Hochschulen als Quellen von technologieorientierten Unternehmensgründungen haben in den vergangenen Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen und stellen den Mittelpunkt dieser Arbeit dar. In diesem Kapitel werden zunächst die steigenden Anforderungen an Hochschulen hinsichtlich des Technologietransfers und der Gründungsförderung erörtert. Darauffolgend wird auf das Zukunftspotenzial von Unternehmensgründungen aus Hochschulen im Bereich Erneuerbarer Energien eingegangen, da derartige Gründungsvorhaben den Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit darstellen.
Hochschulen in Deutschland waren in der Vergangenheit vorwiegend auf die Pflege und Entwicklung von Wissenschaften beschränkt und haben es in der Regel nicht als ihre Aufgabe betrachtet die Studierenden auf eine berufliche Selbstständigkeit vorzubereiten. Folglich haben auch nur wenige Personen aus dem Hochschulumfeld diese Form der Berufstätigkeit als eine Alternative zu einer abhängigen Beschäftigung in Betracht gezogen. Neben den traditionellen Aufgaben steigen die Anforderungen der Gesellschaft an die Hochschulen jedoch aufgrund der Globalisierung und des Standortwettbewerbs zunehmend.
Die Hochschulen müssen sich von dem Bild, dass Universitäten ausschließlich Lehre und Grundlagenforschung anbieten, verabschieden und das Angebot erweitern, um für Studieninteressierte weiterhin attraktiv zu bleiben und den wirtschaftlichen Nutzen der Hochschule gegenüber dem Staat rechtfertigen zu können. Das beinhaltet auch eine Vermarktung des erworbenen Know-hows und somit eine Kommerzialisierung der universitären Forschung. Dies wurde durch eine Änderung des Arbeitnehmer- Erfindergesetzes im Jahre 2002 begünstigt, die es Hochschulangehörigen ermöglicht ihr Wissen und ihre Dienstleistungen zu gewinnorientiert zu verwerten.
Inhaltsverzeichnis
1. Zum Gegenstand der Arbeit
1.1. Hochschulen als Quellen von Gründungen
1.1.1. Steigende Anforderungen an die Hochschulen
1.1.2. Zukunftspotenzial von Unternehmensgründungen aus Hochschulen im Bereich der Erneuerbaren Energien
1.1.2.1. Gründungen aus Hochschulen
1.1.2.2. Zunehmende Bedeutung von (Erneuerbarer) Energie
1.1.2.3. Relevanz Erneuerbarer Energien für Gründungen aus Hochschulen
1.2. Zielsetzung der Arbeit
1.3. Aufbau und Methodik der Arbeit
2. Förderung von Technologiegründungen aus Hochschulen
2.1. Ziele der Gründungsförderung
2.1.1. Sozial- und wirtschaftspolitische Ziele
2.1.1.1. Beschäftigungswirkungen
2.1.1.2. Regionaler Strukturwandel
2.1.1.3. Wirtschaftsförderung
2.1.2. Umweltpolitische Ziele und Versorgungssicherheit
2.1.3. Wissenschaftliche Ziele – Technologietransfer
2.1.4. Monetäre Ziele – Forschungskommerzialisierung
2.1.5. Strategische Ziele
2.1.5.1. Verbesserung der Hochschulreputation
2.1.5.2. Politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit
2.2. Förderinstrumente
2.2.1. Gründungsrelevante Beratung und Qualifikation
2.2.1.1. Betriebswirtschaftliche Ausbildung und Beratung
2.2.1.1.1. Hochschulinterne Formen der Gründungsausbildung
2.2.1.1.2. Hochschulexterne Formen der Gründungsausbildung
2.2.1.2. Technologieorientierte Ausbildung (insbes. im Bereich Erneuerbarer Energien)
2.2.2. Infrastrukturelle Unterstützungsleistungen
2.2.3. Finanzielle Gründungshilfen
2.2.3.1. Öffentliche Träger finanzieller Gründungshilfen
2.2.3.2. Private Träger finanzieller Gründungshilfen
2.3. Praxis der Förderprogramme im Hochschulumfeld
2.3.1. Grundsätzliche Konzepte und Zielsetzungen der Förderprogramme
2.3.2. Identifikation und Spezifikation relevanter Fokusgruppen
2.3.3. Programme zur Förderung technologieorientierter Unternehmensgründungen
2.3.3.1. Öffentliche Förderprogramme
2.3.3.1.1. EXIST
2.3.3.1.2. KfW-Bank
2.3.3.1.3. Marktanreizprogramm
2.3.3.2. Private Förderprogramme
2.3.3.3. Intermediäre Förderprogramme
2.3.3.4. Überfachliche Qualifizierung für weitere relevante Fokusgruppen
2.3.3.5. Qualifizierung von Gründungsbetreuern
2.4. Reflexionen über die Förderinstrumente und die Umsetzung der Förderprogramme in der Praxis
3. Ermittlung von Best Practice auf der Basis von vergangenen Programmen und Evaluationen
3.1. Grundlegende Erläuterungen des Best Practice
3.1.1. Begriffsdefinition und Entstehung des Best Practice
3.1.2. Bedeutung des Best Practice
3.1.3. Feststellung des Best Practice
3.2. Ergebnisse von Best Practice Untersuchungen aus vergangenen Programmen
3.2.1. Methodische Probleme bei der Analyse des Best Practice
3.2.2. Bedeutsamkeit der Programme – Eine Herleitung aus der Resonanz der Teilnehmer
3.2.3. Effektivität der Programme
3.2.3.1. Leitziel 1: Etablierung einer Kultur unternehmerischer Selbstständigkeit in der Lehre, Forschung sowie der Verwaltung der Hochschulen
3.2.3.1.1. Unternehmerische Selbstständigkeit in der Lehre
3.2.3.1.2. Unternehmerische Selbstständigkeit in der Forschung
3.2.3.1.3. Unternehmerischen Selbstständigkeit in der Verwaltung
3.2.3.2. Leitziel 2: Konsequente Übersetzung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse in wirtschaftliche Wertschöpfung
3.2.3.3. Leitziel 3: Zielgerichtete Förderung des großen Potenzials an Geschäftsideen und Gründerpersönlichkeiten an Hochschulen und Forschungseinrichtungen
3.2.3.4. Leitziel 4: Deutliche Steigerung der Anzahl innovativer Unternehmensgründungen und damit Schaffung neuer und gesicherter Arbeitsplätze
3.2.4. Effizienz der Programme
3.2.5. Synergien und Nachhaltigkeit der Programme
3.2.6. Wirkungshemmende Faktoren
3.3. Erhebung von Best Practice – Methoden im Rahmen einer eigenen empirischen Untersuchung
3.3.1. Methodisches Vorgehen
3.3.1.1. Erkenntnisziel und Forschungsdesign
3.3.1.1.1. Leitende Untersuchungsfragen
3.3.1.1.2. Untersuchungsform
3.3.1.2. Befragung der Experten
3.3.1.2.1. Auswahl der befragten Experten
3.3.1.2.2. Datenerhebung durch Leitfadeninterviews
3.3.2. Erhebungsphase
3.3.3. Erkenntnisse aus der empirischen Untersuchung
4. Handlungsempfehlungen
4.1. Modell zur Förderung von Unternehmensgründungen aus der Hochschule
4.2. Zusammenfassende Handlungsempfehlungen und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Existenzgründungsgeschehen an Hochschulen, insbesondere im Bereich der Erneuerbaren Energien. Ziel ist es, den Beitrag des hochschulinternen und externen Umfelds zur Förderung solcher Gründungen zu analysieren, Best-Practice-Beispiele aus vergangenen Förderprogrammen zu identifizieren und ein Modell zur optimierten Gründungsförderung für technologieorientierte Spin-offs zu entwickeln.
- Hochschulen als Ausgangspunkt für technologische Spin-offs
- Analyse bestehender öffentlicher und privater Förderinstrumente
- Herausforderungen bei Gründungen im Sektor Erneuerbare Energien
- Evaluierung der Effektivität und Effizienz von Förderprogrammen wie EXIST
- Entwicklung von Handlungsempfehlungen zur verbesserten Gründungsunterstützung
Auszug aus dem Buch
1.1.1. Steigende Anforderungen an die Hochschulen
Hochschulen in Deutschland waren in der Vergangenheit vorwiegend auf die Pflege und Entwicklung von Wissenschaften beschränkt und haben es in der Regel nicht als ihre Aufgabe betrachtet die Studierenden auf eine berufliche Selbstständigkeit vorzubereiten. Folglich haben auch nur wenige Personen aus dem Hochschulumfeld diese Form der Berufstätigkeit als eine Alternative zu einer abhängigen Beschäftigung in Betracht gezogen. Neben den traditionellen Aufgaben steigen die Anforderungen der Gesellschaft an die Hochschulen jedoch aufgrund der Globalisierung und des Standortwettbewerbs zunehmend. Die Hochschulen müssen sich von dem Bild, dass Universitäten ausschließlich Lehre und Grundlagenforschung anbieten, verabschieden und das Angebot erweitern, um für Studieninteressierte weiterhin attraktiv zu bleiben und den wirtschaftlichen Nutzen der Hochschule gegenüber dem Staat rechtfertigen zu können. Das beinhaltet auch eine Vermarktung des erworbenen Know-hows und somit eine Kommerzialisierung der universitären Forschung. Dies wurde durch eine Änderung des Arbeitnehmer Erfindergesetzes im Jahre 2002 begünstigt, die es Hochschulangehörigen ermöglicht ihr Wissen und ihre Dienstleistungen zu gewinnorientiert zu verwerten.
Seitdem hat die Rolle der Hochschulen für den Technologietransfer und insbesondere für die Kommerzialisierung von Erfindungen an Bedeutung gewonnen. Zunehmend soll die regionale Wirtschaft von den Forschungsergebnissen profitieren, indem die Hochschulen mit örtlichen Einrichtungen und Unternehmen bzgl. des Wissenstransfers kooperieren. Diese Impulse sollen die Hochschulen zu bedeutsamen Standortfaktoren machen, die eine anziehende Wirkung auf Unternehmen und hoch qualifizierte Arbeitskräfte, Hochschulprofessoren und Studenten ausüben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zum Gegenstand der Arbeit: Einführung in die wachsende Bedeutung von Hochschulen als Gründungszentren und die Relevanz des Bereichs Erneuerbarer Energien als Untersuchungsgegenstand.
2. Förderung von Technologiegründungen aus Hochschulen: Detaillierte Darstellung der Ziele, Instrumente und der existierenden Förderlandschaft für technologieorientierte Gründungen im Hochschulumfeld.
3. Ermittlung von Best Practice auf der Basis von vergangenen Programmen und Evaluationen: Systematische Analyse der Qualität und Effektivität bisheriger Programme unter Anwendung des Best-Practice-Ansatzes sowie eigene empirische Untersuchung.
4. Handlungsempfehlungen: Ableitung konkreter Strategien und eines Modells zur zukünftigen Förderung von Unternehmensgründungen aus Hochschulen basierend auf den vorangegangenen Analysen.
Schlüsselwörter
Hochschulausgründung, Gründungsförderung, Erneuerbare Energien, Technologietransfer, Entrepreneurship Education, Best Practice, Spin-off, Existenzgründung, EXIST-Programm, Risikokapital, Innovationsförderung, Forschungstransfer, Gründungsberatung, Businessplan, Wirtschaftsförderung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema der Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Gründungsförderung von technologieorientierten Spin-offs aus dem Hochschulumfeld, mit einem speziellen Fokus auf den Bereich der Erneuerbaren Energien.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentral sind die Analyse von Förderinstrumenten, die Bedeutung von Entrepreneurship Education, die Bewertung von Best-Practice-Modellen sowie die spezifischen Rahmenbedingungen für technologieorientierte Unternehmensgründungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, zu ermitteln, wie Gründungen im Bereich Erneuerbarer Energien aus Hochschulen besser forciert werden können, um das Gründungspotenzial optimal auszuschöpfen.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Autorin kombiniert eine theoretische Bestandsaufnahme (Literatur- und Internetrecherche) mit einer empirischen Untersuchung, die Fallstudien und Experteninterviews umfasst.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Systematisierung der Gründungsförderung, die Evaluation vergangener Programme wie EXIST und die Durchführung einer Expertenbefragung zur Ermittlung von Best-Practice-Ansätzen.
Was sind die charakteristischen Schlüsselwörter?
Die Arbeit fokussiert sich insbesondere auf Begriffe wie Hochschulausgründung, Technologietransfer, Spin-off, Erneuerbare Energien und Best Practice in der Gründungsförderung.
Warum ist eine spezielle Förderung für Erneuerbare Energien erforderlich?
Der Bereich der Erneuerbaren Energien weist Besonderheiten auf, wie hohe Investitionskosten, lange Entwicklungszeiten und ein spezifisches Risikoprofil, weshalb eine allgemeine Technologie-Gründungsförderung oft nicht ausreicht.
Welche Rolle spielt die räumliche Anordnung von Entrepreneurship-Lehrstühlen?
Die Autorin stellt fest, dass die Konzentration von Gründungslehrstühlen in wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten die Erreichbarkeit für Studierende technischer und naturwissenschaftlicher Fachbereiche erschwert, weshalb eine interdisziplinäre räumliche Platzierung empfohlen wird.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2009, Best Practice der Förderung von Technologiegründungen. Implikationen für die Gründungsförderung an Hochschulen im Bereich Erneuerbarer Energien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132480