I. Einleitung
Jeremy Scahill ist ein Autor, der überwiegend für die US-Wochenzeitschrift „The Nation“ berichtet. Zudem ist er als Korrespondent von „Democracy Now!“, einer Radio- und Fernsehschau, tätig. Scahill gilt als erfahrener Kriegsberichterstatter. Dies stellte er durch Reportagen aus Krisengebieten wie dem Irak, Jugoslawien und Nigeria unter Beweis. Das vorliegende Buch „Blackwater“ ist sein erstes Werk dieser Größenordnung. Es umfasst 320 Seiten und ist im Original unter dem Titel „Blackwater. The Rise of the World’s Most Powerfull Mercenary Army“ bei Nation Books in New York erschienen. Ich werde im Folgenden die deutsche Übersetzung von Bernhard Jendricke und Rita Seuß, erschienen 2008 im Antje Kunstmann Verlag, rezensieren.
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Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Erste Schritte
III. Blackwater im Irak
IV. Blackwater weltweit
V. Fazit & Kritik
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit dient als Literaturbericht über das Werk „Blackwater“ von Jeremy Scahill, mit dem Ziel, den Aufstieg des gleichnamigen privaten Militärdienstleisters kritisch zu beleuchten und die zunehmende Privatisierung des US-Militärapparats sowie deren politische und gesellschaftliche Auswirkungen zu analysieren.
- Die historische Entstehung und politische Vernetzung von Blackwater und dessen Gründer Erik Prince.
- Die Rolle privater Sicherheitsfirmen während der US-Besatzung im Irak.
- Die Auswirkungen der „Rumsfeld-Doktrin“ auf die Privatisierung militärischer Operationen.
- Die globale Expansion von Blackwater und die damit einhergehenden Kontroll- und Legitimationsprobleme.
- Die kritische Reflexion der Rolle von Söldnern in modernen Konflikten und bei innenpolitischen Einsätzen.
Auszug aus dem Buch
III. Blackwater im Irak
Ab dem dritten Kapitel wendet Scahill sein Augenmerk auf das Haupttätigkeitsfeld von Blackwater, den Irak. Nach einem kurzen Blick auf die Stadt Falludschda und das Herausstellen der schlechten Erfahrungen während früherer Besatzungen, beschreibt er zunächst Paul Bremer, den ersten „Prokonsul“ des Irak nach dem Einmarsch der US-Truppen. Er übt deutliche Kritik an dem Politiker, welcher eher wie ein „Vizekönig“ auftrat und vielmehr auf Konfrontation aus war, als am Aufbau des Landes interessiert zu sein. Sein Ziel war es, die politischen Mitbestimmungsrechte des irakischen Volkes einzuschränken. Nicht zu letzt ist dies auch der engen Verflechtung Bremers mit US-Wirtschaftsfirmen zuzuschreiben, für deren Interessen er sich während seiner Tätigkeit einsetzte.
Scahill sieht in Bremer und dessen Verordnungen, den Hauptgrund für den später anwachsenden Widerstand gegen die US-Präsenz. Die Auflösung der irakischen Armee, die Destabilisierung der öffentlichen Infrastruktur durch die „Entbaathifizierung“, also die Entfernung aller ehemaligen Angehörigen der Baath-Partei aus ihren Berufen, und die wirtschaftliche Ausbeutung des Landes beschworen zusehends mehr Unmut und Aggressionen herauf. Zudem spitze sich die Lage durch das rücksichtslose und willkürliche Auftreten von Söldnern noch weiter zu. Dies war nur möglich, da Bremer allen Angehörigen von Sicherheitsdiensten Immunität vor Strafverfolgung gewährte.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Vorstellung des Autors Jeremy Scahill und Einordnung des Buches als eine kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte und dem Wirken des privaten Militärdienstleisters Blackwater.
II. Erste Schritte: Analyse der Ursprünge von Blackwater durch die Rumsfeld-Doktrin sowie Darstellung des familiären und religiösen Hintergrunds des Gründers Erik Prince.
III. Blackwater im Irak: Untersuchung der Aktivitäten von Blackwater während der US-Besatzung, kritisiert durch die Rolle von Paul Bremer und die Eskalation von Gewalt durch Söldner.
IV. Blackwater weltweit: Darstellung der globalen Expansion von Blackwater, der zunehmenden Abhängigkeit der US-Regierung von privaten Sicherheitsfirmen und der Verflechtungen mit Nachrichtendiensten.
V. Fazit & Kritik: Abschließende Bewertung des Werkes, wobei insbesondere die inkonsequente Kapitelstruktur bemängelt, aber die tiefe Recherche und der Blick hinter die Kulissen gelobt werden.
Schlüsselwörter
Blackwater, Erik Prince, Privatarmee, US-Militär, Söldner, Irakkrieg, Paul Bremer, Rumsfeld-Doktrin, Privatisierung, Sicherheitsdienstleister, Militärstrategie, US-Außenpolitik, Geheimdienste, Terrorbekämpfung, Kriegsberichterstattung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit ist ein Literaturbericht, der das Buch „Blackwater“ von Jeremy Scahill rezensiert und dessen Inhalt über die Entwicklung des gleichnamigen privaten Sicherheitsunternehmens zusammenfasst und bewertet.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Privatisierung kriegerischer Handlungen, der Einfluss politischer Lobbyarbeit auf Staatsaufträge und die operativen Einsätze von privaten Sicherheitskräften in Krisengebieten wie dem Irak.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Aufstieg von Blackwater zu dokumentieren und kritisch zu hinterfragen, welche Folgen die Auslagerung staatlicher Gewaltmonopole an private Akteure für die internationale Politik hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturkritik, bei der der Autor die Inhalte des rezensierten Buches zusammenfasst, in den politischen Kontext einordnet und die journalistische Qualität sowie die Gliederung des Werkes bewertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?
Der Hauptteil gliedert sich entlang der Buchkapitel, beginnend bei den historischen Anfängen und den familiären Wurzeln des Gründers, über die massive Präsenz im Irak bis hin zur globalen Expansion und dem Einsatz im Inland der USA.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Söldner, Privatisierung des Krieges, politische Immunität, US-Außenpolitik und das Blackwater-Unternehmen als „Prätorianergarde“ der Regierung.
Wie bewertet der Autor die Struktur des Buches „Blackwater“?
Der Autor des Literaturberichts kritisiert die Kapitelbezeichnungen als teilweise irreführend und bemängelt die häufigen Themenwechsel innerhalb der Kapitel, die einen durchgängigen Handlungsstrang erschweren.
Welche Rolle spielt die „Rumsfeld-Doktrin“ in diesem Zusammenhang?
Die Rumsfeld-Doktrin wird als entscheidender Faktor genannt, da sie den Rahmen für die Einbindung privater Firmen in den US-Militärapparat schuf und somit erst den massiven Aufstieg von Blackwater ermöglichte.
Wie steht die Arbeit zur rechtlichen Stellung der Söldner?
Die Arbeit beleuchtet kritisch die gewährte Immunität vor Strafverfolgung für Mitarbeiter von Sicherheitsdiensten und thematisiert die daraus resultierenden Probleme für die Rechenschaftspflicht und das Völkerrecht.
- Citation du texte
- Jan Tröster (Auteur), 2008, Literaturbericht - Rezension zu "Blackwater" von Jeremy Scahill, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133199