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Eine ökonomische Analyse zum Problem des bedingungslosen Grundeinkommens

Title: Eine ökonomische Analyse zum Problem des bedingungslosen Grundeinkommens

Bachelor Thesis , 2008 , 96 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christoph Irro (Author)

Business economics - Economic Policy
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Ein Grundeinkommen: für alle, bedingungslos und weit über dem Subsistenzminimum - auf den ersten Blick klingt das unrealistisch und unbezahlbar. Ein Wort beschreibt diesen Zustand aber zutreffender: utopisch. Die Entstehung dieses Wortes geht auf den Roman 'Utopia' von Thomas Morus zurück, in dem ein Volk beschrieben wird, das keinen Geiz und keinen Neid kennt - und das aus einfachem Grund: es gibt dort kein Eigentum.
In den letzten Jahren nahm die Diskussion um die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens zu. Ein Grund für das Aufflammen der Diskussion war nicht zuletzt die steigende Arbeitslosigkeit und der damit verbundene gesellschaftliche Abstieg. Gerade in den neuen Bundesländern, in denen seit der Wiedervereinigung ein Drittel aller Arbeitsplätze verloren gingen, ist genau dies das Hauptproblem.
Der Hauptgrund in der gestiegenen Arbeitslosigkeit ist auf die erhöhte Produktivität in Deutschland zurückzuführen. Insgesamt ist jedoch der Wohlstand gestiegen. Entscheidend ist nun, wie genau dieser Wohlstand verteilt werden soll. Das bedingungslose Grundeinkommen ist davon nur eine von vielen Möglichkeiten.
Ziel der Arbeit ist es, zuerst den historischen Hintergrund zu vermitteln und aufzuzeigen, woher die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens kommt. Anschließend wird auf einige verschiedene Modelle des Grundeinkommens näher eingegangen. Der Focus liegt auf Umsetzungsmöglichkeiten, die zurzeit in Politik und der Öffentlichkeit Anklang finden. Danach werden einige Beispiele aus der Praxis vorgestellt, die veranschaulichen sollen, wie Realisierungen des Konzeptes eines bedingungslosen Grundeinkommens aussehen könnten. Dabei wird explizit auch auf die aktuelle Diskussion in der Europapolitik eingegangen. Danach ist das Konzept von Götz Werner Gegenstand der Betrachtung. Es soll in einem volkswirtschaftlichen Modell analysiert werden, um die Einflüsse auf die Bürger offenzulegen. Dem schließt sich eine kritische Würdigung an, in der Vor- und Nachteile des bedingungslosen Grundeinkommens gegenübergestellt werden sollen. Die Arbeit endet mit einer Zusammenfassung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung und Zielstellung der Arbeit

2 Historische Betrachtung

2.1 Gerechtigkeit

2.2 Gedanke der Grundsicherung (Antike bis Renaissance)

2.3 Vorläufer des Grundeinkommens

2.3.1 Thomas Morus

2.3.2 Juan Luis Vives

2.3.3 Marquis de Condorcet

2.4 Vordenker des Grundeinkommens

2.4.1 Thomas Paine

2.4.2 Thomas Spence

2.4.3 Charles Fourier

2.4.4 Joseph Charlier

2.4.5 John Stuart Mill

2.5 Ansätze im 20. Jahrhundert

2.6 Kritische Würdigung der ersten Denker

3 Neue Ideen staatlicher Grundsicherung

3.1 Bedingungsloses Grundeinkommen

3.2 Negative Einkommensteuer

3.3 Solidarisches Bürgergeld

3.4 Lohnauffüllung / Kombilohn

3.5 Participation Income

3.6 Zusammenfassung

4 Umsetzungen eines Grundeinkommens

4.1 Alaska

4.2 Brasilien

4.3 Aktuelle Diskussion in der Europapolitik

5 Modell

6 Kritische Würdigung

6.1 Das Grundeinkommen als Armenhilfe

6.2 Bedeutung für das Steuersystem

6.3 Einfluss auf die Bildung

6.4 Veränderung des Arbeitslebens

6.5 Einfluss auf die freie Entfaltung

6.6 Politische Umsetzbarkeit

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, den historischen Hintergrund des bedingungslosen Grundeinkommens zu beleuchten, verschiedene Modelle zu analysieren und deren ökonomische Auswirkungen sowie Umsetzungsmöglichkeiten kritisch zu bewerten.

  • Historische Entwicklung des Grundeinkommensgedankens
  • Analyse aktueller Modelle wie negative Einkommensteuer und solidarisches Bürgergeld
  • Ökonomische Modellierung der Auswirkungen auf Konsum und Arbeitsangebot
  • Kritische Diskussion zu gesellschaftlichen und politischen Implikationen

Auszug aus dem Buch

2.1 Gerechtigkeit

Gerechtigkeit ist, so der erste Gedanke, der ehrliche Ausgleich von Interessen. Diese Interessen können sowohl in physischer als auch in nicht fassbarer Form vorliegen. Die physische Form ist beispielsweise der Austausch zweier Güter. So erscheint es auf den ersten Blick gerecht, einen Apfel mit einer Birne zu tauschen, wohl aber ungerecht einen Apfel gegen eine Schaufel. Natürlich spielt neben der Bewertung auch die Präferenzen der Individuen bezüglich der einzelnen Güter eine große Rolle. Die nicht fassbare Form beinhaltet das ehrbare Handeln (z.B. soziale Gerechtigkeit) aber auch Objektivität (z.B. juristische Gerechtigkeit). Schon in der Renaissance war es für Kaufleute wichtig ehrlich zu sein - die Vertragstreue war die bedeutendste Tugend.

In der gegenwärtigen Gesellschaft ist Gerechtigkeit unverzichtbar. Sie ist so wichtig, dass sie den Bürgern der Bundesrepublik Deutschland als Grundrecht eingeräumt wird. Damit werden alle in Deutschland lebenden Menschen als angesehen und so willkürliches Handeln bzw. Diskriminierung rechtlich ausgeschlossen. Nicht zuletzt dieser Aspekt ist die Grundlage für eine solide und erfolgreiche Wirtschaftsordnung in entwickelten Staaten. Gerechtigkeit bedeutet allerdings auch die Beseitigung der traditionellen Vorrechte. Ein jeder Mensch muss die gleichen Möglichkeiten eingeräumt bekommen, sein Leben zu gestalten. Diese im 21. Jahrhundert selbstverständlichen Rechte mussten jedoch in der Vergangenheit erkämpft werden, wie der nachfolgende Abschnitt aufzeigen soll.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung und Zielstellung der Arbeit: Diese Einführung erläutert die Relevanz des Grundeinkommens angesichts steigender Arbeitslosigkeit und Ungleichheit und skizziert den Aufbau der Untersuchung.

2 Historische Betrachtung: In diesem Kapitel werden die philosophischen Wurzeln des Gerechtigkeitsbegriffs sowie frühe Denker und Vorläufer eines Grundeinkommenskonzepts von der Antike bis zum 20. Jahrhundert analysiert.

3 Neue Ideen staatlicher Grundsicherung: Hier werden moderne Ansätze wie das bedingungslose Grundeinkommen, die negative Einkommensteuer, das solidarische Bürgergeld, der Kombilohn und das Participation Income vorgestellt.

4 Umsetzungen eines Grundeinkommens: Dieses Kapitel widmet sich der praktischen Implementierung des Grundeinkommens, unter anderem am Beispiel von Alaska und Brasilien, sowie der aktuellen Europapolitik.

5 Modell: Dieser Teil enthält eine mathematische ökonomische Analyse, in der mittels eines RBC-Modells das optimale Grundeinkommen und der Steuersatz in einer Volkswirtschaft hergeleitet werden.

6 Kritische Würdigung: Hier erfolgt eine ausführliche Diskussion der Auswirkungen eines Grundeinkommens auf Armutsbekämpfung, Steuersystem, Bildung, Arbeitswelt und gesellschaftliche Teilhabe.

7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die ökonomische und politische Machbarkeit sowie die gesellschaftlichen Konsequenzen eines Grundeinkommens.

Schlüsselwörter

Grundeinkommen, Bedingungsloses Grundeinkommen, Soziale Sicherung, Einkommensteuer, Gerechtigkeit, Arbeitsangebot, Konsum, Solidarisches Bürgergeld, Negative Einkommensteuer, Umverteilung, Sozialstaat, Wirtschaftsordnung, Wohlfahrt, Armutsbekämpfung, Finanzierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens aus historischer, theoretischer und ökonomischer Perspektive, um dessen Auswirkungen auf die Gesellschaft zu evaluieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung des Gerechtigkeitsgedankens, dem Vergleich verschiedener aktueller Grundsicherungsmodelle und einer ökonomischen Modellierung ihrer Wirkungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den historischen Kontext des Grundeinkommens aufzuzeigen, verschiedene Modelle systematisch zu vergleichen und mittels einer Modellrechnung die ökonomische Optimalität zu untersuchen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit kombiniert eine deskriptive historische Analyse mit einer formalen ökonomischen Modellierung (RBC-Modell) zur Herleitung optimaler fiskalpolitischer Parameter.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl theoretische Ansätze von Vordenkern als auch moderne Transfermodelle diskutiert und deren Auswirkungen auf Konsum, Arbeit und Steuersystem analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Grundeinkommen, Bedingungslosigkeit, Soziale Sicherung, Negative Einkommensteuer, Solidarisches Bürgergeld, ökonomische Modellierung und Umverteilung.

Wie unterscheidet sich das solidarische Bürgergeld nach Althaus von einem bedingungslosen Grundeinkommen?

Das solidarische Bürgergeld ähnelt eher dem Modell der negativen Einkommensteuer, da es an spezifische Rahmenbedingungen und ein bestimmtes System der Finanzierung durch Steuern gekoppelt ist.

Welche Rolle spielt die "χ-Variable" in der Modellrechnung des Autors?

Die Variable χ repräsentiert die Präferenzen der Konsumenten bezüglich der Arbeitszeit gegenüber der Freizeit und beeinflusst maßgeblich das optimale Arbeitsangebot im Modell.

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Details

Title
Eine ökonomische Analyse zum Problem des bedingungslosen Grundeinkommens
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Wirtschaftspolitik)
Grade
1,0
Author
Christoph Irro (Author)
Publication Year
2008
Pages
96
Catalog Number
V131292
ISBN (eBook)
9783640401413
ISBN (Book)
9783656502968
Language
German
Tags
bedingungsloses Grundeinkommen Grundeinkommen Analyse RBC Modell
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Irro (Author), 2008, Eine ökonomische Analyse zum Problem des bedingungslosen Grundeinkommens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131292
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