Ein Übernahmeergebnis, also ein Übernahmegewinn oder ein Übernahmeverlust, stellt sich bei der Umwandlung einer Körperschaft in eine Personengesellschaft ein. Als Umwandlungsmöglichkeiten kommen der Formwechsel, die Verschmelzung und die Spaltung in betracht.
Die Problematik für die Besteuerung solcher Umwandlungen besteht im Dualismus der Besteuerung von Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften. Für Kapitalgesellschaften gilt vor der Umwandlung das Trennungsprinzip, nach dem mit der Gesellschaftsebene und der Gesellschafterebene zwei eigenständige ertragsteuerliche Anknüpfungspunkte bestehen. Nach der Umwandlung in eine Personengesellschaft geht dieses Trennungsprinzip verloren und muss in das Besteuerungssystem von Personengesellschaften überführt werden. Hier erfolgt die Besteuerung ausschließlich auf der Ebene der Mitunternehmer der Personengesellschaft; die Personengesellschaft selbst ist kein eigenständiges Steuersubjekt. Somit muss ein grundlegender steuerlicher Systemwechsel vollzogen werden.
Durch die Unternehmenssteuerreform muss nun der Übergang von der einen Rechtsform in die Andere hinsichtlich der Änderungen Besteuerung auf Seiten der Körperschaft und deren Anteilseigner ab deren Geltungsbereich berücksichtig werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Anzuwendende steuerliche Vorschriften
3. Steuersenkungsgesetz und Auswirkungen auf das Umwandlungsteuergesetz
3.1 Trennungsprinzip und Mitunternehmerkonzept
3.2 Ablösung des Anrechnungsverfahren durch den Definitivsteuersatz
3.3 Einführung des Halbeinkünfteverfahrens
4. Vermögensübergang von einer Körperschaft auf eine Personengesellschaft oder natürliche Person nach dem UmwStG
4.1 Übertragungsstichtag
4.2 Übertragungsbilanz der untergehenden Kapitalgesellschaft
4.3 Grundsatz der Wertverknüpfung bei der übernehmenden Personengesellschaft
4.4 Abschreibung, Besitzzeit und verbleibender Verlustabzug
5. Ermittlung des Übernahmegewinns bzw. des Übernahmeverlustes nach § 4 Abs. 4 – 5 UmwStG aF und § 4 Abs. 4 – 5 UmwStG nF
5.1 Ermittlung des Übernahmegewinns/-verlustes 1. Stufe (§ 4 Abs. 4 UmwStG)
5.2 Ermittlung des Übernahmegewinns/ -verlustes 2. Stufe nach altem und neuem Recht (§ 4 Abs. 5 UmwStG)
6. Behandlung von Übernahmegewinnen und Übernahmeverlusten nach altem und neuem Recht (§ 4 Abs. 6 und Abs. 7 UmwStG)
6.1 Übernahmegewinn
6.2 Übernahmeverlust
7. Beurteilung der Änderungen und Aussichten für die Zukunft
Anhang
Anlage 1:
Anlage 2:
Anlage 3:
Zielsetzung und Themenbereiche
Die vorliegende Arbeit untersucht die steuerlichen Auswirkungen der Unternehmenssteuerreform auf die Behandlung von Übernahmegewinnen und -verlusten bei der Umwandlung von Körperschaften in Personengesellschaften. Das zentrale Ziel besteht darin, den Systemwechsel im Umwandlungssteuergesetz nachzuvollziehen und die veränderte Rechtslage hinsichtlich der Verwertung von Übernahmeverlusten sowie der Besteuerung von Übernahmegewinnen kritisch zu analysieren.
- Analyse der Auswirkungen des Steuersenkungsgesetzes auf das Umwandlungssteuergesetz
- Darstellung der Ermittlung von Übernahmegewinnen und -verlusten nach altem und neuem Recht
- Untersuchung des Entfalls von steuerlichen Vergünstigungen für Übernahmeverluste
- Bewertung der neuen Besteuerungssystematik bei Umwandlungsvorgängen
Auszug aus dem Buch
6.2 Übernahmeverlust
Nach dem neu formulierten § 4 Abs. 6 UmwStG bleibt ein Übernahmeverlust generell außer Ansatz, unabhängig davon, ob dieser auf einem negativen Wert des Betriebsvermögens beruht oder nicht. Mit der Einführung dieses umfassenden Verlustansatzverbotes hat sich der Gesetzgeber gleichzeitig von dem bisher in § 4 Abs. 6 UmwStG aF geregeltem sogenannten „Step-up“ – Verfahren verabschiedet.
Die alte Fassung des § 4 Abs. 6 UmwStG sah eine besondere Nutzungsmöglichkeit des, nach der zuvor dargestellten Ermittlung, eventuell verbleibenden Übernahmeverlustes vor. In dem unter dem sogenannten „Step-up“ - Verfahren bekannten dreistufigen Aufbau konnte ein nach Anwendung des § 4 Abs. 5 UmwStG aF verbleibender Übernahmeverlust erfolgswirksam, im Ergebnis aber steuerneutral, in neues Abschreibungsvolumen umgewandelt werden. Diese Umwandlung erfolgte in drei Schritten. In einem ersten Schritt waren die übergegangenen Wirtschaftsgüter bis zu den Teilwerten prozentual gleichmäßig aufzustocken. Sollte nach dieser Aufstockung immer noch ein Übernahmeverlust verbleiben, so waren in einem zweiten Schritt die übernommenen originären, also von der übertragenden Kapitalgesellschaft selbst geschaffenen immateriellen Wirtschaftsgüter einschließlich eines Geschäfts- oder Firmenwertes, zu aktivieren, wobei das Verbot des § 5 Abs. 2 EStG bezüglich der Bilanzierung originärer immaterieller Wirtschaftsgüter nicht gilt. Der in diesem Fall gegebenenfalls zu aktivierende Geschäfts- oder Firmenwert stellte ein selbständiges Wirtschaftsgut dar. Nicht aufzustocken war ein übergehender derivativer, also von der übertragenden Kapitalgesellschaft angeschaffter Geschäfts- oder Firmenwert. Für solche immaterielle Wirtschaftsgüter sollte die Buchwertfortführung zwingend sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Übernahmeergebnis und erläutert den steuerlichen Systemwechsel, der bei der Umwandlung von Kapitalgesellschaften in Personengesellschaften aufgrund des Dualismus der Besteuerung auftritt.
2. Anzuwendende steuerliche Vorschriften: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die gesetzlichen Grundlagen im Umwandlungssteuergesetz, die für die steuerliche Systematik von Umwandlungen relevant sind.
3. Steuersenkungsgesetz und Auswirkungen auf das Umwandlungsteuergesetz: Hier werden die Änderungen durch das Steuersenkungsgesetz sowie deren Auswirkungen auf die grundlegende Besteuerungssystematik, insbesondere das Trennungsprinzip und das neue Halbeinkünfteverfahren, behandelt.
4. Vermögensübergang von einer Körperschaft auf eine Personengesellschaft oder natürliche Person nach dem UmwStG: Dieses Kapitel beleuchtet die verfahrensrechtlichen Aspekte des Vermögensübergangs, wie den Übertragungsstichtag, die Aufstellung der Übertragungsbilanz und den Grundsatz der Wertverknüpfung.
5. Ermittlung des Übernahmegewinns bzw. des Übernahmeverlustes nach § 4 Abs. 4 – 5 UmwStG aF und § 4 Abs. 4 – 5 UmwStG nF: Eine detaillierte Darstellung der zweistufigen Ermittlung von Übernahmeergebnissen unter Berücksichtigung von altem und neuem Recht sowie der Sperrbetragsthematik.
6. Behandlung von Übernahmegewinnen und Übernahmeverlusten nach altem und neuem Recht (§ 4 Abs. 6 und Abs. 7 UmwStG): Dieses Kapitel analysiert die konkrete steuerliche Behandlung von Übernahmegewinnen und die neuen restriktiven Regelungen für Übernahmeverluste.
7. Beurteilung der Änderungen und Aussichten für die Zukunft: Das Fazit bewertet die Systemumstellung als konsequent im Hinblick auf die Reformziele, weist jedoch auf die Problematik der nun fehlenden Verlustverwertungsmöglichkeiten hin.
Schlüsselwörter
Umwandlungsteuergesetz, Umwandlung, Übernahmegewinn, Übernahmeverlust, Unternehmenssteuerreform, Steuersenkungsgesetz, Halbeinkünfteverfahren, Körperschaftsteuer, Personengesellschaft, Kapitalgesellschaft, Vermögensübergang, Steuerbilanz, Übertragungsstichtag, Ergänzungsbilanz, Systemwechsel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die steuerlichen Konsequenzen, die sich aus der Umwandlung einer Körperschaft in eine Personengesellschaft ergeben, insbesondere im Kontext der Änderungen durch die Unternehmenssteuerreform.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Ermittlung und Besteuerung von Übernahmegewinnen und -verlusten sowie der Analyse der veränderten steuerlichen Rahmenbedingungen durch das Steuersenkungsgesetz.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Übergang der steuerlichen Behandlung vom alten Umwandlungssteuerrecht zum neuen Recht darzustellen und die Auswirkungen auf die steuerliche Belastung der beteiligten Unternehmen und Gesellschafter aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer juristisch-steuerrrechtlichen Analyse, die geltende Gesetze, Kommentierungen und Fachliteratur auswertet, um die Rechtsanwendung und deren Folgen zu erläutern.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der Vermögensübergang, die Berechnung von Übernahmegewinnen und -verlusten in zwei Stufen sowie die spezifischen Regelungen für diese Größen unter Berücksichtigung der neuen Gesetzgebung detailliert erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Übernahmegewinn, Übernahmeverlust, Umwandlungsteuergesetz, Halbeinkünfteverfahren und Unternehmenssteuerreform.
Welche Bedeutung hatte das "Step-up"-Verfahren in der alten Rechtslage?
Das "Step-up"-Verfahren ermöglichte es, verbleibende Übernahmeverluste steuerneutral in neues Abschreibungsvolumen umzuwandeln, was unter der neuen Rechtslage nicht mehr möglich ist.
Wie wirkt sich die Neuregelung gemäß § 4 Abs. 6 UmwStG auf Übernahmeverluste aus?
Die Neuregelung führt ein generelles Ansatzverbot für Übernahmeverluste ein, was dazu führt, dass diese steuerlich nicht mehr verwertet werden können und für die Mitunternehmer verloren gehen.
- Quote paper
- Stephanie Bromm (Author), 2001, Die Behandlung des Übernahmegewinnes und -verlustes nach der Reform des Körperschaftsteuerrechts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13499