Die vorliegende Arbeit, stellt sich die Frage wie die berufliche Bildung Diversität als Chance nutzen kann und untersucht dabei auch, ob der aus der Betriebswirtschaftslehre stammende Ansatz des Diversity Managements auch auf die berufliche Bildung anwendbar wäre. Hierfür wird zunächst in Kapitel 2 erörtert, welche Bedeutung Diversität für die berufliche Bildung hat. Im darauffolgenden Kapitel 3 wird der Diversity Management Ansatz in der beruflichen Bildung betrachtet. Darauf folgen Ziele, Strategien und Maßnahmen, die in der beruflichen Bildung im Umgang mit Diversität angewendet werden. Das letzte Kapitel bietet eine Zusammenfassung und einen Ausblick.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Bedeutung von Diversität für die berufliche Bildung
3. Herausforderungen beim Umgang mit Diversität
4. „Diversity Management“ in der beruflichen Bildung
5. Umgang mit Diversität in der beruflichen Bildung
5.1 Ziele
5.2 Strategien
5.3 Maßnahmen
6. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die berufliche Bildung Diversität als Chance begreifen und nutzen kann. Dabei wird analysiert, ob das aus der Betriebswirtschaftslehre stammende Konzept des Diversity Managements auf bildungspolitische Kontexte und Bildungsinstitutionen übertragbar ist, um Chancengleichheit zu fördern und strukturelle Benachteiligungen zu reduzieren.
- Bedeutung und Dimensionen von Diversität in der beruflichen Bildung
- Herausforderungen der Heterogenität im Ausbildungskontext
- Potenziale und Methoden des Diversity Managements für Schulen und Betriebe
- Didaktische Strategien sowie Maßnahmen zur Förderung von Inklusion und Chancengerechtigkeit
- Rolle der Personal-, Organisations- und Unterrichtsentwicklung für eine diversitätssensible Lernumgebung
Auszug aus dem Buch
3. Herausforderungen beim Umgang mit Diversität
Die in der Berufsbildung ersichtliche Heterogenität stellt eine Herausforderung dar. Einerseits äußert sie sich als eine Belastung, kann aber andererseits auch als eine Chance gesehen werden. Durch die Zusammenkunft von Menschen mit vielen unterschiedlichen Erfahrungen, Werten und Haltungen entsteht eine ganz neue Form des Lernens, da jeder seine eigenen Perspektiven mitbringt. Es werden viele neue Prozesse angeregt, gemeinsam nach Lösungen gesucht, neue Einsichten entwickelt und kognitiven sowie kulturellen Verengungen entgegengewirkt.
In heterogenen Klassen kann die Vielfalt sinnvoll genutzt werden. Die verschiedenen Kompetenzen unterscheiden sich hinsichtlich der sozialen Gruppe, sodass diese sich in vielen Fächern gegenseitig unterstützen können. Außerdem wird durch die verschiedenen Hintergründe eine vielfältige Diskussion angeregt. In Form von Tandems und Kleingruppen können die Lernenden zusammenkommen und mehrere Tutoren ernennen, welche als Experten die schwächeren unterstützen und neue Lernmotivation aus dem Kompetenzerleben ihrer Gruppe ziehen (vgl. Euler/ Severing 2020, S. 12).
Neben den genannten Chancen bestehen die Herausforderungen in der beruflichen Bildung vor allem im Übergang zu einer dualen Ausbildung und in der Ausbildungsgestaltung in den Schulen und Betrieben. Die duale Ausbildung verfolgt das Ziel das 7-G-Modell, nach dem alle Lernenden eines Alters bei den gleichen Lehrenden mit den gleichen Lehrmitteln in gleicher Geschwindigkeit das gleiche Ziel zu gleicher Zeit mit gleicher Qualität erreichen sollen, in eine „V-8-Begleitung“ umzuwandeln. Diese spricht von der Erreichung gemeinsamer oder verschiedener Ziele durch vielfältige Menschen mit vielfältigen Wegen an vielfältigen Orten zu vielfältigen Zeiten und Schritten mit vielfältigen Ideen und Materialien in einem vielfältigen Rhythmus. Diese beiden Idealtypen sind in der Praxis in gemischter Version vorzufinden. Die Bemühung in Lerngruppen dennoch Homogenität zu bewahren, wird in Klassenwiederholungen, Abgängen auf Förderschulen, dem mehrstufigen Schulsystem und durch Wechsel zu anderen Schulformen ersichtlich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Diversität in der beruflichen Bildung ein und formuliert die Forschungsfrage, ob Diversity-Konzepte aus der Wirtschaft auf den Bildungssektor übertragbar sind.
2. Bedeutung von Diversität für die berufliche Bildung: Das Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen von Diversität als Ressource und beleuchtet die veränderte gesellschaftliche Ausgangslage in Deutschland.
3. Herausforderungen beim Umgang mit Diversität: Hier wird aufgezeigt, dass Heterogenität sowohl als Belastung als auch als Chance wahrgenommen werden kann, wobei insbesondere das duale Ausbildungssystem vor neue Anforderungen gestellt wird.
4. „Diversity Management“ in der beruflichen Bildung: Dieses Kapitel diskutiert die Relevanz des Diversity Managements für Personal-, Organisations- und Unterrichtsentwicklung in Bildungseinrichtungen.
5. Umgang mit Diversität in der beruflichen Bildung: Das Kapitel unterteilt sich in Ziele, Strategien sowie konkrete Maßnahmen zur praktischen Umsetzung von Inklusion und Diversitätssensibilität.
6. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die Notwendigkeit, Diversität durch gezielte, systemübergreifende Ansätze als Chance zu begreifen, um auf die wachsende Heterogenität in der Berufsbildung zu reagieren.
Schlüsselwörter
Diversität, berufliche Bildung, Diversity Management, Heterogenität, Inklusion, Chancengleichheit, Bildungsmanagement, Unterrichtsentwicklung, Organisationsentwicklung, Ressourcennutzung, Duales System, Kompetenzerwerb, Individualisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie die berufliche Bildung in Deutschland auf eine zunehmend heterogene Lernendenschaft reagieren kann und inwiefern Diversität dabei bewusst als Chance wahrgenommen und genutzt werden kann.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung von Diversität, die Herausforderungen im dualen Ausbildungssystem, das Konzept des Diversity Managements sowie praktische Gestaltungsmöglichkeiten für Bildungsinstitutionen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Forschungsfrage lautet, wie die berufliche Bildung Diversität als Chance nutzen kann und ob sich Konzepte des Diversity Managements, die ursprünglich aus der Wirtschaft stammen, sinnvoll auf den Bildungsbereich übertragen lassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf Literaturrecherche und der kritischen Auseinandersetzung mit aktuellen bildungswissenschaftlichen Konzepten sowie Berichten basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Bedeutung von Diversität, eine Untersuchung der Herausforderungen im Ausbildungskontext, die Betrachtung des Diversity-Management-Ansatzes sowie die differenzierte Darstellung von Zielen, Strategien und Maßnahmen für die Bildungspraxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Diversity Management, berufliche Bildung, Inklusion, Heterogenität, Chancengleichheit und Organisationsentwicklung maßgeblich charakterisiert.
Wie unterscheidet sich Inklusion vom traditionellen Integrationsverständnis?
Während Integration heterogene Lernende oft als Herausforderung betrachtet, die durch Modifikation an ein bestehendes System angepasst werden müssen, erkennt Inklusion Lernende als grundsätzlich unterschiedlich an und wertet diese Vielfalt als Ressource für das Lernen aller.
Warum ist die Öffnung von Schulen und Organisationen so wichtig?
Die Öffnung ist notwendig, damit sich Bildungseinrichtungen selbst reflektieren können, um sicherzustellen, dass ihre Kultur mit den Anforderungen einer diversen Gesellschaft vereinbar ist und Unterstützungsmechanismen für alle Beteiligten bereitgestellt werden können.
- Arbeit zitieren
- Johanna Giere (Autor:in), 2021, Diversität als Chance für die berufliche Bildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1339882