Das AGIL-Schema ist ein systemtheoretisches Modell, welches Talcott Parsons entwickelt hat, um den Aufbau von Systemen und deren Erhaltung zu beschreiben. Zunächst hatte Parsons das Schema als Grundlage einer Handlungstheorie entworfen, übertrug dieses später dann auf soziale Systeme. Parsons hat bis zuletzt an diesem Schema festgehalten. Es ist denkbar, dass das AGIL-Schema auf jedes Systems angewendet werden und dessen Aufbau und die Entwicklung erklärt werden kann.
In dieser Hausarbeit wird herausgearbeitt, ob die Anwendung des Schemas auch auf das bundesdeutsche Parteiensystem möglich ist und, ob eine Anwendung sinnvoll ist, um den Wandel des Parteiensystem in den letzten 10 Jahren zu erklären.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kurzbiographie Talcott Parsons
3. Definition System
4. Das AGIL-Schema
4.1. Adaption
4.2. Goal-Attainment
4.3. Integration
4.4. Latente Strukturerhaltung
5. Das Parteiensystem
5.1. Struktur des Parteiensystems der Bundesrepublik
5.2. Funktionen des Parteiensystems im AGIL-Schema
5.3. Anwendung auf das bundesdeutsche Parteiensystem
6. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendbarkeit und den theoretischen Nutzen des AGIL-Schemas nach Talcott Parsons zur Erklärung der Wandlungsprozesse innerhalb des bundesdeutschen Parteiensystems in den letzten zehn Jahren.
- Systemtheoretische Grundlagen des AGIL-Schemas
- Biografische Einordnung von Talcott Parsons
- Analyse der vier Grundfunktionen (Adaption, Goal-Attainment, Integration, Latente Strukturerhaltung)
- Strukturwandel des Parteiensystems in der Bundesrepublik Deutschland
- Übertragung der systemtheoretischen Funktionen auf politische Parteien
Auszug aus dem Buch
4.4. Latente Strukturerhaltung
Die latente Strukturerhaltung ist die Fähigkeit grundlegende Strukturen und Wertmuster aufrecht zu erhalten. Diese Strukturen oder Muster schreiben die Grenzen des Systems gegenüber seiner Umwelt fest. Latent bedeutet hierbei, dass es sich nicht um offen erkennbare Prozesse handelt, sondern um die Wirkung einer Dynamik in den tiefen Systemschichten, die durch langfristige Entwicklungsprozesse eine prägende Kraft ausstrahlen (vgl. Staubmann 2007:158). Es ist die Gesamtheit von sinnstiftenden Regeln und ihrer Symbolik und bildet laut Parsons das Kultursystem.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das AGIL-Schema als systemtheoretisches Modell und Darlegung der Forschungsfrage zur Anwendbarkeit auf das Parteiensystem der Bundesrepublik.
2. Kurzbiographie Talcott Parsons: Ein kurzer Überblick über den Lebensweg und den akademischen Werdegang des Soziologen Talcott Parsons.
3. Definition System: Allgemeine Erläuterung der Systemdefinition als Menge von Elementen mit wechselseitigen Beziehungen und Abgrenzung zur Umwelt.
4. Das AGIL-Schema: Theoretische Herleitung der vier Grundfunktionen (Adaption, Goal-Attainment, Integration, Latente Strukturerhaltung) und deren Anordnung in einer Matrix.
5. Das Parteiensystem: Beschreibung des Parteiensystems als Subsystem der Gesellschaft und Analyse seiner Funktionsweise innerhalb des AGIL-Modells.
6. Schlussfolgerung: Kritische Würdigung der Anwendbarkeit des Modells und Vergleich mit alternativen Erklärungsansätzen wie der Systemtheorie von David Easton.
Schlüsselwörter
AGIL-Schema, Talcott Parsons, Systemtheorie, Parteiensystem, Bundesrepublik, Adaption, Goal-Attainment, Integration, Strukturerhaltung, Politikwissenschaft, Sozialsystem, Wandel, Soziologie, Politische Parteien, Koalitionsbildung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, inwiefern das von Talcott Parsons entwickelte AGIL-Schema genutzt werden kann, um die Veränderungen und Entwicklungen im Parteiensystem der Bundesrepublik Deutschland zu erklären.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die Systemtheorie nach Parsons, die Definition sozialer Systeme sowie die Struktur und die Funktionen politischer Parteien in einer modernen Demokratie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu prüfen, ob die Anwendung des AGIL-Schemas auf das bundesdeutsche Parteiensystem sinnvoll ist und ob es ein adäquates Instrument zur Erklärung des politischen Wandels der letzten zehn Jahre darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, bei der Konzepte der soziologischen Systemtheorie auf die empirisch beobachtbare Entwicklung des Parteiensystems übertragen und reflektiert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des AGIL-Modells, die theoretische Definition von Systemen und die detaillierte Übertragung der vier AGIL-Funktionen auf das politische System und seine Parteien.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Systemtheorie, AGIL-Schema, politische Partizipation, Integration und strukturelle Anpassung gekennzeichnet.
Welche Bedeutung hat die "latente Strukturerhaltung" für das politische System?
Sie sorgt für den Erhalt grundlegender Werte und Regeln, die den Zusammenhalt und die Grenzen des Systems sichern, was in der Arbeit als das Kultursystem eines Parteiensystems verstanden wird.
Warum wird im Fazit auch David Easton erwähnt?
Der Autor führt Easton an, um zu verdeutlichen, dass neben dem AGIL-Schema auch andere systemtheoretische Ansätze zur Erklärung von Systemstabilität und -wandel existieren, was die theoretische Einbettung der Arbeit erweitert.
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- Anonym (Autor), 2009, Das AGIL-Schema , Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131896