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Entwicklungsprobleme Brasiliens und lateinamerikanischer Staaten - Befunde und Ursachen sozialer Ungleichhheiten in Lateinamerika

Title: Entwicklungsprobleme Brasiliens und lateinamerikanischer Staaten - Befunde und Ursachen sozialer Ungleichhheiten in Lateinamerika

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 39 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Mag. Dominic Vaas (Author)

Politics - Region: Middle and South America
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Viele Länder Lateinamerikas gelten als so genannte „Schwellenländer“. Das heißt sie sind auf dem Sprung zur Industrienation. In diesen Ländern gibt es viele moderne Sektoren bezüglich Technologie, Produktion, Konsum, Infrastruktur, Industrie und ähnliches. Trotzdem gelten sie vielfach noch als Entwicklungsländer, was mit den sozialen Problemen und der Armut großer Bevölkerungsteile begründet ist. Es gibt eine Spannung zwischen Modernität und Technisierung und den allgemeinen sozialen Verhältnissen. Die ökonomische und die technische Entwicklung auf der einen Seite und die soziale Entwicklung auf der anderen Seite klaffen auseinander.

Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom Problem der „nachhaltigen Entwicklung“. Das entscheidende Kriterium der Entwicklung ist letztlich die Verbesserung der kollektiven Lebensqualität. Dies entspricht dem Kernproblem der lateinamerikanischen Entwicklung.

Die Fragestellungen dieser Arbeit:

Zunächst stellt sich die Frage anhand welcher Indikatoren die hochgradige Polarisierung Lateinamerikas (wenige Reiche und sehr viele Arme) erkennbar ist. Dies lässt sich am besten an der Einkommens-Ungleichheit – mittels dem Human-Development-Index (HDI), dem Gini-Koeffizienten und der Lorenzkurve – und der Frage: „Was bedeutet eigentlich arm?“ veranschaulichen. Dabei müssen regionale Unterschiede und die Entwicklung über die Jahre mit berücksichtigt werden. Hierzu soll die Entwicklung eines ausgewählten Landes, nämlich Brasilien, skizziert werden um die Befunde zu veranschaulichen.

Außer der Vorstellung und Erklärung der Befunde sozialer Ungleichheit wird es aber auch um die Frage gehen:

„Was sind eigentlich die konkreten Ursachen der anhaltenden sozialen Ungleichheit in Lateinamerika?“

Diese Frage drängt sich nach der Betrachtung und dem Vergleich der Befunde sozialer Ungleichheit Lateinamerikas mit denen anderer Länder gerade zu auf. Lateinamerika gilt als reich gesegnetes Land bezüglich ökonomisch verwertbarer Ressourcen (Bodenschätze, fruchtbare Böden etc.), trotzdem leben seit Jahrzehnten weite Teile der Bevölkerung in großer Armut. Im krassen Gegensatz zum luxuriösen Leben einiger weniger Privilegierter aus den wirtschaftlichen und politischen Eliten.

Warum dies so ist u. warum dieser Zustand nur sehr schwer zu ändern ist, soll ebenfalls Gegenstand dieser Arbeit sein u. anhand einiger für Lateinamerika typischen Aspekte erklärt werden.

Die Arbeit hat 2 schöne Tabellen mit vielen Daten u. 2 Grafiken.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I.) Einleitung:

1.) Lateinamerika als geografischer Begriff

2.) Zur Einführung: Armut und Reichtum in Lateinamerika

II.) Hauptteil:

1.) Meßmethoden und Darstellungsmöglichkeiten sozialer Ungleichheit

a.) Der Gini-Koeffizient

b.) Die Lorenzkurve

c.) Der Human Development-Index (HDI)

2.) Definition von Armut

a.) Soziologisch definierte Armut

b.) Armut nach ökonomischen Kriterien

3.) Befunde sozialer Ungleichheit in Lateinamerika

a.) Tabellarische Zusammenstellung wichtiger Befunde

b.) Lateinamerika im internationalen Vergleich (+Tabelle)

c.) Erklärung der Befunde anhand eines ausgewählten Landes: Brasilien

- Historische Grundlagen

- Die Sozialpolitik als Chance

- Wirtschaftspolitische Einflüsse auf die brasilianische Gesellschaft (30er - 80er Jahre, Plano Real, Reformen der 2. Generation)

III.) Schlussbetrachtung:

1.) Häufige Ursachen der sozialen Ungleichheit in Lateinamerika:

a.) Allgemeine Ursachen

b.) Klientelismus, Patrimonialismus und Patronage

2.) Ökologie und das Problem der nachhaltigen Entwicklung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen und Ausprägungen der sozialen Ungleichheit in Lateinamerika, wobei das Beispiel Brasilien als zentrales Fallbeispiel dient, um die ökonomischen und historischen Hintergründe der Polarisierung zwischen armen und reichen Bevölkerungsschichten zu verdeutlichen.

  • Indikatoren und Messmethoden zur Erfassung sozialer Ungleichheit
  • Soziologische und ökonomische Definitionen von Armut
  • Strukturelle Analyse der brasilianischen Sozial- und Wirtschaftspolitik
  • Einfluss von Klientelismus und Patronage auf die gesellschaftliche Entwicklung

Auszug aus dem Buch

3.) Wirtschaftspolitische Einflüsse auf die brasilianische Gesellschaft

a.) Merkmale der Importsubstitutionsphase (30er bis 80er Jahre)

Protektionismus: Durch strenge Devisen- und Importkontrollen und hohe Einfuhrzölle wurde die inländische Industrie von der Außenwirtschaft abgeschottet. Die brasilianischen Unternehmen waren so nur wenig Wettbewerb ausgesetzt und standen somit auch nicht unter dem Druck wirtschaftlich zu handeln. Deshalb zeichneten sich brasilianische Produkte oftmals durch schlechte Qualität und überhöhte Preise aus, und waren folglich international nicht wettbewerbsfähig.

Staats-Interventionismus: Die intensive Staatstätigkeit trat in mehreren Bereichen auf: Zum einen wurde durch Gründung vieler Staatsbetriebe in allen wirtschaftlichen Schlüsselsektoren der Staatssektor massiv ausgeweitet. Selbst die Gewerkschaften waren vom Staat gesteuert. Zum anderen subventionierte der Staat auch die Privatindustrie, die bald von dieser Unterstützung abhängig wurde (Stichwort Wettbewerbsfähigkeit). Ziel war es, die Industrialisierung und die heimische Produktion voranzutreiben, um von Importen unabhängig zu werden. Die Folge der staatlich forcierten Industrialisierung war ein aufgeblähter und vor allem kostenintensiver Verwaltungsapparat.

Expansive Budgetpolitik: Das starke Wachstum, das Brasilien aufgrund der angekurbelten Industrialisierung v. a. in den 60er und 70er Jahren („milagre brasileiro“) verzeichnen konnte, hatte allerdings seinen Preis. Kurzfristige Investitionen und die Finanzierung des viel zu großen Staatsapparates wurden häufig über ein wachsendes Haushaltsdefizit oder über die Notenpresse getätigt, so dass die Inflation in die Höhe getrieben wurde. Zudem wurden für den Ausbau der Industrie in großen Mengen Auslandskredite aufgenommen. Die Zunahme der Verschuldung wurde dafür lange Zeit gebilligt („growth-cum-debt-strategie“), was später einige Schuldenkrisen auslöste.

Zusammenfassung der Kapitel

I.) Einleitung: Diese Einleitung führt in den geografischen Begriff Lateinamerika ein und diskutiert das grundlegende Spannungsfeld zwischen Armut und Reichtum.

II.) Hauptteil: Der Hauptteil analysiert statistische Messmethoden zur Ungleichheit, definiert Armutsbegriffe und untersucht anhand des Fallbeispiels Brasilien historische und wirtschaftspolitische Ursachen.

III.) Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ursachen der sozialen Ungleichheit zusammen, beleuchtet die Rolle von klientelistischen Strukturen und geht auf ökologische Aspekte nachhaltiger Entwicklung ein.

Schlüsselwörter

Soziale Ungleichheit, Lateinamerika, Brasilien, Armut, Gini-Koeffizient, Lorenzkurve, Human Development Index, Importsubstitution, Klientelismus, Patronage, Patrimonialismus, Wirtschaftspolitik, Sozialpolitik, Inflation, Nachhaltige Entwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse der sozialen Ungleichheit in Lateinamerika und deren tieferliegenden Ursachen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Messung von Ungleichheit, ökonomische Modelle, politische Strukturen sowie die soziopolitische Situation in Brasilien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die hochgradige soziale Polarisierung in Lateinamerika mittels Indikatoren zu erfassen und die historischen sowie wirtschaftspolitischen Ursachen zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es werden quantitativ-statistische Kennzahlen (wie der Gini-Koeffizient und HDI) mit einer qualitativen historischen und strukturellen Analyse (am Beispiel Brasiliens) kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit Messmethoden, der Definition von Armut, empirischen Befunden zu Lateinamerika und einer detaillierten Analyse von Brasiliens Entwicklung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind soziale Ungleichheit, Armut, HDI, Brasilien, Klientelismus und wirtschaftliche Importsubstitution.

Warum ist Brasilien ein repräsentatives Beispiel für Lateinamerika?

Brasilien dient als Beispiel, weil es trotz seiner wirtschaftlichen Größe die extremen Gegensätze zwischen einer reichen Elite und einer verarmten Masse sowie typische historische und strukturelle Entwicklungsprobleme Lateinamerikas aufzeigt.

Was bedeutet "Patrimonialismus" im Kontext der Arbeit?

Der Begriff beschreibt die Praxis, bei der Politiker öffentliche und private Ressourcen vermischen und öffentliche Güter aufgrund persönlicher Verbindungen statt wirtschaftlicher Kriterien verteilen.

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Details

Title
Entwicklungsprobleme Brasiliens und lateinamerikanischer Staaten - Befunde und Ursachen sozialer Ungleichhheiten in Lateinamerika
College
University of Tubingen  (Institut für Politikwissenschaft (IfP))
Course
Hauptseminar: Soziale Ungleichheit in Lateinamerika: Befunde und Ursachen sozialer Ungleichheit
Grade
1,7
Author
Mag. Dominic Vaas (Author)
Publication Year
2002
Pages
39
Catalog Number
V13103
ISBN (eBook)
9783638188463
ISBN (Book)
9783638691345
Language
German
Tags
Entwicklungsprobleme Brasiliens Staaten Befunde Ursachen Ungleichhheiten Lateinamerika Hauptseminar Soziale Ungleichheit Lateinamerika Befunde Ursachen Ungleichheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag. Dominic Vaas (Author), 2002, Entwicklungsprobleme Brasiliens und lateinamerikanischer Staaten - Befunde und Ursachen sozialer Ungleichhheiten in Lateinamerika, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13103
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