Diese Hausarbeit widmet sich der Fragestellung: Können Interventionen der Positiven Psychologie die Fluktuation von Mitarbeitenden in der öffentlichen Verwaltung reduzieren? In einem ersten Schritt werden die Grundzüge der Positiven Psychologie sowie deren Ziele in Bezug auf den Arbeitskontext beleuchtet. Im Anschluss daran folgt eine kurze Beschreibung des Positive Organizational Scholarships, des psychologischen Kapitals sowie des Positive Organizational Behaviors. Danach werden Interventionsmöglichkeiten dargelegt, die direkten Einfluss auf Mitarbeitende der öffentlichen Verwaltung haben können. Hierzu werden auch aktuelle Forschungen vorgestellt, die sich mit der Wirksamkeit dieser Maßnahmen beschäftigt haben. Im Fazit werden die Chancen und Hürden herausgearbeitet und dargelegt, wie der Wandel zu einer "positiven Verwaltung" gelingen kann.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Positive Psychologie in der Arbeitswelt
2.1 Positive Organizational Scholarship (POS)
2.2 Positive Organizational Behavior (POB) und Psychologisches Kapital
2.3 Positive Leadership
3 Interventionen der Positiven Psychologie für die Verwaltung
3.1 Intervention auf der Ebene des Positive Organizational Scholarship
3.2 Interventionen auf der Ebene des Positive Leadership
3.2.1 Dankbarkeitsintervention (Graditude)
3.2.2 Feedback als Intervention
3.3 Interventionen auf der Ebene des Positive Organizational Behavior und des Psychologischen Kapitals
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, ob Interventionen der Positiven Psychologie dazu beitragen können, die Fluktuation von Mitarbeitenden im öffentlichen Dienst durch eine Steigerung des Wohlbefindens zu reduzieren und die Bindung an die Organisation zu stärken.
- Grundlagen der Positiven Psychologie im Arbeitskontext
- Positive Organizational Scholarship (POS) als organisatorischer Rahmen
- Positive Leadership und Feedback-Kulturen für Führungskräfte
- Steigerung der Mitarbeitendenbindung durch psychologische Ansätze
- Praktische Interventionsmöglichkeiten in der öffentlichen Verwaltung
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Feedback als Intervention
Feedback stammt aus dem Englischen und bedeutet Rückmeldung (Duden, 2023). Als soziales Wesen wünschen sich Menschen Anerkennung und Bestätigung durch andere. Sie interagieren, kommunizieren und erleben Austausch über gemeinsame Projekte und Feedback zur eigenen Leistung als angenehm (Rehwaldt, 2019, S. 12). Sofern Mitarbeitende des öffentlichen Dienstes mangelnde Kommunikation und fehlendes Feedback beklagen, kann dem durch die Einführung eines Feedbacksystems im Sinne von one on one Feedback entgegengewirkt werden.
Feedback ist außerdem ein wichtiges Instrument, um auf andere einzuwirken (Bangert-Drowns et al., 1991, S. 230) und daher geeignet, dem Gegenüber Wertschätzung entgegenzubringen oder Verhaltensweisen zu korrigieren. Es kann auch gezielt als PPI eingesetzt werden, um die Kommunikation zwischen Führungskraft und Mitarbeitenden zu verbessern oder um gezielt Rückmeldungen zu geben.
Die Rückmeldung kann als arbeits- oder personenbezogenes Feedback erfolgen. Bei ersterem werden Aspekte wie die Erreichung der Ziele, die Qualität der Arbeit oder die Zufriedenheit der Kunden angesprochen. Letzteres wird mit einem Beschäftigten durchgeführt. Dabei werden individuelle Aspekte des Mitarbeitenden besprochen (Schattenhofer, 2017, S. 342, zitiert nach Luthans 1995, S. unbekannt). Damit Feedback wirksam ist müssen Feedback-Interventionen positiv, sofort, klar und präzise sein (Stajkovic & Luthans, 1997, S. 1133). Dies erfordert Feedback-Regeln, die allen bekannt und in schriftlicher Form für alle zugänglich sein müssen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst und stellt die Fragestellung auf, ob positive Interventionen zur Mitarbeiterbindung beitragen können.
2 Positive Psychologie in der Arbeitswelt: Dieses Kapitel definiert die theoretischen Konzepte POS, POB und Positive Leadership als Basis für moderne Arbeitswelten.
3 Interventionen der Positiven Psychologie für die Verwaltung: Der Hauptteil erläutert konkrete Methoden wie Leitbildentwicklung, Dankbarkeitsübungen, Feedbacksysteme und Capitalizing on Positive Events.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Chancen der Interventionen zusammen, weist auf die Notwendigkeit einer Evaluation hin und betont die dauerhafte Prozesshaftigkeit der organisatorischen Weiterentwicklung.
Schlüsselwörter
Positive Psychologie, Öffentlicher Dienst, Mitarbeiterbindung, Fachkräftemangel, Positive Organizational Scholarship, Positive Leadership, Dankbarkeitsintervention, Feedback-Systeme, Psychologisches Kapital, Wohlbefinden am Arbeitsplatz, Positive Kommunikation, Organisationsentwicklung, Personalmanagement, Fluktuation, Kapitalisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung von Konzepten und Interventionen der Positiven Psychologie, um die Arbeitszufriedenheit und Bindung von Mitarbeitenden im öffentlichen Dienst zu verbessern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Organisationspsychologie, Führungskompetenzen im öffentlichen Sektor und spezifische Interventionen zur Stärkung des psychologischen Kapitals.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es zu untersuchen, ob durch den bewussten Einsatz positiver psychologischer Maßnahmen die Fluktuation von qualifiziertem Personal in öffentlichen Verwaltungen langfristig reduziert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse bestehender Studien und wissenschaftlicher Modelle (z.B. POS, POB, Positive Leadership).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung theoretischer Rahmenmodelle und die Ableitung konkreter, praktischer Interventionsmöglichkeiten für verschiedene Ebenen der Verwaltung (Organisation, Führung, Mitarbeitende).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Positive Psychologie, Mitarbeiterbindung, Feedback-Kultur und die Reduktion von Fachkräftemangel durch verbesserte Arbeitsbedingungen.
Warum ist das Thema Leitbild für die Verwaltung so relevant?
Ein Leitbild dient als Ankerpunkt für die Organisationskultur. Es vermittelt den Mitarbeitenden den Sinn ihrer Arbeit und das Behördenziel, was laut der Bleibebarometer-Studie bei vielen unklar ist.
Welche spezifische Rolle spielt das "Capitalizing on Positive Events"?
Es dient dazu, positive Erlebnisse im Arbeitsalltag aktiv zu teilen, um die Beziehungsqualität zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden sowie das allgemeine Wohlbefinden zu steigern.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2023, Interventionen der Positiven Psychologie in der öffentlichen Verwaltung. Können sie die Fluktuation von Mitarbeitenden reduzieren?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1354210