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Third Stream Interkulturelle Begegnungen zwischen Kunstmusik und Jazz

Titre: Third Stream  Interkulturelle Begegnungen zwischen Kunstmusik und Jazz

Dossier / Travail , 2003 , 22 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Lorenz Lassek (Auteur)

Musicologie - Divers
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Résumé Extrait Résumé des informations

Der Begriff Third Stream wird in der (Jazz)literatur nicht einheitlich verwendet. Die Bedeutung dieses Begriffs reicht von Vermischung unterschiedlicher Musikkulturen ganz allgemein bis hin zu der sehr speziellen Bedeutung der Verbindung zwischen modernem Jazz der 60er Jahre und avantgardistischer Kunstmusik.
Allgemein gesprochen wird unter Third Stream eine Art des Musizierens verstanden, bei der authentische Jazzimprovisation mit komponierten klassischen Formen kombiniert werden. Wenn man davon ausgeht, müsste man bereits die in klassischen Formen komponierte Big Band Musik mit ihren improvisierenden Jazzmusikern der 30er Jahre als Third Stream bezeichnen. Es stellt sich hierbei die Frage, ob Improvisation und klassische Form tatsächlich das entscheidende Wesensmerkmal von Jazz- bzw. Kunstmusik sind.
Eine Beispiel für eine eher weit gefasste Bedeutung des Begriffs „Third Stream“ gibt der “New Grove Dictionary of Jazz” in seinem Artikel über Third Stream: „A term [...] for a type of music which, through improvisation or written composition or both, synthesises the essential characteristics and techniques of contemporary Western art music and various ethnic or vernacular musics.“ Schuller beschränkt sich hier auf der Seite der westlichen Kunstmusik auf zeitgenössische Musik, was sicherlich daran liegt, dass Schuller, der in seiner Musik v.a. neue Musik mit Jazz zusammenzuführen versuchte, die Bedeutung seiner eigenen Musik am Third Stream betonen wollte. Allerdings lässt er auf der anderen Seite offen, mit welcher Musik der Third Stream zeitgenössische Musik überhaupt verbinden will.
Die MGG 2 verallgemeinert in ihrem Artikel über Jazz die Bedeutung des Begriffs Third Stream noch weiter: „Der Terminus [...] bezeichnet eine bewußte Vermittlung zwischen Traditionen europäischer und afro-amerikanischer Musik bzw. in seinem späteren Verständnis allgemein zwischen unterschiedlichen Musiktraditionen und Kulturen“ .
Wenn man den Begriff so versteht, müsste man eigentlich sämtliche Musik, die in diesem Seminarthema „interkulturelle Aspekte des Jazz“ behandelt wurde, als Third Stream bezeichnen, ja sogar als eine bestimmte Blickrichtung des Third Stream sehen (Vermittlung zwischen Musiktraditionen aus der Blickrichtung des Jazz).

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I. Der Begriff

1. Im weiteren Sinne

2. Im engeren Sinne

II. Die Sache

1. Vor dem Schuller-Lewis-Zirkel

a. Vorbemerkung

b. Die Entstehung des Jazz

c. Paul Whiteman

d. Einfluss des Jazz auf klassische Komponisten

e. Swing (Duke Ellington)

f. Westcoast Jazz

g. „Modern Jazz Quartett“ in den 50er Jahren

h. Sonstiges

i. Musiktheorie

2. Gunther Schuller und John Lewis

a. Vorbemerkungen

b. Kurzbiografien

c. Nacheinander der Bestandteile

d. Jazzausdruck und klassische Motivverarbeitung

e. Angleichung der Tonsprachen

f. gleiche Motivik in andere Tonsprache transformieren

g. Motivik verwenden und Tonsprache angleichen

h. „Modern Jazz Quartet“

i. Ornette Coleman

3. Die Idee des Third Stream nach Schuller und Lewis

a. Cecil Taylor

b. Clara Bley

c. Klaviermusik

d. Anthony Braxton

e. Postavantgarde – die vergangenen 20 Jahre

III. Zukunftsperspektiven – Versuch einer eigenen Wertung

1. Third Stream

2. die Idee des Third Stream

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die praktische Umsetzung des "Third Stream" als musikalische Synthese zwischen Jazz und europäischer Kunstmusik, wobei der Fokus insbesondere auf der von Gunther Schuller und John Lewis geprägten Musik der 1950er und 1960er Jahre liegt. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Rechtfertigung dieses Begriffs und der Frage, ob die angestrebte Verschmelzung zweier unterschiedlicher Musiktraditionen eine tragfähige ästhetische Form darstellt.

  • Historische Entwicklung der Verbindungen zwischen Jazz und Klassik
  • Analyse kompositorischer Techniken des Third Stream anhand konkreter Musikbeispiele
  • Rolle des "Modern Jazz Quartet" und der Akteure Schuller und Lewis
  • Kritische Bewertung der "wahren Synthese" und der Aufhebung von Gattungsgrenzen
  • Zukunftsperspektiven im Kontext von Cross-Over Projekten und Popularmusik

Auszug aus dem Buch

g. Motivik verwenden und Tonsprache angleichen

Beispiel: Gunther Schuller “Variations On A Theme Of Thelonious Monk”

Für eine echte Fusion zwischen Jazz und Klassik müssen folgerichtig die beiden letztgenannten Improvisations- bzw. Kompositionsweisen kombiniert werden: Ein Zusammenhalt zwischen den komponierten und den improvisierten Teilen sowohl durch das thematische Material als auch durch die Verwendung ähnlicher Tonsprachen. Die Variationen über ein Thema von Thelonious Monk von Gunther Schuller kombinieren diese verschiedenen Techniken, um Jazz und Klassik soweit wie möglich miteinander verschmelzen zu lassen.

Den thematischen Zusammenhalt bilden zwei prägnante Motive des Monk-Themas. Sie werden in der 12-taktigen – durch die Halbton-Cluster-Tremoli des Streichquartetts am Ausdruck klassischen Moderne orientierten – Einleitung vorgestellt. Das eine Motiv – bestehend aus einer 16-tel-Triole und Achtel plus einer langen Note – wandert durch die Stimmen, während das andere Motiv – bestehend aus ternär gespielten Achteln in Sext- oder Septimsprüngen abwärts und einer synkopiert einsetzenden langen Note (die allerdings erst in Takt 17 das erste Mal auftritt) – von Flöte und Vibraphon gespielt wird. Ab Takt 13 wird in den beiden Altsaxophonen das Thema in seiner 32-taktigen Originalgestalt (B-Dur) mit herkömmlicher Begleitung in Bass und Schlagzeug vorgestellt. Nach einem 4-taktigen Break des Altsaxophonisten Colemans (in seiner von Schuller so gelobten freitonalen Spielweise) beginnt ein langer Improvisationsteil, indem zunächst nur Altsaxophon, dann auch Klavier, Bassklarinette und Vibraphon hauptsächlich über diese beiden Motive improvisieren (in Takt 105 greift das Klavier noch ein anderes Monk Thema auf).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Der Begriff: Das Kapitel definiert den Begriff Third Stream sowohl in einem weiten Sinne als auch in der engeren, von Gunther Schuller geprägten Bedeutung als bewusste Synthese.

II. Die Sache: Dieser Hauptteil beleuchtet die historische Genese der Jazz-Klassik-Verbindungen von den Vorläufern bis hin zur Avantgarde und analysiert detailliert spezifische Kompositionstechniken anhand von Fallbeispielen.

III. Zukunftsperspektiven – Versuch einer eigenen Wertung: Der Autor hinterfragt den Exklusivitätsanspruch von Schullers Third Stream und diskutiert, inwiefern eine Öffnung hin zur Popularmusik neue Entwicklungschancen für Jazz und moderne Kunstmusik bietet.

Schlüsselwörter

Third Stream, Jazz, Kunstmusik, Gunther Schuller, John Lewis, Modern Jazz Quartet, Synthese, Improvisation, Komposition, Musiktradition, Free Jazz, atonale Musik, Musikgeschichte, Interkulturalität, Cross-Over

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Phänomen des "Third Stream" als Versuch, die beiden eigenständigen Musikrichtungen Jazz und europäische Kunstmusik zu einer neuen, synthetischen Musikform zu verschmelzen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die historische Entwicklung der gegenseitigen Beeinflussung von Jazz und Klassik, die theoretische Fundierung des Begriffs durch Gunther Schuller sowie die praktische Analyse von Kompositionen, die diese Stile zu vereinen suchen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den Third Stream kritisch zu hinterfragen, die kompositorischen Strategien der wichtigsten Akteure zu durchleuchten und den Wert dieser Synthese für die Musikgeschichte zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine musikwissenschaftliche Analyse angewandt, die sich auf Literaturrecherche und die detaillierte musiktheoretische Untersuchung exemplarischer Kompositionen stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung der Vorläufer (wie Paul Whiteman oder Duke Ellington) und eine tiefgehende Analyse verschiedener Satztechniken und Kompositionen, insbesondere von Schuller und Lewis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Third Stream, Synthese, Jazz, Kunstmusik, Improvisation und kompositorische Formprinzipien definieren.

Was unterscheidet den Third Stream nach Schuller von anderen Collagen?

Schuller strebt eine tiefgreifende Fusion auf Basis gemeinsamer Tonsprachen und motivischer Verarbeitung an, während andere Projekte oft eher collageartig oder oberflächlich verschiedene Stilmittel nebeneinanderstellen.

Warum sieht der Autor die Zukunft der Stilsynthese eher in der Popularmusik?

Der Autor argumentiert, dass die Vereinigung der "unpopulärsten" Stile (moderner Jazz und moderne Kunstmusik) kommerziell und rezeptiv gescheitert ist, und schlägt vor, dass beide Richtungen durch Verbindung mit Popularmusik eine breitere Relevanz erlangen könnten.

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Résumé des informations

Titre
Third Stream Interkulturelle Begegnungen zwischen Kunstmusik und Jazz
Université
Academy of Music Detmold  (Musikwissenschaftliches Institut)
Cours
Interkulturelle Aspekte des Jazz
Note
1,3
Auteur
Lorenz Lassek (Auteur)
Année de publication
2003
Pages
22
N° de catalogue
V133741
ISBN (ebook)
9783640405893
ISBN (Livre)
9783640406067
Langue
allemand
mots-clé
Third Stream Interkulturelle Begegnungen Kunstmusik Jazz
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Lorenz Lassek (Auteur), 2003, Third Stream Interkulturelle Begegnungen zwischen Kunstmusik und Jazz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133741
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Extrait de  22  pages
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