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Fragile Staatlichkeit - Ursachen, Konsequenzen, Intervention

Title: Fragile Staatlichkeit - Ursachen, Konsequenzen, Intervention

Term Paper , 2008 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Alexander Otto (Author)

Politics - Topic: Peace and Conflict, Security
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Durch das Ende des Ost-West Konflikts und der damit einhergehende Wechsel der Struktur des internationalen Staatensystems von einer bi- zur multipolaren Weltordnung gewann das Forschungsgebiet der fragilen Staaten an Bedeutung.
Diese Hausarbeit soll zunächst einen Überblick über die verschiedenen Begriffe zum Thema geben und Abgrenzen. Die praktischen Ursachen von Staatszerfall sind mannigfaltig – genau wie mögliche Theorien zur Erklärung von Staatszerfall. Die letztendlichen Auswirkungen von Staats-zerfall lassen sich grob in lokale und internationale unterteilen, besonders interessant ist hier die Frage der Gefährdung der Stabilität der internationalen Gemeinschaft durch schwache Staaten. Ob Terrorismus durch Staatszerfall begünstigt wird, ist nicht einfach zu klären – mögliche Thesen sollen in Kapitel 4.4 diskutiert werden. Schlussendlich drängt sich die Frage auf, inwiefern externe Akteure mit ihren sicherheitspolitischen Instrumenten in gescheiterten Staaten intervenieren können. Während zu Zeit des Kalten Krieges innerstaatliche Konflikte durch die Interessen der beiden Großmächte überschattet wurden, kamen diese ab Mitte der 1990er Jahre zum Vorschein. Auch haben die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA das (gouvernementale) Interesse an der failing states Forschung gefördert. Die Politikwissenschaft ruhte nicht und nahm sich dieser Herausforderung an – jedoch sind die relativ jungen Forschungen oft uneinheitlich.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 BEGRIFFSABGRENZUNG

3 URSACHEN FÜR STAATSZERFALL

3.1 STAATSINTERNE URSACHEN NACH DER SYSTEMTHEORIE

3.2 STAATSEXTERNE URSACHEN NACH DEM STRUKTURELLEN REALISMUS

4 AUSWIRKUNGEN VON STAATSZERFALL

4.1 LOKAL

4.2 REGIONAL

4.3 INTERNATIONAL

4.4 TERRORISMUS

4.4.1 Verbündete in Gefahr

4.4.2 Rekrutierung

5 INTERVENTIONSSTRATEGIEN

5.1 NATION-BUILDING

5.2 STATE-BUILDING

6 FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert das Phänomen des Staatszerfalls, untersucht dessen Ursachen sowie Auswirkungen auf lokaler, regionaler und internationaler Ebene und erörtert die Erfolgsaussichten verschiedener Interventionsstrategien.

  • Begriffsbestimmung fragiler Staatlichkeit
  • Theoretische Erklärungsansätze für Staatszerfall
  • Sicherheitsrelevante Folgen und Terrorismusbezug
  • Herausforderungen für internationales Krisenmanagement
  • Vergleich von Nation-Building und State-Building

Auszug aus dem Buch

4.1 LOKAL

Der Prozess des failing, also des Scheitern oder Versagens, beschreibt die interne Degeneration eines geordneten Staatswesens. Das Gewaltmonopol wird privatisiert und die staatlichen Steuerungsmechanismen wirkungslos. Im Verlust des Gewaltmonopols liegt der Hauptgrund für den dramatischen Prozess, denn nach der klassischen Definition Max Webers ist der Staat ein „politischer Anstaltsbetrieb, wenn und insoweit sein Verwaltungsstab erfolgreich das Monopol legitimen physischen Zwanges für die Durchführung der Ordnungen in Anspruch nimmt.“ Sicherheitsprobleme unterwandern so die Basis des Alltagslebens und lösen politische, ökonomische und soziale Krisen aus, die durch bestehende Institutionen noch nicht bewältigt werden können. Durch das Versagen der Institutionen werden politische Entscheidungen fortan außerkonstitutionell und extralegal getroffen. Nun kann ein vorschreitender Staatszerfall diagnostiziert werden, der Staat kann seinen elementaren Aufgaben wie die Versorgung seiner Bürger oder die Bereitstellung von Infrastruktur nicht mehr nachkommen. Es drohen Souveränitätsverlust, Anarchie und Korruption auf allen staatlichen Ebenen.

Die politische Elite agiert nur noch nach eigenem Nutzen (siehe Kapitel 3.1), um das eigene Überleben zu sichern. Der Bevölkerung und insbesondere gesellschaftlich niedrig gestellte Gruppen – drohen Nahrungsknappheit oder sogar Hungersnöte. Die Staatsführung verliert die Kontrolle über einzelne Gebiete, in denen nun nichtstaatliche Akteure das so entstandene Machtvakuum ausfüllen und in ihrem Herrschaftsbereich Aufgaben des Staates übernehmen – dabei jedoch auch nur nach eigenen Interessen agieren. Diese neuen Autoritäten können sowohl lokale Warlords, religiöse Führer o.ä. sein. Die Folge: Private Gewaltanwendung wird zur Norm.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Forschung zu fragilen Staaten nach dem Ende des Ost-West-Konflikts ein und skizziert die zentralen Fragestellungen der Arbeit.

2 BEGRIFFSABGRENZUNG: Hier werden unterschiedliche Forschungsansätze und Definitionen zu Themen wie "failing states" und "fragile Staatlichkeit" beleuchtet, um eine gemeinsame begriffliche Grundlage zu schaffen.

3 URSACHEN FÜR STAATSZERFALL: Dieses Kapitel erläutert zwei wesentliche theoretische Ansätze zur Ursachenbestimmung: die Systemtheorie für innere Prozesse und den strukturellen Realismus für externe Einflüsse.

4 AUSWIRKUNGEN VON STAATSZERFALL: Die Auswirkungen werden hier auf lokaler, regionaler und internationaler Ebene sowie in ihrem Zusammenhang mit transnationalem Terrorismus detailliert untersucht.

5 INTERVENTIONSSTRATEGIEN: Hier werden die Konzepte des "Nation-Building" und "State-Building" als Instrumente externer Akteure in Krisenstaaten kritisch auf ihre Erfolgsaussichten und Probleme hin bewertet.

6 FAZIT: Das Fazit fasst die Problematik zusammen und betont die Notwendigkeit einer koordinierten internationalen Debatte anstelle von oft unüberlegten Interventionen.

Schlüsselwörter

Staatszerfall, fragile Staatlichkeit, failing states, Systemtheorie, struktureller Realismus, Nation-Building, State-Building, Sicherheitspolitik, Terrorismus, Gewaltmonopol, Krisenmanagement, internationale Politik, Warlords, Good Governance, Souveränitätsverlust

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt das Phänomen des Staatszerfalls in der internationalen Politik, analysiert dessen Hintergründe und die Wirksamkeit von Interventionsstrategien.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definition fragiler Staatlichkeit, den Ursachen für den Zerfall, den Auswirkungen auf lokale und globale Sicherheit sowie Ansätzen des staatlichen Wiederaufbaus.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu geben, die Ursachen und Auswirkungen von "failed states" zu diskutieren und die Möglichkeiten externer Akteure zur Stabilisierung zu bewerten.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit politikwissenschaftlichen Konzepten, insbesondere der Systemtheorie und des strukturellen Realismus, sowie die Auswertung aktueller Fachliteratur.

Was genau wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Ursachen (Kapitel 3), die Untersuchung der Auswirkungen (Kapitel 4) und die kritische Betrachtung von Interventionsstrategien (Kapitel 5).

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Analyse?

Wichtige Begriffe sind insbesondere fragile Staatlichkeit, Staatszerfall, transnationale Terrornetzwerke, Gewaltmonopol sowie die Interventionsmodelle Nation-Building und State-Building.

Wie unterscheidet der Autor zwischen Nation-Building und State-Building?

Nation-Building fokussiert auf die umfassende gesellschaftliche Entwicklung und Identitätsbildung, während State-Building sich spezifisch auf den Aufbau staatlicher Institutionen und deren Funktionsfähigkeit konzentriert.

Welche Rolle spielen "failed states" bei der Rekrutierung von Terroristen laut der Arbeit?

Die Arbeit weist darauf hin, dass zerfallende Staaten durch das Fehlen staatlicher Kontrolle Rückzugsräume für Terroristen bieten können, betont jedoch, dass diese These differenziert betrachtet werden muss.

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Details

Title
Fragile Staatlichkeit - Ursachen, Konsequenzen, Intervention
College
University of Münster  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Europäische Sicherheitspolitik
Grade
1,3
Author
Alexander Otto (Author)
Publication Year
2008
Pages
16
Catalog Number
V132519
ISBN (eBook)
9783640387854
ISBN (Book)
9783640388233
Language
German
Tags
Sicherheitspolitik Failing States Fragile Staatlicheit Afghanistan Staatszerfall Terrorismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Otto (Author), 2008, Fragile Staatlichkeit - Ursachen, Konsequenzen, Intervention , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132519
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