Die Betrachtung von Globalisierungstendenzen, vor dem eigentlichen Einsetzten dieser, gestaltet sich dahin gehend schwierig, dass man nicht ohne Weiteres die vorhandenen Tendenzen im Vergleich zu Definitionsaspekten des Begriffes analysieren kann.
Im Rahmen des Themas: „Präglobale Epoche und Protoglobalisierung“ wird in der vorliegenden Arbeit nun versucht, wichtige Tendenzen, die als Voraussetzungen für die einsetzende Globalisierung Mitte des 19. Jahrhunderts wichtig waren, herauszuarbeiten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Präglobale Phase vor 1500
2.1 Schiffsentwicklung bis 1550
2.2 Folgen der Vernetzung
2.3 Zusammenfassende Gedanken
3. Protoglobalisierung nach 1550
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht historische Globalisierungstendenzen vor dem Einsetzen der eigentlichen Globalisierung um 1840, wobei sie insbesondere die präglobale Epoche und die Phase der Protoglobalisierung analysiert, um Voraussetzungen für spätere weltweite Vernetzungsprozesse aufzuzeigen.
- Analyse der präglobalen Epoche (400 n. Chr. bis 1550) und deren technologische Voraussetzungen.
- Untersuchung der Rolle der Schifffahrt bei der Überwindung geografischer Barrieren.
- Reflektion über die Ausbreitung von Krankheiten als negative Folge der Vernetzung.
- Gegenüberstellung historischer Entwicklungen mit den sechs Kernmerkmalen der Globalisierung nach Fäßler.
- Europäische Expansion als treibende Kraft der Protoglobalisierung nach 1550.
Auszug aus dem Buch
2.1 Schiffsentwicklung bis 1550
Die Entwicklung der Schifffahrt war entscheidend für die Ausbildung des Handels. Der Mensch hatte durch die Meere und beschiffbare Wasserwege die Möglichkeit zur Mobilität. Ein paar Kilometer abseits von Wasseranbindungen beschränkte sich der Handel über Entfernung jedoch auf Dinge, die im Verhältnis zu ihrer Größe einen hohen Wert besaßen oder Menschen und Tiere, die sich selbst fortbewegen konnten. Schiffbare Kanäle wurden in Europa erst spät gebaut, wenn man bedenkt, wie früh andere Kulturen, wie zum Beispiel in Ägypten, Kanäle nicht mehr nur zur Bewässerung, sondern auch zum Transport für Schiffe bauten. Kanalbau war jedoch immer mit immensen Kosten verbunden, die sich jedoch, wie sich herausstellte meist wieder einnehmen ließen.
Mit Schiffen konnten, im Verhältnis zum Aufwand, größere Mengen kostengünstig transportiert werden. Auch heute noch ist die Binnenschifffahrt im Vergleich zur Eisenbahn und zum Straßentransport, gemessen am Energieverbrauch die wirtschaftlichste.
Da die großen Mengen an Waren verbunden mit einer räumlichen Isolation Anreize für Überfälle bildeten, mussten Handelschiffe verteidigt werden. So wurde die Geschichte der Handelsschiffe gleichzeitig eine der Kriegsschiffe. Weiter kann man folgern, dass ohne ein Verständnis der Schifffahrt es kaum möglich ist, den Aufstieg und Fall großer Imperien zu erklären. Diese haben durch ihre große Ausdehnung zwangsläufig den Bedarf an Schiffen und die Zugänge zu Gewässern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der historischen Globalisierungsanalyse ein und erläutert das methodische Vorgehen sowie die zeitliche Einordnung der Arbeit.
2. Präglobale Phase vor 1500: Hier werden technische Innovationen, insbesondere im Schiffsbau, sowie die Rolle der Agrarwirtschaft als Fundament für den frühen interregionalen Handel untersucht.
2.1 Schiffsentwicklung bis 1550: Dieses Kapitel beleuchtet, wie der Fortschritt in der Schifffahrt und die notwendige Verteidigung gegen Überfälle den Warenaustausch und die Machtausübung europäischer Imperien prägten.
2.2 Folgen der Vernetzung: Der Fokus liegt hier auf den Schattenseiten der Vernetzung, insbesondere der verheerenden Ausbreitung von Epidemien wie der Pest entlang der Handelsrouten.
2.3 Zusammenfassende Gedanken: Dieses Kapitel resümiert, dass die präglobale Epoche zwar wesentliche Grundlagen schuf, die Kriterien der Globalisierung jedoch noch nicht in vollem Umfang erfüllte.
3. Protoglobalisierung nach 1550: Dieser Abschnitt beschreibt den Wandel im Weltbild der Europäer, die koloniale Expansion und die Entstehung eines globalen Handelsnetzwerks.
4. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Tendenzen zusammen und bestätigt die Sinnhaftigkeit der von Fäßler vorgenommenen Epochen-Trennung bei 1500.
5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen.
Schlüsselwörter
Globalisierung, Präglobale Epoche, Protoglobalisierung, Schifffahrt, Interaktionsnetzwerke, Handelsnetzwerke, Kolonialisierung, Interregionale Wechselwirkungen, Technologiegeschichte, Frühkapitalismus, Handel, Warenverkehr, Seewege, Infrastruktur, Europa.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Seminararbeit analysiert historische Prozesse und Tendenzen vor Beginn der modernen Globalisierung (ca. 1840) und arbeitet Voraussetzungen heraus, die spätere Entwicklungen erst ermöglichten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Entwicklung der Schifffahrt, die Bedeutung technischer Innovationen, die Ausbreitung von Krankheiten durch Handelsnetzwerke und die europäische Expansion.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Prozesscharakter der Globalisierung zu verdeutlichen und zu prüfen, inwieweit die präglobale Epoche und die Protoglobalisierung bereits Merkmale einer globalisierten Welt aufwiesen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine historische Analyse und den Vergleich mit den sechs Kernmerkmalen der Globalisierung nach Peter E. Fäßler.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in zwei Abschnitte: die präglobale Phase vor 1500 (Schwerpunkt Schifffahrt und Grundlagen) sowie die Protoglobalisierung nach 1550 (Expansion, Kolonialisierung und weltweiter Handel).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Globalisierung, Schifffahrt, Interaktionsnetzwerke, Handel, Protoglobalisierung und technologische Innovation.
Warum wird die Schifffahrt so intensiv betrachtet?
Das Schiff wird als das entscheidende Hilfsmittel zur Überwindung geografischer Barrieren betrachtet, welches den interregionalen Handel erst in größerem Stil ermöglichte.
Welche Rolle spielten Krankheiten in diesem historischen Kontext?
Krankheiten werden als eine negative Folge der zunehmenden Vernetzung diskutiert, wobei die Pest als Beispiel für die Effektivität und Dichte der damaligen Handelsnetzwerke dient.
Wie bewertet der Autor die Globalisierungsmerkmale vor 1500?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Kriterien der Globalisierung in dieser Zeit nur unzureichend erfüllt waren, die Epoche jedoch wichtige infrastrukturelle und technische Voraussetzungen schuf.
Was unterscheidet die Protoglobalisierung von der präglobalen Phase?
Die Protoglobalisierung nach 1550 ist stärker durch den Wandel der Weltwahrnehmung, die europäische koloniale Ausbreitung und den Aufbau eines globusumspannenden Handelsnetzes gekennzeichnet.
- Citation du texte
- Markus Alexander Michael Rietschel (Auteur), 2008, Frühglobalisierungsprozesse vor Beginn der Globalisierung um 1840, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131956