Die zentrale Fragestellung dieser Arbeit lautet: Welche landwirtschaftlichen Veränderungen brachte die chinesische Reform des Agrarsektors von 1978 bis 2000 in China hervor und ist dieser landwirtschaftliche Prozess übertragbar auf
afrikanische Agrarsektoren?
Um diese Frage beantworten zu können, werde ich die Methode der Literaturrecherche anwenden.
Der Untersuchungsgegenstand ist die Landwirtschaft Chinas 1978-2000 und die landwirtschaftliche Situation Afrikas.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Chinas landwirtschaftliche Ausgangssituation 1978
3. Das politische Instrument der Agrarreform
3.1 Änderung der Agrarverfassung
3.2 Maßnahmen im Bereich des Bodenbesitzes
3.3 Maßnahmen im Bereich der Bodenbewirtschaftung
4. Die chinesische Agrarreform 1978-2000
4.1 Ziele und Träger der chinesischen Agrarreform
4.2 Maßnahmen im Bereich des chinesischen Bodenbesitzes
4.3 Maßnahmen innerhalb der chinesischen Bodenbewirtschaftung
4.4 Änderung der chinesischen Agrarverfassung
5. Die Entwicklung und Auswirkungen der Agrarreform Chinas 1978-2000
5.1 Auswirkungen der Bodenbesitzreform
5.2 Auswirkungen der Bodenbewirtschaftungsreform
5.3 Auswirkungen der neuen Agrarverfassung allgemein
5.4 Wurden die staatlichen Ziele der Agrarreform erreicht?
6. China als Vorbild für afrikanische Agrarsektoren?
7. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die chinesische Agrarreform im Zeitraum von 1978 bis 2000 mit dem Ziel, die landwirtschaftlichen Veränderungsprozesse zu analysieren und deren potenzielle Übertragbarkeit auf die aktuellen Herausforderungen in afrikanischen Agrarsektoren kritisch zu hinterfragen.
- Analyse der landwirtschaftlichen Ausgangssituation Chinas vor der Reform 1978.
- Untersuchung der politischen Instrumente und agrarpolitischen Maßnahmen der Reform.
- Bewertung der Entwicklung und Auswirkungen der chinesischen Agrarreform bis zum Jahr 2000.
- Herausarbeitung der chinesischen Reformerfolge und -defizite in Hinblick auf ökonomische und ökologische Aspekte.
- Diskussion über die Relevanz des chinesischen Modells als Vorbild für die Ernährungssicherung in afrikanischen Staaten.
Auszug aus dem Buch
3. Das politische Instrument der Agrarreform
Der Begriff „Agrarreform“ ist ein Sammelbegriff und beinhaltet verschiedene agrarpolitische Maßnahmen, die die Agrarstruktur eines Landes verändern (vgl. Kuhnen 1982a: 339). Das sind beispielsweise Maßnahmen hinsichtlich einer Umverteilung des Bodenbesitzes (auch Bodenreform genannt), oder auch Maßnahmen, die darauf abzielen, die Organisation der Bodenbewirtschaftung eines Landes zu ändern (Bodenbewirtschaftungsreform), um beispielsweise Produktivitäts- und Produktivitätssteigerung zu erreichen. Maßnahmen der Bodenbewirtschaftungsreform sind von besonderer Bedeutung, da diese oft über den Erfolg der Maßnahmen „zur Umverteilung von Bodenrechten entscheiden“ (Kuhnen 1982a: 330).
Kuhnen erklärt, dass Agrarreformen im Kern „Änderungen bestehender Machtverhältnisse und damit politische Entscheidungen“ (Kuhnen 1982a: 331) sind. Sie werden von der politischen Führung des Landes gelenkt und sind ein zentrales Instrument, um den primären Sektor (die Landwirtschaft) zu entwickeln. Die Verwirklichung agrarpolitischer Ziele setzt vielfach eine Änderung der bestehenden Agrarverfassung voraus (vgl. Kuhnen 1982b: 69).
Definitionsgemäß soll eine Agrarreform „die Leistungsfähigkeit der Landwirtschaft verbessern“, wobei die Landwirtschaft generell als leistungsfähig bezeichnet wird, sobald sie die „gesamtwirtschaftliche Entwicklung eines Raumes fördert“ (Kollin-Hüssen 1990: 189).
Die Geschichte einzelner Staaten zeigte, dass ein Vernachlässigen der Landwirtschaft zu einer gebremsten Entwicklung der Gesamtwirtschaft führt (vgl. Kuhnen 1982a: 334).
Da das gesamtwirtschaftliche Wachstum der Staaten immer wichtiger wurde, ist eine stabile Landwirtschaft und eine damit einhergehende eigenständige Ernährung des Volkes zentral für die wirtschaftliche Entwicklung eines Staates (vgl. Kuhnen 1982a: 334).
Eine Agrarreform ist stets Teil einer gesamtstaatlichen Entwicklung und kann nicht isoliert von der Gesellschaft des Landes entstehen. Es existiert außerdem keine Agrarreform, die identisch in anderen Ländern stattfand. Sie ist vielmehr stets mit der Entwicklung des Landes, der Bevölkerung und der Kultur verknüpft (vgl. Barraclough 2011: 461).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das globale Hungerproblem ein und erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich der chinesischen Agrarreform und deren Übertragbarkeit auf Afrika.
2. Chinas landwirtschaftliche Ausgangssituation 1978: Dieses Kapitel beschreibt die Situation der chinesischen Landwirtschaft vor der Reform, gekennzeichnet durch zentrale Planwirtschaft und Defizite in der Versorgung.
3. Das politische Instrument der Agrarreform: Das Kapitel bietet eine theoretische Einordnung, was unter einer Agrarreform zu verstehen ist und welche Komponenten wie Agrarverfassung und Bodenpolitik dazu gehören.
4. Die chinesische Agrarreform 1978-2000: Hier werden die konkreten Ziele, die Akteure der Reform sowie die Maßnahmenbereiche wie Bodenbesitz und -bewirtschaftung unter der Führung von Deng Xiaoping dargelegt.
5. Die Entwicklung und Auswirkungen der Agrarreform Chinas 1978-2000: Dieses Kapitel wertet die Umsetzung der Reform aus und untersucht, inwiefern die gesetzten Ziele in Bezug auf Produktivität und Lebensstandard erreicht wurden.
6. China als Vorbild für afrikanische Agrarsektoren?: Das Kapitel diskutiert, inwieweit die chinesischen Erfahrungen als Anschauungsbeispiel für aktuelle landwirtschaftliche Herausforderungen in Afrika dienen können.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die chinesische Agrarreform die Situation der Landbevölkerung signifikant verbesserte, jedoch auch ökologische Herausforderungen schuf.
Schlüsselwörter
Agrarreform, China, Landwirtschaft, Bodenbesitz, Bodenbewirtschaftung, Ernährungssicherung, Reformpolitik, ländliche Entwicklung, Produktivitätssteigerung, Agrarverfassung, Transformation, Afrika, Entwicklungszusammenarbeit, Bodenreform, Volkskommune.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die chinesische Agrarreform zwischen 1978 und 2000 und untersucht deren landwirtschaftliche Kernveränderungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Schwerpunkten zählen die Ausgangssituation Chinas, Bodenbesitzrechte, die Steuerung der Agrarproduktion und die Auswirkungen auf die Ernährungssituation der Bevölkerung.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt nach den wesentlichen Veränderungen durch die chinesische Agrarreform und prüft, ob dieser Prozess auf afrikanische Agrarsektoren übertragbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt die Methode der Literaturrecherche, um den Untersuchungsgegenstand auf Basis bestehender wissenschaftlicher Publikationen zu analysieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Definitionen einer Agrarreform als auch die konkrete historische Umsetzung in China, inklusive der Auswirkungen auf Boden- und Preissysteme, detailliert beschrieben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Agrarreform, China, Bodenbesitz, Ernährungssicherung und ländliche Entwicklung.
Welche Rolle spielte die Auflösung der Volkskommunen?
Die Auflösung der Volkskommunen war ein entscheidender Schritt zur Dezentralisierung und ermöglichte es den Bauern, innerhalb staatlicher Vorgaben eigenständiger über ihre Produktion und deren Vermarktung zu entscheiden.
Wie wird die ökologische Bilanz der chinesischen Reform bewertet?
Durch die Intensivierung der Landwirtschaft und den Einsatz chemischer Düngemittel kam es in China zu ökologischen Problemen wie Bodenerosion und dem Verlust landwirtschaftlicher Nutzflächen, weshalb die Autorin vor einer unkritischen Übernahme westlicher oder chinesischer Methoden warnt.
- Citation du texte
- Constantin Jansen (Auteur), 2021, Chinas Reform der Landwirtschaft 1978-2000 und die Übertragbarkeit auf afrikanische Agrarsektoren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1334569