelt beobachten. Auch hier dominiert auf der einen Seite der Wunsch nach Gerechtigkeit und der Glaube an Autoritäten, in Form des Staates, respektive der Politik. An dieser Stelle öffnet sich die Frage, ob und inwieweit es einen bedeutenden Zusammenhang zwischen dem Konstrukt Autoritarismus und Gerechte-Welt-Glaube gibt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Theorie und Forschungsstand
- Theoretischer und empirischer Forschungsstand
- Fragestellung und Hypothese
- Methode
- Stichprobenbeschreibung
- Untersuchungsdesign
- Datenerhebung: Instrumente und Messgeräte
- Durchführung
- Datenanalyse
- Ergebnisse
- Deskriptive Auswertung der Daten
- Prüfung zur Voraussetzung parametrischer Verfahren
- Statistische Auswertung der Daten
- Weitere Befunde
- Diskussion
- Diskussion und Interpretation der Ergebnisse
- Kritische Betrachtung der Studie und Ausblick
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Forschungsarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem Konstrukt Autoritarismus und Gerechte-Welt-Glaube. Neben der Analyse des aktuellen Forschungsstandes wird eine empirische Studie durchgeführt und ausgewertet.
- Die Arbeit beleuchtet die Konstrukte Autoritarismus und Gerechte-Welt-Glaube im Detail.
- Es werden die theoretischen Grundlagen und der aktuelle Forschungsstand zu beiden Konstrukten dargestellt.
- Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Autoritarismus und Gerechte-Welt-Glaube anhand einer empirischen Studie.
- Die Ergebnisse der Studie werden diskutiert und interpretiert.
- Die Arbeit bietet einen Ausblick auf zukünftige Forschungsfragen.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema ein und erläutert die Relevanz des Zusammenhangs zwischen Autoritarismus und Gerechte-Welt-Glaube. Kapitel 2 präsentiert die theoretischen Grundlagen und den aktuellen Forschungsstand zu beiden Konstrukten. Es werden die Definitionen, die relevanten Theorien und die wichtigsten empirischen Ergebnisse dargestellt. Kapitel 3 beschreibt die Methode der empirischen Studie, die durchgeführt wurde. Es werden die Stichprobe, das Untersuchungsdesign, die Datenerhebung und die Datenanalyse detailliert erläutert. Kapitel 4 präsentiert die Ergebnisse der empirischen Studie. Die Ergebnisse werden sowohl deskriptiv als auch statistisch ausgewertet und interpretiert. Kapitel 5 diskutiert die Ergebnisse der Studie und setzt sie in den Kontext des bisherigen Forschungsstandes. Es werden die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit zusammengefasst und ein Ausblick auf zukünftige Forschungsfragen gegeben.
Schlüsselwörter
Autoritarismus, Gerechte-Welt-Glaube, empirische Forschung, Persönlichkeit, Einstellungen, Gerechtigkeit, Soziales, Verhalten, Studie, Ergebnisse, Diskussion.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter dem "Gerechte-Welt-Glauben"?
Es ist die psychologische Vorstellung, dass die Welt geordnet und gerecht ist und jeder bekommt, was er verdient. Dies erfüllt eine wichtige adaptive Funktion für das Individuum.
Wie hängen Autoritarismus und Gerechte-Welt-Glaube zusammen?
Die Forschungsarbeit untersucht, ob Menschen mit einer starken Orientierung an Autoritäten auch eher dazu neigen, an eine grundsätzlich gerechte Weltordnung zu glauben.
Welchen Einfluss haben Kindheitserfahrungen auf das Gerechtigkeitsempfinden?
Insbesondere Erfahrungen mit Autoritäten wie Lehrkräften prägen das subjektive Erleben von Gerechtigkeit und beeinflussen die spätere Einstellung gegenüber staatlichen Institutionen.
Inwiefern spielte die Corona-Pandemie eine Rolle in der Studie?
Die Pandemie diente als aktuelles Beobachtungsfeld für den Wunsch nach staatlicher Autorität und Gerechtigkeit bei der Verteilung von Rechten und Ressourcen (z. B. Impfstoffe).
Was war das Ziel der empirischen Untersuchung?
Ziel war es, durch statistische Datenerhebung und -analyse festzustellen, ob ein signifikanter Zusammenhang zwischen autoritären Einstellungen und dem Glauben an eine gerechte Welt besteht.
- Citation du texte
- Stephanie Demps (Auteur), 2021, Psychologische Forschungsmethoden: Autoritarismus und Gerechte-Welt-Glaube, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1305712