Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, die Weiterverarbeitung eines Rollenoffset Unternehmens unter genauer Betrachtung der Scope 1 und Scope 2 Emissionen zu erforschen. Der Anwendungsfall bezieht sich auf die verschiedenen Weiterverarbeitungsmethoden, die für die Produktion von Kunstkatalogen eingesetzt werden können. Um die Forschungsfrage mit Hilfe von Recherchen und der zusätzlichen Meinung von Fachexpert*innen zu untersuchen, wurden qualitative Studien in Form von Interviews zur Thematik "CO2-Emissionen in der Weiterverarbeitung im Offsetdruck" durchgeführt.
Es wurden Expert*innen befragt, die Positionen als Umweltbeauftragte, Produktionsleitung oder eine Leitung im Bereich Nachhaltigkeit und Kommunikation ausüben. Die daraus resultierenden Ergebnisse zeigten, dass der Bereich der Weiterverarbeitung zum Thema CO2-Emissionen nur wenig dokumentiert ist und daher keine exakten Werte vorliegen, dieser Bereich beruht auf Schätzwerten. Um den Ablauf einer Berechnung nachvollziehen zu können, wurde ein Leitfaden erstellt, der den genauen Ablauf der Berechnung der CO2 Emissionen in der Weiterverarbeitung aufzeigt und neue Ansätze enthält. Die Vorgehensweise zeigt, welche Werte für die Ermittlung der genauen Emissionswerte eine fundierte Grundlage für eine detaillierte Untersuchung darstellen.
Die Reduzierung der CO2-Emissionen in der Druckindustrie kann mit verschiedenen Methoden erreicht werden. Eine Reduzierung der Emissionen ist wichtig, um die globale Erwärmung zu bekämpfen. Eine Methode zur Berechnung der tatsächlichen Emissionswerte in einem Unternehmen ist ein Carbon-Accounting-System, welches die Werte der ausgestoßenen CO2-Emissionen in allen Bereichen des Unternehmens berechnet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hintergrundinformationen zum Thema Klimaschutz
2.1 Begriffliche Erklärung der Treibhausgase
2.2 Klimawandel
2.3 Entwicklung der Klimaschutz-Protokolle
2.4 Das Greenhouse Gas Protocol
2.5 Aspekte der ISO 14064
2.6 Scope 1, 2 und 3 Emissionen
3. CO2-Emissionen in der Druckindustrie
3.1 CO2-Fußabdruck
3.2 CO2-Fußabdruck von Druckprodukten
3.3 CO2-Bilanzierung
3.3.1 Definition und Bedeutung des Carbon-Accounting-Systems
3.3.2 Zertifikate, Siegel und Label
3.3.3 Lieferkettensorgfaltspflichtgesetz
3.3.4 Klimaschutzprojekte
3.3.5 ClimatePartner Deutschland
3.3.6 CO2-Rechner
3.4 Emissionsfaktoren
3.4.1 Verfügbarkeit von Daten
3.4.2 Berechnung des Emissionsfaktors
4. Methoden in der Weiterverarbeitung
4.1 Kunstkataloge
4.2 Ausgewähltes Druckverfahren für Kunstkataloge
4.2.1 Weiterverarbeitung
4.2.2 CO2-Ausstoß in der Weiterverarbeitung
4.2.3 Umweltfreundliche Druckprozesse in der Weiterverarbeitung
4.3 Ausgewählte Kunstkataloge - Rahmenbedingungen
4.3.1 Wertschöpfungskette von Kunstkatalogen in der Weiterverarbeitung
4.3.2 Produktionsprozess in der Fadenheftung
5. Methodisches Vorgehen für Expert*innen-Interviews
5.1. Fragebogen
5.1.1 Konzeption des eigenen Fragebogens
5.1.2 Definition und Auswahl von Expert*innen
5.1.3 Anschreiben
5.2 Expert*innen Interview
5.2.1 Durchführung von Expert*innen-Interviews
5.2.2 Auswertungsmethode
5.3 Darstellung der Ergebnisse
6. Leitfaden: Berechnung der CO2-Emissionen in der Weiterverarbeitung
6.1 Ausarbeitung des Leitfadens für Expert*innen
7. Fazit und Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Ziel dieser Bachelorarbeit ist die Entwicklung eines Carbon-Accounting-Systems für den Bereich der Druckweiterverarbeitung, um präzise CO2-Emissionswerte zu ermitteln. Basierend auf einer qualitativen Analyse und Experteninterviews mit Unternehmen aus der Rollenoffset-Druckbranche wird ein Leitfaden erstellt, der insbesondere die Scope 1 und Scope 2 Emissionen bei der Produktion von Kunstkatalogen adressiert.
- Grundlagen zur CO2-Bilanzierung und relevanten Klimaschutzprotokollen (Greenhouse Gas Protocol, ISO 14064).
- Identifikation und Analyse von Weiterverarbeitungsmethoden (Klammerheftung, Klebebindung, Fadenheftung, Spiralbindung).
- Methodisches Vorgehen zur Gewinnung von Expert*innen-Wissen mittels qualitativer Interviews.
- Erstellung eines anwendungsbezogenen Leitfadens für Carbon-Accounting-Systeme in der Weiterverarbeitung.
- Praktische Berechnung von CO2-Emissionen anhand eines fiktiven Anwendungsfalls (Kunstkataloge).
Auszug aus dem Buch
3.1 CO2-Fußabdruck
Um Treibhausgase erfassen zu können, gibt es den CO2-Fußabdruck (engl. Carbon Footprint). Dieser kann für Länder, Regionen, Unternehmen, Produkte, Dienstleistungen und auch für private Haushalte zur Erstellung einer Treibhausgas- bilanz verwendet werden. Auch in der Druckindustrie werden Treibhausgasbilanzen erstellt, um die Treibhausgase in den Unternehmen zu erfassen, jedoch gibt es bisher keine Statistiken darüber, wie hoch die Gesamtemissionen der Druckindustrie in Deutschland und Europa sind. Der Carbon Footprint wird immer in CO2-Äquivalenten (CO2e) angegeben. Hierbei entspricht das CO2-Äquivalent einer emittierten Tonne Kohlenstoffdioxid. Bei der Erfassung des Carbon Footprints wird neben Kohlenstoffdioxid (CO2) auch auf andere Treibhausgase wie Methan (CH4), Distickstoffoxid (N2O), florierte und perfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKWs, PFKWs) sowie auf Schwefelhexafluorid (SF6) geachtet. Somit ist die Einheit CO2e als einheitlich genutzte Maßeinheit zur Benennung von CO2-Emissionen gut geeignet. Der Weltklimarat, Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) hat auf eine Zeitspanne von 100 Jahren feste Werte für Treibhausgase und Ihre CO2-Äquivalente herausgebracht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Bedeutung von Nachhaltigkeit in der Druckindustrie und definiert das Ziel, ein Carbon-Accounting-System spezifisch für die Weiterverarbeitung zu entwickeln.
2. Hintergrundinformationen zum Thema Klimaschutz: Dieses Kapitel liefert theoretische Grundlagen zum Klimawandel sowie zu Protokollen wie dem Greenhouse Gas Protocol und der Norm ISO 14064, welche für die Berechnung von Treibhausgasemissionen essenziell sind.
3. CO2-Emissionen in der Druckindustrie: Hier werden Instrumente wie der Carbon Footprint, PCF-Standards und die Bedeutung von Zertifikaten und CO2-Rechnern für Druckereien detailliert behandelt.
4. Methoden in der Weiterverarbeitung: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Bindetechniken für Kunstkataloge und deren spezifische Anforderungen sowie den ökologischen Fußabdruck innerhalb der Wertschöpfungskette.
5. Methodisches Vorgehen für Expert*innen-Interviews: Hier wird der Designprozess des Fragebogens sowie die qualitative Auswertungsmethode nach Mayring zur Einordnung der Expertenmeinungen beschrieben.
6. Leitfaden: Berechnung der CO2-Emissionen in der Weiterverarbeitung: In diesem Kapitel wird der praktische Leitfaden auf Basis einer Excel-Tabelle vorgestellt und erläutert, wie Unternehmen Scope 1 und Scope 2 Emissionen berechnen können.
7. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, bewertet die Herausforderungen bei der Datenermittlung in der Weiterverarbeitung und gibt Handlungsempfehlungen für die Zukunft.
Schlüsselwörter
Druckindustrie, Weiterverarbeitung, Carbon-Accounting, CO2-Emissionen, Greenhouse Gas Protocol, Scope 1, Scope 2, Klimaschutz, Fadenheftung, Nachhaltigkeit, Treibhausgasbilanz, Kunstkatalog, Emissionsfaktoren, Ökobilanzierung, Klimaneutralität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung eines Carbon-Accounting-Systems für den speziellen Bereich der Druckweiterverarbeitung, um CO2-Emissionen systematisch erfassen und messen zu können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit umfasst theoretische Grundlagen zur Treibhausgasbilanzierung, diverse Zertifizierungsmodelle der Druckbranche sowie eine detaillierte technische Analyse verschiedener Weiterverarbeitungsmethoden hinsichtlich ihres Energieverbrauchs.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage zielt auf die Entwicklung eines Leitfadens ab, der Druckereien dabei unterstützt, die CO2-Emissionen ihrer Weiterverarbeitungsabläufe unter Berücksichtigung von Scope 1 und Scope 2 Emissionen präzise zu kalkulieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erkenntnisgewinnung verwendet?
Die Autorin nutzt qualitative Studien in Form von Experteninterviews mit Branchenvertretern, die nach der Methode von Mayring ausgewertet wurden, ergänzt durch eine intensive Literaturrecherche.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Neben den theoretischen Rahmenbedingungen zu Treibhausgasen stehen die technische Prozessbeschreibung der Weiterverarbeitung von Kunstkatalogen und die praktische Anwendung der entwickelten Berechnungstabellen im Fokus.
Welche Keywords charakterisieren diese Arbeit am besten?
Carbon-Accounting, CO2-Emissionen, Druckweiterverarbeitung, Greenhouse Gas Protocol, Fadenheftung, Klimaschutz und Treibhausgasbilanz sind maßgebliche Begriffe.
Welche Rolle spielt die Fadenheftung als Anwendungsfall in der Arbeit?
Die Fadenheftung dient als beispielhafte Weiterverarbeitungsmethode für hochwertige Kunstkataloge, anhand derer die Erstellung einer detaillierten CO2-Bilanz exemplarisch durchgespielt wird.
Ist es für Druckereien schwierig, exakte Werte für die Weiterverarbeitung zu ermitteln?
Ja, da dieser Bereich der Druckproduktion oft nur wenig dokumentiert ist und Unternehmen häufig auf Schätzwerte zurückgreifen müssen, was die Genauigkeit der bisherigen Bilanzen einschränkt.
- Citar trabajo
- Jana Hartmann (Autor), 2023, Entwicklung eines Carbon-Accounting-Systems in der Druckweiterverarbeitung mit Scope 1 und Scope 2. Weiterverarbeitungsmethoden in der Offset-Produktion von Kunstkatalogen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1338371