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Sprache, Kultur und Pirahã. Inwiefern manifestiert sich Kultur in Sprache?

Titel: Sprache, Kultur und Pirahã. Inwiefern manifestiert sich Kultur in Sprache?

Hausarbeit , 2022 , 19 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anika Gut (Autor:in)

Kulturwissenschaften - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden Arbeit soll es darum gehen, inwiefern sich Kultur grundsätzlich in Sprache manifestieren kann. Damit ist gemeint, dass sprachliche und kommunikative Spezifika kulturelle Merkmale indizieren, sich also kulturelle Merkmale an sprachlichen Merkmalen ablesen lassen können. Ein Fokus liegt auch darauf, inwiefern Sprache und Kommunikation Zusammenhänge und Verschränkungen mit Kultur aufweisen und wie sie möglicherweise aufeinander Einfluss nehmen. Bei alldem werden die Erkenntnisse jeweils spezifisch am Beispiel der Pirahã untersucht und die Forschungsergebnisse über die Sprache und Kultur der Pirahã in den Kontext der weltweiten sprachlichen Diversität gesetzt und vor dem Hintergrund allgemeiner Thesen über sprachlich-kulturelle Zusammenhänge betrachtet. Am Ende sollen Forschungen und Schlussfolgerungen dieses Bereichs im Allgemeinen und speziell bezüglich des Pirahã kritisch hinterfragt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil: Sprache und Kultur

1) Semantik und Kultur

a) Räumliches Denken und Richtungen

b) Farbbezeichnungen

c) Bezeichnungen für das Zählen

2) Lautsysteme und Kultur

3) Grammatik (Morphologie, Syntax) und Kultur

4) Sprachliches Handeln, Kommunikation und Kultur

a) Sprachliche Ideologien

b) Partizipation

c) Sprechgemeinschaft

d) Identitätsbezogenes Handeln

e) Performanz

3. Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das komplexe Wechselspiel zwischen Sprache und Kultur anhand des spezifischen Beispiels der Sprache der Pirahã, um zu analysieren, wie kulturelle Merkmale in sprachlichen Strukturen manifestiert werden und wie kulturelle Kontexte sprachliche Ausdrucksmöglichkeiten beeinflussen können.

  • Die gegenseitige Beeinflussung von Sprache und kulturellen Praktiken.
  • Semantische und grammatische Besonderheiten der Sprache der Pirahã.
  • Die Rolle der Anthropologischen Linguistik bei der Erforschung sprach-kultureller Zusammenhänge.
  • Die Analyse von Kommunikationstypologien wie der "Gesellschaft von Vertrauten".
  • Das Prinzip des unmittelbaren Erlebens als Grundlage kultureller Ausdrucksformen.

Auszug aus dem Buch

a) Räumliches Denken und Richtungen

Beim räumlichen Denken lassen sich sprachliche Distinktionen hinsichtlich des präferierten Bezugsrah-mens feststellen („Frame of Reference“ nach Majid e. a. 2004 in: Krifka 2006). Dabei kann grob zwischen drei Konzepten unterschieden werden. Der Bezugsrahmen zur Vermittlung von Richtungen kann erstens relativ und egozentrisch, also auf den Körper bezogen, sein, wobei Angaben wie rechts, links, vorne oder hinten genutzt werden. Die Orientierung kann sich auch auf Objekte im Raum beziehen (intrinsisches Raumkonzept) wie etwa bei ‚vor dem Kanu‘. Außerdem gibt es den absoluten Bezugsrahmen. Wird er genutzt, orientieren sich Menschen an absoluten Richtungen, das heißt an solchen, die nicht in Verbindung mit dem menschlichen Körper stehen und damit unabhängig vom Standpunkt, also nur an der Umgebung orientiert sind.

Beispiele hierfür sind Angaben wie nördlich (Himmelsrichtungen), flussaufwärts, vom Wald weg (vgl. Krifka 2006). Manche Sprachkulturen nutzen nur eine der Varianten oder ein Mischsystem, wobei eine Strategie für eine bestimmte Absicht oder ein bestimmtes lexikalisches Feld genutzt werden kann. Auch im Deutschen lässt sich das beobachten. Die Lokalisierung beweglicher Objekte wird gemischt intrinsisch und relativ ausgedrückt wie bei ‚Der Ball liegt vor dem Lastwagen‘. Bei Körperteilen wird das relative Raumkonzept genutzt (‚Meine rechte Hand kribbelt ein wenig.‘) und bei nicht-beweglichen Objekten ist der absolute Bezugsrahmen maßgeblich wie etwa bei ‚Der Zirkus ist nördlich von dem Kindergarten aus zu finden.‘ (vgl. Krifka 2006: 9). Um den eigenen Standpunkt zu lokalisieren, wird bei Bedarf und Eignung auch auf absolute Strategien wie Himmelsrichtungen zurückgegriffen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, kulturelle Merkmale in Sprache zu untersuchen und führt das Sprachvolk der Pirahã als zentrales Forschungsbeispiel ein.

2. Hauptteil: Sprache und Kultur: Dieser umfangreiche Teil analysiert verschiedene sprachliche Bereiche wie Semantik, Lautsysteme und Grammatik im Kontext kultureller Einflüsse.

3. Schluss: Der Schlussteil reflektiert die Problematik des Sprachvergleichs und kritisiert die Herausforderungen bei der objektiven Untersuchung fremder Kulturen durch die eigene kulturelle Brille.

Schlüsselwörter

Sprache, Kultur, Pirahã, Sprachtypologie, Anthropologische Linguistik, Semantik, Grammatik, Kommunikation, Identität, Performanz, Evidentialitätsmarker, Sprachvergleich, Rekursion, Sprachliche Ideologien, Feldforschung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie sich Kultur in Sprache manifestiert und ob sprachliche Merkmale als Indikatoren für kulturelle Praktiken und Weltbilder dienen können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören der Einfluss von Kultur auf Semantik, Lautsysteme, Grammatik und kommunikative Praktiken sowie die Analyse sprachlicher Diversität.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, inwiefern Sprache und Kultur miteinander verschränkt sind und wie stark die Kultur als Rahmen die Ausdrucksmöglichkeiten einer Sprache limitiert oder prägt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine analytisch-vergleichende Arbeit, die auf der linguistischen Literatur und Feldforschungsberichten, insbesondere den Studien von Daniel Everett über die Pirahã, basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden spezifische linguistische Merkmale des Pirahã (wie Farbwörter, räumliche Orientierung, Zahlsysteme) hinsichtlich ihrer kulturellen Grundlagen analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Linguistik, Pirahã, Kulturkontext, Sprachstrukturen und kulturelle Identität geprägt.

Welche Bedeutung haben die sogenannten "Gesprächskanäle" bei den Pirahã?

Neben der normalen Lautsprache nutzen die Pirahã vier weitere Kanäle wie Singen, Schreien, Summen und Pfeifen, um Identität zu verschleiern, Emotionen auszudrücken oder über große Entfernungen zu kommunizieren.

Warum gibt es laut Everett bei den Pirahã keine Zähl- oder Farbwörter im herkömmlichen Sinne?

Everett begründet dies mit einem kulturimmanenten Prinzip des "unmittelbaren Erlebens", wonach nur Dinge relevanter Bestandteil der Sprache sind, die direkt beobachtet und bestätigt werden können.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sprache, Kultur und Pirahã. Inwiefern manifestiert sich Kultur in Sprache?
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Veranstaltung
Seminar: Sprachstrukturen/ Sprachtypologie
Note
1,3
Autor
Anika Gut (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
19
Katalognummer
V1323248
ISBN (PDF)
9783346807519
ISBN (Buch)
9783346807526
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sprache (Semantik/Grammatik/Sprachliches Handeln/Kommunikation) und Kultur Pirahã Volk ohne Zeitformen Das glücklichste Volk der Welt Sprache und Kultur Kommunikation und Kultur sprachlich-kulturelle Vielfalt Einfluss von Kultur auf Sprache und Kommunikation Verflechtung von Sprache und Kultur Zusammenhang von Sprache und Kultur Semantik und Kultur Räumliches Denken und Richtungen Farbbezeichnungen Bezeichnungen für das Zählen Lautsysteme und Kultur Grammatik und Kultur Sprachliches Handeln_Kommunikation und Kultur Sprachliche Ideologien Partizipation Sprechgemeinschaft Identitätsbezogenes Handeln Performanz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anika Gut (Autor:in), 2022, Sprache, Kultur und Pirahã. Inwiefern manifestiert sich Kultur in Sprache?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1323248
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Leseprobe aus  19  Seiten
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