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Die Grenze zwischen "Herr und Hund". Narrative Grenzziehungspraktiken in Thomas Manns gleichnamiger Erzählung

Título: Die Grenze zwischen "Herr und Hund". Narrative Grenzziehungspraktiken in Thomas Manns gleichnamiger Erzählung

Trabajo Escrito , 2018 , 42 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Thomas Manns Erzählung "Herr und Hund" (1918) aus der Zeit der Moderne ist eine Schilderung der Erlebnisse des Schriftstellers mit seinem Hühnerhundmischling Bauschan und kann insofern als literarischer Beleg der Beziehung von Haushunden und ihren Besitzern gegen Ende der Moderne gelten. Mithilfe von ausgewählten Instrumenten der Human-Animal und Literary Animal Studies soll die Konstruktion der Mensch-Tier-Grenze in diesem literarischen Werk untersucht werden.

Zur Einbettung in den forschungswissenschaftlichen Kontext werden zunächst die Grundlagen der kulturwissenschaftlichen Mutterdisziplin aufgeführt. Anschließend wird die Konstruktion der Mensch-Tier-Grenze in ihrer komplexen Genese und Wirkungsweise zur Präzisierung der Zielsetzung dieser Ausarbeitung erläutert. Die Darlegung des Erkenntnisinteresses der Literary Animal Studies sowie relevanter Theorien, Ansätze und Instrumentarien, derer sich die Untersuchung des exemplarisch ausgewählten Werks bedient, leitet zur Analyse des Werks über. Diese widmet sich u.a. der Fragestellung, mit welchen Mitteln die Grenze zwischen den Kategorien Mensch und Tier gezogen, überwunden oder befestigt wird. Das abschließende Fazit stellt die wesentlichen Erkenntnisse dieser Ausarbeitung heraus.

Die Grenze zwischen Menschen und Tieren stellt ein wirkmächtiges Konstrukt dar, das von großer Ambivalenz gekennzeichnet ist. Sie basiert auf einem starken Dualismus, der mit der Abgrenzung des Andersartigen anhand von distinkten Merkmalen einhergeht und auf diese Weise eine herrschende Norm etabliert. Bezugnehmend auf das Verhältnis von Menschen und Tieren legitimiert die Abwertung der oppositionell zum Menschen angeordneten Entität "Tier" die Instrumentalisierung, Ausbeutung und Tötung von nicht-menschlichen Individuen. Die Auflösung der Mensch-Tier-Grenze, die eine Verbesserung der Lebensbedingungen von nicht-menschlichen Individuen anstrebt, stellt ein zentrales Anliegen der Human-Animal Studies und damit verbundener Teildisziplinen dar.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Human-Animal Studies

2.1 Grundlagen

2.2 Die Konstruktion der Mensch-Tier-Grenze

3 Literary Animal Studies

3.1 Grundlagen, Ansätze, Theorien

3.1.1 Diegetische und semiotische Tiere

3.1.2 Tierliche Handlungsfähigkeit (animal agiency)

3.1.3 Anthropomorphisierung

3.1.4 Tier-Raum-Ordnungen (Theriotopien)

4 Thomas Mann – „Herr und Hund“

4.1 Die Struktur der Mensch-Tier-Beziehung

4.2 Die Symbiose zwischen Herr und Hund

4.3 Bauschans tierliche agiency

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion der Mensch-Tier-Grenze in Thomas Manns Erzählung „Herr und Hund“ unter Rückgriff auf theoretische Konzepte der Human-Animal Studies und Literary Animal Studies, um zu klären, mit welchen Mitteln diese Grenze im literarischen Text gezogen, befestigt oder überwunden wird.

  • Grundlagen der Human-Animal Studies und die historische Konstruktion der Mensch-Tier-Dualismen.
  • Methodische Ansätze der Literary Animal Studies zur Analyse von Tierfiguren in der Literatur.
  • Untersuchung der Machtverhältnisse und hierarchischen Strukturen zwischen Mensch und Hund im Werk.
  • Analyse der tierlichen Handlungsfähigkeit (Agiency) und der gemeinsamen sozialen Räume (Theriotopien).
  • Reflexion der anthropomorphen Narrative und deren Wirkung auf die Objektposition des Tieres.

Auszug aus dem Buch

4.1 Die Struktur der Mensch-Tier-Beziehung

Bereits der Titel der Erzählung „Herr und Hund“ weist auf die Darstellung eines hierarchischen Verhältnisses hin. So drückt sich in dem Terminus „Herr“ die auctoritas des menschlichen Protagonisten im Sinne von Würde, Ansehen sowie symbolischer Handlungs- und Verfügungsgewalt aus. Gleichzeitig wird in der Beiordnung der beiden Termini semantisch die Differenz zum andersgearteten Lebewesen aufgerufen. Insofern handelt es sich um ein „hierarchisch-antipodisches Verhältnis“. Der Rangfolge entsprechend wird der Herr zuerst genannt.

Da es sich abhängig von dem jeweiligen Betrachtungswinkel sowohl um den tierlichen als auch menschlichen Protagonisten der Erzählung handeln kann, spielt das erste Kapitel unter dem Titel „Er kommt um die Ecke“ mit der dem Werk zugrundeliegenden Erzählperspektive. Die eingehende Betrachtung der Geschichte zeigt jedoch auf, dass die Erzählperspektive allein dem homo- bzw. autodiegetischen Ich-Erzähler vorbehalten bleibt, der seine Wahrnehmung des Hundes, Hauses, der Umgebung und des alltäglichen Lebens im Rahmen von interner Fokalisierung schildert.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Spannungsfeld der Ambivalenz zwischen Mensch und Tier ein und erläutert die Relevanz der Literary Animal Studies für die Analyse literarischer Tierdarstellungen als kritisches Erkenntnisinteresse.

2 Human-Animal Studies: Dieses Kapitel bietet einen Forschungsüberblick über die Disziplin der Human-Animal Studies und thematisiert kritisch die historische Konstruktion der Mensch-Tier-Grenze sowie Machtverhältnisse.

3 Literary Animal Studies: Es werden die Grundlagen, Ansätze und Theorien der Literary Animal Studies erläutert, wobei insbesondere Konzepte wie diegetische vs. semiotische Tiere, tierliche Handlungsfähigkeit, Anthropomorphismus und Theriotopien dargelegt werden.

4 Thomas Mann – „Herr und Hund“: Das Hauptkapitel analysiert textimmanent die Struktur der Mensch-Tier-Beziehung, die symbiotische Qualität in der gemeinsamen sozialen Praxis sowie die tierliche Agiency im Kontext von Thomas Manns Erzählung.

5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Erzählung eine anthropozentrische Darstellung beibehält, in der der menschliche Protagonist seine Vormachtstellung und die dualistische Grenzziehung durch eine Vielzahl narrativer und interpretativer Mittel konsolidiert.

Schlüsselwörter

Human-Animal Studies, Literary Animal Studies, Mensch-Tier-Grenze, Herr und Hund, Thomas Mann, Anthropomorphismus, Akteur-Netzwerk-Theorie, Theriotopien, Tierliche Agiency, Speziesismus, Dualismus, Diskursanalyse, Subjektposition, Machtverhältnisse, Literaturwissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Mensch-Tier-Beziehung in Thomas Manns Erzählung „Herr und Hund“ am Beispiel der Konstruktion der Grenze zwischen Mensch und Tier.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Human-Animal und Literary Animal Studies, das Konzept des Anthropozentrismus, Machtstrukturen in Mensch-Tier-Verhältnissen sowie die literarische Repräsentationsweise von Hunden.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, mit welchen narrativen und inhaltlichen Mitteln die Grenze zwischen der Kategorie Mensch und der Kategorie Tier in dem Text gezogen, etabliert oder befestigt wird.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt Ansätze aus den Human-Animal Studies und Literary Animal Studies, einschließlich der Akteur-Netzwerk-Theorie, der Dekonstruktion nach Derrida und einer literaturwissenschaftlichen Textanalyse.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Mensch-Tier-Dualismen und spezifischen literary-animalistischen Ansätzen sowie eine detaillierte Textanalyse von Manns Erzählung hinsichtlich Struktur, Symbiose und tierlicher Handlungsfähigkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Human-Animal Studies, Anthropomorpshimus, Dualismus, Macht- und Herrschaftsstrukturen, Agiency und Theriotopien.

Wie bewertet die Arbeit die Beziehung zwischen dem Ich-Erzähler und Bauschan?

Die Arbeit bewertet die Beziehung als hierarchisch geprägt, wobei der menschliche Erzähler seine eigene Identität und Herrschaftsanspruch über das „Reflexionsmedium“ Hund konstruiert.

Wird im Fazit eine Auflösung der Mensch-Tier-Grenze festgestellt?

Nein, das Fazit kommt zum Schluss, dass die Erzählung eine anthropozentrische Darstellung bleibt und keine Anzeichen für eine tatsächliche Aufhebung oder Destabilisierung dieser Grenze vorliegen.

Welche Rolle spielen die "Jagdsequenzen" im Werk?

Sie werden als soziale Praxis analysiert, in denen sich die symbiotische Verbindung zwischen Herr und Hund realisiert, wobei der Mensch gleichzeitig seine Position als Herr über Leben und Tod perpetuiert.

Final del extracto de 42 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Grenze zwischen "Herr und Hund". Narrative Grenzziehungspraktiken in Thomas Manns gleichnamiger Erzählung
Curso
Tiere in der Literatur
Calificación
1,0
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2018
Páginas
42
No. de catálogo
V1352340
ISBN (PDF)
9783346864178
ISBN (Libro)
9783346864185
Idioma
Alemán
Etiqueta
Grenze zwischen Mensch und Tier Human Animal Studies Tiere in der Literatur Literaturwissenschaft
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2018, Die Grenze zwischen "Herr und Hund". Narrative Grenzziehungspraktiken in Thomas Manns gleichnamiger Erzählung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1352340
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