Vor allem in der betriebswirtschaftlichen Literatur wird seit der Liberalisierung
des Telekommunikationsmarktes in Deutschland Anfang der 90er Jahre unternehmensübergreifende strategische Kooperationsbeziehungen von Mobilfunknetzbetreibern thematisiert. In diesen wissenschaftlichen Untersuchungen
werden jedoch meistens nicht berücksichtigt, dass zwischen kooperierenden
Unternehmen auch gleichzeitig Wettbewerb im gleichen Markt herrschen kann. Diese Beziehungskonstellationen (Coopetition) werden im Folgenden zwischen Mobilfunknetzbetreibern und Medienunternehmen auf Mobile-Business-Märkten dargestellt. Anhand von Grundzügen der Spieltheorie soll erklärt werden, wie beide Unternehmen trotz des Widerspruchs von Kooperation und Konkurrenz gemeinsam zum beiderseitigen Vorteil zusammenarbeiten können.
Der erste Teil der vorliegenden Arbeit soll einen allgemeinen Überblick über
den Markt für Mobile-Business-Dienste geben. Verschiedene Ansätze zur
Begriffsbestimmung von Mobile-Business werden diskutiert und anschließend
zum Electronic-Commerce abgegrenzt. Nach einer Charakterisierung
von mobilen Anwendungen und einer kritischen Betrachtung über Prognosen
zum Mobile-Business-Markt, werden die verschiedenen Akteure entlang der
Wertschöpfungskette für Mobile-Business-Dienste dargestellt, die das Fundament
für den zweiten Teil bilden.
Im Hauptteil der Arbeit wird auf die Theorie des Coopetitions eingegangen
und mit Hilfe der Spieltheorie erweitert. Anschließend sollen Szenarien von
kooperativen Wettbewerbsverhalten zwischen Medien- und einem Mobilfunkunternehmen dargestellt und zur Spieltheorie in Beziehung gebracht
werden.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 DER MARKT FÜR MOBILE-BUSINESS-DIENSTE
2.1 BEGRIFFE UND ABGRENZUNGEN
2.2 CHARAKTERISTIKA VON MOBILE-BUSINESS-DIENSTEN
2.3 MARKTPOTENTIALE VON MOBILE-BUSINESS-DIENSTEN
2.4 WERTSCHÖPFUNGSKETTE FÜR MOBILE-BUSINESS-DIENSTE
3 COOPETITION: MEDIEN- UND MOBILFUNKUNTERNEHMEN ZWISCHEN KONKURRENZ UND KOOPERATION
3.1 ZUR THEORIE VON COOPETITION
3.2 REVENUE SHARING - STRATEGIEN UM DIE AUFTEILUNG VON UMSATZSTRÖMEN
3.3 ZUGANG ZUM KUNDEN - MEDIENUNTERNEHMEN ALS MNVO
4 FAZIT
5 LITERATURHINWEISE
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die strategischen Kooperations- und Konkurrenzbeziehungen (Coopetition) zwischen Medienunternehmen und Mobilfunknetzbetreibern auf dem Mobile-Business-Markt. Das primäre Ziel ist es, unter Anwendung spieltheoretischer Ansätze zu erläutern, wie diese beiden Akteure trotz des inhärenten Widerspruchs von Wettbewerb und Kooperation gemeinsam zum beiderseitigen Vorteil zusammenarbeiten können.
- Grundlagen des Mobile-Business-Marktes und dessen Abgrenzung
- Analyse der Wertschöpfungskette für Mobile-Business-Dienste
- Anwendung der Spieltheorie auf Kooperationsszenarien
- Revenue-Sharing-Strategien bei Umsatzströmen
- Die Rolle von Medienunternehmen als Mobile Virtual Network Operators (MVNO)
Auszug aus dem Buch
3.1 Zur Theorie von Coopetition
Coopetition ist ein aus der Praxis stammendes Kunstwort aus den Begriffen Cooperation und Competition und stammt vom Gründer des US-amerikanischen Netzwerkherstellers Novell Software, Ray Noorda. Bei einer Coopetition, oder auch Koopkurrenz, handelt es sich um eine Konstellation zwischen zwei im gleichen Markt konkurrierenden Unternehmen, die gleichzeitig für das Erreichen bestimmter Ziele miteinander eine Kooperationsbeziehung führen. Geprägt wurde Coopetition als strategische Alternative zum reinen Konkurrenzdenken von Barry Nalebuff und Adam Brandenburger, die aus spieltheoretischer Sichtweise Konkurrenzdruckvorteile und Kooperationsnutzen miteinander verbinden, beispielsweise wenn verschiedene Unternehmen auf gemeinsamen Absatzmärkten um die gleichen Kunden kämpfen, gleichzeitig beim Einkauf zum beiderseitigen Vorteil zusammenarbeiten.
Je nach Art der Beziehung zweier Unternehmen kann zwischen einer vertikalen und einer horizontalen Form von Coopetition unterschieden werden. In der ersten Variante stehen zwei konkurrierende Unternehmen gleichzeitig in einer Abnehmer-Lieferanten-Beziehung. Beispielsweise liefert Intel Mikrochips an IBM und konkurriert gleichzeitig mit ihm auf anderen Märkten. In einer horizontalen Form von Coopetition schliessen zwei Konkurrenten Partnerschaften in Form von Joint Ventures oder Forschungskooperationen. Siemens und Bosch, zum Beispiel, entwickeln zusammen Haushaltsgeräte bei gleichzeitiger Konkurrenz auf anderen Märkten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Darstellung der Ausgangssituation und der Zielsetzung der Untersuchung, welche den Mobile-Business-Markt und die Theorie der Coopetition fokussiert.
2 DER MARKT FÜR MOBILE-BUSINESS-DIENSTE: Definition des Begriffs Mobile-Business, Analyse der Markteigenschaften, Prognosen sowie Erläuterung der relevanten Akteure in der Wertschöpfungskette.
3 COOPETITION: MEDIEN- UND MOBILFUNKUNTERNEHMEN ZWISCHEN KONKURRENZ UND KOOPERATION: Theoretische Herleitung von Coopetition mittels Spieltheorie sowie Analyse von Revenue-Sharing-Strategien und der MVNO-Option für Medienunternehmen.
4 FAZIT: Zusammenfassende Einschätzung der Herausforderungen für Medien- und Mobilfunkunternehmen und Bedeutung der spieltheoretischen Perspektive für den gemeinsamen Geschäftserfolg.
5 LITERATURHINWEISE: Auflistung der verwendeten Quellen, Studien und Fachliteratur zur Untermauerung der Arbeit.
Schlüsselwörter
Coopetition, Mobile-Business, Medienunternehmen, Mobilfunknetzbetreiber, Spieltheorie, Wertschöpfungskette, Revenue Sharing, Mobile Commerce, MVNO, Strategische Kooperation, Wettbewerb, UMTS, Content Provider, Kundenbeziehungen, Marktpotentiale
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die wechselseitigen Beziehungen zwischen Medienhäusern und Mobilfunkbetreibern im Bereich der mobilen Dienste unter dem Aspekt der "Coopetition", also der gleichzeitigen Kooperation und Konkurrenz.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Marktdefinition von Mobile-Business, der Wertschöpfungskette, spieltheoretischen Kooperationsmodellen und strategischen Optionen wie dem Revenue Sharing oder der MVNO-Strategie.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Medienunternehmen und Mobilfunknetzbetreiber durch spieltheoretische Ansätze den Markt gemeinsam vergrößern und eine Win-Win-Situation trotz bestehender Konkurrenz erzielen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die spieltheoretische Perspektive, insbesondere das Modell des Wertenetzes, um strategische Handlungsanweisungen für die Kooperation zwischen Wettbewerbern abzuleiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Theorie der Coopetition, den Mechanismen der Umsatzaufteilung (Revenue Sharing) sowie den Chancen und Risiken für Medienunternehmen, als virtuelle Netzbetreiber (MVNO) aufzutreten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Coopetition, Mobile-Business, Spieltheorie, Revenue Sharing, MVNO und die Wertschöpfungsbereiche mobiler Datendienste.
Welche Rolle spielt die Spieltheorie bei der Umsatzaufteilung?
Die Spieltheorie betrachtet den Markt als einen zu vergrößernden "Kuchen". Statt nur um die Aufteilung zu streiten, sollen durch komplementäre Leistungen (z.B. exklusive Inhalte) die Gesamtumsätze gesteigert werden.
Warum ist die MVNO-Strategie für Medienunternehmen relevant?
Sie ermöglicht Medienunternehmen den direkten Zugang zum Kunden und die Kontrolle über eigene technische Plattformen, wodurch sie unabhängig vom Netzbetreiber eigene Marken und Dienste etablieren können.
- Citar trabajo
- Danny Vogeley (Autor), 2002, Coopetition zwischen Medien- und Mobilfunkunternehmen auf Mobile-Business-Märkten, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13518