In den vergangenen Jahren zeigte sich in der Demografie Deutschlands ein dynamischer Veränderungstrend. Die Verschiebung des Durchschnittsalters nach oben ist heutzutage klar zu erkennen. Es wird in Zukunft immer mehr ältere Menschen geben, die so genannten Best Ager, Silver Generation oder Generation 50plus.
Dieser Wandel hat Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft. Dennoch wird derzeit dieses Problem noch nicht genug beachtet, was die zur Arbeit hinzugezogenen Quellen belegen.
Dass unsere Gesellschaft mitten im Wandel steht, zeigt zum Beispiel ein Blick auf die deutsche Kinolandschaft. Hier ist ein deutlicher Zuwachs der Best Ager zu erkennen. Doch wie kann sich das deutsche Kino auf diese zukünftige neue Hauptzielgruppe einstellen? Welche Marketingmaßnahmen können eingesetzt werden und wo sind Grenzen zu erkennen? Diese Fragen werden im Laufe dieser Arbeit geklärt. Zur Betrachtung dieses Themas wurden Studien von der Gesellschaft für die Konsumforschung (GfK), der Filmförderungsanstalt (FFA) und Best Ager Kino herangezogen.
Diese wissenschaftliche Arbeit ist in drei Teile aufgeteilt. Im ersten Abschnitt soll ein allgemeiner Überblick über den demographischen Wandel, die Best Ager von heute und die deutsche Filmlandschaft und gegeben werden. Im Folgenden wird die Besonderheit des Kinomarketing für diese Zielgruppe beschrieben. Hier sollen speziell die Chancen und Grenzen betrachtet werden, die sich für das Marketing der Best Ager im Kino ergeben. Weiter werden in diesem Teil bisherige Maßnahmen aufgeführt, mit deren Hilfe Kinos bereits versuchen, die Generation 50plus als Kernzielgruppe zu gewinnen. Abschließend wird in einer kurzen Zusammenfassung auf die angesprochenen Themen eingegangen und ein Fazit gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Markt und Marktteilnehmer
2.1. Der demokrafische Wandel
2.2. Die Best Ager von heute
2.3. Die deutsche Kinolandschaft
3. Kinomarketing für die ältere Zielgruppe
3.1. Die Chancen
3.2. Die Grenzen
3.3. Beispiele für bisherige Maßnahmen
4. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit untersucht das Potenzial der Altersgruppe 50plus (Best Ager) als neue Kernzielgruppe für die deutsche Kinobranche, analysiert deren spezifische Bedürfnisse sowie Konsumverhalten und erarbeitet daraus Strategien für ein effektives Kinomarketing.
- Demografischer Wandel und Auswirkungen auf die Kinolandschaft
- Analyse der Zielgruppe "Best Ager" und deren Konsumverhalten
- Identifikation von Chancen und Barrieren im Kinomarketing
- Konkrete Maßnahmen zur Kundenbindung und Erlebnissteigerung
Auszug aus dem Buch
3.1. Die Chancen
Da eine Distribution des Produkts Kino ausgeschlossen ist, müssen die Kunden dort abgeholt werden wo sie sind - zu Hause. Damit sich Best Ager leichter entscheiden ins Kino zu gehen, bietet sich ein Kino-Shuttle oder das amerikanische System des „Valetparking“ an. Eine Umfrage hat gezeigt, dass 30,36% der Umfrageteilnehmer sich vorstellen können diesen Service zu nutzen. Bei der Wahl des Kinotyps spielen die Filmpräferenzen auch eine wichtige Rolle. Best Ager bevorzugen für einen Kinobesuch deutlich häufiger kleine Kinos, wie Einzelkinos, weil dort oft Programmkino gezeigt werde. Jeder vierte Besucher eines Programmkinos ist 50 Jahre oder älter.
Was den Eintrittspreis betrifft, so scheinen die Best Ager wenig Ahnung zu haben, wo der normale Preis für eine Kinoeintrittskarte heute liegt. Die Mehrheit der Befragten wäre bereit, bis zu 8 € für eine Kinokarte auszugeben (aktuell 6,14 €). Ein „Seniorenticket“ ist ebenso eine denkbare Maßnahme, wie eine Partner-Kinokarte. Das Kino wird altersübergreifend als Gemeinschaftserlebnis gesehen und daher gern in Begleitung unternommen. Immerhin 4 von 10 Befragten (41%) der 50-59jährigen geben an, dass sie mit der richtigen Begleitperson in Zukunft häufiger ein Kino besuchen würden. Dagegen würden 69% durch spezielle Rabattangebote häufiger ins Kino gehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in den demografischen Wandel und die Relevanz der Generation 50plus für die deutsche Kinolandschaft.
2. Markt und Marktteilnehmer: Analyse der demografischen Entwicklungen, des Profils der Best Ager sowie des aktuellen Status der deutschen Kinowirtschaft.
3. Kinomarketing für die ältere Zielgruppe: Untersuchung von Möglichkeiten, Chancen und Barrieren für das Marketing gegenüber der Generation 50plus, ergänzt durch Praxisbeispiele.
4. Zusammenfassung und Fazit: Synthese der Ergebnisse und Handlungsempfehlungen für eine notwendige Neuausrichtung des Kinomarketings.
Schlüsselwörter
Kinomarketing, Best Ager, Generation 50plus, demografischer Wandel, Kino, Zielgruppenmarketing, Konsumentenverhalten, Filmwirtschaft, Servicequalität, Kundenbindung, Senioren, Programmkinos, Marktsegmentierung, Freizeitverhalten, Alterspyramide
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit?
Die Arbeit analysiert die Bedeutung der wachsenden Bevölkerungsgruppe der über 50-Jährigen für das deutsche Kino und zeigt auf, wie Kinos diese Zielgruppe effektiv ansprechen und binden können.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind der demografische Wandel, das Konsum- und Freizeitverhalten der sogenannten "Best Ager" sowie spezifische Marketing- und Servicestrategien für Kinobetreiber.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Strategien zu entwickeln, um die Generation 50plus als neue Kernzielgruppe für das Kino zu gewinnen und den Besuch zu einem attraktiven Gesamterlebnis zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche, der Auswertung von Statistiken (u.a. von GfK und FFA) sowie der Analyse existierender Marketingkonzepte der Kinobranche.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die demografische Analyse, die Charakterisierung der Best Ager, die Untersuchung von Chancen und Grenzen im Marketing sowie die Vorstellung konkreter Best-Practice-Beispiele aus verschiedenen Kinos.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Kinomarketing, Best Ager, demografischer Wandel, Zielgruppenorientierung und Servicequalität sind die prägenden Begriffe der Untersuchung.
Warum wird die Generation 50plus nicht direkt über ihr Alter angesprochen?
Untersuchungen zeigen, dass diese Zielgruppe nicht als "Senioren" kategorisiert werden möchte, sondern Wert auf ihre individuellen Bedürfnisse, ihre Kaufkraft und ihren aktiven Lebensstil legt.
Welche Rolle spielt die Mundpropaganda bei dieser Zielgruppe?
Die Arbeit verdeutlicht, dass Empfehlungen von Freunden und Bekannten für Menschen über 50 die stärkste Motivation für einen Kinobesuch darstellen, weshalb soziale Kanäle gezielt genutzt werden müssen.
Warum ist die Zusammenarbeit zwischen Filmproduktion und Kinos so entscheidend?
Da der Film selbst das Hauptprodukt ist, muss bereits bei der inhaltlichen Auswahl der Produktionen auf die Bedürfnisse der Zielgruppe 50plus eingegangen werden, um sie erfolgreich ins Kino zu locken.
- Citation du texte
- Matthias Strobel (Auteur), Julianne List (Auteur), Axel Goldammer (Auteur), Marleen Härtwig (Auteur), 2009, Kinomarketing für die Generation 50+, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132486