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Räumliche Auswirkungen des Betriebsformenwandels im Lebensmitteleinzelhandel

Titre: Räumliche Auswirkungen des Betriebsformenwandels im Lebensmitteleinzelhandel

Exégèse , 2009 , 61 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Klemens Bock-Wendlandt (Auteur)

Sciences de la Terre / Géographie - Démographie, Urbanisation et Aménagement du territoire
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Résumé Extrait Résumé des informations

Im Lebensmitteleinzelhandel lassen sich insbesondere seit den 1980er Jahren verstärkt Veränderungen der Standortstrukturen beobachten. Neben dem traditionellen primären Versorgungsnetz ist durch den Betriebsformenwandel mit dem Aufkommen von SB-Warenhäusern und Discountern ein sekundäres Versorgungsnetz entstanden, dessen Standorte vorwiegend in autoorientierten Lagen liegen. Die Nähe zu Wohngebieten ist nicht mehr das wichtigste Kriterium zur Ansiedlung. Weitere Merkmale der Umstrukturierung sind die Zunahme der Verkaufsflächen bei insgesamt sinkenden Geschäftszahlen als Zeichen eines fortschreitenden Konzentrationsprozesses. Das ehemals dichte Netz an Lebensmittelgeschäften ist ausgedünnt. Insbesondere in Nebenzentren, Streulagen in Wohngebieten und ländlichen Gebieten nahm die Zahl der Lebensmittelgeschäfte deutlich ab, was sich negativ auf die Nahversorgung der Bevölkerung ausgewirkt hat. Während diese Netzausdünnung im ländlichen Raum vornehmlich in kleineren Ortschaften schon lange zu beobachten ist, gewann das Thema der Versorgungssicherheit in Städten erst in jüngerer Vergangenheit an Relevanz.
Auch die Zentrenstruktur wird durch die veränderten Standortstrukturen des Lebensmitteleinzelhandels beeinflusst, da die Ansiedlung von neuen Verkaufsstellen an Pkw-orientierten Standorten oftmals mit der Schließung zentral gelegener Geschäfte einhergeht. Damit gehen den Zentren wichtige Magnetbetriebe verloren. Gleichzeitig erhöht sich die Wettbewerbsintensität für die verbleibenden zentralen Lebensmittelgeschäfte. Von diesem Entwicklungstrend sind insbesondere städtische Nebenzentren betroffen, die sich ohnehin schon in einer prekären Wettbewerbsposition befinden und somit weiter geschwächt werden. Gleichzeitig gewinnen nicht integrierte Einzelhandelsagglomerationen sowie teilweise Grund- und Mittelzentren einen Bedeutungszuwachs.
Ermöglicht und beschleunigt wurden die Umstrukturierungsprozesse im Einzelhandel durch Veränderungen auf der Konsumentenseite. Wichtige Einflussfaktoren auf das Konsumentenverhalten sind ein höheres verfügbares Einkommen, mehr Freizeit, eine erhöhte Mobilität durch die zunehmende Pkw-Orientierung sowie die Individualisierung und Pluralisierung innerhalb der Gesellschaft, wodurch neue Konsummuster entstanden sind, die durch Wahlmöglichkeiten und Mehrfachorientierungen gekennzeichnet sind.
Die planungsrechtlichen Vorschriften konnten zudem die Ausbreitung von zentrenschädigenden Einzelhandelsansiedlungen nicht verhindern.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorien zur Erklärung des Betriebformenwandels im Einzelhandel

2.1 Umwelttheorien

2.2 Zyklische Theorien

2.3 Konflikttheorien

3. Betriebsformenwandel und weitere Merkmale des Strukturwandels im Lebensmitteleinzelhandel

3.1 Betriebsformenwandel im Lebensmitteleinzelhandel

3.1.1 Kleine Lebensmittelgeschäfte

3.1.2 Supermärkte

3.1.3 SB-Warenhäuser und Verbrauchermärkte

3.1.4 Discounter

3.2 Sinkende Betriebszahlen und Verkaufsflächenexpansion

3.3. Konzentration und Internationalisierung

3.3.1 Konzentrationsprozesse

3.3.2 Internationalisierung

3.4 Handelsexogene Faktoren

3.4.1 Konsumenten

3.4.1.1 Einkommen

3.4.1.2 Bevölkerungsentwicklung

3.4.1.3 Altersstruktur

3.4.1.4 Erwerbstätigkeit und Bildungsstand

3.4.1.5 Anzahl und Größe der Privathaushalte und Familienstrukturen

3.4.1.6 Werte, Einstellungen und Einkaufsmotive

3.4.1.7 Prägung des Einkaufverhaltens durch technischen Fortschritt, höhere Mobilität und veränderte Siedlungstrukturen

3.4.2 Planung

3.4.2.1 Planungsrechtliche Einflussmöglichkeiten der Gemeinden

3.4.2.2 Planungsrechtliche Einflussmöglichkeiten übergeordneter Ebenen

4. Auswirkungen des Betriebsformenwandels auf die Standortstrukturen des Lebensmitteleinzelhandels, das Zentrensystem und die Versorgungssituation der Bevölkerung

4.1 Veränderungen der Standortstrukturen im Lebensmitteleinzelhandel

4.1.1 Standortstrukturen im (Lebensmittel-)Einzelhandel bis in die 1960er Jahre

4.1.2 Standortstrukturen im Lebensmitteleinzelhandel seit den 1960ern

4.1.3 Standortstrukturen in Ostdeutschland

4.2 Räumliche Auswirkungen auf das Zentrensystem

4.2.1 City/Innenstadt

4.2.2 Sub- und Nebenzentren

4.2.3 Nicht integrierte Lagen

4.2.4 Ländlicher Raum

4.3 Auswirkungen auf die Versorgungssituation der Bevölkerung mit Gütern des täglichen Bedarfs

4.3.1 Auswirkungen auf die Versorgungssituation in den Städten

4.3.2 Auswirkungen auf die Versorgungssituation im ländlichen Raum

4.3.3 Sicherung und Verbesserung der Nahversorgung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die räumlichen Auswirkungen des Betriebsformenwandels im deutschen Lebensmitteleinzelhandel seit den 1960er Jahren. Dabei wird untersucht, wie neue, oft großflächige Betriebsformen die traditionellen Standortstrukturen, das Zentrensystem sowie die Versorgungssituation der Bevölkerung verändert haben und welche Rolle planungsrechtliche Rahmenbedingungen dabei spielen.

  • Struktureller Wandel der Betriebsformen (Discounter, Supermärkte etc.)
  • Veränderung der Standortstrukturen und deren Einfluss auf städtische Zentren
  • Sozioökonomische Einflussfaktoren und verändertes Konsumentenverhalten
  • Planungsrechtliche Steuerungsinstrumente auf kommunaler Ebene
  • Herausforderungen und Konzepte zur Sicherung der Nahversorgung

Auszug aus dem Buch

3.1.4 Discounter

Die Betriebsform der Discounter hat die Einzelhandelslandschaft in Deutschland seit 1960 nachhaltig verändert. Noch nie in der Entwicklung des Handels gab es eine Betriebsform, die über einen so langen Zeitraum und mit einer ähnlichen Dynamik wuchs (Diller 1999: 352).

Schmalen und Schachtner charakterisieren das Discountprinzip anhand der drei Dimensionen Sortimentsumfang, Serviceumfang und Preissetzung (Schmalen/ Schachtner 1999: 126). Hauptmerkmal der Discounter ist eine aggressive Preispolitik. Durch die Beschränkung des Sortiments auf Artikel mit hoher Umschlagsgeschwindigkeit und hohen Umsätzen können die niedrigen Gewinnspannen kompensiert werden. Weiteres Kernmerkmal der Discountstrategie ist die Kostenführerschaft, also die konsequente Vereinfachung der Unternehmensstrukturen und -prozesse. Die Betriebskosten werden möglichst gering gehalten. Dies beinhaltet etwa den Einsatz von vergleichsweise wenig und gering qualifiziertem Personal in den Geschäften, ein geringes Serviceangebot, eine einfache Ladenausstattung, problemlose Waren und eine begrenzte Auswahl an frischen, verderblichen Waren (Blotevogel 2003: 8; Schmalen/Schachtner 1999: 126).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in den Strukturwandel des deutschen Lebensmitteleinzelhandels ein, der durch neue großflächige Betriebsformen und die damit einhergehenden Veränderungen in Standort- und Versorgungssystemen gekennzeichnet ist.

2. Theorien zur Erklärung des Betriebformenwandels im Einzelhandel: Dieses Kapitel stellt verschiedene theoretische Ansätze vor – Umwelttheorien, zyklische Theorien und Konflikttheorien –, die dazu dienen, die Entstehung und den Erfolg neuer Betriebsformen im Handel wissenschaftlich zu begründen.

3. Betriebsformenwandel und weitere Merkmale des Strukturwandels im Lebensmitteleinzelhandel: Hier wird der Wandel der wichtigsten Betriebsformen (Discounter, Supermärkte etc.) detailliert nachgezeichnet sowie Faktoren wie Konzentration, Internationalisierung, Konsumentenverhalten und planungsrechtliche Vorgaben beleuchtet.

4. Auswirkungen des Betriebsformenwandels auf die Standortstrukturen des Lebensmitteleinzelhandels, das Zentrensystem und die Versorgungssituation der Bevölkerung: Das Kapitel untersucht die räumlichen Konsequenzen des Wandels, insbesondere die Verschiebung von Standorten in nicht integrierte Lagen und die daraus resultierenden negativen Effekte für die Nahversorgung in Städten und im ländlichen Raum.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Netzausdünnung und der Bedeutungsverlust zentraler Versorgungsstandorte durch die Umstrukturierung des Einzelhandels die Nahversorgung gefährden und trotz konsumentenseitiger Treiber eine Herausforderung für die Raumplanung darstellen.

Schlüsselwörter

Lebensmitteleinzelhandel, Betriebsformenwandel, Strukturwandel, Discounter, Supermärkte, Nahversorgung, Standortstrukturen, Raumplanung, Zentrensystem, Konsumentenverhalten, Einzelhandelskonzepte, Flächenexpansion, Konzentrationsprozesse, Stadtentwicklung, Versorgungssicherheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem tiefgreifenden Strukturwandel im deutschen Lebensmitteleinzelhandel seit den 1960er Jahren und dessen Auswirkungen auf die räumliche Entwicklung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Entwicklung neuer Betriebsformen, deren Auswirkungen auf Stadt- und Standortstrukturen, sozioökonomische Einflussfaktoren sowie die Möglichkeiten der planungsrechtlichen Steuerung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die räumlichen Folgen des Betriebsformenwandels, wie die Ausdünnung des Versorgungsnetzes und den Wandel der Standortanforderungen, fundiert darzustellen und zu analysieren.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Analyse der wissenschaftlichen Fachliteratur und der Auswertung von Statistiken sowie Studien zu Einzelhandels- und Versorgungsstrukturen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert theoretische Erklärungsansätze für den Betriebsformenwandel, die konkrete Entwicklung der Handelsformen, exogene Einflussfaktoren wie das Konsumentenverhalten und die Auswirkungen auf Zentren und Versorgungssituationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Lebensmitteleinzelhandel, Betriebsformenwandel, Nahversorgung, Standortstrukturen, Raumplanung und Konsumentenverhalten.

Welche Rolle spielen Discounter in der räumlichen Entwicklung?

Discounter fungieren als Treiber für Standorte außerhalb gewachsener Zentren, was zu einer Verschiebung der Versorgungsstrukturen und zu Konkurrenzdruck für den traditionellen Einzelhandel führt.

Warum ist die Sicherung der Nahversorgung ein kritisches Thema?

Aufgrund der Netzausdünnung, insbesondere durch die Schließung zentraler Geschäfte zugunsten von Standorten in Randlagen, sind vor allem immobile Bevölkerungsgruppen in ihrer Versorgungssicherheit bedroht.

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Résumé des informations

Titre
Räumliche Auswirkungen des Betriebsformenwandels im Lebensmitteleinzelhandel
Université
RWTH Aachen University
Note
1,3
Auteur
Klemens Bock-Wendlandt (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
61
N° de catalogue
V135539
ISBN (ebook)
9783640441433
ISBN (Livre)
9783640441600
Langue
allemand
mots-clé
Lebensmitteleinzelhandel Einzelhandel Strukturwandel Betriebsformenwandel Flächenexpansion Konzentration Internationalisierung Nahversorgung Ladensterben Flächenproduktivität Versorgung Versorgungssicherheit kurzfristiger Bedarf Standort Standortstrukturen Innenstadt Subzentren Unterzentren Zentren Zentrenstruktur Ostdeutschland Discounter Supermarkt Lebensmittel Kleinflächenkonzepte Planung Planungsrecht
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Klemens Bock-Wendlandt (Auteur), 2009, Räumliche Auswirkungen des Betriebsformenwandels im Lebensmitteleinzelhandel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135539
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Extrait de  61  pages
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