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Psychodramatische Gruppenselbsterfahrungen im universitären Ausbildungskontext

Eine qualitative Untersuchung der Techniken der Integrationsphase

Titre: Psychodramatische Gruppenselbsterfahrungen im universitären Ausbildungskontext

Thèse de Master , 2022 , 146 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Florian Hausegger (Auteur)

Psychologie - Psychologie Clinique, Psychopathologie, Prévention
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Diese Arbeit behandelt die Auswirkungen der Techniken der Integrationsphase Sharing und Rollenfeedback auf die gesamte Gruppe, sowie die Untersuchung von mehrwertgenerierenden Faktoren, die Selbsterfahrungsprozesse ausgelöst durch die Teilnahme an einer psychodramatischen Selbsterfahrungsgruppe erhöhen können.

Die Forschungsergebnisse konnten aufzeigen, dass die Teilnehmer*innen durch die symbolisch-intermediäre Wirkung eines Protagonist*innenspiels zu Reflexionsprozessen angeregt und durch das aktive Teilen eines Erlebnisses (Sharing) einen kathartischen Effekt erfahren können. Wodurch das protagonist*innenzentrierte Spiel für alle Anwesenden einen Nutzen darstellen kann, sofern diese sich mit dem innewohnenden Gruppenthema identifizieren können. Das bedeutet, dass ähnlich wie im protagonist*innenzentrierten Spiel für Protagonist*innen, Beobachter*innen innere Anteile auf ein externes Medium (Gruppenspiel) projizieren, die dabei empfundenen Gefühle reflektieren und durch Sharing Handlungskatharsis erfahren können.

Im Rollenfeedback sind die Teilnehmer*innen in ihrer Position als Hilfs-Ich gefordert, eigene Gefühle von der zu spielenden Rolle zu trennen, wodurch die Fokussierung der Selbst- und Fremdwahrnehmung durch die Miteinbeziehung von Empathie eine reflexive Aufgabe darstellt und somit diesen Prozess fördern kann. Weiters kann durch die Ergebnisse geschildert werden, dass das Lernen durch Beobachten zwar in den Nachschlagewerken benannt wird, jedoch im Vergleich zur häufigen Benennung der Untersuchungsteilnehmer*innen nicht adäquat repräsentiert wird, da hier die Auswirkungen des Psychodramas auf die Gruppe nicht im Vordergrund stehen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Präzisierung der Fragestellung

1.2 Überblick des Forschungsvorhabens

1.3 Vorgangsweise bei Literaturrecherche

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Die Trias des Psychodramas

2.2 Protagonist*innenzentriertes Psychodrama

2.2.1 Soziometrie

2.2.1.1 Soziometrischer Test

2.2.2 Gruppentherapie

2.3 Strukturtheorien

2.3.1 Rollentheorie

2.3.1.1 Rollenentwicklung

2.3.2 Kreative Zirkel

2.3.2.1 Konzept der Spontaneität und Kreativität

2.3.2.2 Kulturkonserve

2.3.3 Das kulturelle Atom, Begegnung und Tele in der Soziometrie

2.3.3.1 Soziales Atom

2.3.3.2 Kulturelles Atom

2.3.3.3 Tele

2.4 Instrumente des Psychodramas

2.4.1 Die Bühne

2.4.2 Protagonist*in

2.4.3 Mitspieler*innen

2.4.4 Leitung

2.4.5 Die Gruppe

2.5 Intermediärobjekt

2.6 Psychodramatische Phasen

2.6.1 Erwärmungsphase

2.6.2 Aktionsphase

2.6.3 Integrationsphase

2.6.3.1 Sharing

2.6.3.2 Rollenfeedback

2.7 Selbstreflexion als Prozess der Selbsterfahrung im Psychodrama

2.7.1 Selbsterfahrung und Selbstreflexion, ein Vergleich beider Begriffe

2.8 Selbsterfahrung im Sinne des Forschungsvorhabens

2.8.1 Selbsterfahrung in der Ausbildung

2.8.2 Psychodramatische Gruppenselbsterfahrung

2.9 Stand der Forschung

2.9.1 Wissensstand der psychodramatischen Wirksamkeitsforschung – ein Rückblick

2.9.2 Psychodramatische Gruppenselbsterfahrung im Ausbildungskontext

2.9.3 Forschungsbelege psychodramatischer Gruppentherapie in nichtklinischen Populationen

2.9.4 Gruppenpsychotherapeutische Wirkfaktoren

2.9.4.1 Spezifische und unspezifische Wirkfaktoren

2.9.5 Forschungsbelege zu den Techniken des Psychodramas

2.9.5.1 Sharing und Rollenfeedback

2.9.6 Spezifizierung der Forschungslücke

3. Empirischer Teil

3.1 Herleitung der Fragestellungen

3.2 Design der Studie

3.3 Beschreibung der Stichprobe und Erhebungsmethodik

3.3.1 Zugang zum Feld

3.3.2 Erhebungsinstrumente

3.3.2.1 Teilnehmer*innen-Interviews

3.3.2.2 Fokusinterview

3.3.2.3 Erstellung des Fokusinterviews

3.3.2.4 Durchführung des Fokusinterviews

3.3.2.5 Expert*innen-Interview

3.3.2.6 Pretest

3.4 Auswertungsmethoden

3.4.1 Transkription

3.4.2 Angewandte Regeln der Transkription:

3.4.2.1 Zeicheninventar:

3.5 Auswertungs- und Interpretationsverfahren

3.5.1 Inhaltsanalytische Gütekriterien

4. Ergebnisse

4.1 Ergebnisse der Teilnehmer*innen-Interviews

4.1.1 Ergebnisse – Auswirkungen von Protagonist*innenspielen

4.1.1.1 Häufigkeitsauswertung

4.1.2 Ergebnisse – Auswirkungen von Sharing

4.1.2.1 Häufigkeitsauswertung

4.1.3 Ergebnisse – Auswirkungen von Rollenfeedback

4.1.3.1 Häufigkeitsauswertung

4.1.4 Ergebnisse – Generelle Auswirkungen der Gruppenselbsterfahrung

4.1.4.1 Häufigkeitsauswertung

4.1.5 Ergebnisse – Intrinsische Faktoren der Eigeninitiative

4.1.5.1 Häufigkeitsauswertung

4.2 Ergebnisse des Expert*innen-Interviews

4.2.1 Ergebnisse – Auswirkungen von Protagonist*innenspielen

4.2.2 Ergebnisse – Auswirkungen von Sharing

4.2.3 Ergebnisse – Auswirkungen von Rollenfeedback

4.2.4 Ergebnisse – Generelle Auswirkungen der Gruppenselbsterfahrung

4.2.5 Ergebnisse – Intrinsische Faktoren der Eigeninitiative für die Generierung von Mehrwert

5. Diskussion

5.1.1 Hauptkategorie 1: Auswirkungen von protagonist*innenzentrierten Spielen

5.1.1.1 Beantwortung der Fragestellung

5.1.2 Hauptkategorie 2: Auswirkungen von Sharing

5.1.2.1 Beantwortung der Fragestellung

5.1.3 Hauptkategorie 3: Auswirkungen von Rollenfeedback

5.1.3.1 Beantwortung der Fragestellung

5.1.4 Hauptkategorie 4: Generelle Auswirkungen der psychodramatischen Gruppenselbsterfahrung

5.1.4.1 Beantwortung der Fragestellung

5.1.5 Hauptkategorie 5: Intrinsische Faktoren der Eigeninitiative für die Generierung von Mehrwert

5.1.5.1 Beantwortung der Fragestellung

6. Fazit und Forschungsausblick

6.1 Kritische Würdigung

Zielsetzung & Themen

Die Forschungsarbeit untersucht die Auswirkungen psychodramatischer Gruppenselbsterfahrungen im universitären Kontext, mit einem besonderen Fokus auf die Techniken der Integrationsphase (Sharing und Rollenfeedback) und deren Beitrag zu Selbstreflexionsprozessen. Ziel ist es zu erheben, wie diese Techniken sowie Faktoren der Eigeninitiative den Mehrwert der Selbsterfahrung für Studierende steigern können.

  • Wirkung psychodramatischer Techniken ('Sharing' und 'Rollenfeedback') auf Selbstreflexion.
  • Analyse der persönlichen Weiterentwicklung durch aktives Rollenspiel (Protagonist*innenspiel) und passive Teilnahme (Beobachtung/Ko-Therapie).
  • Identifikation intrinsischer Faktoren der Eigeninitiative zur Mehrwertgenerierung.
  • Untersuchung des universitären Ausbildungskontexts für psychodramatische Selbsterfahrung.
  • Triangulation qualitativer Daten aus Teilnehmer- und Expertenbefragungen.

Auszug aus dem Buch

2.4.4 Leitung

Verglichen mit anderen Verfahren ist die Haltung der Leitung teilweise zurückhaltender und beobachtender. Ist die Gruppe jedoch in der Spielphase angekommen, werden die Interventionen der Leitung deutlich sichtbarer. Stadler (2014) unterschied hierbei zwischen direktiven und perzeptiven Funktionen. Um diese Funktionen ausüben zu können, verwies Krüger (2007, zitiert nach Stadler, 2014, S. 72) auf die Relevanz der Wahrnehmung des therapeutischen Prozesses mit den damit einhergehenden Übertragungs-, Gegenübertragungs- und Telegefühlen sowie auf die Methodenkompetenz der Leitung. Die Aufgaben der Leitung sind hochgradig komplex in ihrer Ausführung und die Liste der dafür benötigten Qualitäten ist weitreichend. Hierbei sind vor allem wahrer Mut, Neugier, Empathie, Geduld, Imaginations- und Einfühlungsvermögen angeführt (Karp, 2008, zitiert nach Ameln et al., 2009).

Die direktive Funktion beinhaltet anfangs den Aufbau der Gruppenkultur, die Festlegung der Normen und Rahmenbedingungen, die Steuerung des Spiels mittels psychodramatischer Techniken, die Anleitung der Gruppe in den psychodramatischen Phasen und die Bereitstellung der Prozessanalyse. Dabei wird die Leitung im Gruppengeschehen aktiv, um in der Anfangs- und Erwärmungsphase die Gruppenteilnehmer*innen dazu zu verleiten, deren jeweiligen Befindlichkeiten zu äußern, um einen Überblick über die Gruppendynamik und die verborgenen Gruppenthemen zu erhalten. Anschließend werden eine diagnostische Hypothese, eine vorläufige Planung über die Prozessziele und die Inszenierung des folgenden Spiels gedanklich ausgearbeitet (Stadler & Kern, 2010).

Die perzeptive Funktion beschreibt die passive Teilnahme am Gruppengeschehen. Das bedeutet, zu beobachten, wie die Teilnehmer*innen auf die Abwicklung einer Szene reagieren, welche Gruppendynamik vorherrscht und welche Positionen die Gruppenteilnehmer*innen einnehmen (Stadler & Kern, 2010).

Die Verantwortung übernimmt die Leitung für alle Teilnehmer*innen gleichermaßen und behält deren Befindlichkeiten im Überblick. Während des Spiels fokussiert die Leitung den Protagonisten bzw. die Protagonistin und verbleibt in einer unterstützenden Funktion. Um jedoch nicht den Überblick des Bühnengeschehens zu verlieren, orientiert sich die Leitung räumlich am Rande der Bühne, jedoch nicht, ohne emotionale Nähe und Unterstützung zu vermitteln (Ameln et al., 2009).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Psychodramas im universitären Ausbildungskontext ein, spezifiziert die Forschungsfrage und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie die Literaturrecherche.

2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel bettet die Arbeit theoretisch ein, indem es die Trias des Psychodramas, Strukturtheorien, Instrumente und Phasen des Psychodramas sowie Definitionen von Selbsterfahrung und Selbstreflexion darlegt.

3. Empirischer Teil: Der empirische Abschnitt beschreibt das Studiendesign, die Herleitung der Forschungsfragen, die Stichprobenauswahl, das Feld, die Erhebungsmethodik (Fokusinterview und Experteninterview) sowie die Vorgehensweise bei der Auswertung.

4. Ergebnisse: Kapitel vier präsentiert die Ergebnisse der Teilnehmer- und Expertenbefragungen, gegliedert in Hauptkategorien zur Wirkung der psychodramatischen Techniken und den Faktoren der Eigeninitiative.

5. Diskussion: In der Diskussion werden die Studienergebnisse durch Triangulation interpretiert, mit der bestehenden Forschung verknüpft und die Forschungsfragen basierend auf dem Datensatz beantwortet.

6. Fazit und Forschungsausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen, reflektiert kritisch den Forschungsprozess und gibt Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.

Schlüsselwörter

Psychodrama, Selbsterfahrung, Gruppenselbsterfahrung, Psychodrama Ausbildung, Psychodrama Techniken, Sharing, Rollenfeedback, Selbstreflexion, Reflexionsprozesse, Gruppentherapie, Wirkfaktoren, Eigeninitiative, universitäre Ausbildung, qualitative Studie, Triangulation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Forschungsarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Auswirkungen von psychodramatischen Selbsterfahrungsgruppen, die im universitären Ausbildungskontext von Psychologiestudierenden besucht werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Im Mittelpunkt stehen die Techniken der Integrationsphase im Psychodrama (Sharing und Rollenfeedback) sowie deren Einfluss auf Selbstreflexionsprozesse und die Bedeutung der Eigeninitiative der Teilnehmenden.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Es wird erforscht, wie diese Techniken Selbstreflexion fördern und welche Faktoren aus Sicht der Studierenden dazu beitragen, den größtmöglichen Mehrwert aus einem solchen Selbsterfahrungskurs zu ziehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen qualitativen Methodenmix mit einer Triangulierung aus Teilnehmerinterviews und einem Experteninterview, wobei die Auswertung mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring erfolgt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen des Psychodramas, einen empirischen Teil mit der Beschreibung der Stichprobe und Methodik sowie die Darstellung und Diskussion der Forschungsergebnisse.

Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Psychodrama, Sharing, Rollenfeedback, Selbsterfahrung, Selbstreflexion, Gruppentherapie und Eigeninitiative.

Wie unterscheidet sich Sharing von Rollenfeedback im Kontext der Untersuchung?

Während Sharing darauf abzielt, durch das Teilen persönlicher Erfahrungen Reintegration und Verbundenheit in der Gruppe zu schaffen, dient Rollenfeedback dazu, dem Protagonisten Einblicke in die Beziehungsdynamik zu geben und reflexives Lernen durch die Unterscheidung von Rolle und eigener Person anzuregen.

Welchen Stellenwert nimmt die Eigeninitiative der Studierenden ein?

Die Eigeninitiative wird als entscheidender, bisher in der Literatur wenig beachteter Wirkfaktor identifiziert, der durch aktive Teilhabe, Offenheit und die bewusste Wahrnehmung eigener Grenzen den persönlichen Nutzen der Selbsterfahrung maßgeblich beeinflussen kann.

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Résumé des informations

Titre
Psychodramatische Gruppenselbsterfahrungen im universitären Ausbildungskontext
Sous-titre
Eine qualitative Untersuchung der Techniken der Integrationsphase
Université
Klagenfurt University
Note
1,0
Auteur
Florian Hausegger (Auteur)
Année de publication
2022
Pages
146
N° de catalogue
V1331639
ISBN (PDF)
9783346826329
ISBN (Livre)
9783346826336
Langue
allemand
mots-clé
Ausbildungsforschung Psychodrama intermediäres Objekt Sharing Rollenfeedback integrationsphase techniken Handlungskatharsis
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Florian Hausegger (Auteur), 2022, Psychodramatische Gruppenselbsterfahrungen im universitären Ausbildungskontext, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1331639
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Extrait de  146  pages
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