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Cézanne und Poussin: Gemeinsamkeiten und Differenzen ihrer bildnerischen Mittel

Title: Cézanne und Poussin: Gemeinsamkeiten und Differenzen ihrer bildnerischen Mittel

Term Paper , 1995 , 31 Pages , Grade: 1

Autor:in: Magister Artium Bernhard Paha (Author)

Art - Painting
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Summary Excerpt Details

Paul Cézanne und Nicolas Poussin, diese Verbindung wurde und wird immer wieder hergestellt. Ein Ausgangspunkt hierzu liegt in dem Ausspruch Cézannes „refaire Poussin sur nature“ und „eine Kunst wie die der Museen“ hervorzubringen. Cézanne bewegt sich hierin im Spannungsfeld von Impressionismus und dem gefestigten Bildgefüge der „alten Meister“, das er im Impressionismus verloren sieht. Es ist vergleichbar einer Rückbesinnung auf alte Traditionen, die jedoch von der Gegenwart ausgeht und diese weiterentwickeln will. Doch wie sieht diese Beziehung genau aus?

Die Arbeit untersucht das Bildgefüge in den Zeichnungen und Gemälden Poussins und Cézannes. In der malerischen Behandlung von Fläche und Plastizität entdeckt sie entscheidende Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Künstler. Die Ausführungen ziehen auch eine Verbindungslinie zwischen der künstlerischen Gestaltung und der philosophischen, mentalen Weltauffassung der beiden Künstler. Was heißt für sie Natur und Vernunft? Und wie fließt dieses Verständnis in die Werke ein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Zeichnungen von Cézanne und Poussin

a) Dekorative und ornamentale Form

b) Grenzen des Mediums Zeichnung

3. „Vernunft“ im Werk Poussins und Cézannes

4. „Das Reich der Flora“ von Poussin

b) Gesamtzusammenhang und Farbe

c) Raumgestaltung: Plastizität und Flächenbindung

d) Gestaltung des Mittelgrundes

e) Ebenenangleichung

f) Perspektivischer Raum und Flächenbindung

g) Das Problem der „Atmosphäre“

h) Farbe als Element des Bildsystems bei Poussin und Cézanne

i) Der Betrachter ist im Bild

j) Zeitgestaltung: Sukzession und Dauer

5. Die Naturauffassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die künstlerische Beziehung zwischen Paul Cézanne und Nicolas Poussin, wobei der Fokus auf den Gemeinsamkeiten und Differenzen ihrer bildnerischen Mittel liegt. Ziel ist es, durch eine formanalytische Betrachtung – insbesondere am Beispiel von Poussins Gemälde „Das Reich der Flora“ – aufzuzeigen, wie Cézanne die Tradition Poussins aufnahm, transformierte und in eine moderne, autonome Bildsprache überführte.

  • Analyse der zeichnerischen Praxis als Grundlage der Bildbildung bei beiden Künstlern.
  • Untersuchung der Bedeutung der „ornamentalen Form“ für die Strukturierung des Bildganzen.
  • Reflexion über die Rolle von Farbe, Licht und Schatten als Mittel der Raum- und Plastizitätsgestaltung.
  • Vergleich der Konzepte von „Vernunft“ und ihrer Anwendung im Schaffensprozess.
  • Betrachtung der Naturauffassung und der Darstellung von „Dauer“ als immanente Ordnung.

Auszug aus dem Buch

4. „Das Reich der Flora“ von Poussin

In Poussins Gemälde „Das Reich der Flora“ (Dresden, Staatliche Kunstsammlungen, 131 x 181 cm) gewinnen Körperglieder selbstständige Geltung, lösen sich aus der einzelnen Figur heraus. Als erstes fallen die hell strahlenden Körperglieder, die sich zu Formen herausbilden, ins Auge. Sie bilden unabhängig von den einzelnen Figuren und deren Zusammenschluss einen Rhythmus, der mit dem Attribut „tänzerisch“ eine erste Bestimmung erhalten könnte. Die Schattenpartien treten nicht so stark hervor, scheinen den Lichtpartien untergeordnet. Und dennoch müssen sie auch als gleichgewichtige Bildkonstituenten gewertet werden. Denn die Lichtpartien könnten nicht so deutlich hervortreten, derart, dass sie auch als Fläche wirken, wären sie nicht in ein Geflecht von Schattenflächen eingebunden.

Wurde soeben die Flächenhaftigkeit betont, so lässt sich doch nicht sagen, dass die Körper nicht plastisch gebildet wären. Auch kann in Hinsicht auf Cézannes „Modulierung“ noch von Modellierung gesprochen werden. Denn ist „Modulierung“ als ein Gegeneinandersetzen von Farben zu verstehen, so entsteht „Modellierung“ aus Farbtönen, d. h. Verschattung oder Aufhellung der Lichtfarbe durch Mischung mit Schwarz und Weiß. Poussin modelliert in diesem Sinne noch. Durch die Verselbstständigung der Schatten jedoch können diese, die zudem meist auch eine leichte Farbtönung besitzen, auch als „Farbe“ gewertet werden, im Sinne von Cézanne, der Farbe gegen Farbe setzt. Die Gleichwertigkeit von Licht und Schattenflächen hat Konsequenzen für den Grenzverlauf der einzelnen Formgebilde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die vielzitierte Verbindung zwischen Cézanne und Poussin und stellt den methodischen Ansatz vor, die Tradition der „alten Meister“ durch eine moderne, originäre Bildauffassung zu prüfen.

2. Die Zeichnungen von Cézanne und Poussin: Hier wird die Rolle der Zeichnung als Medium der Formanalyse untersucht, wobei insbesondere die Begriffe „ornamentale Form“ und die Grenzen des Mediums im Vergleich beider Künstler beleuchtet werden.

3. „Vernunft“ im Werk Poussins und Cézannes: Dieses Kapitel erörtert die Bedeutung der „Vernunft“ als gemeinsames Charakteristikum der französischen Malereitradition und zeigt, wie beide Künstler methodische Reflexion zur Erlangung eines „reinen Sehens“ nutzen.

4. „Das Reich der Flora“ von Poussin: Anhand dieses Hauptwerks analysiert der Autor detailliert das Zusammenspiel von Farbe, Raum, Licht, Schatten und Zeit, um die systemische Übereinstimmung sowie die Unterschiede zwischen Poussin und Cézanne aufzuzeigen.

5. Die Naturauffassung: Das abschließende Kapitel vergleicht das Naturverständnis beider Maler und arbeitet die Transformation von Kultur in Natur als gemeinsame, jedoch unterschiedlich realisierte Einheit heraus.

Schlüsselwörter

Paul Cézanne, Nicolas Poussin, bildnerische Mittel, ornamentale Form, Raumgestaltung, Plastizität, Flächenbindung, Farbe, Licht und Schatten, Bildautonomie, Naturauffassung, Dauer, Modus, Zeichnung, Kunstgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die künstlerische Beziehung zwischen Paul Cézanne und Nicolas Poussin und analysiert, wie Cézanne sich auf die Tradition Poussins bezog, um eigene bildnerische Mittel für die Moderne zu entwickeln.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Bildstruktur, die Rolle der Zeichnung, das Zusammenspiel von Fläche und Raum, die Bedeutung der Farbe sowie die jeweilige Naturauffassung beider Künstler.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die formanalytische Aufarbeitung der Beziehung zwischen beiden Malern, um zu zeigen, dass Cézannes Kunst nicht als einfache Nachahmung, sondern als eigenständige, durch Reflexion gewonnene Weiterentwicklung alter Meisterleistungen zu verstehen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der vergleichenden Formanalyse, gestützt auf kunsttheoretische Konzepte von Autoren wie Gertrude Berthold, Kurt Badt und Max Imdahl.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf eine detaillierte Bildbetrachtung von Poussins „Das Reich der Flora“ und analysiert Themen wie den Farbauftrag, die Komposition, das Verhältnis von Zeitlichkeit und Dauer sowie die Einbindung des Betrachters.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören ornamentale Form, Plastizität, Flächenbindung, Bildautonomie, das Konzept der Dauer und der Gegensatz von Natur und Kultur.

Inwiefern beeinflusste das Gemälde „Das Reich der Flora“ die Analyse von Poussins Arbeitsweise?

Das Gemälde dient als zentrales Beispiel, an dem Poussins systematische Art der Bildkonstruktion und die gleichwertige Behandlung aller Bildelemente demonstriert werden kann.

Wie unterscheidet sich Cézannes Verständnis von „Natur“ von dem Poussins?

Während bei Poussin die Natur oft als geistige, stoizistisch geprägte Ordnung erscheint, strebt Cézanne danach, die Natur in ihrer „Dinghaftigkeit“ durch Farbe unmittelbar im Bild zu verankern und dabei die Trennung von Natur und Kultur aufzuheben.

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Details

Title
Cézanne und Poussin: Gemeinsamkeiten und Differenzen ihrer bildnerischen Mittel
College
University of Frankfurt (Main)  (Kunstgeschichtliches Institut)
Course
Hauptseminar: "Poussin: Antike und Moderne"
Grade
1
Author
Magister Artium Bernhard Paha (Author)
Publication Year
1995
Pages
31
Catalog Number
V135234
ISBN (eBook)
9783640428083
ISBN (Book)
9783640425440
Language
German
Tags
Cézanne Poussin Kunstgeschichte Theorie bildnerische Mittel Impressionisums Moderne Kunst Klassische Kunst Kunsttheorie Kunstgeschichtliches Institut Frankfurt am Main Perspektive Raum Atmosphäre Zeichnung Rubens Plastizität Form Substanz Gottfried Boehm Kurt Badt Klaus Herding Oskar Bätschmann Max Imdahl Ebenen Volumen Konstruktion Zeit Natur Das Reich der Flora Fritz Novotny Dauer
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Bernhard Paha (Author), 1995, Cézanne und Poussin: Gemeinsamkeiten und Differenzen ihrer bildnerischen Mittel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135234
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