"Der moderne Wahn des Versorgungsstaates" führt am Ende nicht zu mehr Eigenverantwortung der Bürger, sondern macht aus ihnen "soziale Untertanen". Diese Warnung Ludwigs Erhards aus dem Jahr 1956 gewinnt bei der aktuellen Diskussion über die Zusammenführung von Sozial- und Arbeitslosenhilfe zu einem Arbeitslosengeld II (ALG II) immer mehr an Bedeutung.
Das momentane System gewährt Leistungsberechtigten je nach Ausgangssituation unbefristet Arbeitslosenhilfe (ALHI) oder Sozialhilfe (SOHI), deren Höhe unterschiedlich ist. Durch das Arbeitslosengeld II soll dieser Konstruktionsfehler eliminiert werden und mehr Effizienz und Gerechtigkeit erreicht werden. Darüber hinaus muß sich Arbeit im Vergleich zu den Transferleistungen lohnen. Durch drastische Sanktionen bei der Ablehnung einer Erwerbstätigkeit soll zusätzlich der Anreiz zur Annahme einer Arbeit erhöht und eine Reduktion der (Langzeit-) Arbeitslosigkeit erreicht werden. Zwar werden sich große Veränderungen nur bei Berücksichtigung von Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage verwirklichen lassen, jedoch werden wir im folgenden nur auf die Steigerung des Anreizes auf der Arbeitsangebotsseite eingehen, die durch Senkung der Transferleistungen erreicht werden soll. Damit soll die Notwendigkeit der Reform unterstrichen werden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Sozialhilfe (SOHI)
- Arbeitslosenhilfe (ALHI)
- Arbeitslosengeld II (ALG II)
- Fazit
- Anhang
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit analysiert die Sozialhilfe (SOHI), die Arbeitslosenhilfe (ALHI) und das Arbeitslosengeld II (ALG II) im Kontext der deutschen Sozialpolitik. Sie untersucht die Funktionsweise und die Ziele dieser Transferleistungen sowie die Herausforderungen, die mit ihrer Umsetzung verbunden sind. Die Arbeit beleuchtet die Reform des Sozialhilfe- und Arbeitslosensystems durch die Einführung des Arbeitslosengeldes II und analysiert die Auswirkungen dieser Reform auf die Arbeitsmarktintegration und die soziale Sicherung.
- Die Funktionsweise und Ziele der Sozialhilfe, Arbeitslosenhilfe und des Arbeitslosengeldes II
- Die Reform des Sozialhilfe- und Arbeitslosensystems durch die Einführung des Arbeitslosengeldes II
- Die Auswirkungen der Reform auf die Arbeitsmarktintegration und die soziale Sicherung
- Die Herausforderungen der Umsetzung der Transferleistungen
- Die Rolle des Staates in der Sozialpolitik
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung stellt die Relevanz der Thematik dar und erläutert die Zielsetzung der Hausarbeit. Sie beleuchtet die aktuelle Diskussion über die Zusammenführung von Sozial- und Arbeitslosenhilfe zu einem Arbeitslosengeld II und die damit verbundenen Herausforderungen.
- Sozialhilfe (SOHI): Dieses Kapitel beschreibt die Funktionsweise und die Ziele der Sozialhilfe. Es beleuchtet die rechtlichen Grundlagen, die Höhe der Leistungen und die verschiedenen Formen der Sozialhilfe. Außerdem werden die Auswirkungen der Sozialhilfe auf die Arbeitsmarktintegration und die soziale Sicherung diskutiert.
- Arbeitslosenhilfe (ALHI): Dieses Kapitel behandelt die Arbeitslosenhilfe als eine weitere Transferleistung im deutschen Sozialsystem. Es erläutert die Voraussetzungen für den Bezug von Arbeitslosenhilfe, die Höhe der Leistungen und die Dauer des Bezuges. Außerdem werden die Auswirkungen der Arbeitslosenhilfe auf die Arbeitsmarktintegration und die soziale Sicherung analysiert.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen Sozialhilfe, Arbeitslosenhilfe, Arbeitslosengeld II, Sozialpolitik, Arbeitsmarktintegration, soziale Sicherung, Reform, Transferleistungen, Existenzminimum, Armut, Arbeitslosigkeit, Anreize, Sanktionen, Effizienz, Gerechtigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Was war das Ziel der Einführung des Arbeitslosengeldes II (ALG II)?
Ziel war die Zusammenführung von Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe, um mehr Effizienz, Gerechtigkeit und stärkere Anreize zur Arbeitsaufnahme zu schaffen.
Wie unterschieden sich Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe vor der Reform?
Die Leistungen waren je nach Ausgangssituation unterschiedlich hoch und unbefristet, was oft als „Konstruktionsfehler“ im alten System kritisiert wurde.
Welche Rolle spielen Sanktionen beim ALG II?
Durch drastische Sanktionen bei Ablehnung einer Erwerbstätigkeit soll der Anreiz erhöht werden, auch weniger attraktive Stellen anzunehmen, um die Langzeitarbeitslosigkeit zu senken.
Was bedeutet das Lohnabstandsgebot in diesem Zusammenhang?
Es soll sichergestellt werden, dass sich Erwerbsarbeit im Vergleich zu staatlichen Transferleistungen finanziell immer lohnt.
Werden durch die Reform sowohl die Angebots- als auch die Nachfrageseite bedient?
Die vorliegende Arbeit konzentriert sich primär auf die Steigerung des Anreizes auf der Arbeitsangebotsseite durch die Senkung bzw. Umstrukturierung der Transferleistungen.
- Quote paper
- Dorothee Raff (Author), 2003, Sozialhilfe, Arbeitslosenhilfe und Arbeitslosengeld II, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130872