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Soziale Netzwerke als Ressource für Care Leaver unter Berücksichtigung der Bindungstheorie

Título: Soziale Netzwerke als Ressource für Care Leaver unter Berücksichtigung der Bindungstheorie

Tesis (Bachelor) , 2018 , 82 Páginas , Calificación: 2,3

Autor:in: Anonym (Autor)

Ciencias sociales (General)
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Care Leaver verlassen die stationäre Jugendhilfe in ein eigenständiges Leben in den meisten Fällen viel früher als ihre Altersgenossen, welche in Familien aufwachsen. Welche Netzwerke haben die jungen Erwachsenen nach dem Auszug aus der Heimmaßnahme und was geschieht mit den Bindungen, die währenddessen aufgebaut wurden? In der vorliegenden Arbeit werden verschiedene Möglichkeiten entwickelt, um den Übergang in ein selbstständiges Leben zu vereinfachen. Die notwendigen Ressourcen dafür gilt es unter anderem im Rahmen der Entwicklungsaufgaben zu erwerben. Nach einer theoretischen Auseinandersetzung mit sozialen Netzwerken und der Bindungstheorie werden diese im Vordergrund stehen. Die Betrachtung aus unterschiedlichen Perspektiven macht deutlich, dass die Bewältigung der Entwicklungsaufgaben im stationären Kontext mit erheblichen Herausforderungen einhergeht. In der durchgeführten Forschung ist erkennbar, dass die Fachkräfte der Einrichtung auch nach dem Auszug der Care Leaver noch eine entscheidende Rolle spielen. Im Verlauf der Arbeit werden auf sozialer, organisatorischer und unterstützender Ebene Möglichkeiten erarbeitet, um tragfähige Netzwerke aufzubauen und dabei die vorhandenen Bindungen aufrechtzuerhalten. Kontakte zu Gleichaltrigen, eine angemessene Ausbildungsvergütung und die mobile Jugendhilfe nach dem Auszug sind drei Beispiele der jeweiligen Ebenen. Die Aufgabenprofile des Jugend- bzw. Sozialamtes werden dabei auf die jeweilige Zuständigkeit hin untersucht. Auffällig ist die uneinheitliche finanzielle Ausgestaltung der Bundesländer, sodass neben der einheitlichen Regelung, auf politischer Ebene, das Wissen der Fachkräfte über bestehende Möglichkeiten äußert wichtig erscheint. Denn rechtliche Grundlagen, um die Care Leaver in einem tragfähigen Netz aufzufangen, sind bereits vorhanden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen

2.1. Stationäre Jugendhilfe

2.2. Care Leaver

2.3. Bindung

2.3.1. Die Bindungstheorie nach John Bowlby

2.3.2. Bindungsbeziehung zur Erzieherin

2.4. Soziale Netzwerke

2.4.1. Leitthesen sozialer Netzwerke

2.4.2. Kategorien sozialer Netzwerke

3. Ausgangslage

3.1. Gesetzliche Gegebenheiten

3.2. Datenerhebung

3.3. Stichprobe und Auswahl

3.4. Auswertung der Daten

4. Entwicklungsaufgaben

4.1. Allgemeine Entwicklungsaufgaben

4.2. Entwicklungsaufgaben in der Familie

4.3. Entwicklungsaufgaben im Kontext der stationären Jugendhilfe

5. Aufgabenprofile der unterstützenden Dienste

5.1. Aufgabenprofil des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD)

5.2. Aufgabenprofil der Sozialhilfe

6. Welche Netzwerke sollen aufgebaut werden?

6.1. Sozial / emotionale Ebene

6.1.1. Bezugserziehung

6.1.2. Freundschaften

6.2. Organisatorische Ebene

6.2.1. Schule als Sozialisationsort

6.2.2. Kostenheranziehung

6.2.3. Freizeiteinrichtungen

6.2.4. Ombudsstellen und Care Leaver Netzwerke

6.3. Unterstützende Ebene

6.3.1. Check-out Seminar

6.3.2. Kultur des Zurückkommen Könnens

6.3.3. Mobile Jugendhilfe

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie Care Leaver nach dem Verlassen der stationären Jugendhilfe tragfähige soziale Netzwerke aufbauen können, um den Übergang in ein selbstständiges Leben zu erleichtern, wobei ein besonderer Fokus auf der Bedeutung der Bindungstheorie zur Bewältigung von Entwicklungsaufgaben liegt.

  • Herausforderungen beim Übergang aus der stationären Jugendhilfe
  • Bedeutung der Bindungstheorie für Care Leaver
  • Rolle sozialer Netzwerke im Lebenslauf
  • Strategien und Methoden zur Netzwerkstärkung
  • Rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen für Care Leaver

Auszug aus dem Buch

2.3.1. Die Bindungstheorie nach John Bowlby

„Bindung meint die besondere Beziehung eines Kindes zu seinen Eltern oder zu anderen beständigen Bezugspersonen. Sie ist das emotionale Band, das es mit diesen anderen, besonderen Personen über Raum und Zeit verbindet.“ (Unzner 2002, S. 47) Grundlegend geht es in der Bindungstheorie von John Bowlby um die Hypothese, dass die Unterschiede, in der Art und Weise, wie sich Bindungen entwickeln und zu welcher Organisation es bei verschiedenen Personen im Verlauf der kindlichen Entwicklung kommt, zu bestimmen scheinen, ob eine Person psychisch gesund aufwächst oder nicht. Dabei wird die entscheidende Komponente der menschlichen Natur in der Neigung starke emotionale Bindungen zu spezifischen Individuen aufzubauen, gesehen. Im Keim ist dies bereits bei Neugeborenen zu sehen und bleibt bis zum Erwachsenenalter bzw. sogar bis ins hohe Alter erhalten. Bindungen zu den Eltern oder Elternersatzfiguren bestehen während der Kindheit und die Kinder suchen Schutz, Trost und Hilfe. Bei gesunder Entwicklung bleiben sie bestehen, überdauern das Jugendalter und reichen bis ins Erwachsenenalter. Sie werden lediglich durch neue Bindungen ergänzt (vgl. Bowlby 1999, S. 20f.). Wie oben erwähnt, war die Vermutung zu Beginn, dass die Bindung aufgrund der Ernährerrolle der Mutter besteht. Dies spielt in manchen Beziehungen eine Rolle, sie bestehen jedoch aus sich heraus und haben eine eigene Überlebensfunktion, nämlich die Schutzfunktion (vgl. ebd., S. 21). Die Fähigkeit diese Bindungen einzugehen ist ein grundlegendes Merkmal einer effektiv funktionierenden Persönlichkeit und psychischer Gesundheit. Der Drang, die Umwelt zu erkunden, zu spielen und an verschiedenen Aktivitäten mit Gleichaltrigen teilzunehmen, stellt eine weitere Komponente der Bindungsfigur. Fühlt sich die Person, gleich welchen Alters sicher, wird sie wahrscheinlich ihr Umfeld erkunden. Ist das Gegenteil der Fall, wird sie also erschreckt, ist ängstlich oder fühlt sich unwohl, ist ein starkes Bedürfnis nach Nähe zu verspüren. Die dritte Komponente menschlichen Verhaltens verweist auf die elterliche Fürsorge, die komplementär zum Bindungsverhalten des Kindes ist. Dabei handelt es sich um innere Arbeitsmodelle, welche vom Kind selbst sowie von der Mutter erstellt werden. Die Funktion derer besteht in der Simulation von Ereignissen und Realität, sodass das Individuum sein Verhalten einsichtig und vorausschauend planen kann. Je adäquater und zutreffender das geschieht, desto besser angepasst ist das darauf beruhende Verhalten (vgl. ebd., S. 23). Diese Interaktionsmuster haben eine große

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die prekäre Lebenssituation von Care Leavern nach dem Auszug aus der stationären Jugendhilfe und verdeutlicht die Notwendigkeit stabiler Netzwerke.

2. Definitionen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie stationäre Jugendhilfe, Care Leaver, Bindung und soziale Netzwerke als Grundlage für die weitere Analyse.

3. Ausgangslage: Es wird der rechtliche und methodische Rahmen der Untersuchung dargelegt, einschließlich der Datenerhebung durch Befragungen von Care Leavern.

4. Entwicklungsaufgaben: Der Fokus liegt auf der theoretischen Auseinandersetzung mit Entwicklungsaufgaben, besonders im Kontext der stationären Jugendhilfe und deren Einfluss auf die psychische Gesundheit.

5. Aufgabenprofile der unterstützenden Dienste: Das Kapitel beschreibt die Rollen und Aufgaben des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD) sowie der Sozialhilfe bei der Unterstützung junger Erwachsener.

6. Welche Netzwerke sollen aufgebaut werden?: Hier werden konkrete Ansätze auf sozial-emotionaler, organisatorischer und unterstützender Ebene zur Netzwerkstärkung vorgestellt.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit politischer und fachlicher Verbesserungen, um Care Leavern den Übergang in ein eigenständiges Leben durch tragfähige Netzwerke zu erleichtern.

Schlüsselwörter

Care Leaver, Stationäre Jugendhilfe, Bindungstheorie, Soziale Netzwerke, Entwicklungsaufgaben, Jugendamt, Sozialhilfe, Bezugserziehung, Übergangsmanagement, Empowerment, Selbstständigkeit, Soziale Arbeit, Lebenswelt, Bindungsbeziehung, Übergang

Häufig gestellte Fragen

Was ist das zentrale Thema dieser Arbeit?

Die Bachelor-Thesis befasst sich mit der Situation von Care Leavern, also jungen Erwachsenen, die aus der stationären Jugendhilfe in ein eigenständiges Leben wechseln, und untersucht soziale Netzwerke als wichtige Ressource.

Welche Aspekte stehen bei der Unterstützung von Care Leavern im Vordergrund?

Zentrale Themen sind der Aufbau stabiler sozialer Netzwerke, die Bedeutung der Bindungstheorie, die Bewältigung von Entwicklungsaufgaben sowie die Rolle unterstützender Dienste wie Jugendamt und Sozialhilfe.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie tragfähige soziale Netzwerke für Care Leaver aufgebaut werden können, um den Übergang in die Selbstständigkeit erfolgreich zu gestalten und bestehende Bindungen aufrechtzuerhalten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit der Bindungstheorie und Entwicklungsaufgaben sowie auf die Auswertung einer empirischen Datenerhebung durch schriftliche Befragungen und Interviews mit Care Leavern.

Welche Bereiche werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Bindung, Netzwerke), eine Analyse der Ausgangslage, die Betrachtung von Entwicklungsaufgaben, die Vorstellung von Aufgabenprofilen unterstützender Dienste sowie konkrete Netzwerk-Strategien.

Welche Merkmale charakterisieren die Arbeit?

Sie zeichnet sich durch die Verknüpfung von pädagogischer Theorie (insb. Bowlby und Havighurst) mit den konkreten Lebensrealitäten junger Erwachsener und den administrativen Rahmenbedingungen der Jugendhilfe aus.

Warum spielt die Bindungstheorie von John Bowlby eine Rolle für diese Arbeit?

Die Bindungstheorie erklärt, wie junge Menschen Bindungen aufbauen und aufrechterhalten; für Care Leaver ist dies kritisch, da der Auszug aus der stationären Jugendhilfe oft einen abrupten Bindungsabbruch zur Folge hat.

Welche Bedeutung haben die Ergebnisse für die praktische Arbeit in der Jugendhilfe?

Die Arbeit verdeutlicht, dass Fachkräfte durch die Förderung von Netzwerken und die Etablierung einer „Kultur des Zurückkommen Könnens“ massiv dazu beitragen können, dass junge Erwachsene auch nach dem offiziellen Ende der Hilfe eine tragfähige Unterstützung behalten.

Final del extracto de 82 páginas  - subir

Detalles

Título
Soziale Netzwerke als Ressource für Care Leaver unter Berücksichtigung der Bindungstheorie
Universidad
University of Applied Sciences Koblenz
Calificación
2,3
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2018
Páginas
82
No. de catálogo
V1306091
ISBN (PDF)
9783346775245
ISBN (Libro)
9783346775252
Idioma
Alemán
Etiqueta
Care Leaver stationäre Jugendhilfe Bindungstheorie Soziale Netzwerke
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2018, Soziale Netzwerke als Ressource für Care Leaver unter Berücksichtigung der Bindungstheorie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1306091
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