„Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.“
Diese Aussage sollte bei Unternehmensakquisitionen, dessen zukünftiger Erfolg oder Misserfolg auf Basis von Vergangenheits-, Gegenwarts- und Plandaten einzuschätzen ist, im Fokus stehen. In diesem Prozess ist eine Due Diligence und eine Unternehmensbewertung unverzichtbarer Bestandteil, um einerseits eine fundierte Entscheidung treffen zu können und andererseits zu einem angemessenen Preis für das Unternehmen zu gelangen.
In der existierenden Literatur werden diese Lehren häufig isoliert voneinander betrachtet bzw. wird lediglich kurz auf Unterschiede eingegangen. Dies soll mit dieser Seminararbeit geändert werden. Gegenstand dieser Arbeit ist das Aufzeigen sowohl von Gemeinsamkeiten als auch Unterschieden zwischen Due Diligence und Unternehmensbewertung.
Es erfolgt zunächst eine Begriffsklärung als Überblick. Danach wird auf die Gemeinsamkeiten und Unterschiede anhand konkreter Aspekte eingegangen. Eine Zusammenfassung der Erkenntnisse bildet den Abschluss.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsklärung
2.1 Due Diligence
2.2 Unternehmensbewertung
3 Gemeinsamkeiten und Unterschiede
3.1 Anbieter
3.2 Anlässe
3.3 Funktionen und Ziele
3.4 Organisation und Durchführung
3.5 Methoden der Durchführung
4 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Due Diligence und Unternehmensbewertung im Kontext von Unternehmenstransaktionen aufzuzeigen und die beiden betriebswirtschaftlichen Disziplinen systematisch einzuordnen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Identifikation der jeweiligen Schnittstellen und Abgrenzungen, um die komplementäre Funktion beider Prozesse bei Akquisitionen besser zu verstehen.
- Grundlagen der Due Diligence und Unternehmensbewertung
- Vergleich der Anbieterstrukturen und Anlässe
- Analyse der Funktionen, Ziele und Durchführungsaspekte
- Systematik der Bewertungsmethoden (Substanz- und Ertragswertverfahren)
- Qualitative vs. quantitative Ergebnisorientierung
Auszug aus dem Buch
3.4 Organisation und Durchführung
Im Rahmen der Due Diligence werden einerseits Informationen in ausreichendem Umfang an den potenziellen Erwerber zur Verfügung gestellt, um eine fundierte Entscheidungsgrundlage anzubieten. Andererseits werden zur Wahrung der Interessen des Verkäufers nur die notwendigsten Informationen bereitgestellt und weitergegeben, um den Missbrauch vertraulicher und sensibler Daten des verkaufswilligen Unternehmens im Falle eines Scheiterns der Transaktion zu verhindern. Daher sollte die Due Diligence erst dann ermöglicht werden, wenn die sog. Letter of Intent (LoI), eine Kaufabsichts- und Vertraulichkeitserklärung, vom potenziellen Käufer eingeholt wurde. Im Wesentlichen werden in der LoI Vertragsparteien und -objekt, Geheimhaltungsverpflichtungen, Gestaltung, Umfang, Inhalt und zeitlicher Ablauf der Due Diligence, Kaufpreisvorstellungen, Regelungen bei Vertragsverstößen, Zahlungsmodalitäten und Rahmenbedingungen einer Exklusivverhandlung festgehalten. Zur Organisation gehört auch die Zusammensetzung eines Due Diligence-Teams, um eine erfolgreiche Durchführung zu gewährleisten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung motiviert die Themenstellung durch die Notwendigkeit einer fundierten Entscheidungsgrundlage bei Unternehmensakquisitionen und stellt das Ziel dar, die isolierte Betrachtung von Due Diligence und Unternehmensbewertung zu überwinden.
2 Begriffsklärung: Dieses Kapitel definiert Due Diligence als Verhaltensmaßstab zur Risikoanalyse und Unternehmensbewertung als Verfahren zur Ermittlung des Unternehmenswertes in Abhängigkeit vom Bewertungszweck.
3 Gemeinsamkeiten und Unterschiede: Der Hauptteil analysiert die Disziplinen in Bezug auf ihre Anbieter, Anlässe, Zielsetzungen, organisatorische Abläufe und methodische Vorgehensweisen, wobei besonders die Komplementarität zwischen qualitativen Analysen und quantitativen Berechnungen hervorgehoben wird.
4 Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und betont, dass die Due Diligence als vorbereitende und ergänzende Funktion zur quantitativen Unternehmensbewertung dient.
Schlüsselwörter
Due Diligence, Unternehmensbewertung, Akquisition, M&A, Informationsasymmetrie, Substanzwertverfahren, Ertragswertverfahren, Kölner Funktionenlehre, Risikominimierung, Transaktion, Unternehmenswert, Bewertungsmethoden, Unternehmensanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Verhältnis zwischen Due Diligence und Unternehmensbewertung und untersucht, wie sich diese beiden Prozesse in Unternehmenstransaktionen gegenseitig ergänzen oder abgrenzen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die Definition beider Prozesse, die Analyse der Beteiligten, die Anlässe für die Durchführung sowie die organisatorischen und methodischen Vorgehensweisen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede systematisch aufzuzeigen, um ein fundiertes Verständnis für die notwendige Kombination beider Disziplinen bei Unternehmensakquisitionen zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender betriebswirtschaftlicher Lehren, ergänzt durch die systematische Gegenüberstellung von Prozessabläufen und Bewertungsansätzen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden Anbieterstruktur, Anlässe, Funktionen, organisatorische Rahmenbedingungen (wie die Rolle des LoI) und spezifische Durchführungsmethoden (inkl. Substanz- und Ertragswertverfahren) detailliert verglichen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Due Diligence, Unternehmensbewertung, M&A, Informationsasymmetrie sowie die verschiedenen Wertermittlungsmethoden wie Substanz- und Ertragswertverfahren.
Welche Rolle spielt der "Letter of Intent" (LoI) für den Prozess?
Der LoI dient als wichtiges Instrument zur Regelung der Vertraulichkeit, des Ablaufs und der Rahmenbedingungen der Due Diligence, bevor sensible Unternehmensdaten ausgetauscht werden.
Inwiefern unterscheidet sich die Zielsetzung der beiden Prozesse?
Während die Unternehmensbewertung primär quantitative und monetäre Werte ermittelt, liefert die Due Diligence qualitative Erkenntnisse über Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken.
- Citar trabajo
- Karin Seah (Autor), 2009, Due Diligence und Unternehmensbewertung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134759