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Gibt es die Wiederkehr der Götter?

Über die Stellung der Religion in der modernen Gesellschaft

Titre: Gibt es die Wiederkehr der Götter?

Dossier / Travail de Séminaire , 2009 , 17 Pages , Note: 2,3

Autor:in: Beate Jaschik (Auteur)

Sociologie - Généralités et Théories
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Die Modernisierung führe zu einem Bedeutungsverlust der Religion innerhalb der modernen Gesellschaft. Vor wenigen Jahrzehnten war diese Idee, die einen Zusammenhang zwischen Moderne und Säkularisierung impliziert, eine anerkannte These in den Sozialwissenschaften. Mit dieser Hypothese berief man sich auf Ideen von Max Weber und Emile Durkheim, die mitunter inhaltlich als Begründer der Säkularisierungsthese gelten. Die Bedeutung von Religion und Kirche nehme in der modernen Gesellschaft ab und würde zurückgehen im Zuge der Modernisierung.
Rationalisierung (vgl. Max Weber) , Industrialisierung, Urbanisierung (vgl. David Martin), Mobilisierung und die Auflösung der traditionalen Bindungen (vgl. Johannes Berger) seien Charakteristika dieser Moderne und der Modernisierung.
Lange Zeit wurde in den Sozialwissenschaften von der gänzlichen Säkularisierung der Gesellschaften in der Moderne gesprochen. In den aktuellen sozialwissenschaftlichen Veröffentlichen jedoch, scheint davon kaum noch die Rede zu sein. Die abnehmende Relevanz von Religion in modernen Gesellschaften mutet fragwürdig an, betrachtet man die gegenwärtigen politischen Konfliktlinien und Diskurse auf globaler Ebene. Man spricht von „De-Säkularisierung“, „Re-Spiritualisierung“ und sogar von einer „Wiederkehr der Götter“.
Es war Jürgen Habermas der im Herbst des Jahres 2001 in seiner Dankesrede beim Deutschen Friedenspreis des Buchhandels erstmals von der „post-säkularen Gesellschaft“ sprach. Von einer Gesellschaft, „die sich auf das Fortbestehen religiöser Gemeinschaften in einer sich fortwährend säkularisierenden Umgebung einstellt.“
Dahinter verbirgt sich ein gänzlich neues Verständnis von Säkularisierung. Dessen ungeachtet gibt es auch Theoretiker wie Hans Joas. Dieser bestreitet, dass es jemals zu einem solchen Phänomen wie der Säkularisierung gekommen sei. Das bedeutet, Joas konsequent folgend, dass es auch keine „postsäkulare Gesellschaft“, wie Habermas sie zeichnet, geben kann.
„Von einer abnehmenden Bedeutung der Religion kann in globaler Perspektive keine Rede sein.“ (Joas, 2004)
Diese Arbeit dient dazu, sich in der aktuellen Diskussion positionieren zu können und eine Antwort auf die Frage, ob es „Die Wiederkehr der Götter“ (vg. Friedrich W. Graf) in die heutige Zeit gibt, zu finden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. EINFÜHRUNG

2. BEGRIFFLICHE ANNÄHERUNG

2.1 WAS IST SÄKULARISIERUNG?

2.2 RELIGION IN DER MODERNEN GESELLSCHAFT

2.2.1 ZUM BEGRIFF „RELIGION“

2.2.2 DIE „MODERNE“

2.2.3 ZUM VERHÄLTNIS VON RELIGION UND MODERNE

3. RELIGIONSSOZIOLOGISCHE MODELLE

3.1. DIE SÄKULARISIERUNGSTHESE

3.2 INDIVIDUALISIERUNGSTHESE

3.3 DAS ÖKONOMISCHE MARKTMODELL

4. KRITISCHE BETRACHTUNGEN

4.1 JOAS KRITIK AN DER „POSTSÄKULAREN GESELLSCHAFT“

4.1.1 DER SONDERFALL EUROPA

4.2 DIE KRITIK AN DER SÄKULARISIERUNGSTHESE – ZU RECHT?

5. FAZIT

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die Plausibilität der Säkularisierungsthese in der modernen Gesellschaft, indem sie zentrale religionssoziologische Modelle analysiert und aktuellen Diskursen wie der „Wiederkehr der Götter“ gegenüberstellt. Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen Moderne und Religion kritisch zu beleuchten und zu klären, ob die Säkularisierung ein universelles Phänomen darstellt oder ob europäische Entwicklungen als Sonderfall zu betrachten sind.

  • Analyse der klassischen Säkularisierungsthese nach Weber und Durkheim.
  • Untersuchung der Individualisierungsthese und des ökonomischen Marktmodells.
  • Kritische Auseinandersetzung mit Jürgen Habermas' Konzept der „postsäkularen Gesellschaft“.
  • Evaluierung der globalen Relevanz von Religion im Kontext moderner Staatlichkeit.
  • Betrachtung von Religion in den USA als Kontrastbeispiel zum europäischen Trend.

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Säkularisierungsthese

Die These der Säkularisierung geht maßgeblich auf die Arbeiten der Soziologen Max Weber und Emile Durkheim zurück. Darin beschreiben sie den Bedeutungsverlust, den Religion in der modernen Gesellschaft zu bewältigen habe. Religion könne in der Moderne keine verbindlichen Weltanschauungen mehr bieten und verliere somit an Bedeutsamkeit für das Individuum.

Weber spricht von Säkularisierung als dem, für die moderne Gesellschaft typischen, Konflikt verschiedener Wertsphären. Durkheim wiederum sieht den Grund der Säkularisierung in den Formen der Differenzierung und der Arbeitsteilung der Moderne. Einig sind sich die Soziologen in de Auffassung, dass religiöse Weltanschauungen und Praktiken in die Peripherie der Gesellschaft verschoben werden. Wertvermittlung findet nun über andere soziale Instanzen und Institutionen der Gesellschaft statt.

Im Gegensatz zu Auguste Comte jedoch sagen weder Durkheim noch Weber den Untergang der Religion und ihren Ersatz durch die Wissenschaft voraus, sondern sie prognostizieren lediglich, dass die Modernisierungsprozesse nicht spurlos an religiösen Traditionen und Institutionen vorbei gehen werde.

Die Kernthese der Säkularisierungsthese kann somit zusammengefasst werden, dass bestimmte Prozesse der Modernisierung einen negativen Einfluss auf die Vitalität und Stabilität der Religionsgemeinschaften, religiöse Praktiken sowie Überzeugungen haben werden. Allerdings sollte diese Entwicklung nicht als unausweichliche und unumkehrbare Entwicklung verstanden werden, die sowohl Weber als auch Durkheim als wünschenswert empfinden, sondern als wahrscheinliche Entwicklung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINFÜHRUNG: Diese Einleitung skizziert den vermeintlichen Bedeutungsverlust der Religion durch die Modernisierung und führt in den aktuellen Diskurs um die „postsäkulare Gesellschaft“ sowie die „Wiederkehr der Götter“ ein.

2. BEGRIFFLICHE ANNÄHERUNG: Das Kapitel definiert die zentralen Begriffe Säkularisierung, Moderne und Religion, um eine gemeinsame Grundlage für die weiterführende Analyse zu schaffen.

3. RELIGIONSSOZIOLOGISCHE MODELLE: Hier werden drei theoretische Modelle – die Säkularisierungsthese, die Individualisierungsthese und das ökonomische Marktmodell – vorgestellt, um die Rolle von Religion in modernen Gesellschaften zu erklären.

4. KRITISCHE BETRACHTUNGEN: Dieses Kapitel hinterfragt die Säkularisierungsthese kritisch unter Einbeziehung von Hans Joas und Karl Gabriel und untersucht insbesondere den Sonderfall Europa im globalen Kontext.

5. FAZIT: Die Zusammenfassung der Arbeit stellt fest, dass es keine universelle Säkularisierung gibt und Religion auch in modernen Gesellschaften – wie am Beispiel der USA deutlich wird – fest verankert bleiben kann.

Schlüsselwörter

Säkularisierung, Moderne, Religion, Religionssoziologie, postsäkulare Gesellschaft, Individualisierung, religiöser Markt, Funktionaldifferenzierung, Hans Joas, Jürgen Habermas, religiöse Pluralität, Wertewandel, globale Perspektive, Institution Kirche, gesellschaftliche Modernisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, welchen Stellenwert Religion in der modernen Gesellschaft einnimmt und ob die klassische Säkularisierungsthese, die einen Bedeutungsverlust des Religiösen vorhersagte, heute noch Bestand hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die theoretischen Erklärungsmodelle zur Säkularisierung, die Rolle von Pluralisierung und Individualisierung sowie die kritische Reflexion des Begriffs der „postsäkularen Gesellschaft“.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu prüfen, ob die „Wiederkehr der Götter“ tatsächlich stattfindet und inwieweit moderne Gesellschaften, insbesondere in Europa, von einer echten Säkularisierung geprägt sind.

Welche wissenschaftlichen Modelle werden zur Erklärung herangezogen?

Die Arbeit verwendet die klassische Säkularisierungsthese (Weber/Durkheim), die Individualisierungsthese sowie das ökonomische Marktmodell zur Analyse religiöser Entwicklungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden begriffliche Grundlagen gelegt, drei soziologische Erklärungsmodelle detailliert vorgestellt und kritisch auf ihre empirische Validität hin untersucht.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Säkularisierung, Moderne, religiöse Pluralität und das Verhältnis von Staat und Kirche charakterisiert.

Warum wird Europa im Text als „Sonderfall“ bezeichnet?

Im globalen Vergleich zeigt sich, dass Westeuropa eine Ausnahme bildet, da hier ein Trend zur Säkularisierung erkennbar ist, während in anderen Weltregionen, wie den USA oder weiten Teilen Afrikas und Asiens, Religion eine ungebrochene Vitalität aufweist.

Welche Rolle spielt der Begriff „postsäkulare Gesellschaft“ nach Habermas?

Der Begriff beschreibt einen gesellschaftlichen Bewusstseinswandel, bei dem sich moderne, säkularisierte Staaten zunehmend mit der fortwährenden Existenz und dem Einfluss religiöser Gemeinschaften auseinandersetzen müssen.

Warum bestreitet Hans Joas die Existenz der Säkularisierung?

Joas argumentiert, dass die These der Säkularisierung empirisch nicht hinreichend belegt ist und auf einer eurozentrischen Sichtweise beruht, da weltweit kein notwendiger Rückzug der Religion durch Modernisierungsprozesse erkennbar ist.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Zukunft der Kirche?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Kirche als Institution ihre Relevanz bewahren kann, wenn sie ihre Fähigkeit zur Anpassung an die individuellen Bedürfnisse der Menschen in modernen und postmodernen Gesellschaften unter Beweis stellt.

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Résumé des informations

Titre
Gibt es die Wiederkehr der Götter?
Sous-titre
Über die Stellung der Religion in der modernen Gesellschaft
Université
University of Potsdam  (Institut für Soziologie)
Note
2,3
Auteur
Beate Jaschik (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
17
N° de catalogue
V131226
ISBN (ebook)
9783640372911
ISBN (Livre)
9783640372836
Langue
allemand
mots-clé
Gibt Wiederkehr Götter Stellung Religion Gesellschaft
Sécurité des produits
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Citation du texte
Beate Jaschik (Auteur), 2009, Gibt es die Wiederkehr der Götter?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131226
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Extrait de  17  pages
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