Zu den Märchenmotiven und ihrer Funktion in Henrik Ibsens "Bygmester Solness"


Hausarbeit, 2006
26 Seiten, Note: 1,7
E. Schröder (Autor)

Leseprobe

GLIEDERUNG

I. EINLEITUNG

II.1. Zu den Märchenmotiven in Henrik Ibsens Bygmester Solness
II.1.1. Prinzessin und Abenteurerin
II.1.2. Königreich, Schloss und Turm
II.1.3. Helfer und Diener
II.2. Zur Funktion der Märchenmotive in Henrik Ibsens Bygmester Solness

III. SCHLUSS

IV. LITERATURVERZEICHNIS

I. EINLEITUNG

In der vorliegenden Arbeit sollen die innerhalb von Henrik Ibsens Dreiakter Bygmester Solness (1892) erscheinenden „direkten“[1] Märchenmotive untersucht werden. Da diese im Stück von Hilde Wangel und Halvard Solness als den beiden Hauptfiguren etabliert werden, stehen sie mit diesen in direkter Verbindung und können letztlich nur von ihnen ausgehend bzw. im Hinblick auf sie schlüssig analysiert werden.

Es sollen zunächst unter II. 1. 1. und II. 1. 2. die durch die Hilde-Figur eingeführten Begriffe „Prinzessin“ (in Abgrenzung zu der nicht im Dramentext selbst enthaltenen, sondern von mir als Kontrastbegriff eingeführten Bezeichnung Hildes als „Abenteurerin“), „Königreich“, „Schloss“ und „Turm“ behandelt werden, unter II. 1. 3. wiederum soll das der Vorstellungswelt der Baumeister-Figur zugeordnete Konstrukt der „Helfer und Diener“ („Troll“, „Teufel“, „Mächte“) im Vordergrund stehen. Die Untersuchung und Besprechung der Märchenmotive soll sowohl unter Rückgriff auf die durch die Lektüre von deutschen und skandinavischen Volksmärchen gegebene unmittelbare Kenntnis bestimmter gattungsspezifischer Strukturen und charakteristischer Motive als auch –wenn dies sinnvoll erscheint- auf diesbezügliche Erkenntnisse der „klassischen“ Märchenforschung (Lüthi, Röhrich) geschehen. Unter II. 2. sollen schließlich die besprochenen Motive auf ihre Funktion im Text bzw. für den Text und nicht zuletzt auch für dessen Rezipienten untersucht werden.

II.1. Zu den Märchenmotiven in Henrik Ibsens Bygmester Solness

II.1.1. Prinzessin und Abenteurerin

Mit dem Auftreten der Hilde-Figur und genauer mit ihrer Schilderung der Geschehnisse in Lysanger wird im ersten Akt von Ibsens Bygmester Solness ein Verbund „klassischer“ Märchenmotive in die Bildebene des Dramas eingeführt, welcher im weiteren Verlauf des Stückes in Hildes und Solness’ Dialogen noch um verschiedene mythische Elemente erweitert wird. Zwar werden bereits vor Hildes Erscheinen im Gespräch des Baumeisters mit dem Doktor gewisse Aspekte berührt, die auf Solness’ märchenhaft-magisches Selbstverständnis hindeuten (er erwähnt, wie sich Kaja Fosli ohne eine Aufforderung seinerseits, vermeintlich allein aufgrund seines inneren Wünschens und Wollens in seinen Dienste begeben hat und lässt die Angst vor einer Wendung seines bisherigen außerordentlichen „Glücks“ ins Gegenteil durchscheinen, was er wiederum als Bestrafung von Seiten einer übernatürlichen Instanz aufzufassen scheint[2] )- doch erst mit Hildes Auftauchen und ihrer Beschreibung des Zusammentreffens vor zehn Jahren wird jener märchenhafte Vorstellungsraum geriert, in dem sich weite Teile des anschließenden Gesprächs zwischen dem Baumeister und der jungen Frau bewegen.

Auch wenn Hilde geradezu als fantasien eller fiksjonen som prinsipp[3] erscheinen mag, darf nicht übersehen werden, dass es –wenn man ihren Aussagen Glauben schenkt- Solness war, der damals mit seinen im Übermut geäußerten Versprechungen in ihr die Vorstellungen vom „Prinzessin“-Sein, vom „Troll“ und vom „Königreich“ geweckt hatte. Es bleibt letztlich unklar, ob die Ereignisse in Lysanger tatsächlich so geschehen sind, wie Hilde sie darstellt oder ob von ihr hiermit vielmehr ein Art Wunschtraum formuliert wird. Ginge man davon aus, dass das Zusammentreffen der beiden im Hause Wangel tatsächlich stattgefunden und Solness Hilde wirklich als en liten prinsesse (S. 332)[4] bezeichnet hat, die er in zehn Jahren „wie ein Troll“ (som et troll S. 332) fortführen wolle, um ihr ein Königreich zu kaufen, so wäre es die Phantasie des Baumeisters gewesen– beflügelt durch die zuvor bestandene „Mutprobe“ der Turmbesteigung-, die jene märchenhafte Verheißung für Hilde geschaffen hat. Bezeichnenderweise kann oder will Solness sich jedoch an das Geschehen in Lysanger nicht erinnern: Zwar ist ihm die Besteigung des von ihm erbauten Kirchturms in lebhafter Erinnerung geblieben, ebenso das Rufen und Winken eines hvitkledde dævelunge (Hilde; S. 331), das ihn beinahe hätte schwindelig werden und abstürzen lassen- doch die Versprechungen, die er der damals etwa Zwölfjährigen gemacht haben soll und nicht zuletzt die Küsse scheinen aus seinem Gedächtnis gelöscht. Und obwohl ungeklärt bleibt, ob Hildes Schilderung der „Wahrheit“ entspricht, ob Solness ihr also tatsächlich mit seiner Rede vom troll, vom kongerike (S. 332) etc. jene Märchenphantasien eingesetzt hat oder aber Hilde ihre eigenen Vorstellungen lediglich auf den Baumeister projiziert und fixiert hat ist dieser schließlich bereit, ihren Bericht als wirkliches Geschehen und Handeln seinerseits anzuerkennen, liegt doch auch für ihn offenbar eine gewisse Verheißung, ein Reiz darin, dass Hilde nun zu ihm gekommen ist, um ihr „Königreich“ einzufordern.

In eben dieser Einforderung des versprochenen Königreichs zeigt sich eine der Ambivalenzen der Hilde-Figur: Zunächst scheint sie vor allem durch den Wunsch gekennzeichnet, „fortgeführt“ (bortføre meg S. 332) zu werden, gleichsam willentlich „Opfer“ von etwas zu werden, das stärker ist als sie (som et troll S. 332), etwas, das sie –im durchaus positiven Sinne- überwältigt (De tok meg med begge armene og bøyet meg bakover, og kysset meg. S. 333). An dieser Stelle ist es notwendig, zum Vergleich kurz eine verbreitete Darstellung der Prinzessinnenfigur im europäischen Volksmärchen (zumeist dem sogenannten Zauber- oder Wundermärchen[5] ) zu rekapitulieren: Diese ist häufig „Trophäe“, „Beute“, Ziel und Belohnung der Anstrengungen eines –männlichen- Märchenhelden, der, nachdem er sich durch das Bestehen von Proben, das Lösen von Aufgaben (meist mit magischer Hilfe) als würdig erwiesen hat, schließlich zu ihr vordringt und zum Lohn für seine Mühen mit ihrer Hand auch „das ganze Königreich“ und damit die traditionell vermittelten Glücks-Faktoren Liebe, Wohlstand und Einfluss regelrecht in einem „Paket“ erhält. Die Prinzessin wiederum ist meist durch Passivität gekennzeichnet, verharrt in oft jahrelangem Warten auf Befreiung (wenn sie beispielsweise in einem Turm gefangen sitzt, vgl. später, S. 12/13) oder Erlösung (wenn sie verzaubert oder verflucht worden ist): Es scheint ihr kaum möglich, aktiv zu werden und sich selbst aus der misslichen Lage zu befreien.[6]

Zehn Jahre lang[7] hat Hilde darauf gewartet, dass sie „fortgeführt“ wird, dass sie ihr „Königreich“ bekommt. Doch die Tatsache, dass sie vergeblich gewartet hat, fordert eine andere Facette in ihr heraus: die Abenteurerin. Indem sie ihre gewohnte Umgebung, ihre Familie verlässt auf der Suche nach ihrem „Königreich“ (und dem, der es ihr versprochen hat) vollzieht sich die Wendung vom Passiv-Abwartenden ins Aktive, übernimmt sie den Part des –für gewöhnlich männlichen- Märchenhelden, der sein Schicksal selbst in die Hand nimmt, indem er in die Welt hinauszieht und sein Glück versucht, da er daheim nichts zu verlieren hat (Bare et bur hadde jeg. S. 368). Und als eben diese Abenteurer- und Wanderer-Figur erscheint Hilde denn auch bei ihrem ersten Auftritt: sonnegebräunt, mit Ranzen, Wanderstab und sjømannshatt på hodet (S. 327). Physisch attraktiv, etwas verwegen, für damaliges Empfinden möglicherweise sogar ein wenig aufreizend (med oppheftet skjørt S. 327).[8] Hinzu kommt, dass sie nach eigenen Angaben keinerlei Gepäck und ebenso wenig Geld bei sich hat (jeg har satt alle pengene mine over styr S. 330). So erscheint sie letztlich als die wohl […] erste „Tramperin“, die erste jugendliche Ausreißerin in der gesamten, nicht nur dramatischen Literatur.[9]

Die Ambiguität Hildes, die besonders in der Gleichzeitigkeit von Passivität und Aktivität, aber auch in einem Wechselspiel von scheinbarer Naivität und offensichtlicher Ironie, von Ernsthaftigkeit und Scherzhaftigkeit (halvt alvorlig, halvt leende S. 345), Idealismus und einer gewissen Abgeklärtheit deutlich wird, erscheint insgesamt als wohl prägendster Zug der Figur: Einerseits will sie Solness „groß sehen“ (Ǻ se Dem stor. […] Høyt, høyt oppe på et kirketårn. S. 358), will sie aufschauen und bewundern, findet die Vorstellung spannend und verlockend, „geraubt“ zu werden, scheint den Wikinger, den voldsmann (S. 356) zu wollen, der sich einfach nimmt und tut, was er will. Andererseits ist es genau diese Rücksichtslosigkeit in der Erfüllung der eigenen Wünsche, der Suche nach dem persönlichen Glück, die sie letztlich auch für sich selbst beansprucht: die absolute Freiheit, nur nach dem eigenen Willen zu handeln, selbst zu „rauben“, ohne Reue, ohne Skrupel, mit widerstandsfähigem, „robustem“ Gewissen (robust samvittighet S. 356).[10]

HILDE: [...] Hvorfor skulle jeg ikke gå på rov, jeg også. Ta det bytte jeg har lyst til? (S. 500)

In Hildes Traum von der Größe des Baumeisters scheint sich letztlich ihr Wunsch zu manifestieren, sich selbst einmal zu uneingeschränkter Freiheit und damit zu einer letztlich „über-menschlichen“ Größe aufschwingen zu können, die alles andere und alle anderen übersteigt. Dies äußert sich im dritten Akt in ihrer Vision vom idealen Gebäude, einem gedanklichen Entwurf „ihres“ Schlosses, auf den im folgenden Kapitel näher eingegangen werden soll.

II.1 2. Königreich, Schloss und Turm

Was versteht Hilde unter dem versprochenen „Königreich“, das sie so vehement einfordert (Jeg vil ha mitt kongerike. S. 359)? Eine Antwort auf diese Frage kann nur Vermutungen enthalten, da aus keiner von Hildes Äußerungen klar hervorgeht, welche konkrete Vorstellung sie mit diesem Begriff verbindet- denn dass das „Königreich“ kaum wörtlich zu nehmen ist, sondern vielmehr als bildhafte Bezeichnung für ein Konglomerat von Wünschen und Idealvorstellungen der jungen Frau aufgefasst werden kann, scheint offensichtlich. Für eine mögliche Antwort muss zunächst einmal davon ausgegangen werden, dass Hildes Version der Geschehnisse in Lysanger stimmt- auch wenn dies keinesfalls selbstverständlich ist:

Solness hat Hilde also bei diesem ersten Zusammentreffen scherzhaft versprochen, in zehn Jahren zu ihr zu kommen, sie zu seiner „Prinzessin“ zu machen, „fortzuführen“ und ihr ein „Königreich“ zu schenken- und daraufhin hat er sie geküsst: Mange gange (S. 333). Hierdurch wurden in der Phantasie des Mädchens die von Solness aufgerufenen Märchenbilder mit einem deutlichen erotischen Aspekt verknüpft: Die Küsse waren für Hilde somit ebenso wie die Worte des Baumeisters letztlich das Versprechen einer späteren Liebesbeziehung. Durch dieses Schlüsselerlebnis, noch dazu in einem Alter, in dem Hilde –halb Kind, halb junge Frau – einerseits noch für Märchenmotive, andererseits jedoch auch schon für die erotische Annäherung empfänglich war, wurde vermutlich ihre Vorstellung der „idealen“ Liebesbeziehung maßgeblich geprägt: Man müsse wie die wartende Prinzessin eines Tages gefunden, gerettet/„geraubt“, mit einem –wie auch immer gearteten- „Königreich“ beschenkt werden, müsse -wie damals bei der Turmbesteigung- bewundern und gespannt sein, schließlich -wie durch die Küsse des Baumeisters- überwältigt und hingerissen werden und nicht zuletzt gemeinsam phantasieren und träumen, „Luftschlösser“ bauen können, det aller deiligste som til er i hele verden (S. 369). Und, vor allem: Man müsse -wenn notwendig- bereit sein, sein Schicksal in die Hand zu nehmen und selbst zu finden, zu überwältigen, zu „rauben“.

[...]


[1] D.h. die im Text wortwörtlich genannten Motive („Königreich“, „Schloss“, „Troll“ etc.). Es böte sich zwar auch an, den Dramentext auf seine indirekten Verweise auf Märchenmotivik und -strukturen bzw. auf Märchenthemen zu untersuchen (wie beispielsweise die der Diskussion des „starken“ und „schwachen“ Gewissens implizite Vorstellung/Infragestellung von Moral und Unmoral, „Gut“ und „Böse“, das Nebeneinander von Fatalismus und freiem Willen innerhalb von Solness’ „magischem“ Denken bzw. die Kraft des Wünschens/Wollens, die Jugend- und Alterproblematik etc.), dies würde den Rahmen der vorliegenden Arbeit jedoch vermutlich bei weitem sprengen.

[2] Später wird deutlich, dass sich der Baumeister unter dieser Instanz letztlich den alttestamentarisch-grausamen, eifersüchtigen Gott vorstellt: Dieser habe ihm, Solness, das familiäre Glück versagt, damit er sich ganz dem Bau von Gotteshäusern widmen solle. (Vgl. S. 374/375)

[3] KITTANG in NORENG (1979) S. 110

[4] Der vorliegenden Analyse zugrunde liegt folgende Textausgabe:

IBSEN, Henrik: Bygmester Solness. In: ders.: Samlede Verker. III Bind. Oslo: Gyldendal 1960

Direkte Zitate hieraus werden durch die Verwendung von Kursivschrift und die nachgestellte Seitenzahl gekennzeichnet. Dialogauszüge, die eine ganze Zeile oder mehr umfassen, werden –außer in den Fußnoten- abgesetzt und in kleinerer Schrifttype aufgeführt. Indirekte Anleihen werden durch Anführungszeichen und die zum Vergleich in Klammern nachgestellte Seitenzahl kenntlich gemacht.

[5] Zur Systematisierung der Märchen in Typen nach Antti Aarne vgl. LÜTHI (2004) S. 16-24

[6] Man denke beispielsweise an Dornröschen (KHM 50), wo die aus einer Verzauberung resultierende vollkommene „Ohnmacht“ und Passivität der Prinzessin im hundertjährigen Schlaf ihr drastisches Bild findet- oder, um ein Beispiel aus dem norwegischen Kulturraum zu nennen, das Märchen Gullslottet som hang i luften (Asbj. NFE 72), in dem gleich drei Prinzessinnen in der Gewalt von drei Trollen der Befreiung harren.

[7] Dass es sich um einen Zeitraum von exakt zehn Jahren handelt, betont Hilde mehrmals und an einer Stelle besonders:

HILDE: Det var for ti år siden. Den 19de september:

SOLNESS: [...] Men bi litt-! Jo, - idag har vi også den 19de september.

HILDE: Ja, vi har det. Og de ti år er gått. Og De kom ikke ,- som De hadde lovet meg. (S. 334)

Diese zehn Jahre werden von Hilde als eine quasi-magische Zeitspanne hervorgehoben: Hier könnte der Bezug zu bestimmten märchenspezifischen Zeitstrukturen hergestellt werden, denen folgend sich grundlegende Veränderungen im Leben des Protagonisten in Etappen, in bestimmten Jahresabständen (hier überwiegt die Drei- oder Siebenzahl) vollziehen. Dies steht in direkter Verbindung mit der ebenfalls märchentypischen Zahlenmagie, der Neigung zu formelhaften Rundzahlen, zu Zahlen fester Prägung und ursprünglich magischer Bedeutung und Kraft (LÜTHI (1997) S. 33). Eine solche ließe sich im Bygmester Solness neben besagtem, von Hilde so verabsolutierten Zeitraum von zehn Jahren beispielsweise noch in der Dreizahl der Kinderzimmer im Hause des Baumeisters erkennen, welche bezeichnenderweise auch in dessen neuem Haus symbolisch beibehalten wird.

[8] Das Unkonventionelle, ja Provokative im Auftreten der Hilde-Figur wird in einer Aussage wie dieser deutlich:

HILDE: For jeg har ik ke andre klær enn de jeg går i. Ja, og så et sett undertøy i ranselen. Men det må vaskes. For det er så svært skittent. (S. 328)

Das Sprechen über die eigene schmutzige Unterwäsche in Gegenwart zweier älterer Männer musste -in Anbetracht der Sittlichkeitsvorstellungen des 19. Jahrhunderts- geradezu als skandalös gelten. Solness reagiert in dieser Szene offenbar verlegen, indem er rasch seine Frau herbeirufen lässt- vermutlich, um die für ihn pikante Situation zu „entschärfen“.

[9] KOTT (1979) S. 44

[10] […] å verkeleggjere alle sine individuelle ønske og behov utan tanke for dei moralske og sosiale konsekvensane – ‹jenseits von Gut und Böse›. KITTANG in NORENG (1979) S. 111/112

Entgegen den Behauptungen von u. a. KOTT (1979) S. 44 und JACOBSEN (1988) in JACOBSEN/LEAVY (1988) S. 147, dass Hilde exemplarisch für die Verwirklichung dieser Skrupellosigkeit, für das tatsächlich „robuste Gewissen“ stehe, muss hier jedoch betont werden, dass sich die Ambivalenz Hildes eben auch darin zeigt, dass sie jene Rücksichtslosigkeit, für die sie zweifellos eintritt, eben nicht durchgängig und unbeirrbar vertritt. Zwar sagt sie auf Solness’ Frage hin, sie glaube, das „robuste Gewissen“ zu besitzen (vgl. S. 355), es zeigt sich jedoch später, dass sie nach dem Gespräch mit Aline zunächst durchaus Skrupel hat, sich mit Solness tatsächlich die „Beute“ zu greifen, nach der es ihr verlangt:

HILDE (heftig) : Jeg kan ikke gjøre ondt imot en som jeg kjenner ! Ikke ta noe vekk som hører henne til. [...] En fremmed en, ja. En, som jeg aldri hadde sett for mine øyne. Men en som jeg er kommet nær inn til-! Nei da! Nei da! Isj! (S. 366/367)

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Zu den Märchenmotiven und ihrer Funktion in Henrik Ibsens "Bygmester Solness"
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Institut für Nordische Philologie)
Veranstaltung
Henrik Ibsen
Note
1,7
Autor
Jahr
2006
Seiten
26
Katalognummer
V132306
ISBN (eBook)
9783640410491
ISBN (Buch)
9783640410590
Dateigröße
551 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Märchenmotiven, Funktion, Henrik, Ibsens, Bygmester, Solness
Arbeit zitieren
E. Schröder (Autor), 2006, Zu den Märchenmotiven und ihrer Funktion in Henrik Ibsens "Bygmester Solness", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132306

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