Eine effiziente Klassenführung trägt zu einem qualitativ hochwertigen Unterricht bei. Das Ziel der Forschungsarbeit ist es, Unterschiede und/oder Zusammenhänge zwischen der vorherigen (Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege) und der jetzigen generalistischen Pflegeausbildung zu erforschen und zu diskutieren, inwieweit Unterrichtsstörungen auftreten.
Weiterhin wird untersucht, wie Lehrende proaktiv beziehungsweise reaktiv mit der gemischten, inkludierenden und generalistischen Pflegeausbildung umgehen. Damit der professionelle Umgang mit Unterrichtsstörungen in der Pflegeausbildung gewährleistet werden kann, kommt es zur Untersuchung des Schulungsbedarfs der Pädagogen:innen. Um das Forschungsziel zu erreichen, wurde eine quantitative Studie zu den aktuellen Unterrichtsstörungen der generalistischen und vorherigen Pflegeausbildung durchgeführt, die sich bundesweit an Pflegfacheschulen orientierte. Die quantitative Studie zeigte, dass sich die Häufigkeit und das Auftreten von Unterrichtsstörungen sowohl in der generalistischen als auch in den vorherigen Pflegeausbildungsgängen nicht verändert hat.
Pädagogen:innen, die nonverbale Unterrichtsstörungen in ihrem Unterricht aufweisen, sehen die Notwendigkeit von Schulungsprogrammen zur Steigerung der Professionalität. Dies zeigt, dass der Einsatz von regelmäßigen innovativen Lehrerfortbildungsprogrammen sinnvoll ist. Weiterhin gilt es Transparenz zu schaffen und das proaktive sowie reaktive Handeln der Lehrer:innen zu fördern.
Inhaltsverzeichnis
Teil I: Hinführung zum Thema
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau und Struktur der Arbeit
Teil II: Theoretische Fundierung
2. Grundlagen des Classroom-Managements in der Andragogik
3. Unterrichtsstörungen verstehen
3.1 Definition
3.2 Arten
3.3 Ursachen
3.3.1 Pädagogen- und Lernendenperspektive
3.3.2 Institutionelle Perspektive
3.3.3 Gesellschaftliche Entwicklungsperspektive
3.4 Präventionsstrategien
3.4.1 Breite Aktivierung
3.4.2 Unterrichtsfluss
3.4.3 Präsenz- und Stoppsignale
3.4.4 Regeln und Organisation
3.5 Interventions- und Sanktionsstrategien
3.5.1 Erziehungsmaßnahmen
3.5.2 Ordnungsmaßnahmen
3.5.3 Ausbildungsrechtliche Maßnahmen
Teil III: Empirischer Teil
4. Methodisches Vorgehen
4.1 Forschungsmethodik
4.2 Methodenkritik
5. Forschungsergebnisse
5.1 Feldbericht
5.2 Soziodemografische Merkmale
5.3 Merkmale zur Wahrnehmung der Kursstrukturen
5.4 Merkmale zur Deutung, Bewertung und Beschreibung von Unterrichtsstörungen
5.5 Merkmale zur Prävention und Interaktion bei Unterrichtsstörungen
5.6 Merkmale des Schulungsbedarfes bei Unterrichtsstörungen
5.7 Merkmale für Zusammenhang von Unterrichtsstörungen und Präventionsmaßnahmen
5.8 Merkmale für Zusammenhang von Unterrichtsstörungen und Schulungsprogrammen
6. Interpretation mit Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen
6.1 Feldbericht und soziodemografische Daten
6.2 Wahrnehmung der Kursstrukturen
6.3 Deuten, Bewerten und Beschreiben von Unterrichtsstörungen
6.4 Prävention und Interaktion bei Unterrichtsstörungen
6.5 Schulungsbedarfes bei Unterrichtsstörungen
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, ob sich die Häufigkeit und Art von Unterrichtsstörungen durch die Einführung der generalistischen Pflegeausbildung verändert hat. Dabei wird analysiert, wie Lehrende präventiv und reaktiv mit Unterrichtsstörungen umgehen, welcher Schulungsbedarf besteht und welche Zusammenhänge zwischen Präventionsmaßnahmen, Schulungsprogrammen und den auftretenden Störungen existieren.
- Klassenführung und Unterrichtsstörungen in der Pflegepädagogik
- Einfluss der generalistischen Pflegeausbildung auf Kursstrukturen und Lernverhalten
- Präventions- und Interventionsstrategien im Classroom-Management
- Schulungsbedarfe von Pädagogen hinsichtlich professioneller Kommunikation und Unterrichtsgestaltung
- Bewertung von Unterrichtsstörungen durch Pädagogen
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Pädagogen- und Lernendenperspektive
Der Umgang mit Unterrichtsstörungen und die damit verbundene Ursachenanalyse gehört zu den wohl bekanntesten und belastendsten Tatsachen im Berufsleben eines Pädagogen. Unabhängig vom Alter und der Berufserfahrung können die alltäglichen akustischen oder motorischen Störungen im Unterricht stark belastend sein. Sowohl die Lernenden als auch die Lehrenden können sich als Störfaktor im Unterricht herausstellen (Lohmann & Meyer, 2019, S. 19).
Lernende können Unterrichtsstörungen hervorrufen durch eigene Unter- oder Überforderung. Das zeigt sich durch gedankliche Abwesenheit bzw. Desillusionierung. Im Unterrichtssetting ist dies dadurch wahrzunehmen, dass die betroffenen Lernenden einen Arbeitsauftrag nicht bearbeiten oder keinen Sinn darin sehen, weil sie dem Anforderungsprofil nicht entsprechen oder die Zeit nicht ausreichend ist. Diese Enttäuschungen führen zu negativen Erfahrungen und letztendlich zur Resignation. Unterforderte Lernende neigen hingegen dazu, früher mit Arbeitsaufträgen fertig zu sein und dann die Ablenkung zu suchen, z.B. mit dem Banknachbarn oder dem Smartphone.
In dem Bereich der Pflegeausbildung zeigt sich aktuell eine erweiterte Bandbreite an Schulabschlüssen sowie anderen gesundheitsbezogenen oder nicht-gesundheitsbezogenen Berufsabschlüssen. Aus diesem Grund kann man zu der Annahme kommen, dass es Lernende gibt, die schon Vorerfahrungen im pflegerischen Feld aufweisen und somit ein besseres Verständnis für den Themenbereich zeigen. Dies zeigt sich vor allem in den pflegerischen Versorgungsbereichen, z.B. den zu Pflegenden bei der Körperpflege oder Mobilisation unterstützen, Essen anreichen oder die Bettenaufbereitung. Aus diesem Grund kann es zu einem Lerngefälle kommen und daraus resultierend zu Unterrichtsstörungen.
Zusammenfassung der Kapitel
Teil I: Hinführung zum Thema: Einleitung in das Thema Unterrichtsstörungen in der Erwachsenenbildung mit Fokus auf die Herausforderungen durch das neue Pflegeberufegesetz.
Teil II: Theoretische Fundierung: Theoretische Grundlagen des Classroom-Managements in der Andragogik sowie detaillierte Betrachtung von Ursachen, Prävention und Intervention bei Unterrichtsstörungen.
Teil III: Empirischer Teil: Darstellung der quantitativen Forschungsmethodik, der Ergebnisse, der Interpretation sowie der daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Unterrichtsstörungen.
Schlüsselwörter
Klassenführung, Unterrichtsstörungen, Präventionsmaßnahmen, Lehrerfortbildung, generalistische Pflegeausbildung, Classroom-Management, Unterrichtsfluss, Interventionsstrategien, Pädagogen-Perspektive, Andragogik, Schulungsbedarf, Lernendenperspektive, Unterrichtsgestaltung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Masterthesis befasst sich mit der Analyse von Unterrichtsstörungen aus Sicht von Pädagogen nach der Einführung der generalistischen Pflegeausbildung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Schwerpunkte sind Classroom-Management, die Analyse von Ursachen für Unterrichtsstörungen, Strategien zur Prävention und Intervention sowie der Bedarf an Lehrerfortbildungsprogrammen.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen der neuen generalistischen Ausbildungsstruktur und dem Auftreten von Unterrichtsstörungen zu untersuchen und Handlungsempfehlungen für Lehrende abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine quantitative Studie mittels eines online-basierten Fragebogens durchgeführt, wobei die Auswertung statistisch mit dem Programm PSPP erfolgte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Unterrichtsstörungen und Classroom-Management sowie in einen empirischen Teil mit Auswertung und Interpretation der Studienergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Classroom-Management, Unterrichtsstörungen, Präventionsmaßnahmen, Lehrerfortbildung und allgemeine Pflegepädagogik.
Hat sich das Störverhalten durch das neue Pflegeberufegesetz verändert?
Die Studie zeigt, dass sich die Häufigkeit und das Auftreten von Unterrichtsstörungen sowohl in der generalistischen als auch in den vorherigen Pflegeausbildungsgängen nicht signifikant verändert haben.
Wie stehen Pädagogen zu Schulungsprogrammen?
Die Mehrheit der befragten Pädagogen hält Schulungsprogramme für notwendig, da sie sich durch ihre formale Ausbildung oft nicht ausreichend auf Unterrichtsstörungen vorbereitet fühlen und eine kontinuierliche berufliche Weiterentwicklung wünschen.
- Quote paper
- Sara Walther (Author), 2023, Classroom-Management in Pflegefachschulen. Unterrichtsstörungen aus Sicht der Pädagogen:innen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1356914