Gegenstand dieser Arbeit ist ein Vergleich des US-amerikanischen VC-Marktes mit seinem deutschen Äquivalent. Auf Basis einer grundlegenden Begriffsdefinition sollen durch eine vergleichende Analyse von Rahmenbedingungen und Einflussfaktoren, die maßgeblichen Erfolgsdeterminanten des US-VC-Marktes aufgezeigt werden.
Die Bedeutung von Innovationen nimmt einen hohen Stellenwert für die Wohlstandsentwicklung eines Landes und die daraus resultierende Wettbewerbsfähigkeit zu anderen Volkswirtschaften ein. Dabei werden Innovationen oftmals nicht durch etablierte Unternehmen, sondern durch Mittelständler oder Unternehmensgründer entwickelt und eingeführt. Insbesondere Start-Ups erweisen sich als flexibel genug, innovative Ideen aufzugreifen und zur Marktreife zu entwickeln.
Dabei stehen junge Gründer oftmals vor vielfältigen Problemen. Eine Schlüsselposition kommt der Finanzierung zu. Aufgrund nicht vorhandener Sicherheiten, fehlenden Eigenkapitals oder eines Track-Record der Gründer, bedürfen junge Unternehmen eine Form der Wachstumsfinanzierung, welche sich von der klassischen Fremdkapitalfinanzierung über Banken deutlich unterscheidet. Dies führt dazu, dass gerade bei technologieorientierten Unternehmensgründungen die Deckung des Kapitalbedarfes eine besondere Herausforderung darstellt.
Als spezielle Beteiligungsart kann die Venture Capital-Finanzierung dazu beitragen, die Finanzierungsproblematik in der Früh- und Wachstumsphase zu überwinden und die Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft durch junge, innovative Unternehmen zu erhöhen. Es zeigt sich, dass die Finanzierungsform Venture Capital (VC) in den USA eine weitaus größere Relevanz besitzt, als es in Deutschland aktuell der Fall ist. Daraus ergibt sich die Frage, warum es in Deutschland keine vergleichbaren Beteiligungsfinanzierungen von jungen Unternehmen, wie in den USA, gibt?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Bedeutung des Themas
1.2 Gegenstand der Untersuchung
1.3 Ziel und Gang der Untersuchung
2 Begriffsdefinition und theoretische Grundlagen
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Theoretische Grundlagen von Venture Capital-Finanzierung
2.2.1 Das Phasenmodell der Venture Capital-Finanzierung
2.2.2 Die Venture-Capital Struktur
3 Entwicklung von Venture Capital in Deutschland und den USA
3.1 Historische Entwicklung in den USA
3.2 Historische Entwicklung in Deutschland
3.3 Gegenwärtige Marktsituation der Venture Capital-Märkte
3.3.1 Methodik
3.3.2 Wesentliche Strukturmerkmale
4 Rahmenbedingungen für Venture Capital
4.1 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
4.1.1 Binnenmarktgröße
4.1.2 Finanzsystem
4.1.3 Exit-Möglichkeit
4.2 Rechtliche Rahmenbedingungen
4.3 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen
5 Zusammenfassung und Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Diskrepanz zwischen dem US-amerikanischen und dem deutschen Venture Capital-Markt, um Gründe für die geringere Marktbedeutung in Deutschland zu identifizieren und mögliche Handlungsfelder aufzuzeigen.
- Vergleichende Analyse wirtschaftlicher Rahmenbedingungen wie Finanzsysteme und Marktgröße.
- Untersuchung rechtlicher Einflussfaktoren, insbesondere der Anlagebeschränkungen für institutionelle Investoren.
- Evaluierung kultureller Unterschiede hinsichtlich Gründungs- und Risikomentalitäten.
- Quantitative Analyse der historischen Entwicklung und der aktuellen Marktsituation in beiden Ländern.
- Ableitung von Handlungsempfehlungen zur Stärkung des Innovations- und Venture Capital-Standorts Deutschland.
Auszug aus dem Buch
2.2.2 Die Venture-Capital Struktur
Nachdem im vorangegangenen Kapitel VC als Finanzierungsform in den Kontext Unternehmensentwicklung eingeordnet wurde, soll nun aus der theoretischen Perspektive ausgeführt werden, wie die Grundstruktur und der Ablauf einer VC-Finanzierung aufgebaut ist.
Das von den Investoren bereitgestellte Kapital kann durch eine direkte oder indirekte Variante zur Verfügung gestellt werden. Die indirekte Beteiligung unterscheidet sich von der direkten dadurch, dass ein Finanzintermediär dem Investor (Kapitalgeber) und Unternehmen (Kapitalnehmer) zwischengeschaltet ist. Zu den direkten Beteiligungen zählen die Investments von Business Angels oder Industrieunternehmen, welche dadurch als Corporate Venture Capital bezeichnet werden. Aufgrund der wesentlich höheren Bedeutung auf dem VC-Markt, konzentriert sich diese Arbeit ausschließlich auf die indirekte Beteiligungsform. Hierbei lässt sich zwischen einer fondsorientierten und einer projektorientierten Beteiligungsgesellschaft unterscheiden. Der projektorientierte Ansatz zeichnet sich durch eine Fokussierung eines einzelnen Projektes aus, dabei wird die Beteiligungszusage der Kapitalgesellschaft vor der Kapitalakquisition erteilt. Die Konzentration auf ein Projekt führt dazu, dass eine Risikoverteilung auf mehrere Beteiligungen nicht möglich ist. Das daraus entstehende „Klumpenrisiko“ hat dazu geführt, dass sich sowohl in den USA als auch in Deutschland das Konzept der fondsorientierten Beteiligungsgesellschaft durchgesetzt hat.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Relevanz von Innovationen und Venture Capital sowie Definition der Forschungsfrage und des methodischen Vorgehens.
2 Begriffsdefinition und theoretische Grundlagen: Erläuterung des Begriffs Venture Capital, Einordnung in das Phasenmodell der Finanzierung und Darstellung der Struktur von Venture Capital-Gesellschaften.
3 Entwicklung von Venture Capital in Deutschland und den USA: Historischer Rückblick auf die Entstehung der VC-Märkte beider Länder sowie quantitative Analyse der aktuellen Marktsituation.
4 Rahmenbedingungen für Venture Capital: Detaillierte Untersuchung wirtschaftlicher, rechtlicher und gesellschaftlicher Faktoren, die den Erfolg von Venture Capital beeinflussen.
5 Zusammenfassung und Schlussbetrachtung: Synthese der Analyseergebnisse und Ableitung von Handlungsfeldern für die Politik zur Stärkung des deutschen Venture Capital-Standorts.
Schlüsselwörter
Venture Capital, Beteiligungsfinanzierung, Venture Capital-Markt, Start-up, Finanzierung, Rahmenbedingungen, Risikokapital, Innovationsförderung, Exit-Strategien, Kapitalgeberstruktur, Deutschland, USA, Unternehmertum, Risikomentalität, Institutionelle Anleger.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Unterschiede zwischen dem deutschen und dem US-amerikanischen Venture Capital-Markt und untersucht, warum Venture Capital in den USA eine deutlich größere wirtschaftliche Bedeutung hat als in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die theoretischen Grundlagen der Venture Capital-Finanzierung, die historische Marktentwicklung, die wirtschaftlichen, rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sowie Exit-Strategien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Gründe für die Divergenz zwischen beiden VC-Standorten zu identifizieren und daraus Handlungsfelder für den deutschen Markt abzuleiten, in denen der US-amerikanische Markt als Vorbild dienen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine vergleichende Analyse auf Basis einer fundierten Literaturevaluierung sowie quantitativer Vergleichswerte der beiden Märkte durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung, einen quantitativen Marktvergleich sowie eine qualitative Analyse von Einflussfaktoren wie Binnenmarktgröße, Finanzsystem und kulturellen Gründungsmentalitäten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Venture Capital, Start-up-Finanzierung, Rahmenbedingungen, institutionelle Anleger, Gründungsmentalität und Exit-Strategien sind zentrale Begriffe.
Warum ist das Finanzsystem für Venture Capital so wichtig?
Das US-amerikanische, kapitalmarktorientierte System begünstigt durch hohe Marktliquidität und Risikotoleranz die Finanzierung radikaler Innovationen, wohingegen das deutsche bankenorientierte System eher auf Risikoaversion und etablierte Unternehmen setzt.
Welche Rolle spielen Pensionsfonds?
US-amerikanische Pensionsfonds sind durch ihre Anlagestrategien wichtige Kapitalgeber für Venture Capital, während in Deutschland rechtliche Anlagebeschränkungen (z.B. Solvency II) institutionelle Investoren von stärkeren Engagements in Venture Capital abhalten.
Wie wirkt sich die „Kultur des Scheiterns“ aus?
In den USA wird Scheitern als Lernchance gesehen, was die Risikobereitschaft bei Gründungen fördert. Die deutsche Gesellschaft ist hingegen deutlich risikoaverser eingestellt, was als Hemmnis für Venture Capital-Aktivitäten wirkt.
Worin unterscheiden sich die Exit-Möglichkeiten?
Der US-Markt profitiert von einer liquiden Börsenstruktur, die IPOs als lukrative Exitmöglichkeit für Investoren begünstigt, während in Deutschland Börsengänge für Start-ups bislang eine untergeordnete Rolle spielen.
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- Anonym (Autor), 2019, Der deutsche und amerikanische Venture Capital-Markt im Vergleich. Rahmenbedingungen und Einflussfaktoren, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1321679