Zunächst wird der Einfluss der mesopotamischen Mythen auf die biblische Urgeschichte im Allgemeinen betrachtet, um dann den Blick auf das Gilgamesch-Epos verengen zu können. Dem folgt eine Darstellung des Epos und der dort berichteten Sintfluterzählung. Speziell die Gottesdarstellung im Epos wird hierbei in den Fokus genommen. Gleichermaßen wird mit der biblischen Sintflut-Erzählung verfahren. Zunächst mit Blick auf die Urgeschichte und der Sintflut-Erzählung, die diese beinhaltet und es erfolgt ebenfalls eine genaue Betrachtung des Gottesbildes. Mithilfe dieser Grundlagen wird ein konkreter Vergleich beider Gottesvorstellungen vorgenommen, welcher Aufschluss über Unterschiede und Gemeinsamkeiten dieser geben soll. In einem Fazit wird abschließend das Ergebnis erörtert, sowie ergründet inwiefern diese Verbindung, als ein möglicher Ursprung für die Gottesdarstellung in der biblischen Flutgeschichte gelten könnte.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DER EINFLUSS DER MESOPOTAMISCHEN MYTHEN AUF DIE URGESCHICHTE
3. DAS GILGAMESCH-EPOS
3.1. DIE SINTFLUT-ERZÄHLUNG IM EPOS
3.2 DIE GOTTESBILDER IM EPOS
4. DIE URGESCHICHTE
4.1 DIE SINTFLUT-ERZÄHLUNG IN GEN 6,5 - 9,17
4.2 DAS GOTTESBILD IN GEN 6,5 - 9,17
5. VERGLEICH DER GOTTESBILDER
6. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Gottesbild in der biblischen Sintflut-Erzählung (Gen 6,5-9,17) im Vergleich zu den Darstellungen im sumerisch-akkadischen Gilgamesch-Epos, um theologische Gemeinsamkeiten und Differenzen sowie den Einfluss mesopotamischer Mythen auf die biblische Urgeschichte zu analysieren.
- Analyse und Vergleich der Gottesbilder in biblischen und mesopotamischen Flut-Erzählungen.
- Untersuchung des Einflusses antiker Mythen auf die hebräische Urgeschichte.
- Gegenüberstellung von anthropomorphen Göttern und dem biblischen Monotheismus.
- Erarbeitung der theologischen Bedeutung von Vernichtung und Rettung für das Verständnis Gottes.
Auszug aus dem Buch
3.1 DIE SINTFLUT-ERZÄHLUNG IM EPOS
Der Bericht über eine Sintflut findet sich im Epos, wie bereits erwähnt, auf der elften Tafel. Literaturwissenschaftlich würde man die Erzählung der Sintflut als eine metadiegetische Erzählung bezeichnen, da innerhalb einer Erzählung eine weitere Erzählung erfolgt, allerdings stehen beide hierbei in einem thematischen Zusammenhang. Gilgamesch hat seinen Freund Enkidu gerade verloren und sieht sich mit der Unausweichlichkeit des Todes konfrontiert. Daraufhin macht er sich auf den Weg das ewige Leben zu suchen und dieser Weg führt ihn zu Uta-napischti, welcher als einziger Mensch je das ewige Leben erhalten hat. Er spricht zu ihm: „Du, wie tratest du denn in die Versammlung der Götter ein, fandest das Leben?“ Auf diese Frage hin verrät Uta-napischti ihm sein sogenanntes „Geheimnis“ und erzählt Gilgamesch von der großen Flut:
Damals beschlossen die Götter, die die Stadt Shuruppak bewohnten, eine Sintflut zu schicken. Der Gott Ea jedoch sprach zu Uta-napischti durch einen Zaun aus Schilf, dass jener sein Haus niederreißen, sich ein Schiff bauen und alle Lebewesen in dieser Arche aufnehmen solle. Ea beschreibt ihm auch detailliert die Konstruktion der Arche. Uta-napischti sagt, dass er alles verstanden habe und so aufführen würde. Jedoch fragt er Ea, wie er den Ältesten der Stadt sein Handeln erklären soll. Ea rät ihm dazu Folgendes zu sagen: „Offenbar zürnt mir Enlil, und ich kann nicht mehr in eurer Stadt wohnen, kann meinen Fuß nicht mehr auf den Boden des Enlil setzen. So will ich hinabsteigen zum Apsu, will bei meinem Herrn Ea wohnen (...).“
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die wissenschaftliche Diskussion über das alttestamentliche Gottesbild ein und stellt die Relevanz des Vergleichs mit dem Gilgamesch-Epos dar.
2. DER EINFLUSS DER MESOPOTAMISCHEN MYTHEN AUF DIE URGESCHICHTE: Dieses Kapitel erläutert die historisch-theologische Verbindung und die wechselseitige Beeinflussung zwischen mesopotamischen Mythen und biblischen Erzählstrukturen.
3. DAS GILGAMESCH-EPOS: Hier werden der Aufbau des Epos, seine Überlieferungsgeschichte sowie im Speziellen die Sintfluterzählung und die darin handelnden Götter analysiert.
4. DIE URGESCHICHTE: Dieses Kapitel bettet die biblische Fluterzählung in den Kontext der Urgeschichte des Pentateuchs ein und untersucht die verwendeten Gottesbezeichnungen.
5. VERGLEICH DER GOTTESBILDER: Die zentralen Unterschiede in der Handlungsweise und Motivation der Gottheiten in beiden Texttraditionen werden hier systematisch gegenübergestellt.
6. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Kontroverse sowie die theologisch eigenständige Adaption der Mythen in der Bibel.
Schlüsselwörter
Sintflut, Gilgamesch-Epos, Urgeschichte, Gottesbild, Altes Testament, Monotheismus, Polytheismus, Uta-napischti, Noah, Theologie, Mythologie, mesopotamische Mythen, Schöpfung, Bundesschluss, Exegese
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert das Gottesbild in der biblischen Fluterzählung aus Genesis 6-9 im Vergleich zum Gilgamesch-Epos, um theologische Konzepte von Gott besser zu verstehen.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Die zentralen Felder sind die vergleichende Literaturanalyse von Mythen, die Charakterisierung Gottes als Richter und Retter sowie der Einfluss altorientalischer Kulturen auf biblische Texte.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt danach, wie sich das biblische Gottesbild der Sintflut-Erzählung zu den Götterdarstellungen im Gilgamesch-Epos verhält und welche Korrelationen bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine exegetisch-vergleichende Analyse durchgeführt, die literaturwissenschaftliche Aspekte (Quellenanalyse) mit theologischen Fragestellungen verbindet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Gilgamesch-Epos, die Einbettung der biblischen Erzählung in die Urgeschichte sowie den direkten Vergleich der göttlichen Handlungsweisen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Sintflut, Gilgamesch-Epos, Urgeschichte, Gottesbild und die Unterscheidung zwischen Polytheismus und biblischem Monotheismus.
Wie unterscheiden sich laut Autorin die Motive für die Flut?
Während im Gilgamesch-Epos die Flut willkürlich aufgrund göttlicher Launen geschieht, weist der biblische Text explizite moralische und theologische Begründungen für das Handeln Gottes auf.
Welche Rolle spielt die Gottesbezeichnung im biblischen Kontext?
Die Autorin hebt hervor, dass der Wechsel zwischen den Bezeichnungen JHWH (Adonaj) und Elohim in der Bibel ein Indiz für die Spannung zwischen Gottes Barmherzigkeit und Gerechtigkeit ist.
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- Maike Ebeling (Author), 2013, Wie verhält sich das Gottesbild der Sintflut-Erzählung in Gen 6,5 - 9,17 zu den Gottesbildern in der Sintflut-Erzählung des Gilgamesch-Epos?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1328764