Mit der Einführung einer gemeinsamen Währungsunion im Jahr 1999 verfolgten die einzelnen europäischen Staaten nicht nur das Ziel, die europaweiten Handelsaktivitäten zu erhöhen, sondern auch den hiesigen Markt durch Beseitigung von Wechselkursschwankung zu stabilisieren, den Wettbewerb im innereuropäischen Markt zu verbessern, sowie den Wachstum in einzelnen Wirtschafts- und Privatbereichen zu fördern. Doch ob eine solche Währungsunion, welche als Gesamtheit der Länder definiert wird und in der eine einheitliche und gemeinsame Währungs- und Geldpolitik ausgeübt wird, zum erfolgreichen Erreichen solch hochgesteckter Ziele bislang geführt hat, oder ob diese nicht verwirklicht werden konnten, wird durch aktuelle Berichte und Analysen geklärt werden.
Zielsetzung dieser Hausarbeit ist es, den entstandenen Nutzen und die Auswirkungen seit der wertneutralen Währungsumstellung auf den Euro zu untersuchen. Analysiert werden insbesondere die bisherigen Auswirkungen im Bereich des Finanzsektors mit den Anleihen und Aktien. Weiterhin werden die Aggregatgrössen Unternehmen und Konsumenten geprüft, gefolgt von einem Länderbeispiel. Im dritten Teil soll auf die internationale Rolle des Euros eingegangen werden. Da Scheine und Münzen in England bislang noch in nationaler Währung zirkulieren, wird hierüber im vierten Teil kritisch diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einführung des Euro
2.1. Gründe
2.2. Startschwierigkeiten
3. Auswirkungen seit dem Euro
3.1. Anleihenmarkt
3.2. Aktienmarkt
3.3. Finanzdienstleistungsmarkt
3.4. Konsumenten
3.5. Unternehmen
3.6. Länderbeispiel
4. Die internationale Rolle des Euro
5. Der Fall England
6. Abschluss
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit untersucht, ob die Europäische Währungsunion als „Erfolgsgeschichte“ zu bewerten ist, indem sie den entstandenen Nutzen und die Auswirkungen der Währungsumstellung auf verschiedene ökonomische Bereiche analysiert und kritisch hinterfragt.
- Wirtschaftliche Auswirkungen im Finanzsektor (Anleihen- und Aktienmärkte)
- Veränderungen für Unternehmen und Konsumenten
- Makroökonomische Analyse am Länderbeispiel Slowenien
- Die wachsende internationale Bedeutung des Euro als Reservewährung
- Die kritische Haltung Großbritanniens gegenüber der Währungsunion
Auszug aus dem Buch
3.1. Anleihenmarkt
Eine Anleihe dient der langfristigen Kreditfinanzierung am in- oder ausländischen Kapitalmarkt durch private oder öffentliche Schuldner. Sie läuft über einen Gesamtbetrag und wird in Teilschuldverschreibungen zerlegt und verbrieft. Für Unternehmen ist die Inanspruchnahme von Anleihen im Vergleich zu einem Darlehen nicht uninteressant, da Zinskosten üblicherweise günstiger sind und zudem eine gewisse Unabhängigkeit zu Kreditinstituten besteht.
Vor der Euroeinführung gab es deutliche Ertragsunterschiede zwischen Wertpapieren unterschiedlicher Emittenten bei einer vergleichbaren Laufzeit. Hier wurden die einzelnen Währungen von den Marktteilnehmern unterschiedlich eingeschätzt. Daraufhin mussten Länder mit einer schwach wahrgenommenen oder eingeschätzten Währung Renditeaufschläge zahlen. Kurz vor der Währungsunion wurde bei den Renditen ein Konvergenzprozess durchgeführt. Aufgrund dieser Durchführung sollten die festzusetzenden Wechselkurse das Währungsrisiko irrelevant machen. Für Griechenland bedeutete dies im Nachhinein ein Sinken der Zinskosten für neu begebene Anleihen. Durch den Wegfall des Währungsrisikos erklären sich inländische Investoren mittlerweile eher bereit, Staatsanleihen von EU-Mitgliedsstaaten zu erwerben. Wobei die Liquidität im Bereich der Staatsanleihen drei Jahre nach der Euroeinführung begrenzt blieb, da diese von zwölf Einzelbehörden ermittelt werden. Durch die unterschiedliche Emission der einzelnen Behörden und auch der unterschiedlich angewandten Instrumente, Strategien und Verfahrensweisen zur Ausgabe von Anleihen kann diese Zurückhaltung und Begrenzung erklärt werden. (Europa Tätigkeitsbereiche der Europäischen Union: Das Euro-Gebiet innerhalb der Weltwirtschaft – Bilanz nach den ersten drei Jahren, 2005) Auf der anderen Seite jedoch führt die Zusammenführung der nationalen Anleihenmärkte zum zweitgrößten Anleihenmarkt der Welt. Staatsanleihen haben auf dem Markt der teilnehmenden Länder der Währungsunion ein geringes Ausfallrisiko. Aus diesem Grund werden die Renditen als risikofrei angesehen. Durch die Zusammenführung der Länder und Behörden wurde die Möglichkeit geschaffen mit geringen Kosten, die Ersparnisse privater Haushalte für Investitionen verfügbar zu machen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Zielsetzung, die Auswirkungen der Währungsumstellung auf den Finanzsektor, Unternehmen und Konsumenten kritisch zu untersuchen.
2. Einführung des Euro: Historischer Rückblick auf den Entstehungsprozess der Währungsunion von den ersten Plänen in den 1960er Jahren bis zur praktischen Umsetzung.
3. Auswirkungen seit dem Euro: Detaillierte Analyse der Folgen auf den Anleihenmarkt, Aktienmarkt, Bankensektor, Konsumenten und Unternehmen sowie eine Fallstudie zu Slowenien.
4. Die internationale Rolle des Euro: Betrachtung des Euro im Vergleich zu Dollar und Yen sowie seiner wachsenden Bedeutung als globale Reservewährung.
5. Der Fall England: Untersuchung der Gründe für die Nicht-Teilnahme Großbritanniens und der nationalen Identitätsdebatte in diesem Kontext.
6. Abschluss: Fazit der Autoren, dass der Euro trotz anfänglicher Hürden und subjektiver Wahrnehmungen der Bevölkerung eine wichtige und richtige Entscheidung für Europa war.
Schlüsselwörter
Europäische Währungsunion, Euro, Wirtschafts- und Währungsunion, EZB, Preisstabilität, Anleihenmarkt, Aktienmarkt, Konvergenz, Finanzdienstleistungen, Konsumenten, Geldpolitik, Währungsumstellung, Slowenien, internationale Rolle, Reservewährung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der Bewertung der Europäischen Währungsunion und der Frage, ob sie bisher als Erfolgsgeschichte betrachtet werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die wirtschaftlichen Folgen der Euro-Einführung für Finanzmärkte, Unternehmen, Konsumenten und die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Euro-Raums.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den tatsächlichen Nutzen und die Auswirkungen seit der Währungsumstellung auf den Euro unter Einbeziehung ökonomischer Daten und aktueller Berichte kritisch zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und der Analyse bestehender Wirtschaftsberichte, Studien sowie ökonomischer Theorien zur Währungsintegration.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historischen Hintergründe, die Auswirkungen auf verschiedene Marktsegmente, eine Fallstudie zu Slowenien sowie die internationale Rolle des Euros.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Währungsunion, EZB, Konvergenz, Finanzmärkte, Preistransparenz und Wirtschaftsraum charakterisiert.
Warum wird Slowenien als Länderbeispiel angeführt?
Slowenien dient als Beispiel, um die mikro- und makroökonomischen Auswirkungen einer Währungsumstellung anhand eines spezifischen Landes und dessen Integrationserfolges zu illustrieren.
Welche Rolle spielt England in der Analyse?
England wird als Beispiel für jene EU-Staaten angeführt, die den Euro aufgrund von Bedenken hinsichtlich nationaler Souveränität und Identität bisher nicht eingeführt haben.
Wie bewerten die Autoren den Euro heute?
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass der Euro trotz anfänglicher Startschwierigkeiten und gefühlter Inflation ein wichtiger und richtiger Schritt für die europäische Integration war.
- Citation du texte
- Judith Blaß (Auteur), Manuela Kovacic (Auteur), 2008, Ist die Europäische Währungsunion bislang eine "Erfolgsgeschichte"?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132524