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Analyse von Arnold Gehlens "Mängelwesen"

Title: Analyse von Arnold Gehlens "Mängelwesen"

Term Paper , 2007 , 20 Pages , Grade: 1

Autor:in: Alexander Scholz (Author)

Pedagogy - Theory of Science, Anthropology
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Arnold Gehlen verfasste 1940 unter dem Titel „Der Mensch, seine Natur und seine Stellung in der Welt“ eine der bedeutendsten philosophischen Anthropologien. Auf diesen Text ist die hier vorliegende Arbeit primär gestützt. Diese Hausarbeit stellt sich der zentralen Frage, ob der Mensch wirklich ein Mängelwesen ist? Mit der Einführung der Anthropologie möchte ich sowohl die Herkunft und die Entstehung des Mängelwesenbegriffs, als auch erste einleitende Bestimmungen verschiedener Philosophen dazu hervorheben. Der anschließende Mensch-Tier-Vergleich soll verdeutlichen, dass nur auf der Grundlage dieser Gegenüberstellung der Mängelwesenbegriff überhaupt erst entstehen konnte. Neben den Feststellungen, dass der Mensch vergleichsweise zum Tier sparsam von der Natur ausgestattet worden ist, steht die Untersuchung der Existenzbedingungen, die ein solch exponiertes Wesen wie der Mensch zum Überleben haben muss, im Mittelpunkt. Im dritten Punkt wird das Mängelwesen „Mensch“ thematisiert. In diesem Zusammenhang werden u.a. Begriffe wie Weltoffenheit, Reizüberflutung, Antriebsüberschuss angesprochen und verdeutlicht. Diese Begriffe werden dann im Punkt 5 in Bezug zum Entlastungsprinzip vertieft erläutern. Der Mensch muss eigentätig seine Mängel in Überlebenschancen umwandeln. Dazu muss er sich entlasten. Wie der Mensch dies schafft, wird unter benanntem Abschnitt dargestellt. Nachfolgend werden einige Punkte bzgl. Gehlens Sichtweisen kritisch betrachtet, bevor das Fazit die Hausarbeit abschließt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. ANTHROPOLOGIE

3. UNTERSCHIEDE ZWISCHEN MENSCH UND TIER

4. DAS MÄNGELWESEN

5. DAS ENTLASTUNGSPRINZIP

6. KRITIK

7. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die zentrale philosophische Anthropologie Arnold Gehlens, insbesondere die These des Menschen als „Mängelwesen“. Dabei wird analysiert, wie die physische Unspezialisiertheit des Menschen durch kulturelle Leistungen, das Entlastungsprinzip und die Fähigkeit zur vorausschauenden Lebensführung kompensiert wird, um das Überleben in einer nicht vordefinierten Umwelt zu ermöglichen.

  • Die Herkunft und Bedeutung des Begriffs „Mängelwesen“ in der philosophischen Tradition.
  • Der systematischer Mensch-Tier-Vergleich und die biologischen Unterschiede.
  • Das Konzept der Weltoffenheit und die Entstehung von Kultur als „zweite Natur“.
  • Die psychologische Funktion der Entlastung und die Instinktreduktion des Menschen.

Auszug aus dem Buch

5. Das Entlastungsprinzip

Das Prinzip der Entlastung ist in der Philosophie nicht eindeutig zu verstehen, es ist aufschließend und irreführend zugleich. Entlastung bedeutet einerseits zweifellos die selbsttätige Befreiung des Menschen von seinen Mängeln. Denn in Gehlens Hauptwerk heißt es: „Eigentätig muss der Mensch sich entlasten, d.h. die Mängelbedingungen seiner Existenz [...] in Chancen seiner Lebensführung umarbeiten“(Ritter, 1972, S. 538). Durch Entlastung befreit sich der Mensch von der ständigen Beachtung der Details seines Verhaltens und verfällt somit in Routine. Dadurch gewinnt er zwar große Übersicht, übersieht im Gegenzug aber auch Vieles. Die Oberflächlichkeit nimmt zu. Allerdings soll dem Leser hier vornehmlich die Position Gehlens näher gebracht werden. Die Belastung des Menschen beginnt bereits im frühesten Kindesalter. Er wird vor die Aufgabe gestellt, die uneingegrenzte Eindrucksüberflutung, welche durch die Weltoffenheit, die wiederum in der physischen Unspezialisiertheit des Menschen begründet liegt, bedingt ist, in aktiver Tätigkeit zu bewältigen. Indem das Kind spielerisch durch sensomotorische Kreisprozesse (z.B. Tasten) die Welt erkundet, werden Dinge in Erfahrung gebracht. Sie werden kommunikativ aufgeschlossen und abgestellt. Das Kind lernt also ohne jeden Triebdruck. Es kombiniert Bewegungen, die in seiner Bewegungsphantasie entstanden sind miteinander und setzt sie um. Wenn diese Bewegungen als lustvoll empfunden wurden, setzt das Kind diese zukünftig wiederholt ein. Zu dieser ehemals unbeabsichtigten Bewegung, die ein Erfolgserlebnis ausgelöst hat, gewinnt das Kind ein besonderes Bewusstsein. Dieses drückt sich in einem entfremdeten Selbstgefühl der eigenen Leistung aus, das sich das Kind von der Unmittelbarkeit der Situation, von der bedrängenden Gegenwart der Dinge befreit hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in Arnold Gehlens Hauptwerk und Erläuterung der zentralen Fragestellung, ob der Mensch tatsächlich als Mängelwesen betrachtet werden kann.

2. ANTHROPOLOGIE: Analyse der historischen Herkunft des Mängelwesen-Begriffs und der philosophischen Grundlagen bei Herder und Gehlen.

3. UNTERSCHIEDE ZWISCHEN MENSCH UND TIER: Untersuchung der biologischen Sonderstellung des Menschen und der Abgrenzung zu tierischen Instinkten.

4. DAS MÄNGELWESEN: Detaillierte Betrachtung der physischen Unspezialisiertheit und der daraus resultierenden Notwendigkeit zur kulturellen Kompensation.

5. DAS ENTLASTUNGSPRINZIP: Erläuterung, wie der Mensch durch Routinen und Symbole seine Umwelt strukturiert und sich von Reizüberflutung befreit.

6. KRITIK: Kritische Reflexion der Gehlenschen These unter Einbeziehung biologischer Erkenntnisse und der Relativierung der menschlichen Sonderstellung.

7. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung, dass der Mensch seine biologischen Mängel durch Lernfähigkeit und kulturelle Innovationen in einen evolutionären Vorteil verwandelt.

Schlüsselwörter

Mängelwesen, Arnold Gehlen, philosophische Anthropologie, Entlastungsprinzip, Weltoffenheit, Kultur, Instinktreduktion, Mensch-Tier-Vergleich, Antriebsüberschuss, Hiatus, Sonderstellung, Anpassung, Verhaltensmuster, Symbolisierung, Lernfähigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die anthropologische Theorie von Arnold Gehlen, die den Menschen als ein biologisch mangelhaft ausgestattetes Wesen definiert, das diesen Zustand durch kulturelle Leistungen kompensieren muss.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die philosophische Anthropologie, der Vergleich zwischen menschlichem Verhalten und tierischen Instinkten sowie die Entstehung von Kultur durch das Prinzip der Entlastung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Forschungsfrage ist, ob der Mensch aufgrund seiner biologischen Ausstattung wirklich als ein „Mängelwesen“ bezeichnet werden kann und wie er diesen Zustand überwindet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Auseinandersetzung mit Arnold Gehlens Werk „Der Mensch, seine Natur und seine Stellung in der Welt“ sowie auf ergänzende philosophische Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Unterschiede zwischen Mensch und Tier, definiert den Begriff des Mängelwesens genauer und erläutert das Entlastungsprinzip, durch das der Mensch sich von Umweltreizen befreit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Mängelwesen, Weltoffenheit, Entlastung, Kulturwesen, Instinktreduktion und Sonderstellung des Menschen geprägt.

Warum spielt das „extrauterine Frühjahr“ eine wichtige Rolle für Gehlen?

Der Begriff beschreibt die besondere Hilflosigkeit und Schutzbedürftigkeit menschlicher Säuglinge, die laut Gehlen eine frühzeitige soziale Umgebung und Erziehung unabdingbar machen.

Inwiefern ist der „Hiatus“ für das menschliche Verhalten entscheidend?

Der Hiatus bezeichnet die Kluft zwischen einem inneren Trieb und der darauf folgenden Handlung; er ermöglicht dem Menschen, nicht instinktgesteuert zu handeln, sondern Distanz zu gewinnen und sein Verhalten bewusst zu wählen.

Wie revidierte Gehlen später seine Auffassung zur Sonderstellung des Menschen?

Nach über 30 Jahren erkannte Gehlen, dass nicht nur der Mensch, sondern jede Art in der Natur ihre spezifischen Eigenschaften besitzt, die ihr eine eigene Form der Einzigartigkeit verleihen.

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Details

Title
Analyse von Arnold Gehlens "Mängelwesen"
College
University of Frankfurt (Main)  (Fachbereich 4)
Course
Einführung in die pädagogische Anthropologie
Grade
1
Author
Alexander Scholz (Author)
Publication Year
2007
Pages
20
Catalog Number
V134732
ISBN (eBook)
9783640826681
ISBN (Book)
9783640826346
Language
German
Tags
analyse arnold gehlens mängelwesen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Scholz (Author), 2007, Analyse von Arnold Gehlens "Mängelwesen", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134732
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