Da ich meinen Kenntnissen nach mit meiner Thematik ein noch unbekanntes Feld für den Instrumentalpädagogen betrete, möchte ich dieser Arbeit einige Erläuterungen voran stellen.
Diese Arbeit ist entstanden, da ich bei der Suche von Erkenntnissen über das Bewegungslernen, diese in für mich relevanter Weise in der Literatur der sportlichen Bewegungslehre gefunden habe.
Die Erfahrungen die ich mit verschiedenen Bewegungstechniken gemacht hatte, fand ich dort wieder, aber wesentlich präziser, systematischer, griffiger und umfassender formuliert. Die Erklärungsansätze, Modelle und Begriffe boten mir eine bessere Grundlage meine Technik zu reflektieren.
Als besonders wohltuend empfand ich den Wegfall der psychologisierenden und esoterischen Erklärungsmodelle
Diese Arbeit wurde in zwei Teile gegliedert.
Der Erste umfaßt eine Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse der sportlichen Bewegungslehre. Im zweiten Teil wird erläutert, warum und wie diese Erkenntnisse für den Instrumentalpädagogen verwendbar sein könnten.
Inhaltsverzeichnis
VORWORT
1. TEIL: ZUSAMMENFASSUNG DER WICHTIGSTEN ERKENNTNISSE DER SPORTLICHEN BEWEGUNGSLEHRE
FUNKTION UND PRINZIPIEN DER MENSCHLICHEN MOTORIK
WESENSMERKMALE SPORTLICHER BEWEGUNG
BEWEGUNGSKOORDINATION ALS REGULATION DER BEWEGUNGSTÄTIGKEIT
ZUM BEGRIFF DER BEWEGUNGSKOORDINATION
Zur Komplexität der Bewegungskoordination
Koordinationtaktiken
Theoretisches Modell der Bewegungskoordination
INFORMATIONSAUFNAHME UND -AUFBEREITUNG:
Sensorische Information und Rückinformation
Der Anteil der Analysatoren an der Information und Rückinformation
Der kinästhetische Analysator
Der taktile Analysator
Der statico-dynamische Analysator
Der optische Analysator
Der akustische Analysator
Das verbale Informationssystem
Folgerung für die Lehr und Übungspraxis
PROGRAMMIERUNG DES MOTORISCHEN VERHALTENS
Antizipation
Folgerung für die Schulung der motorischen Antizipation
ZUM SOLLWERT-ISTWERT-VERGLEICH
ALLGEMEINE BEWEGUNGSMERKMALE ALS AUSDRUCK DER BEWEGUNGSKOORDINATION
DIE STRUKTUR SPORTLICHER BEWEGUNGSAKTE
Allgemeine Grundstruktur sportlicher Bewegungsakte
Strukturvarianten bei azyklischen Bewegungsakten
Die Abwandlung der Grundstruktur bei zyklischen Bewegungsakten
Bewegungskombinationen
Objektive und subjektive Bewegungsstruktur
Anwendung der Strukturkenntnisse in der Lehr- und Übungspraxis
BEWEGUNGSRHYTHMUS
Bewegungsrhythmus als komplexes Merkmal sportlicher Bewegungsakte
Entwicklungsbedingungen und Genese sportlicher Bewegungsrhythmen
BEWEGUNGSKOPPLUNG (MERKMAL DES ZUSAMMENHANGS DER TEILBEWEGUNGEN UND DER BEWEGUNGSÜBERTRAGUNG)
Zur Arbeit mit dem Merkmal Bewegungskopplung in der Lehr- und Übungspraxis
BEWEGUNGSFLUß (MERKMAL DER KONTINUITÄT IM BEWEGUNGSVERLAUF)
BEWEGUNGSPRÄZISION
BEWEGUNGSKONSTANZ
BEWEGUNGSUMFANG
BEWEGUNGSTEMPO
BEWEGUNGSSTÄRKE
ZUSAMMENFASSUNG
MOTORISCHES LERNEN IM SPORT
DER MOTORISCHE LERNPROZEß ALS GRUNDVORGANG DER AUSBILDUNG DES MOTORISCHEN KÖNNENS
Kognitives und motorisches Lernen
Koordinativen und motorischen Fähigkeiten.
Lernen als Informationsverarbeitung
Lernaktivität und Motivation
Bedeutung des motorischen Ausgangsniveaus
Sportarten und deren Erlernen
Folgerung für die Lehr- und Übepraxis
PHASEN DES LERNVERLAUFES
Erste Lernphase: Entwicklung der Grobkoordination
Allgemeine Charakteristik
Zur Bewegungskoordination in der ersten Lernphase
Folgerung für die Lehr- und Übepraxis
ZWEITE LERNPHASE: ENTWICKLUNG DER FEINKOORDINATION
Allgemeine Charakteristik
DIE DRITTE LERNPHASE
DER KOMPLEXE CHARAKTER DES MOTORISCHEN LERNENS
ZUR TRANSFERENZ UND INTERFERENZ BEIM MOTORISCHEN LERNEN
MOTORISCHES LERNEN ALS INTEGRIERENDER BESTANDTEIL DER SPORTLICHEN LEISTUNGSENTWICKLUNG UND DER KÖRPERLICHEN VERVOLLKOMMNUNG
FOLGERUNG FÜR DIE LEHR- UND ÜBEPRAXIS
KOORDINATIVE FÄHIGKEITEN UND BEWEGLICHKEIT
ZUM BEGRIFF „KOORDINATIVE FÄHIGKEITEN“
KOORDINATIVE FÄHIGKEITEN UND BEWEGUNGSFERTIGKEITEN (SPORTTECHNISCHE FERTIGKEITEN)
ABLEITUNG UND CHARAKTERISTIK EINZELNER KOORDINATIVER FÄHIGKEITEN
Differenzierungsfähigkeit
Kopplungsfähigkeit
Reaktionsfähigkeit
Orientierungsfähigkeit
Gleichgewichtsfähigkeit
Umstellungsfähigkeit
Rhythmisierungsfähigkeit
ALLGEMEINE UND SPEZIFISCHE AUSPRÄGUNG
STRUKTURELLE BEZIEHUNGEN ZWISCHEN DEN FÄHIGKEITEN
ERFASSUNG KOORDINATIVER FÄHIGKEITEN
BEWEGLICHKEIT ALS TEILWEISE KOORDINATIV BEDINGTE MOTORISCHE FÄHIGKEIT
FOLGERUNG FÜR DIE AUSBILDUNG KOORDINATIVER FÄHIGKEITEN
DIE MOTORISCHE ENTWICKLUNG DES MENSCHEN VON DER GEBURT BIS INS HOHE ALTER
DAS SÄUGLINGSALTER
Säuglingsalter: Geburt bis 3 Lebensmonat - Die Phase der ungerichteten Massenbewegung.
Säuglingsalter: 4. Lebensmonat bis zum 1. Lebensjahr - Die Phase der Aneignung erster koordinierter Bewegungen
DAS KLEINKINDALTER DIE PHASE DER ANEIGNUNG VIELFÄLTIGER BEWEGUNGSFORMEN
DAS VORSCHULALTER: DIE PHASE DER VERVOLLKOMMNUNG, VIELFÄLTIGER BEWEGUNGSFORMEN
DAS FRÜHE SCHULKINDALTER - DIE PHASE SCHNELLER FORTSCHRITTE IN DER MOTORISCHEN LERNFÄHIGKEIT
DAS SPÄTE SCHULKINDALTER - DIE PHASE DER BESTEN MOTORISCHEN LERNFÄHIGKEIT IN DER KINDHEIT
DIE ERSTE PHASE DER REIFUNGSZEIT - DIE PHASE DER UMSTRUKTURIERUNG VON MOTORISCHEN FÄHIGKEITEN UND FERTIGKEITEN
DIE ZWEITE PHASE DER REIFUNGSZEIT - DIE PHASE DER SICH GESCHLECHTSSPEZIFISCHEN DIFFERENZIERUNG, DER FORTSCHREITENDEN INDIVIDUALISIERUNG UND DER ZUNEHMENDEN STABILISIERUNG
DAS ERWACHSENENALTER
Das frühe Erwachsenenalter - Das Jahr der relativen Erhaltung der motorischen Leistungsfähigkeit
Das mittlere Erwachsenen Alter - Die Jahre der allmählichen motorischen Leistungssteigerung
Das spätere Erwachsenenalter - Die Jahre der verstärkten motorischen Leistungsminderung
Das späte Erwachsenen- und Greisenalter
ZWEITER TEIL
RELEVANZ DER ERKENNTNISSE DER SPORTLICHEN BEWEGUNGSLEHRE FÜR DIE INSTRUMENATALPÄDAGOGIK
ZULÄSSIGKEIT DER ANWENDUNG DER ERKENNTNISSE DER SPORTLICHEN BEWEGUNGSLEHRE AUF DIE INSTRUMENTALPÄDAGOGIK
RELEVANZ DER EINZELNEN BEGRIFFE, SICHTWEISEN UND METHODEN DER SPORTLICHEN BEWEGUNGSLEHRE FÜR DIE INSTRUMENTALPÄDAGOGIK
Bedeutung der unterschiedlichen Sichtweisen von Bewegung der sportlichen Bewegungslehre angewendet auf musikalische Bewegungen
Bedeutung der Koordinationstaktiken angewandt auf die musikalische Bewegungen
Verwendung des Theoretisches Modell der Bewegungskoordination für die musikalische Bewegung
Bedeutung und Verwendung der Analysatoren der Bewegung im Instrumentalunterricht
Der kinästhetische Analysator
Der taktile Analysator
Der statico-dynamische Analysator
Der optische Analysator
Der akustische Analysator
Das verbale Informationssystem
Weiter Folgerungen für die Unterrichtspraxis
FOLGEN DER PROGRAMMIERUNG DES MOTORISCHEN VERHALTENS FÜR DEN INSTRUMENTALUNTERRICHT
ZUR BEDEUTUNG DES SOLLWERT-ISTWERT-VERGLEICH FÜR DEN INSTRUMENTALLEHRER
BEDEUTUNG UND VERWENDUNG DER ALLGEMEINE BEWEGUNGSMERKMALE ALS AUSDRUCK DER BEWEGUNGSKOORDINATION FÜR DEN INSTRUMENTALLEHRER
DIE BEDEUTUNG UND VERWENDUNG DER STRUKTUR SPORTLICHER BEWEGUNGSAKTE FÜR DEN INSTRUMENTALLEHRER
Verwendung und Bedeutung der „Allgemeinen Grundstruktur sportlicher Bewegungsakte“ für den Instrumentalunterricht
Bedeutung und Folgen der Vorbereitungsphase für den Instrumentalunterricht
Bedeutung und Folgen der Hauptphase für den Instrumentalunterricht
Bedeutung und Folgen der Endphase für den Instrumentalunterricht
Bedeutung und Folgen der Verschmelzung der Anfangsphase und Endphase für den Instrumentalunterricht
Die Verwendung und Bedeutung der Begriffe der azyklischen und zyklischen Bewegung für den Instrumentallehrer
Verwendung und Bedeutung des Begriffes der Bewegungskombination für den Instrumentalunterricht
Verwendung und Bedeutung des Begriffes Bewegungsrhythmus für den Instrumentalunterricht
Verwendung und Bedeutung des Begriffes Bewegungskopplung für den Instrumentalunterricht
Verwendung und Bedeutung des Begriffes Bewegungsfluß für den Instrumentalunterricht
Verwendung und Bedeutung des Begriffes Bewegungspräzision für den Instrumentalunterricht
Verwendung und Bedeutung des Begriffes der Bewegungskonstanz für den Instrumentalunterricht
Verwendung und Bedeutung des Begriffes Bewegungsgröße für den Instrumentalunterricht
Verwendung und Bedeutung des Begriffes Bewegungstempos für den Instrumentalunterricht
Verwendung und Bedeutung des Begriffes Bewegungsstärke für den Instrumentalunterricht
ZUSAMMENFASSUNG
RELEVANZ DES MOTORISCHEN LERNENS UNTER DEN ASPEKTEN DER SPORTLICHEN BEWEGUNGSLEHRE FÜR DIE INSTRUMENTALPÄDAGOGIK
VERWENDUNG UND BEDEUTUNG DES BEGRIFFES MOTORISCHES UND KOGNITVES BEZIEHUNGSWEISE MENTALES LERNEN FÜR DEN INSTRUMENTALUNTERRICHT
VERWENDUNG UND BEDEUTUNG DES BEGRIFFES „MOTORISCHE FERTIGKEIT“ UND „KOORDINATIVE TÄTIGKEIT“ FÜR DEN INSTRUMENTALUNTERRICHT
VERWENDUNG UND BEDEUTUNG DES BEGRIFFES „LERNEN ALS INFORMATIONSVERARBEITUNG IN DER SPORTLICHEN BEWEGUNGSLEHRE“ FÜR DEN INSTRUMENTALUNTERRICHT
MOTIVATION
VERWENDUNG UND BEDEUTUNG DES BEGRIFFES „MOTORISCHES AUSGANGSNIVEAU“ FÜR DEN INSTRUMENTALUNTERRICHT
VERWENDUNG UND BEDEUTUNG DER VERSCHIEDENEN SPORTARTTYPEN FÜR DEN INSTRUMENTALUNTERRICHT
BEDEUTUNG UND FOLGEN DER ERSTEN LERNPHASE FÜR DEN INSTRUMENTALUNTERRICHT
BEDEUTUNG UND FOLGENDER ZWEITEN LERNPHASE FÜR DEN INSTRUMENTALUNTERRICHT
BEDEUTUNG UND FOLGEN DER DRITTEN LERNPHASE FÜR DEN INSTRUMENTALUNTERRICHTE
BEDEUTUNG UND FOLGEN DER KOMPLEXITÄT DES MOTORISCHEN LERNENS FÜR DEN INSTRUMENTALUNTERRICHT
BEDEUTUNG UND FOLGEN DER TRANSFERENZ UND INTERFERENZ BEIM MOTORISCHEN LERNEN FÜR DEN INSTRUMENTALUNTERRICHT
ZUSAMMENFASSUNG
VERWENDUNG UND BEDEUTUNG DER KOORDINATIVEN FÄHIGKEITEN FÜR DEN INSTRUMENTALUNTERRICHT
Verwendung und Bedeutung des Begriffes der Differenzierungsfähigkeit für den Instrumentalunterricht
Verwendung und Bedeutung der Kopplungsfähigkeit für den Instrumentalunterricht
Verwendung und Bedeutung der Reaktionsfähigkeit für den Instrumentalunterricht
Bedeutung und Folgen der Orientierungsfähigkeit für den Instrumentalunterricht
Bedeutung und Folgen der Gleichgewichtsfähigkeit für den Instrumentalunterricht
Bedeutung und Folgen der Umstellungsfähigkeit für den Instrumentalunterricht
Bedeutung und Folgen der Rhythmisierungsfähigkeit für den Instrumentalunterricht
Bedeutung und Folgen der Allgemeine und spezifische Ausprägung der koordinativen Fähigkeiten für den Instrumentalunterricht
Bedeutung und Folgen der Strukturelle Beziehungen zwischen den Fähigkeiten für den Instrumentalunterricht
Bedeutung und Folgen Erfassung der koordinativer Fähigkeiten für den Instrumentalunterricht
Bedeutung und Folgen der Beweglichkeit als teilweise koordinativ bedingte motorische Fähigkeit für den Instrumentalunterricht
Bedeutung und Folgen der Möglichkeit zur Ausbildung der koordinativer Fähigkeiten für den Instrumentalunterricht
ZUSAMMENFASSUNG
BEDEUTUNG DER LEBENSALTERBEDINGTEN MOTORISCHEN ENTWICKLUNG FÜR DEN INSTRUMENTALUNTERRICHT
BEDEUTUNG UND FOLGEN DES VORSCHULALTERS FÜR DEN INSTRUMENTALUNTERRICHT
BEDEUTUNG UND FOLGEN DER MOTORISCHEN ENTWICKLUNG IM FRÜHEN SCHULKINDALTER FÜR DEN INSTRUMENTALUNTERRICHT
BEDEUTUNG UND FOLGEN DER MOTORISCHEN ENTWICKLUNG IM SPÄTEN SCHULKINDALTER FÜR DEN INSTRUMENTALUNTERRICHT
BEDEUTUNG UND FOLGEN DER MOTORISCHEN ENTWICKLUNG IN DER ERSTEN PHASE DER REIFUNGSZEIT FÜR DEN INSTRUMENTALUNTERRICHT
BEDEUTUNG UND FOLGEN DER MOTORISCHEN ENTWICKLUNG IN DER ZWEITEN PHASE DER REIFUNGSZEIT FÜR DEN INSTRUMENTALUNTERRICHT
BEDEUTUNG UND FOLGEN DER MOTORISCHEN ENTWICKLUNG IM ERWACHSENENALTER FÜR DEN INSTRUMENTALUNTERRICHT
ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit untersucht die Anwendbarkeit sportwissenschaftlicher Erkenntnisse aus der Bewegungslehre auf die instrumentale Pädagogik, um Unterrichtsmethoden durch ein systematisches Verständnis des motorischen Lernens zu optimieren.
- Theoretische Fundierung der menschlichen Motorik und Bewegungskoordination
- Analyse von Lernphasen (Grobkoordination bis zur automatisierten Feinkoordination)
- Übertragung motorischer Prinzipien auf instrumentalspezifische Anforderungen
- Bedeutung von Analysatoren (kinästhetisch, optisch, akustisch) im Musikunterricht
- Förderung koordinativer Fähigkeiten und altersgemäße motorische Entwicklung
Auszug aus dem Buch
Die Struktur sportlicher Bewegungsakte
Die Struktur von Bewegungsakten ist immer prozeßhaft. Das heißt, wenn man eine Struktur eines Bewegungsaktes beschreiben und vermitteln will, hat man die Abfolge der Teilbewegungen und ihre Zusammenhänge festzustellen. Zusätzlich ist festzustellen, wie und was die Teilabschnitte und -bewegungen zur Erfüllung des Ziels beitragen.
Allgemeine Grundstruktur sportlicher Bewegungsakte
Sportliche Bewegungsakte werden in drei Phasen aufgegliedert.
1. Vorbereitungsphase
2. Hauptphase
3. Endphase
Diese drei Phasen sind in ihrer Reihenfolge nicht austauschbar.
In der Hauptphase wird die eigentliche Aufgabe gelöst. Allgemein formuliert bedeutet das, dem Körper wird ein Bewegungsimpuls erteilt oder ein Endglied wird durch einen Kraftimpuls so beschleunigt, daß dadurch es selbst, ein Gerät oder Gegenstand einen Bewegungsimpuls erhält.
In der Vorbereitungsphase versucht man optimale Voraussetzungen für den Bewegungsvollzug zu schaffen. Im Sport ist es in der Regel eine Ausholbewegung.
Ausholbewegungen werden meistens in Gegenrichtung zur eigentlichen Bewegung ausgeführt. Sie sollen eine Position für einen optimalen Beschleunigungsweg schaffen.
Zusätzlich ermöglicht die Ausholbewegung eine höhere Ausgangskraft. Die Muskulatur wird durch die Ausholbewegung in eine höhere Ausgangsspannung, welche die höhere Ausgangskraft ermöglicht, versetzt.
Es wird folgender Zusammenhang genutzt. Bei der Umkehrung der Ausholbewegung in die Hauptphase muß gebremst werden. Das Abbremsen der Ausholbewegung erhöht bei weitem mehr die Muskelspannung, als dies der Fall wäre, wenn man den gesamten Bewegungszusammenhang mit nur einer Bewegungsrichtung ausführt.
Weiter versucht man mit der Ausholbewegung seinen Körper oder seine Glieder in eine Position zu bringen, die ermöglicht äußere Kräfte optimal zu nutzen.
Weitere Möglichkeiten zur Ausführung einer Vorbereitungsphase sind Anschwung-, Angleit und Anlaufbewegungen.
Diese drei Bewegungen werden verwendet, wenn keine Ausholbewegung möglich ist. Allen ist gemeinsam, daß sie in Bewegungsrichtung der Hauptphase stattfinden. Sie nutzen den Impulserhaltungssatz. Dem Körperglied beziehungsweise dem Körper wird dadurch eine verwertbare Bewegungsenergie zur Verfügung gestellt.
In der Endphase wird der Körper wieder ins Gleichgewicht gebracht. Sie stellt teilweise schon die Vorbereitung zum nächsten Bewegungsakt dar.
Die einzelnen Phasen einer Bewegungen lassen sich teilweise untergliedern. Dies ist insbesondere bei der Vorbereitungsphase beziehungsweise der Hauptphase, wenn mehrere Bewegungen kombiniert werden, möglich.
Die Hauptphase ist normalerweise in aufgabenbezogene Teilelemente aufgegliedert. Dabei ist zu beachten, daß die Ausführung der Teilelemente immer davon abhängt, was für ein Teilelement folgt.
Zusammenfassung der Kapitel
FUNKTION UND PRINZIPIEN DER MENSCHLICHEN MOTORIK: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen sportlicher Bewegungen, insbesondere die Bedeutung der Koordination und der verschiedenen Sinnes-Analysatoren für die Steuerung motorischer Handlungen.
MOTORISCHES LERNEN IM SPORT: Hier werden die Phasen des Lernverlaufes (Grob-, Fein- und stabilisierte Koordination) sowie die Mechanismen der Informationsverarbeitung und Motivation beim motorischen Könnenserwerb detailliert dargestellt.
KOORDINATIVE FÄHIGKEITEN UND BEWEGLICHKEIT: Dieses Kapitel definiert koordinative Fähigkeiten als Leistungsvoraussetzungen für Bewegungsklassen und beschreibt deren systematische Förderung sowie die Bedeutung der Beweglichkeit.
DIE MOTORISCHE ENTWICKLUNG DES MENSCHEN VON DER GEBURT BIS INS HOHE ALTER: Das Kapitel bietet einen Abriss über die altersbedingten motorischen Möglichkeiten und Einschränkungen, von der frühkindlichen Entwicklung bis zum Erwachsenenalter.
RELEVANZ DER ERKENNTNISSE DER SPORTLICHEN BEWEGUNGSLEHRE FÜR DIE INSTRUMENATALPÄDAGOGIK: Dieses Kernkapitel diskutiert die Übertragbarkeit der sportwissenschaftlichen Modelle auf den Instrumentalunterricht und betont die Notwendigkeit von Feedback-Prozessen bei der musikalischen Motorik.
Schlüsselwörter
Sportliche Bewegungslehre, Instrumentalpädagogik, Bewegungskoordination, Motorisches Lernen, Feinkoordination, Kinästhetischer Analysator, Bewegungsrhythmus, Kopplungsfähigkeit, Sollwert-Istwert-Vergleich, Transferenz, Interferenz, Muskeltonus, Informationsverarbeitung, Musikalische Motorik, Bewegungsstruktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Erkenntnisse aus der sportlichen Bewegungslehre auf den Instrumentalunterricht übertragen werden können, um das Verständnis für Bewegungsprozesse bei Musikern zu schärfen und Unterrichtsmethoden zu verbessern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Grundlagen der sportlichen Motorik, die Analyse von Lernphasen, die Bedeutung koordinativer Fähigkeiten und die Anwendung dieser Konzepte auf instrumentalspezifische Bewegungsabläufe.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, Musikpädagogen ein systematisches Hilfsmittel an die Hand zu geben, um Bewegungen beim Instrumentalspiel präziser zu analysieren, zu korrigieren und so die motorische Lernfähigkeit der Schüler zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt die logische Deduktion, indem er bestehende Konzepte der Sportwissenschaft (wie z. B. von Meinel & Schnabel) auf musikalische Kontexte anwendet und durch Plausibilitätsbetrachtungen untermauert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Zusammenfassung sportwissenschaftlicher Theorien zum Bewegungslernen und deren explizite Übertragung und Anwendung auf die instrumentale Lehrpraxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Bewegungskoordination, motorisches Lernen, Fein- und Grobkoordination sowie die Anwendung von Analysatoren auf das Instrumentalspiel definiert.
Wie hilft die sportwissenschaftliche Sichtweise bei der Korrektur von Instrumentalfehlern?
Sie erlaubt es, Fehler nicht nur intuitiv zu korrigieren, sondern diese auf Basis objektiver Bewegungsmerkmale (wie Rhythmus, Kopplung oder Phasenstruktur) gezielt zu identifizieren und methodisch anzugehen.
Welche Bedeutung kommt dem Sollwert-Istwert-Vergleich im Musikunterricht zu?
Dieser Vergleich ist essenziell für die Selbstkontrolle des Schülers. Der Lehrer muss lernen, den Schüler dazu zu befähigen, sein aktuelles Spielergebnis mit dem angestrebten musikalischen Idealbild durch gezieltes Feedback abzugleichen.
- Citation du texte
- Stephan Zitzmann (Auteur), 1997, Überlegungen zur Verwendung der Erkenntnisse der sportlichen Bewegungslehre in der Instrumentalpädagogik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13374